Leight Creek / Port Augusta

23. März 2014 Wilpena Pound – Leigh Creek
Heute Morgen ist es bewölkt. Was ein Glück, dass wir gestern den Rundflug gemacht haben.
Die tägliche Routine vor Abfahrt nimmt ihren Lauf. Frühstücken, spülen, alles sicher verstauen. Alles fertig, die Fahrt kann los gehen. Zuerst noch zur Rezeption, den Schlüssel zurück bringen und die hinterlegten 20 $ mitnehmen.

Von Wilpena aus geht die Fahrt nach Blinman. Dort wird angehalten und ein Rundgang gemacht. Der General Store lockt mit frisch gebrühtem Kaffee. Da können wir nicht widerstehen. Das Angebot in dem kleinen Laden ist vielseitig. Neben einigen Lebensmitteln werden werden vor allem lokale Produkte angeboten. Ein Glas Quandong-Marmelade (nativ Peach) wird zum probieren mitgenommen. Dieter stöbert weiter und findet noch 3 CD-Schätze. John Williamson aufgenommen 1982 und 1994 sowie Lee Kernaghan von 1993. Eigentlich wollten wir nur Kaffee trinken.

Von Blinman führt die Fahrt durch die landschaftlich wunderschöne Angorichina Gorge und Parachilna Gorge bis Prachilna. Vom berühmten Prairie-Hotel wird nur ein Foto gemacht. Wir fahren weiter bis Leigh Creek zum Caravanpark. Die Übernachtung kostet hier 20$.

24. März 2014 – Leigh Creek – Maree
Der Kühlschrank ist ziemlich leer. Bevor wir auf den Oodnadatta Track fahren, müssen erst noch Lebensmittel eingekauft werden.

Nächster Halt ist am den Oker Pits, eine heilige Stätte der Aboriginals. Hier werden die Farben für die Bemalung bei Zeremonien, etc. gewonnen. Auf der weiteren Strecke sind nicht viele Sehenswürdigkeiten. An den Ruinen von Farina wird ein weiterer Fotostopp eingelegt. Immer mal wieder sind Emus an der Seite zu sehen, meistens in kleinen Gruppen. So grosse Gruppen, wie hinter Broken Hill sind uns nicht wieder begegnet.

Das heutige Ziel ist Maree, dort treffen wir am frühen Nachmittag ein. Der Caretaker ist ein älterer sehr redseliger Mann. Während Dieter den Truck einparkt, erfahre ich alles Wissenswerte. Z.B. das von 2009 – 2011, als Wasser im Lake Eyre war, Maree aus allen Nähten geplatz ist. Alles ausgebucht. Sogar für Plätze auf der Strasse wurden Gebühren verlangt.

Dieter möchte die Karte und den Text auf der Webseite aktualisieren und setzt sich an den Rechner. Maree ist einer der wenigen Orte, wo wir keinen Empfang haben. Ich mache es mir draussen mit einem Buch gemütlich. Soweit das mit den vielen Fliegen, die einem umschwirren, möglich ist.

Warum stellt man sich auf einem leeren Caravanpark, auf dem man sich einen Platz aussuchen kann, direkt neben das Einzige vorhandene Fahrzeug? Neben uns parkt ein Apollo-Camper, ein deutsches Päärchen.

Die Webseite ist soweit fertig, hochgeladen kann sie wohl erst in Coper Pedy werden. Jetzt noch einen Spaziergang durch den Ort, ca. 80 Einwohner, und im örtlichen Pub ein Bier trinken.

Fliegen, Fliegen, Fliegen. Abendessen gibt es wieder im Camper. Heute Filetsteak mit Ratatouille und frischem Brot.

25.März 2014 Maree – William Creek
Kaum ist die Sonne aufgegangen sind sie da: Fliegen, Fliegen, Fliegen. Man kann ihnen nicht entkommen.

Die Nachbarn machen sich auf den Weg. Sie wollen heute noch bis zum Oodnadatta Roadhaus fahren. Wir lassen uns Zeit, bis nach William Creek sind es 200 Kilometer, leicht zu schaffen.

Auf der Strecke sind kaum Autos unterwegs. Der erste Stop ist am südlichen Ende des Lake Eyre. Auf dem Parkplatz steht das Auto der Nachbarn aus Maree. Die kommen von einem Spaziergang zurück und fahren los, als wir anhalten. Der nördliche und grössere Teil des Lake Eyre wird von Flüssen aus Queensland gespeist. Das heisst, wenn es in Queensland genügend regnet, füllt sich der See mit Wasser (wie im Jahr 2009-2010). Der südliche Teil des Lake Eyre wird von den „örtlichen“ Flüssen gespeist. Da es vor 4 Wochen geregnet hat, soll noch Wasser im See sein. Ist vom Aussichtspunkt aus nicht zu sehen.

Weiter geht die Fahrt bis nach Curdimurca. Von der alten Bahnstation sind nur noch wenige Relikte vorhanden. Das ehemalige Bahnhofsgebäude verfällt immer mehr. Nach einen kurzen Stopp geht es weiter bis Coward Springs. Eigentlich wollten wir dort Mittagspause machen und nicht übernachten. Für Tagesgäste wird Eintritt verlangt, sind nur 2 $ pro Person, aber inzwischen wird an so vielen Stellen Eintritt verlangt, da haben wir keine Lust hier auch zu zahlen. Beim letzten Besuch war es noch kostenlos. So fahren wir weiter bis zum William Creek Roadhaus.

Hier hat sich einiges geändert. Der Pub wurde renoviert. Der Campingplatz hintern Hotel wird nur noch bei Veranstaltungen genutzt, der eigentliche Campingplatz ist auf der anderen Strassenseite. Für eine Nacht bleiben wir hier.

Ein Besuch im Outback-Pub ist ein Muss. Wir sitzen an der Bar, als eine Reisegruppe den Raum betritt. Dieter meint, statistisch gesehen müssten zwei Deutsche mit dabei sein. Drei junge Leute kommen, um die ausgestellten Polizeiabzeichen zu fotografieren. Bei Nachfrage stellt sich heraus, dass vier Deutsche in der Gruppe sind. Start der Tour war in Melbourne, In 18 Tagen geht es bis nach Darwin.

Der Tourguide kommt, um die Essensbestellung aufzugeben. Sein Budget ist 25$ pro Essen. Zu diesem Preis sind drei Gerichte (Fish & Chips, Seafood Basket und Beef-Schnitzel) auf der Karte. Känguru und Steak sind teurer. Wobei es nur noch eine Portion Fish & Chips gibt! Es kommt zu einer Diskussion zwischen Tourguide und einer Angestellten. Der Guide meint, die Gruppe sei bereits seit 3 Wochen angemeldet und so wenig Gerichte, die dem Budget entsprechen, auf der Karte.

