Kalgoorlie / Adelaide

30. Oktober 2013
Wettervorhersage für Kalgoorlie: Sonne und 35 Grad und für die nächsten Tage bis 40 Grad. Der Sommer ist da. Schon ein krasser Unterschied. In Albany waren es tagsüber 20 Grad und nachts 6 Grad. Der Heizofen kann eingepackt und der Ventilator ausgepackt werden J

Kurz vor 10.00 Uhr fahren wir los, zuerst zur Tankstelle und den Tank wieder auffüllen. Gemütlich werden die 200 Kilometer bis Kalgoorlie angegangen. Über Widgiemooltha und Kambalda wird am späten Nachmittag Kalgoorlie erreicht. Hier bleiben wir 3 Nächte.

Uns ist aufgefallen, dass sehr wenig Touristen unterwegs sind. Wir haben bis jetzt ganz wenige Camper der klassischen Autovermieter wie Britz, Maui, Apollo oder deutsche Touristen gesehen. Auf Nachfrage wurde das an der Rezeption bestätigt. It’s very quiet.

31. Oktober 2013
Der Sommer ist da! Und gleich so heftig. Die Vorhersage lautet für heute 38 Grad. Der Unterschied ist etwas zu gross. In Albany 20/6 Grad und Nieselregen, in Kalgoorlie 39/24 Grad. Da hilft nur viel trinken und wenig bewegen.

Dieter hat einige kleine Roststellen am Unterboden gesehen. Die will er beseitigen und gleich mit Unterbodenschutz behandeln. Er verschwindet unterm Auto. Bei mir stehen Schreibarbeiten an. Das 360 Grad Magazin ist an einem Artikel über Giebelers, Schafe und Wolle interessiert.

Thomas, der in Kalgoorlie lebt, hat uns eingeladen ihn auf seiner Arbeitsstelle zu besuchen. Dort werden die regelmässigen Inspektionen an Lokomotiven durchgeführt. Da haben wir Mittags mal vorbei geschaut.

Bei den Temperaturen steigt der Getränkeverbrauch steil an. Den Vorrat ergänzen bevor es wieder zurück zum Campingplatz geht.

Noch eine Anmerkung zum Kundenservice in Deutschland:
Wir hatten kurz vorm Abflug eine Kühltasche gekauft, die über den Zigarettenanzünder mit Strom versorgt wird. Die ideale Tasche um das Insulin zu kühlen, so war es zumindest gedacht. Das Ganze hat auch funktioniert, einmal.

Beim Lieferanten per Email reklamiert und genau aufgeführt, dass der Artikel defekt ist und wir auf einer langen Australienreise sind.

Antwort: Sie haben uns mitgeteilt, dass sie einen Artikel zurück geben möchten..... Liest eigentlich einer eingehende Emails oder wird gleich eine Standardantwort verschickt?

Das Ganze ging jetzt mehrmals hin und her, immer ein anderer Ansprechpartner.
Heute erneut eine Antwort: Ohne Rücksendung kann keine Gutschrift erfolgen. anbei der Rücksendeschein. Gültig aber nur in Deutschland!

Konnte mir nicht verkneifen anzufragen, ob für die Rücksendung auch das Porto von Australien nach Deutschland gezahlt wird.

01. November 2013
Es wird wieder heiß. Um 8.00 Uhr sind es bereits 26 Grad.

Heute gibt es Verschiedenes zu erledigen. Vor allem müssen wir tanken. Dieses Mal soll auch der Reservetank, zumindest teilweise, gefüllt werden. Wir fahren an eine Shell-Tankstelle. Coles hatte eine Sonderaktion und mit dem Fuell-Voucher gibt es 8 Cent/Liter Rabatt. In den Reservetank kommen 100 Liter, der normale Tank wird bis zum Rand aufgefüllt. Mit 205 $ sind wir dabei.