Eine falsche Bewegung hat genügt. Dieter hat seit Tagen wahrscheinlich einen eingeklemmten Nerv. Die Schmerzen ziehen über die Schultern in den linken Arm. Er meint immer, das wird schon wieder. Leider ist das bis jetzt nicht der Fall. Und die unbefestigten Strassen sind der Heilung auch nicht förderlich. Wir werden morgen über die William Creek Road, wieder eine unbefestigte Strasse, aber, es gibt keinen anderen Weg, nach Coober Pedy fahren. Wir hoffen dass eine Woche genügt um wieder fit zu werden.

26.März 2014 William Creek – Coober Pedy
Zum Frühstück gibt es für Dieter gleich die Schmerztabletten dazu. Die allgegenwärtigen Fliegen sind auch schon wieder unterwegs. Der Camper wird reisefertig gemacht und am Roadhaus noch für 50$ getankt. Jetzt reicht der Treibstoff bis nach Coober Pedy.

Kurz nach dem Abbiegen auf die William Creek Road ist eine Baustelle. Schönes Schild am Strassenrand: Give way. Ist auf unsere Seite etwas schwierig, da ist Gravel aufgeschüttet. Wir haben Glück, es kommt keiner entgegen. Überhaupt begegnen uns auf der ganzen Strecke bis zum Highway nur drei Fahrzeuge.

In Coober Pedy checken wir auf dem Stuart Range Caravanpark (Big4) ein. Auf meine Frage, ob es einen Rabatt bei einem einwöchigem Woche Aufenthalt gibt, kommt erst eine abschlägige Antwort. Beim Bezahlen ist dann der Rabatt für Big4-Mitglieder abgezogen. Ist der Frankfurt-Bonus. Die Mutter der Frau an der Rezeption kommt aus Frankfurt.

27. März 2014 – Coober Pedy
Die Schmerzen in Arm und Schulter sind schlimmer geworden, die Wirkung der Schmerztabletten lässt nach. Die bisher angewendeten Mittel, Kühlung und Wärmesalbe, haben leider nicht die erhofte Besserung gebracht. In der Touristen-Info wurde uns eine Masseurin und Therapeutin empfohlen. Da ist heute um 14.30 Uhr ein Termin vereinbart. Vorher noch schnell ein paar Dinge in der Stadt erledigen und Mittag essen.

Die Therapeutin wohnt und behandelt in ihrem Haus, das an einer Seitenstrasse der William Creek Road liegt, auf einem Hügel. Sharyn ist Certified Massage Therapist.
Sie beginnt mit einer Anamnese (welche Krankheiten, Medikamente, etc) und fragt nach den akuten Symptomen. Wir beschreibt man ein krbbeln im Arm und einige der anderen Symptome auf englisch? Gar nicht so einfach.

Erst danach beginnt sie mit der Behandlung, die für Dieter sehr schmerzhaft ist. Nach einiger Zeit bestätigt sie, dass unsere Vermutung eines eingeklemmten Nerves richtigt ist. Eine Stunde dauert die Behandlung. Einiges hat sich gebessert, so kann Dieter den Kopf wieder weiter zur Seite drehen. Sie zeigt noch einige Übungen, die er mehrmals täglich machen soll, auch wenn es weh tut. Am Ende ist sie nicht ganz zufrieden, da Dieter in der linken Hand weniger Kraft hat. Sie meint, er sollte besser noch zum Arzt gehen und abklären lassen, dass nicht eine andere Krankheit die Symptome verursacht. Zur Zeit sei Dr. Peter McDonalds als behandelnder Arzt im Gesundheitszentrum. Der sei hervorragend. Ob sie gleich einen Termin vereinbaren soll. Nach Zustimmung telefoniert sie mit dem Arzt und schildert ihm, was sie bei der Behandlung festgestellt und welche Bedenken sie hat. Ergebnis, Dieter soll gleich vorbei kommen. Wenn der Doctor meint, dass Dieter noch weitere Behandlungen benötigt, dann sollen wir uns melden. Und dann kommt das Überraschende: Sie wünscht gute Besserung und noch einen schönen Aufenthalt. Diese Behandlung bekommen wir geschenkt!! J

Im Gesundheitszentrum werden an der Rezeption die Daten aufgenommen. Die Frage: Medicare versichert, wird verneint. Dann kostet es 40$, Rechnung wird nach der Konsultation und der dafür anfallenden Kosten ausgedruckt. Im Warteraum sitzen bereits einige Leute. Es dauert ca. ¾ Stunde bis Dieter aufgerufen wird. Der Arzt lässt sich die Symptome schildern und meint, das Gefühl von „needles and pins“ im Arm kommt bei eingeklemmten Nerv vor. Sharyn wollte sich bestimmt absichern. Er nimmt noch einige Untersuchungen vor, es ist alles in Ordnung. Der Arzt schlägt weitere Behandlungen bei Sharyn vor. Er hält sehr viel von ihr und den von ihr durchgeführten Behandlungen. Zum Schluss gibt es noch eine Bescheinigung für die Versicherung. Für die Konsultation beim Arzt wird nichts berechnet, es bleibt bei den 40$. Allerdings müssen wir die Rechnung und Bescheinigung nochmal ändern lassen: aus Dieter wurde Peter, wie schon öfters. Im englischen hört sich das auch ähnlich an.

Jetzt aber wieder zurück zum Caravanpark. Dieter ist geschafft und möchte sich nur noch hinlegen.

Bei der Therapeutin Nachricht hinterlassen, wegen weiterer Termine. Sie ruft zurück und erkundigt sich gleich, wie es Dieter geht und ob alles in Ordnung ist. Morgen um 10.30 Uhr ist noch ein Termin frei, der wird gleich notiert.

28. März 2014 Coober Pedy
Heute morgen steht der Thermin bei der Physiotherapeutin als erstes auf dem Plan. Als wir ankommen ist schon alles vorbereitet. Die erste Frage gilt Dieter und seinem Befinden. Ist es besser geworden? Kribbelt der Arm immer noch so schlimm? Sie erzählt, dass sie gestern Abend noch Dr. MacDonald angerufen hat. Sie wollte sicher gehen, dass nicht eine andere Erkrankung, z.B. ein Herzinfarkt oder ein Bandscheibenvorfall die Sympthome auslöst. Das ein Nerv eingeklemmt war, das konnte sie feststellen. Inzwischen ist die Blockade gelöst, jetzt muss sich der angegriffene Nerv erholen. Sharyn meint, wenn es in zwei Tage nicht deutlich besser ist, dann sollte eine Röntgenaufnahme gemacht werden um einen Bandscheibenvorfall definitiv auszuschliessen. Während sie redet, wird Dieter von ihr mit speziellen Dehnübungen vertraut gemacht. Die muss er mehrmals täglich machen. Während der Behandlung erfahren wir, dass sie im Krankenhaus als Physiotherapeutin gearbeitet hat und sich vor zwei Jahren, als Retirement, selbstständig gemacht hat. Neben ihren Kunden betreut sie mehrmals in der Woche behinderte Kinder. Ziemlich viel Arbeit für eine Rentnerin.