Die Lebensmittelvorräte werden aufgefüllt und bei Steve der Metalldetektor abgeholt.
Dieter bemerkt, dass unser Blinker nicht geht. Der bleibt einfach stehen. Das heißt, noch ein Blinkerrelais besorgen. Steve schickt uns zu Covs, dort sei das Teil vorrätig. Es ist doch gut, Rat von Einheimischen zu bekommen. Bei Covs ist das Teil verfügbar und kostet 25 $. Dieter tauscht das defekte Relais gleich aus, der Blinker geht wieder. Jetzt zurück zum Campingplatz und die gekauften Sachen verstauen.

Es sind einige dunkle Wolken am Himmel und es sieht nach Gewitter aus, würde man bei uns sagen.

Zum Abendessen sind wir mit Thomas und Jennifer verabredet. Die Beiden holen uns gegen 17.30 Uhr ab. Die deutsche Pünktlichkeit hat Thomas noch nicht abgelegt, kurz vor der vereinbarten Zeit steht das Auto abholbereit vor unserer Tür. Thomas möchte uns erst noch sein renoviertes Haus zeigen. Beim letzten Besuch war es noch eine große Baustelle. Und jetzt, erstaunlich was sich in der Zwischenzeit getan hat. Der Innenausbau ist fertig, die Außenwände verkleidet, im Garten eine große Shed. Wir sind überrascht, wie toll das Ganze aussieht.

Danach gehen wir in Paddys Alehouse zum essen. Gegen 22. Uhr sind wir wieder zurück auf dem Campingplatz.

02. November 2013
Ein schöner Tagesanfang. Sonnenschein und die angekündigten 25 Grad. Sehr angenehm. Die heutige Fahrt führt an der Eisenbahnlinie entlang, auf der Trans Access Road. Endziel ist Rawlinna, das sind 400 Kilometer. Wie weit wir heute kommen, man wird sehen.

Die Zufahrt ist gut ausgeschildert. Auf unbefestigter Strecke geht es vorbei an abwechslungsreichem Bewuchs. Bäume, Büsche, hoch und niedrig wechseln sich ab. Landschaftlich sehr reizvoll.

Viele Tannenzapfenechsen laufen über den Weg. So viele haben wir in unseren gesamten Urlauben noch nicht gesehen. Kängurus, die Roten, kreuzen hüpfend den Weg. Regelmäßig stehen Sendemasten, es gibt sogar Handyempfang.

Zur Mittagspause halten wir an einer der Schaltstationen an. Zum Essen setzen wir uns auf den Stellmechanismus einer Weiche. Plötzlich macht es KLACK. Was ist denn das? Das Einzige vorhandene Signal hat sich umgestellt. Das kann doch nur bedeuten, dass ein Zug kommt. Es dauert, bis in der Ferne ein Licht zu sehen ist, die Lokomotive. Langsam kommt ein Güterzug angefahren und fährt auf das Ausweichgleis. Entweder er lässt einen schnelleren Zug vorbei, oder aus der Gegenrichtung kommt ebenfalls eine Eisenbahn. Die letzte Variante stimmt, ein Güterzug kommt entgegen. Mit lautem Hupsignal und winken fährt der Zug an uns vorbei. Es dauert einige Minuten bis sich die Lokomotive auf dem Ausweichgleis in Bewegung setzt.

Direkt am Weg ist ein Flugplatz. Der gehört sicherlich zu der Aboriginal-Community, deren Schild direkt an der Straße steht.

Bis Rawlinna sind es noch ca. 150 Kilometer. Inzwischen ziehen dunkle Wolken auf, es wird dunkel und ein starker Wind kommt auf. Hoffentlich fängt das nicht an zu regnen. Wind ist ja auch auf der Nullarbor nichts Ungewöhnliches.

Kurz vor Ralinna stören wir eine Adlerfamilie beim Abendbrot. Ein totes Känguru hat einige der großen Adler angelockt, die sich nur schwerfällig in die Luft erheben. Zum Glück starten die Vögel in die richtige Richtung, weg von der Straße.