Der Behandlungsraum ist in einem der hier üblichen Wohncontainer, der auf dem Grundstück des eigenen Dugouts steht. Ein Dugout ist nicht einfach ein Loch im Felsen. Bei der Suche nach Opalen werden Löcher in den Felsen gesprengt. Diese werden vergrössert und es entstehen unterirdische Räume, in denen eine gleichbleibende Temperatur von ca. 23 Grad herrscht. Die Entlüftung erfolgt durch senkrechte Schächte bzw. Rohre. Ein Dugout ist nie fertig. Ein zusätzliches Zimmer wird gebraucht? Kein Problem, einfach ein weiteres Loch graben und entsprechend vergrössern. Und nicht zu vergessen die Chance beim Ausbau Opale zu finden.

Bis zum nächsten Kunden ist noch Zeit und Sharyn zeigt uns ihr „kleines“ (mindestens 200 m2) Dugout. Wunderschön gemacht. Das Badezimmer ist nach aussen gebaut, so hat es Tageslicht. Sharyl meint, sie haben alles selbst gemacht, das sei viel Arbeit und Dreck gewesen. Aber, es hat sich gelohnt. Die beim Ausbau gefundenen Opale haben das Haus und noch mehr bezahlt.

Bevor es zurück zum Campingplatz geht, noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen. Die Behandlung schlaucht ganz schön und Dieter soll sich ausruhen.

„Das ist aber ein tolles Setup“, tönt es aus dem offenen Fenster des neben uns geparkten Autos. Der Mann ist ganz begeistert vom Truck und will Einzelheiten zum Auf- und Ausbau wissen. Dem Mann kann geholfen werden.

Auf einer Liste sind die Medikamente notiert, die Dieter nehmen soll, bzw. die Sharyl als zusätzliche Unterstützung empfohlen hat. Neben dem Supermarkt ist die Apotheke, wie praktisch. Das einfachste Medikament ist Ibuprofen, damit hat der Mann, der bedient, kein Problem. Die Packungm liegt schnell auf dem Tresen. Komplizierter wird es bei Magnesium Gluconate oder als Alternative Schüssler Salz Magnesium Phosphor. Schüssler Salz, wir hätten auch einen Stein vom Mond verlangen können, der Verkäufer hätte da auch nicht ratloser ausgesehen. Etwas ratlos liest der Apothekenhelfer, oder was immer er ist, die Etiketten der verschiedenen Medíkamente. Er kommt mit Magnesium verschiedener Hersteller. Welches davon Magnesium Gluconate ist, das weiss er nicht. Die Entscheidung überlässt er uns. Auf die nochmalige Nachfrage bezüglich Schüssler-Salz kommt er mit einer Grosspackung Magnesium einer anderen Firma. Lassen wir es bei dem anderen Produkt. Beim bezahlen stellt sich heraus, dass bei der Ibuprofen-Packung das Haltbarkeitsdatum bereits überschritten ist. Die Mitarbeiter am Verkaufstresen der Apotheke machen auf uns einen sehr „kompetenten“ Eindruck.

Wir sitzen vorm Camper, die allgegenwärtigen Fliegen sind natürlich auch unterwegs, da kommt die Nachbarin um die Ecke, angetan mit einem Fliegennetz. „Hi Guys, was benutzt ihr denn für ein Fliegenmittel?“ Ihr seid die Einzigen, die nicht herumhüpfen und nach den Fliegen schlagen. Ihr Freund benutze Aerogard, das helfe überhaupt nicht. „Botanical Flycream“ ist unsere Antwort und sie bekommt auch gleich welche zum probieren.

29. März 2014 Coober Pedy
Kaum wird es hell, schon sind sie da, die Fliegen. Sehr lästige Biester.

Dieters Arm kribbelt immer noch. Schmerzen hat er keine, das Schmerzmittel wirkt. Dieter hat den Eindruck, dass er sich wieder besser bewegen kann. Hoffen wir, dass es besser wird und keine Schmerzen mehr da sind, wenn die Tabletten abgesetzt werden.

Heute fahren wir zur öffentlich zugänglichen Sossickers Site. Hier kann jeder nach Opalen suchen. Dieter bleibt beim Auto, ich mache mich auf die Suche. Zwei weitere Personen sind im gleichen Gebiet unterwegs, ein deutsches Paar. Unterwegs von Melbourne zum Uluru und dann weiter nach Cairns. Nach einer kurzen Unterhaltung trennen sich die Wege wieder. Ausser ganz kleinen Stückchen habe ich nichts gefunden und breche die Suche für heute ab.

Auf dem Heimweg noch Zeitung mitnehmen und tanken, dann wieder zurück zum Caravanpark.

Heute bleibt die Küche zum Abendessen kalt, wir gehen Pizza essen. In Malaysia wurde der Beginn des Qualifying wegen schlechten Wetters verschoben. Somit können wir uns die zwei letzten Durchgänge nach dem Essen ansehen.

30. März 2014 Coober Pedy
Das gibt einen ruhigen Tag. Ein wenig räumen, sauber machen, schreiben und lesen. Ich sitze vorm Camper, als ein Mann mit einer Fotokamera kommt und auf deutsch fragt, ob er ein paar Bilder vom Auto machen kann. Er habe einen Bekannten, der sich für Autos interessiert. Natürlich kann er und schon sitzen wir zusammen und plaudern.

Zur Abendessenszeit wird das Formel 1 Rennen aus Malaysia übertragen. Das sehen wir uns an. Anschliessend fällt das Abendessen etwas einfacher aus. Brot, Kransky-Würstchen und Kohlsalat.