In der Ferne tauchen einige Häuser auf, das muss Rawlinna sein. Am Ortsanfang ein großer Stein mit dem Hinweis auf den Eingang zum Nullarbor Muster. Scheinbar ein wichtiges Ereignis.

Die paar Häuser haben auch schon bessere Zeiten gesehen. Da müsste einiges repariert werden. Inzwischen bläst der Wind sehr heftig und es ist kühl geworden. Wir fahren erst mal ein Runde durch den ort, es ist kein Mensch zu sehen. Es gibt ein Bahnhofsgebäude mit Briefkasten der australischen Post, eine öffentliche Toilette und in der Entfernung sind die Einrichtungen einer Zementfabrik zu sehen. Alles macht einen verlassenen Eindruck. Jetzt heißt es, einen geschützten Stellplatz zu finden. Am Ortsausgang gibt es einen Platz mit einigen Bäumen. In deren Schutz wird der Camper für die Nacht abgestellt.

Der Sturm nimmt zu und man kann zusehen, wie das Thermometer fällt. Das wird eine stürmische und kühle Nacht. Der Wetterdienst gibt eine Sturmwarnung für die Küstenregion zwischen Esperance und Eucla heraus. Sogar an diesem entlegenen Ort funktioniert das Internet, allerdings nur eingeschränkt und langsam.

03. November 2013
Es hat uns nicht weggeblasen! Die Nacht war ganz schön stürmisch und kühl. Wie fahren wir denn von Rawlinna aus weiter? Die direkte Strecke bis zum Cocklebiddy-Roadhaus (Rawlinna-Cocklebiddy-Road) oder noch ein Stück auf der Trans-Acces-Road weiter bis Haig und von dort über die Haig-Eyre Highway Strecke.

Wir hatten versucht, über den aktuellen Zustand der Strecke Informationen zu bekommen. In der Touristeninfo in Kalgoorlie hiess es nur, die Strassen sind offen, keine Beschränkungen. Über den Zustand der Wege bzw. Tracks ist nichts bekannt. Die Recherche im Internet brachte uns nicht viel weiter, nur ältere Fahrberichte. Auf Strassenkarten gibt es bei der Rawlinna-Cocklebiddy-Road einen Hinweis, dass die Navigation bei Arrubiddy Station wegen verschiedener Stationtrecks sehr schwierig sei. Die Entscheidung wird kurzfristig fallen, wenn die Fahrt beginnt.

Von Kalgoorlie bis Rawlinna sind es 400 Kilometer, da ist der normale Tank schon fast leer. Deshalb muss vor der Weiterfahrt Diesel aus dem Reservetank in den normalen Tank umgetankt werden. Bei uns geht das nicht automatisch, sondern manuell. Dieter macht sich an die Arbeit. Dabei bermerkt er, das dass zweite Reserverad, das unter dem Auto befestigt ist, nicht richtig fest sitzt. So kann es nicht bleiben, es wird nachgezogen. Die Vorbereitungen sind beendet, der Truck fahrbereit.

Was ist denn das? Da vorne, da geht Einer über die Strasse! Bei dieser Häuseransammlung eine Sensation. Vor Abfahrt möchte ich noch ein paar Fotos machen und dabei kommen wir an dem Fussgänger vorbei. Seine erste Frage: hat es euch heute Nacht weggepustet? Dieter nutzt die Gelegenheit zu einem small talk. So erfährt er, dass in Rawlinna nur 2 Blokes wohnen. Manchmal kämen temporäre Arbeiter der Eisenbahn dazu, der Ort ist nicht überbevölkert. Auskunft, welcher Weg zum Highway der bessere ist, gibt es auch. Antwort: Nimm die Strecke über Haig. Der Weg von dort zum Highway ist zwar rough, aber fahrbar und einfacher zu navigieren. Der Track von Rawlinna aus sei very rough und bei Arubiddy Station schwer zu finden. Damit ist die Entscheidung gefallen.

Inzwischen ist ein Güterzug eingefahren und wartet auf die Weiterfahrt.

Selbst in diesem kleinen Kaff gibt es eine öffentliche Toilette. Bevor die Fahrt beginnt, noch schnell gewisse Geschäfte erledigen. Plötzlich tut es einen Schlag. Ich dachte, jetzt fällt das Häuschen zusammen. Dabei hat sich nur der Güterzug in Bewegung gesetzt.

Weiter geht es auf der unbefestigten Strasse nach Osten, immer an den Bahnschienen entlang. Wir sehen einige mit Containern beladene Güterzüge bis die Abzweigung der Haig-Eyre-Highway (Nullarbor) Verbindung kommt, das sind 120 Kilometer.

Noch ein Foto vom Flughafen und schon kommt das erste Weidetor, dass geöffnet werden muss. Meine Arbeit. Es ist ein zweiflügeliges Metalltor. Während ich noch die zweite Seite öffne, fährt Dieter langsam los. Da kommt ein Windstoss und der bereits geöffnete Flügel beginnt sich zu schließen. Bumm, genau zwischen Fahrerkabine und Aufbau hängt das Tor fest. Das fängt ja gut an. Dieter fährt langsam rückwärts während ich gegen das Torteil drücke und der Flügel löst sich wieder. Außer einer kleinen Beule am Führerhaus ist nichts passiert.

Der Weg ist gut zu erkennen und die ersten drei Kilometer sind in einem guten Zustand. Wenn es so weiter geht, dann kommen wir gut voran. Wie heißt es so schön, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Der Weg wird felsig und extrem steinig. Wenn keine Steine das sind, dann gibt es Löcher – oder Beides. Die Steine sind teilweise sehr scharfkantig, an manchen Stellen stehen pyramidenförmige Steine in der Fahrspur. Da müssen die Reifen was aushalten. An schnelles vorwärts kommen ist nicht zu denken. Trotz vorsichtiger Fahrweise hüpfen Auto und die Insassen des Führerhauses. Wir sitzen halt auf der Vorderachse. Gar nicht daran denken, wie es im Wohnraum aussieht. Als es um die Verteilung von Steinen ging, hat hier aber einer „mehr Steine“ gefordert und auch bekommen. Wenn diese Strecke nur rough ist, wie sieht dann die very rough-Strecke aus?

Der Treck führt über viele ausgetrocknete Salzseen, die mit dichtem Gestrüpp bewachsen sind. Es kommt vor, dass mal 100 Meter auf einer glatten Sandfläche zurück gelegt werden können. Der Ausstieg ist dann wieder mit scharfkantigen Steinen übersäht. Dieter flucht einige Male: „Scheiss Steine“. Natürlich kommt auch die obligatorische Frage: „Warum tun wir uns das eigentlich an?“ Ganz einfach, weil wir es wollen und ein bisschen verrückt sind wir auch J

Pause wird gemacht, wenn es sandig und eben ist. Übrigens sollte auf so einer holprigen Strecke eins vermieden werden: trinken aus einer vollen Flasche!! Garantiert kommt in diesem Moment ein Loch und schwapp.

Langsam kommen wir voran. Es gibt einige Weidetore zu öffnen und zu schließen. Es sind eigenwillige Konstruktionen mit teils originellen „Schnellverschlüssen“ dabei. Eine Verschlusstechnik überfordert mich völlig. Dieter meint, ist doch ganz einfach, nur mit dem kurzen Hebel spannen und dann einhängen. Ist wahrscheinlich nur für Männer einfach.

An Tieren sehen wir auf der gesamten Strecke nicht viel. Einige graue Riesenkängurus hüpfen weg oder quer über den Weg. Auch hier sind wieder Tannenzapfenechsen unterwegs. Dazu kommen Schafe, sehr große und kräftige Tiere.