31. März 2014 Coober Pedy
Da wir länger in Coober Pedy sind, habe ich für heute morgen einen Termin zur Maniküre und Pediküre vereinbart. Die Adressangabe auf dem Flyer hat neben der Strasse als Hausnummer die Angabe Lot 999. Nur finden wir in der Strasse keinen Hinweis auf dieses Anwesen. Das heisst anrufen und sich die genaue Lage beschreiben lassen. Wir sind schon an der Einfahrt vorbei gefahren, also drehen und das kurze Stück zurück fahren. Shelley erwarten uns bereits an der Tür. Sie wohnt und arbeitet ebenfalls in einem Dugout. Dieses Dugout ist ganz anders gestaltet, als das Dugout von Sharyn. Hier sind Zwischenwände aus Ziegelsteinen gemauert. Das sei wegen der Länge der Tunnel, meint Shelley. Die gehen sehr weit in den Felsen hinein. Nagellack hält bei mir nicht lange, deshalb verzichte ich gleich darauf. Kann Shelley nicht verstehen, Lack ist doch im Preis eingerechnet. Ich bleibe bei der Entscheidung, ohne Lack. Am Ende wird ein Sonderpreis berechnet, Maniküre und Pediküre für 25 $.

Die Handbremse hat keine Wirkung mehr, wo ist der nächste Mechaniker. In der Touristen-Info wird nachgefragt. Dort werden zwei Adressen genannt. Der erste macht keine Arbeiten an Bremsen, schickt uns aber zum Kollegen. Der hört sich den Sachverhalt an und lässt den Truck in die Werkstatt fahren. Schwupps, sitzt ein Mechaniker unterm Auto und schraubt die Halterung der Handbremse ab. Kein Wunder das da nichts mehr funktioniert, nur noch ein kümmerlicher Restbelag. Das muss neu gemacht werden, allerdings hat er die passenden Teile nicht da. Das ist aber kein Problem, meint der Mechaniker, was bis 13.00 Uhr bestellt ist, wird am nächsten Tag geliefert. Coober Pedy liege ja günstig am Highway. Das Auto kann morgen früh um 9.00 Uhr gebracht werden, dann wird die Reparatur ausgeführt.

Dieter hat immer noch Schmerzen und ein kribbeln im Arm. Wir hoffen, dass es besser wrid, wenn der Arm nicht belastet wird und verlängern den Aufenthalt bis Samstag.

Udo kommt mit einer Frage zu uns. Die wird versucht zu klären. Nach dem Abendessen sitzen wir noch bei einem Bier zusammen.

01. April 2014 Coober Pedy
Dieter ist früh wach, er kann die letzen Nächte nicht besonders gut schlafen. Mit einem frisch gebrühten Kaffee fängt der Tag an.

In Coober Pedy ist Wasser kostbar und teuer. Das macht sich besonders beim Duschen bemerkbar. Zum Duschen muss man 20 Cent-Stücke mitnehmen. 20 Cent sollen für 3 Minuten reichen, gefühlt sind es nur 2 Minuten! Du stehst unter der Dusche, eingeseift, Haare voller Haarwaschmittel und es macht „klack“ und das Wasser ist aus. Mit nassen Fingern die nächste Münze einwerfen und das Wasser läuft wieder.

Udo kommt noch vorbei um sich zu verabschieden. Jetzt sind wir schon so früh auf, dann können wir auch zusammen packen und zur Werkstatt fahren. Wir sind mal wieder zu früh, noch ist alles geschlossen. Kurz vor neun kommt einer der Mechaniker und öffnet das Tor. Sein Kollege sei zum Bus um die Teile abzuholen. Das würde ½ bis 1 Stunde dauern. In der Zeit können wir uns noch Coober Pedy ansehen und fahren zum Aussichtspunt „The Big Winch“. Von hier aus hat man einen 360 Grad Blick über die Stadt.

Direkt neben der Big Winch ist ein Anwohner sehr kreativ bei der Schrotverwertung. Verschiedene Figuren zieren das Anwesen.

Bei der Oldtime Mine sehen wir uns das im freien aufgestellte Miningequipment an. Um 9.30 Uhr wird demonstriert, wie ein Blower funktioniert. Das Gerät heisst zwar Blower, funktioniert aber wie ein grosser Staubsauger. Mit so einem Gerät wird das bei der Opalsuche anfallene Gestein nach oben befördert.

Jetzt müssten die Ersatzteile eigentlich das sein, wir fahren zurück zur Werkstatt. Der Mechaniker bedauert, die bestellten Teile sind nicht geliefert worden. Er habe noch andere Ersatzteile angefordert und es soll morgen alles zusammen geliefert werden. Wir sollen morgen früh mit dem Truck vorbei kommen. Der Termin wird gleich auf den Nachmittag verlegt, Dieter hat morgen früh noch einen Termin bei der Physiotherapeutin.
Bei der Hitze, heute sollen es um die 40 Grad werden, ist die Unternehmungslust nicht sehr gross. Wir fahren zurück zum Caravanpark.

02. April 2014 Coober Pedy
Eine tropisch warme Nacht. Um 22.00 Uhr sind es immer noch 33 Grad. In der Nacht fängt es mal kurz an zu stürmen. Der Wind bringt Sand mit, im Camper ist alles mit einer feinen Staubschicht überzogen. Das braucht doch kein Mensch.
Leider haben sich Dieters Beschwerden nicht gebessert. Mal sehen, was die Therapeutin nachher dazu meint. Sharyn macht ein besorgtes Gesicht, als ihr Dieter von seinen immer noch vorhandenen Schmerzen und Symptomen erzählt. Nach der Behandlung meint sie, mehr kann sie nicht tun. Sie empfiehlt im Krankenhaus die Ursache genau abklären zu lassen. Bevor die Frage nach der Rechnung gestellt werden kann meint sie. Sie habe Dieter nicht wirklich helfen können, deshalb gibt es auch keine Rechnung.

Sie telefoniert noch mit dem Gesundheitszentrum und bittet darum, den Arztbericht auszudrucken, den soll Dieter dann im Krankenhaus vorlegen. Wir sollen gleich vorbeikommen und das Papier abholen. Im Krankenhaus sollen wir ihre Visitenkarte mit abgeben, dann kann der Arzt bei ihr wegen der durchgeführten Behandlung anrufen.

Es gibt zwei Möglichkeiten, das Krankenhaus in Alice Springs oder genau entgegengesetzt in Port Augusta. Da nicht abzusehen ist was bei der Diagnose heraus kommt, werden wir zurück nach Port Augusta fahren. Das ist der kürzeste Weg Richtung Westaustralien.

Im Gesundheitszentrum die Unterlagen abholen, einkaufen und zurück zum Caravanpark. Mittagessen und schon geht es wieder los, diesmal zu meinem Termin bei Sharyn. Eine Stunde Entspannungsmassage! Sehr angenehm. Jetzt bin ich weichgeknetet wie ein Kuchenteig.

Von hier aus geht es in die Werkstatt, die Handbremsbelege einbauen lassen. Nach einer Stunde ist alles erledigt. Das reicht für heute, zurück zum Caravanpark und ausruhen.