Nach fünf Stunden ist das Ende der Strecke in Sicht. Am Horizont fahren LKW’s, das muss der Eyre-Highway sein. Jetzt gibt es eine verdiente Pause.

Der letzte Rest der Fahrt bis zum Madura-Roadhaus ist nur noch ein Klacks. Die Überraschung kommt nach öffnen der Tür zum Innenbereich. Alles, was nicht hundertprozentig gesichert war, liegt auf dem Boden. Die gute Nachricht, es ist nichts kaputt gegangen.
Fazit: Die Strecke Kalgoorlie – Rawlinna – Haig ist eine schöne Alternative zum Eyre-Highway. Leider muss man aber wieder zurück auf den Highway.

04. November 2013
Wie weit fahren wir heute? Nach dem gestrigen Tag soll es heute relaxter zugehen. Bis Border Village sind es 200 Kilometer, das reicht. Hier am Madura-Roadhaus kostet Diesel 1,98 $, am Mundrabilla-Roadhaus soll es günstiger sein. Deshalb werden nur 25 Liter getankt, dann sind wir wieder on the Road.

Gemütlich geht es Richtung Südaustralien. Auf der Strecke liegen neben einem Zaunpfahl, Eisenstangen auch viele tote Kängurus.

In Mundrabilla wird vollgetankt, Diesel kostet 1,94$. Weiterfahrt bis Border Village, auf südaustralischer Seite. Auf unseren Uhren ist es 11.30 Uhr. Wie spät ist es eigentlich hier? Gilt schon südaustralische Zeit, gibt es Daylight-Saving und um wie viel muss die Uhr vorgestellt werden?

Die Uhr muss 2,5 Stunden vorgestellt werden. (Sommerzeit)

05. November 2013
Gestern vormittag eine Email an Heiner (Gibor aus dem Australien-Forum) geschrieben und angefragt, wo er sich gerade aufhält. Abends klingelte das Handy, Heiner war dran. Er sei in Ceduna und fahre Richtung Westaustralien, wir sind unterwegs nach Ceduna. Da müssen sich unsere Wege ja irgendow kreuzen. Für heute Abend wird der Campingplatz in Peong als Treffpunkt ausgemacht.

Auf dem Weg zur Toilette fühlen sich zwei Hasen von mir gestört und flüchten in die Büsche. Kurz vor 9.00 Uhr sind wir auf der Piste, vor uns liegen 400 Kilometer. Und es soll wieder ein sehr warmer Tag werden. Der Wind weht vom Landesinneren, also von Norden, und bringt heiße Luft mit. Kilometer um Kilometer werden zurück gelegt. Eine kurze Pause am Nullabor Roadhaus, dann geht es weiter.

Mittagspause machen wir am Yalata-Roadhaus. Das Roadhaus ist geschlossen, die Zapfsäulen abgebaut, die Fenster verhangen. Sieht trostlos aus.

Inzwischen zeigt das Thermometer im Fahrerhaus 37 Grad, kuschelig warm. Fenster runter kurbeln nützt nicht viel, der Wind ist ebenfalls heiß. Bei so Temperaturen wird viel Flüssigkeit benötigt, mein Eingepacktes trinkbares reicht nicht aus und wir stoppen in Nundroo. Die Preise für Diesel sind hier schon wieder im Normbereich von 1,64 $, allerdings kostet die Flasche Cola 0,6 L stolze 4,90 $. Nach der Erfrischung geht die Fahrt weiter und wie vorrausgesagt um 15.00 Uhr fahren wir auf den Caravanpark in Peong. Heiner ist schon da und hat einen Platz reserviert. Obwohl, so viel ist hier nicht los.

Der Truck wird wohnfertig gemacht, die Stühle rausgestellt und schon geht das klönen los. Unterbrochen wird das Ganze nur vom Abendessen, da werden sämtliche noch vorhandenen frischen Zutaten verarbeitet. Kartoffeln, Zwiebeln, Tomaten- und grüner Salat, dazu Kräuter-Sour Cream sowie Schweine- und Lammkotelett. Lecker.