Keine Lust zum essen kochen, wir gehen Pizza essen.

Heute Abend ist ganz schön kalt. Gestern Aben um diese Zeit noch 33 Grad, jetzt nur noch 16 Grad und leichter Regen.

03. April 2014 Coober Pedy
Regen, Regen, Regen. Die ganze Nacht hat es geregnet und es sieht nicht so aus, als ob es tagsüber aufhört. Laut Wetteraufzeichnung sind in den letzten 24 Stunden 20,2 mm (20 Liter) Regen pro m2 gefallen. Durchschnitt im April sind 46,9 Liter. Wieder werden wir mit den Wetterextremen konfrontiert. Am 1. April tagsüber noch 41 Grad, heute grade mal 15 Grad.

Dieter kann nicht schlafen und macht die Nacht zum Tag. Bei so einem Wetter kann man sich nur im Camper aufhalten. Eine Regenpause wird genutzt um in der Campkitchen das Geschirr zu spülen. Da kann ich ja auch gleich das im Kühlschrank gelagerte Gemüse mit in den Camper nehmen. Wo ist denn die Tasche mit dem Gemüse? Jedenfalls nicht mehr im Kühlschrank. Ich muss sowieso zur Rezeption, da kann ich gleich mal nachfragen, ob bei der Reinigung die Tasche heraus genommen wurde.

An der Rezeption Geld für die Waschmaschine und zum duschen gewechselt. Nein, aus dem Kühlschrank wurde nichts entfernt. Da hat sich jemand an unserem Gemüse bedient. Das ist noch nie vorgekommen.

Die nette Frau an der Rezeption fragt nach, wie es Dieter geht. Als ich ihr erzähle dass wir einen Tag früher wie geplant abreisen, schreibt sie uns die bereits gezahlte Übernachtung gut.

04. April 2014 Coober Pedy – Port Augusta
Um 5.00 Uhr ist Dieter bereits wach und kann nicht mehr einschlafen. Da können wir auch aufstehen und Kaffee kochen. Dieter fängt den Tag mit Schmerztabletten an, was so gar nicht seine Art ist. Er möchte heute möglichst weit kommen, mal sehen, wie es mit den Schmerzen beim Fahren aussieht.

Bereits um 8.30 Uhr sind wir abfahrbereit. In der Bäckerei noch schnell ein Brot mitnehmen und schon sind wir auf dem Stuart Highway unterwegs Richtung Süden. Solange die Wirkung der Tabletten anhält kommen wir gut voran. In Glendambo wird Mittagspause gemacht. Die Tagessuppe, Erbsen mit Schinken, bildet die Grundlage für die nächsten Tabletten. Dieter fühlt sich noch so gut, dass er bis Port Augusta durch fahren möchte.

Am späten Nachmittag kommen wir an und fahren wieder zum Shoreline Caravanpark. Da sicherlich vor Montag keine Diagnose bezüglich Dieters Beschwerden möglich ist, und damit noch keine längerfristige Planung möglich ist, werden erstmal fünf Übernachtungen gebucht.

05. April 2014 Port Augusta
Ein inzwischen gewohnter Ablauf, Dieter ist früh auf. Da die Beschwerden nicht besser, im Gegenteil schlimmer werden, wollen wir heute morgen in die Notaufnahme des Krankenhauses gehen und sehen, ob die dort etwas tun können.
Nach dem Frühstück machen wir uns fertig und Dieter ruft beim Taxiservice an. Der Truck ist noch nicht abgeschlossen, da fährt schon das Taxi vor. Das ging aber sehr schnell. Kurz vor 9.00 Uhr hält der Fahrer vorm Eingang des Krankenhauses.

Wie überall, zuerst an der Rezeption melden. Die ältere Frau hinterm Schalter meint, bevor ein Arzt sich das ansieht, sind 192,81$ zu zahlen. Was bleibt anderes übrig? Beim ausfüllen des Formulars ist sie etwas überfordert. Patienten aus Übersee kommen anscheinend nicht so häufig hierher. Es dauert einen Moment, bis alles ausgefüllt ist. Die Bezahlung kann per Kreditkarte erfolgen. Auf die Frage nach einer Rechnung verweist sie auf den Bezahlbeleg, da sei doch der Betrag vermerkt. Wir bitten darum eine Rechnung auszustellen, da diese für die Abrechnung mit der Versicherung benötig wird. Jetzt geht die Suche nach einem Quittungsblock!!! los. Nachdem der gefunden ist werden handschriftlich die entsprechenden Angaben eingetragen. Jetzt geht die Suche nach einem Stempel los. Einige Stempel sind vorhanden, aber keiner mit der Adresse des Hospitals. Dann muss es halt so gehen.

Mit der Patientenanmeldung können wir in den Wartebereich der Notaufnahme durchgehen. Die Unterlagen in den Korb an der Rezeption legen und klingeln. Das wird gemacht. Eine Krankenschwester kommt und öffnet gleich die Tür. Im Behandlungszimmer stehen 4 Liegen, jede Liege kann mit einem Vorhang abgetrennt werden. In zwei Abteilen werden bereits Patienten behandelt.
Dann beginnt der übliche Ablauf. Fragen nach den Beschwerden, der Krankengeschichte, Medikamente, Allergien, etc. Um ein Herzproblem auszuschliessen wird ein EKG gemacht, Blutdruck gemessen, etc. Kurz nach ½ zehn ist alles erledigt, jetzt heisst es auf den Arzt warten.

Kurz darauf wird es im Stationszimmer voll, zwei weitere Mitarbeiter treffen ein. Während die Schwestern und eine Ärztin beschäftigt sind, unterhalten sich die beiden Männer im Stationszimmer.

Pünktlich um 10.30 Uhr beenden die Männer ihre Unterhaltung, einer verlässt den Raum, der andere kommt zu Dieter. Dienstbeginn. Eine 3/4 Stunde haben wir auf den Arzt gewartet.
Er stellt sich vor, fragt wo sind die Schmerzen, wirft einen kurzen Blick auf Rücken und Schulter und meint, da ist ein Scan nötig. (So weit waren wir schon in Coober Pedy).
Anschliessend erklärt er uns, dass hier die Aufnahme für Notfälle sei. Die Abteilung mit Ultraschall, Röntgen, etc. sei am Wochenende nicht besetzt, erst am Montag wieder. Bei Notfällen, ein Notfall sei das ja nicht, wird der Bereitschaftsdienst infomiert, der dann für die anstehenden Untersuchungen ins Krankenhaus kommt.

Um einen Termin für Ultraschall, etc. zu bekommen, muss man erst zum GP (Hausarzt) , der eine Verordnung ausstellt und einen Termin vereinbart. Ausnahmsweise könnte er die Verordnung für die Untersuchung ausstellen. Den Termin für die Untersuchung können wir am Montag selbst vereinbaren.

Wir unterhalten uns über den Ablauf und dass eine genauere Untersuchung erst am Montag stattfinden kann. Da sagt der Arzt:" Wir sollen uns in englisch unterhalten, damit er verstehen kann, was wir reden. Wir könnten ja über ihn sprechen. Er könnte mit uns auch in seiner Sprache (vermutlich ist er Inder) reden, dann würden wir auch nichts verstehen.“ Bei so einer Aussage verschlägt es einem die Sprache.

Die Schwester kommt mit einem Rezept für Schmerzmittel, mehr kann im Moment nicht getan werden, und der Verordnung zur Ultraschalluntersuchung bzw. Scan. Somit können wir das Krankenhaus wieder verlassen.
Das beim Verlassen des Krankenhaus bestellte Taxi ist wieder sehr schnell da. Auf der Fahrt zum Caravanpark lassen wir den Fahrer an einer Apotheke vorbei fahren um die verschriebenen Medikamente mitzunehmen.

Von hier aus zurück zum Camper. Dieter legt sich erst mal hin, die Schmerzmittel machen müde.

06. April 2014 Port Augusta
Das wird ein geruhsamer Tag. Kurz vorm Abendessen (in Australien) Skypen wir mit Uta und Rudi um die neuesten Informationen vom gestrigen Stammtisch-Treffen zu erfahren. Es sind neue Nachbarn angekommen. Da muss natürlich ein Schwätzschen gehalten werden.
Natürlich kommt auch die Geschichte mit Dieters Arm und dem Krankenhausbesuch zur Sprache. Da meint Bill ganz trocken. Manchmal muss man lügen. Schmiere dir Dreck aufs T-Shirt, gehe in die Notaufnahme und sage, du bist auf den Arm gefallen. Dann bist du ein Notfall.Das ist auch eine Möglichkeit.

Die starken Schmerzmittel sorgen dafür, dass Dieter müde ist und zwischendurch immer mal einschläft.

07. April 2014 Port Augusta
Der Termin zum CT und Ultraschall soll so schnell wie möglich erfolgen. Ab 8.00 Uhr wird in der Klinik angerufen, um einen Termin zu vereinbaren. Erst um 8.30 Uhr wird das Telefon abgenommen. Zum CT ist heute um 10.30 Uhr noch ein Termin frei, Ultraschall allerdings erst am Mittwoch-Nachmittag. Wenn es nicht anders geht, dann bitte diese Termine eintragen.

Das Taxi kommt sehr schnell und bereits kurz vor zehn sind wir am Krankenhaus. An der Rezeption werden die Daten aufgenommen. Alles etwas kompliziert. Erstens sitzt an der Anmeldung eine junge Frau, die noch eingearbeitet wird. Zweitens gibt es bei der Erfassung der deutschen Adresse Probleme. Die australische Postleitzahl hat nur vier Stellen, die deutsche fünf. Da muss ich nachfragen, ob denn die Daten nicht im Computer sind. Am Samstag war doch der Besuch in der Notaufnahme, da sind die Personendaten bereits eingegeben worden. Die Antwort kommt prompt: wir sind eine Privatpraxis und im gleichen Gebäude, aber nicht mit dem Klinikcomputer vernetzt.

Bis alles im Computer aufgenommen ist, das dauert etwas länger, Overseas Patienten sind anscheinend nicht so häufig. Hinter uns hat sich schon eine Warteschlange gebildet. Aber, die Australier sind geduldig. Die Frage nach der Medicare-Karte wird gestellt. Eine Medicare-Karte haben wir nicht, es wird privat bezahlt. Mit der Erklärung, dass für das CT Kosten anfallen, wird ein Formular mit der Einverständniserklärung zur Kostenübernahme, mit der Bitte um Unterschrift, vorgelegt. Die Formalitäten sind erledigt, jetzt heisst es warten.

Nach 5 Minuten wird Dieter bereits aufgerufen. Brille, Zahnersatz, alle metallenen Teile müssen abgelegt werden. Auf die Liege legen und schon beginnt der Scan. Das Ganze dauert knapp 10 Minuten. Die Bilder können an der Rezeption gegen Abgabe des Laufzettels abgeholt werden. Bevor die Bilder übergeben werden, muss erst die Rechnung bezahlt werden, 240 $. Ein Arzt wird anhand der beim CT erstellten Bilder die Diagnose erstellen und den Arztbericht per Email an den Hausarzt schicken. Die Arzthelferin fragt, an wen den der Bericht geschickt werden soll. Das ist eine gute Frage. Weder haben wir einen Hausarzt in Port Augusta noch kennen wir die hier praktizierenden Ärzte. Die Mitarbeiterin fragt, wo wir denn wohnen. Auf dem Shoreline Caravanpark, ist die Antwort. Shoreline, das ist auf der anderen Seite der Stadt. Da ist das West Side Medical Center in der Nähe. Ob sie den Bericht dahin schicken soll? Bei einem der dort tätigen Ärzte kann die Diagnose dann näher erklärt werden. Ein vernünftiger Vorschlag, so wird es gemacht.

Für heute sind wir hier fertig. Vorm Krankenhaus wird wieder die Taxizentrale angerufen. Bereits nach 5 Minuten ist der Wagen da. Während der Wartezeit haben wir überlegt, der Fahrer kann uns doch gleich am Medical Center absetzen. Nach dem Arztbesuch können wir noch einkaufen und der Rest des Weges wird zu Fuss zurückgelegt.

Im Medical Center praktizieren sechs Ärzte. Der inzwischen bekannte Ablauf, mit Anmeldung, Patientendaten erfassen, dann heisst es warten. Hier holt der Arzt seinen Patienten selbst im Warteraum ab. Nach kurzer Zeit wird Dieter aufgerufen und mit ins Sprechzimmer genommen. Der Arzt lässt sich die Beschwerden beschreiben und Dieter übergibt ihm die Bilder des CTs. Da meint der Doktor, mit diesen Bildern kann er nichts anfangen. Das sind die Bilder für den Radiologen. Er ruft im Krankenhaus in der Radiologischen Abteilung an und fragt nach dem Arztbericht. Der ist erst „After Lunch“ fertig. Der Doktor meint, wir sollen am Nachmittag wieder kommen. Nach 17.00 Uhr wäre gut. Wir waren mal wieder viel zu schnell.

Im Foodland werden die wichtigsten Lebensmittel eingekauft und wir laufen zurück zum Caravanpark.