Inzwischen ist es abgekühlt und bei angenehmen Temperaturen sitzen wir lange draussen. Das Geschirr wird nur zusammen gestellt, abgewaschen wird morgen.

06. November 2013
Mitten in der Nacht klappert es draussen. Ich stehe auf und sehe nach. Das Geschirr ist vom Tisch geräumt und ein Hund läuft weg. Beim Abräumen wurde übersehen, dass in der Pfanne noch ein Stück Fleisch lag, das hat sich der Hund jetzt geholt. Guten Appetit. Die auf dem Boden liegenden Sachen werden zusammen geräumt und ich gehe wieder ins Bett.

Heiner will heute 700 Kilometer fahren und macht sich gegen 8.30 Uhr auf den Weg. Bei uns ist es etwas später, als wir losfahren. Die Strecke ist auch viel kürzer. Es geht nur bis Ceduna, das sind 70 Kilometer. Es ist schon wieder sehr warm, um 10.00 Uhr bereits 30 Grad.

Kurz vor Ceduna ist die Quarantäne-Kontrollstation. Die Kontrolle ist nur kurz, Obst und Gemüse ist nicht mehr an Bord.

Eingecheckt wird auf dem Foreshore-Caravonpark, direkt am Meer.

Es ist mal wieder Zeit Wäsche zu waschen. Bei den Temperaturen und Wind ist die schnell trocken. Ausserdem muss der Text für den Blog geschrieben werden, das reicht.

Gegen Abend kühlt es merklich ab. Um 21.00 Uhr sind es nur noch 18 Grad. Eine angenehme Temperatur für die Nacht.

07. November 2013
Grauer Himmel und Regen und es sieht nicht so aus, als ob es sich bessern würde. Dabei liegt hier noch Wäsche, die gewaschen werden muss. Gut, dass es Trockner gibt. So handeln allerdings alle und die zwei Trockner sind ständig im Einsatz. Gegen Mittag gelingt es dann, die Wäsche zu trocknen.

Zu tun gibt es immer was, die Tätigkeiten werden halt in den Camper verlegt.
Das Telefon klingelt, Familie Goltzsche ist dran. Die Zwei sind am Murray River und werden am 11. November mit der Fähre nach Känguru Island übersetzen. DieBeiden möchten wissen, wo wir sind und ob es eventuell zu einem Treffen kommen kann. Bei uns gibt es noch keinen genauen Reiseplan, wir werden noch einmal miteinander telefonieren.

Es ist richtig ungemütlich. Deshalb ins Bett und gemütlich ein Video ansehen.

08. November 2013
Was klingelt denn da? Es ist mitten in der Nacht und das Handy läutet. Bis ich das realisiert habe und das Telefon gefunden, hat der Anrufer wieder aufgelegt. Auf dem Display wird angezeigt: Anrufer unbekannt. Wer ruft denn um so eine bescheuerte Zeit an? Dieter ist inzwischen auch wach und es dauert lange, bis wir beide wieder eingeschlafen sind.

Wohin es uns heute verschlägt? Wir werden sehen. Erst mal müssen die Vorräte aufgestockt werden. Geplant ist eine Fahrt über die Gawler Ranges mit einem Stopp am Pildappa Rock, dem Wave Rock Südaustraliens, und dann Weiterfahrt bis Mount Ive Station. Da gibt es keine großen Einkaufsmöglichkeiten.

Wir nehmen nicht den direkten Weg sondern fahren Richtung Streaky Bay, an der Küste entlang. Auch hier rieht sich Getreidefeld an Getreidefeld. Das muss die Kornkammer Australiens sein. Leider ist der Himmel immer noch verhangen und der Wind bläst, nicht sehr gemütlich. Auf der Fahrt sehen wir uns einige freie bzw. preiswerte Camps an. In Haslam ist der Bushcampingplatz in Ordnung und kostet nur 5$ pro Nacht. Aber, Dieter meint, die Toiletten sind „grenzwertig“. Auf gut deutsch nicht benutzbar.