Das Mittagessen wird zubereitet, anschliessend kann Dieter sich ausruhen.

Noch ist vom angekündigten Regen nichts zu sehen und zu Fuss machen wir uns auf den Weg zum Medical Center. Es dauert nicht lange und Dieter wird aufgerufen. Wir sind sehr gespannt, was bei der Untersuchung heraus gekommen ist. Der Arztbericht vom CT liegt vor und der Doktor liest ihn wortwörtlich vor. Auf Nachfrage gibt es eine Kopie des Schreibens für uns, damit wir mitlesen können. Zur Erläuterung malt er auf der Rückseite des Papieres die Halswirbel und den Verlauf der Nerven. Er vermutet, das es ????, er nennt die lateinische Bezeichnung, ist. Der Doktor meint, wir können ja mal im Internet unter dem Begriff nachsehen, ob die Vermutung stimmt. Prompt liefert eine Googleseite die geschilderten Symptome , u.a. Kribbeln im Arm, Taubheitsgefühl, die alle noch mal vorgelesen werden. Am Schluss ist er ganz happy, dass er die richtige Diagnose gestellt hat. Als Behandlung schlägt er Schmerzmittel und Physiotherapie vor.

Schlauer sind wir nicht geworden, denn gegoogelt hatten wir auch schon. Aber er hat sich wenigstens Mühe gegeben, uns etwas zu erklären.

Nachts wird der Wetterbericht bestätigt, es regnet.

08. April 2014 Port Augusta
Immer noch Regen und keine Besserung in Sicht. Laut Wettervorschau soll es bis zum Wochenende regnen. Das ist gut für die Farmer, aber nicht für uns.

Das Telefon klingelt. Nein, nicht der erste Gratulant, sondern das Krankenhaus. Beim Ultraschall ist ein Termin frei geworden, in einer Stunde. Ob Dieter den wahrnehmen möchte. Das ist zu schaffen, kein Problem.

Anziehen und die Taxizentrale anrufen. Hat bis jetzt hervorragend funktioniert, keine fünf Minuten Wartezeit. Fahrt durch die Stadt zum Krankenhaus. Die Strassen sind leer und kurz vor der vereinbarten Zeit ist das Ziel erreicht. Dieter muss nur kurz warten, schon wird er aufgerufen. Die Helferin macht die Ultraschalluntersuchung und meint anschliessend, jetzt soll sich der Arzt die Bilder ansehen. Kurze Zeit später kommt sie zurück. Der Doktor sei happy. Der Arztbericht würde wieder ans Medical Center geschickt. Der Arzt dort würde die Diagnose erklären. An der Rezeption wird die Rechnung für die Untersuchung ausgestellt. Zuerst nennt die Mitarbeiterin einen Betrag von etwas um die 200 $ um dann mit der Bemerkung, ist ja ein Overseas Patient, nur 109 $ zu kassieren.

Dieses Mal sind wir schlauer und lassen uns zurück zum Caravanpark fahren. Es sieht ganz danach aus, als würde sich die Behandlung noch länger hin ziehen. Vorsichtshalber wird der Aufenthalt verlängert, erst mal bis Sonntag einschliesslich.

Inzwischen sind die ersten Glückwünsche eingegangen und Dieter hat was zum lesen.

Zur Feier des Tages gibt es heute Nachmittag Kaffee und Kuchen. Es regnet den ganzen Tag, von ganz kurzen Unterbrechungen abgesehen.

Ich habe Dieter zum Geburtstagsessen ins „Standpipe Golf Motor Inn“ eingeladen. Tisch ist für 18.30 Uhr reserviert. Kurz vor sechs machen wir uns fertig und ich rufe in der Taxizentrale an. Ok, Taxi ist unterwegs. Auf dem Weg zur Rezeption sehen wir ein Taxi, das soeben den Park verlässt. Da kann doch unmöglich der soeben bestellte Wagen gewesen sein.

Wir warten. Und warten, und warten. Nach ½ Stunde rufe ich erneut in der Zentrale an. Heute sei es sehr busy, meint die Frau in der Leitung, und sie habe nur zwei Wagen im Einsatz. Aber, Wagen kommt. Nach weiteren 15 Minuten kommt der Mann von der Rezeption. Er habe auf dem Schirm gesehen, dass wir schon lange warten würden. Auf ein Taxi? Was wir bestätigen. Dann müsste das ja gleich kommen. Hoffentlich. Wir warten weiter. Inzwischen ist die Rezeption geschlossen und immer noch kein Taxi da. Ein Mitarbeiter kommt und fragt, ob er bei einer anderen Gesellschaft einen Wagen bestellen soll. Das Angebot nehmen wir gerne an. Inzwischen sind 70 Minuten seit dem ersten Anruf vergangen (wir sind geduldig) Ich rufe bei der Taxizentrale an und storniere die Bestellung. Der Disponent, bei dem der erste Anruf aufgelaufen ist meint, er habe sofort einen Wagen geschickt, der habe uns wohl nicht gefunden. Warum der Auftrag dann bei meinem zweiten Anruf noch in der Liste war?

Nach weiteren 20 Minuten kommt endlich ein Taxi und bringt uns in Restaurant. Das wir eine Stunde zu spät sind, das ist kein Problem. Freundlich werden wir begrüsst und bekommen einen Tisch zugewiesen. Im „Standpipe“ gibt es indische und australische Küche. Dieter entscheidet sich für “Twice roasted half duck + wilted asian greens, sweet potato pancake + peking style jus”, bei mir gibt es „Pan fried local garfish fillets with mediterranean salad + lemon aioli”. Mit Nachtisch wird das Ganze abgerundet, ein sehr leckeres Menu. Das Lokal können wir weiter empfehlen.

Der freundliche und aufmerksame Kellner bestellt für die Heimfahrt das Taxi. Da wir von der langen Wartezeit erzählt hatten, ruft er nach fünf Minuten erneut bei der Taxizentrale an. Um uns dann mitzuteilen, dass es noch ca. 10 Minuten dauert. Trocken kommen wir zurück zum Camper.

09. April 2014 Port Augusta
Regen, Regen, Regen. Einige Plätze weiter hat sich schon ein richtiger See gebildet. Auf unserem Platz ist alles aufgeweicht. Auf dem Weg zu den Toiletten gibt es unweigerlich nasse Füsse. Wasser ist auf dem Boden der sanitären Anlagen, irgendwo tropft es durch. Soviel Regen ist hier auch ungewöhnlich.

Da bleibt nichts anderes übrig, als sich im Camper aufzuhalten. Dieter bringt die Webseiten wieder auf den aktuellen Stand. Bei mir ist Wäsche waschen angesagt. Gut, dass es Trockner gibt. In der Wäscherei ist reger Betrieb. Waschmaschinen und Trockner, alle belegt. Ich habe Glück, eine Maschine wird gerade frei. Bis die abgelaufen ist, sind bestimmt die Trockner auch wieder leer geräumt.

Mittagessen wird heute in der Campkitchen gekocht, da ist es trocken. Warum gibt es immer wieder Leute, die nach dem Motto handeln: Hauptsache das von mir benutzte Geschirr ist sauber. Nach dem Kochen spülen, das können Andere machen.

Der Befund der Ultraschalluntersuchung müsste im Mediacal Center eingetroffen sein. So langsam müssen die mich in der Taxizentrale schon an der Stimme erkennen. Bei dem Wetter fahren wir wieder Taxi. Den Fahrer kennen wir, der hat uns schon mehrmals gefahren. Im Medical Center ist heute wenig Betrieb und Dieter wird schnell aufgerufen.

Die Diagnose ist da und wird auf den Monitor geholt. Der Arzt liest vor und erklärt, was damit gemeint ist. Das medizinische australisch ist nicht so einfach zu verstehen. Auf Nachfrage gibt es den ausgedruckten Befund. Da können wir nachher im Internet googeln.

Bevor das Taxi für die Rückfahrt bestellt wird, werden nebenan noch ein paar Sachen zum Abendbrot eingekauft. Jetzt so schnell wie möglich zurück zum Camper, noch regnet es nicht so stark

10. April 2014 Port Augusta
Regenwarnung z.B. für die Flinders Ranges und weite Teile Südaustraliens. Kein Wunder, es schüttet wie mit Eimern. Gestern sind hier laut Wetterbüro 38 Liter Regen pro m2 gefallen und hat damit einen neuen Rekord erreicht. Auf solche Rekorde legen wir keinen Wert, obwohl bei dieser Reise einige aufgestellt wurden.

Dieter hat heute morgen einen Termin in einer Chiropractic Clinik. Mal sehen, ob der Chiropraktiker weiter helfen kann. So langsam kennen die Mitarbeiter in der Taxizentrale meine Stimme. Der Auftrag wird angenommen, der Wagen ist unterwegs.Kurz darauf fährt das Taxi vor. Der Fahrer hat uns schon gefahren.

Überpünktlich sind wir beim Chiropraktiker. Dieter muss einen ausführlichen Fragebogen ausfüllen. Die bereits vorliegenden Befunde haben wir mitgenommen, so kann er gleich einen Blick darauf werfen. Der Patient, der den Termin vor uns hat, ist noch nicht erschienen. Gut für Dieter, er kommt gleich dran. Sehr genau wird der schmerzende Bereich untersucht.
Wenn ich da drücke, tut es da weh? Der Doktor nähert sich dem Problem. Er weiss, was er tut und was dadurch ausgelöst wird. Diesen Eindruck haben nicht alle Ärzte hinterlassen. Nach der Diagnose erklärt er genau, was er festgestellt hat und wie es sich auswirkt. Er zeigt Dieter Übungen,die erselbst ausführen kann. Mit der Rechnung wird der Betrag für Rentner verlangt, das sind 37 $.

Mit dem Taxi fahren wir zurück zum Caravanpark, bevor es wieder anfängt zu regnen. Bei dem Wetter bleiben wir halt im Camper.

Jetzt sind wir etwas schlauer. Dieter hat gleich mehrere gesundheitliche Probleme im Hals- und Schulterbereich, die sich überlagern. Jedes einzelne für sich schon schmerzhaft genug.

11. April 2014 Port Augusta
Man hört nichts. Es ist so still, kein Regen plätschert aufs Dach. Die Regenfront ist weiter gezogen.

Der GP hat eine Behandlung der Schulter empfohlen. Die Behandlung muss unter Ultraschall ausgeführt werden und dafür ist ein weiterer Termin im Krankenhaus erforderlich. Warum hat der Radiologe, dem die Bilder vom Ultraschall direkt nach der Aufnahme gezeigt wurden, nicht gleich einen Behandlungsvorschlag gemacht? Originalton der Mitarbeiterin: Der Doktor sei happy. Wir haben den Radiologen nicht gesehen.

Dieter ruft im Krankenhaus an, um einen Termin zu vereinbaren. Der nächst mögliche Termin ist am Dienstag den 15. April. Wir sind bereits eine Woche in Port Augusta und haben diverse Ärzte aufgesucht um eine Diagnose zu bekommen. Jetzt weitere vier Tage bis zur Behandlung warten und dann ist eine Weiterfahrt sicher auch nicht gleich möglich. Ausserdem steht Ostern und Feiertage bevor, da kann sich dass alles noch eine Weile hinziehen. So lange wollen wir nicht in Port Augusta bleiben. Werden mit anderen, auch Hausmitteln versuchen, die Beschwerden zu lindern.

Nach zwei Tagen, wo man nicht vor die Tür konnte, müssen wir mal wieder raus. Mit dem Taxi fahren wir in die Stadt und gehen bummeln und Kaffee trinken. Der Kühlschrank ist ziemlich leer, die Getränke sind auch fast alle, da können wir auch gleich einkaufen gehen. Der Kofferraum im Taxi ist gross genug, um darin die Einkäufe zu transportieren.

Beim Anruf in der Taxizentrale und Nennung des Zieles meint der Mitarbeiter: Das ist schlecht. Auf der Joy Baluch AM Bridge, die über den Spencer Gulf führt, hat es einen Unfall gegeben und die Brücke ist gesperrt. Wie lange, dass kann er nicht sagen. Der Taxifahrer könnte uns zum Caravanpark bringen, allerdings mit ca. 25 Kilometer Umweg. Und nun? Warten, Umweg fahren oder laufen? Wir laufen. Gut, dass wir nicht so viel, wie ursprünglich geplant, eingekauft haben!

Schon von der Entfernung ist der Stau zu sehen, auch wenn es in einer Richtung noch langsam voran geht. Über die Brücke müssen wir auch als Fussgänger. Ein Lastwagen ist 50 Meter hinter der Tankstelle ausgefallen und blockiert eine Fahrspur. Die Polizei regelt den Verkehr. Abwechsend lässt sie die Fahrzeuge die Unfallstelle passieren.

Am Ende der Brücke angekommen meint der Polizist: Gut, wenn man Füsse hat, da kommt man wenigstens vorwärts. Auf Rädern ist das im Moment sehr schwierig.

Die Arme werden immer länger, der Weg zieht sich. Endlich zurück am Camper. Jetzt haben wir uns eine Pause verdient. Die den restlichen Tag anhält.