Auf einem anderen Camp, direkt am Strand, hätte man sich mit großen Kakerlaken (vielen) arangieren müssen. Nein danke.

Kurz entschlossen biegen wir kurz vor Streacky Bay ab und fahren Richtung Minnipa, dem Ausgangspunkt für die Gawler Ranges. Auf dem örtlichen Caravanpark bezahlen wir 25 $ für einen Platz mit Stromanschluss und sauberen sanitären Anlagen.

Direkt gegenüber vom Caranvanpark sind riesige Silos. Hier wird das geerntete Getreide verladen.

09. November 2013
Die Nacht war kalt. Das Thermometer im Auto zeigt 2,6 Grad Aussentemperatur und 6 Grad im Auto an. Das ist kalt, besonders wenn Frau aus dem warmen Bett muss um mitten in der Nacht auf Toilette zu gehen. Schnell wieder ins warme Bett und bis zur Nasenspitze einkuscheln.

Sobald die Sonne da ist, wird es wärmer. So eilig haben wir es nicht, wollen ja nur bis zum Pildappa Rock. Von Minnipa aus wird zuerst der Tcharkuldu Rock angefahren. Übrigens auch eine sehr schöne Stelle um frei zu campen.

Von hier aus führt eine kleine Rundfahrt uns schließlich zum heutigen Ziel, dem Pildappa Rock. Drei Camper sind bereits da und haben sich wohnlich eingerichtet. Da sind wir nicht die Einzigen, die heute Nacht hier stehen bleiben. Auch dies ist ein freies Camp mit BBQ, Wasser und Toiletten. Ein sehr schöner Platz.

Der Camper wird wohnfertig gemacht, bei den Nachbarn Hallo gesagt. Auch hier nur ein Thema, das Wetter. Die Nachbarn zur Linken kommen aus dem nördlichen Queensland. Da sei es so warm, dass die dicken Decken bereits unterm Bett verpackt sind. Ein dünnes Laken habe dort für die Nacht gereicht. Ganz anders wie hier. Und auch diese Nacht soll wieder kalt werden. Keine schönen Aussichten.

Nach dem Essen schießt sich ein Rundgang um Südaustraliens Wave Rock an. Die Welle ist angedeutet aber nicht so ausgeprägt wie beim westaustralischen.

10. November 2013
Keine Wolke am Himmel, sternenklar und kalt, so ist die Nacht am Pildappa Rock. Ein sagenhafter Sternenhimmel, der durch kein Streulicht beeinträchtigt wird.

Heute Morgen überwiegen dicke Jacken und lange Hosen als Outdoorbekleidung.

Der Truck ist reisefertig, die Fahrt kann los gehen. Kaum vom Parkplatz gefahren, kommt ein Auto und stoppt uns. Eine Frau steigt aus und fragt, ob wir einen Hund gesehen hätten. Ihr kleiner Hund sei weg gelaufen. Leider können wir nicht helfen. Von ihr erfahren wir aber den schnellsten Weg in die Gawler Ranges.

Am Eingang zum Gawler Ranges Nationalpark gibt es eine Self-Registration-Station. Auf einem Umschlag werden das Autokennzeichen, das Ankunftsdatum und der zu zahlende Betrag eingetragen. Die benötigte Summe wird in Bar in den Umschlag gelegt, der Umschlag verschlossen und in eine Box geworfen. That’s it.

Kurz hinter der Einfahrt biegen wir Richtung Organ Pipes ab. Dorthin führt ein 10 Kilometer langer 4WD-Track. Dieter meint am Ende, das ist die ideale Strecke für 4WD-Anfänger. Steine, Schräglage, Löcher, Sand, Flussdurchfahrten, Steigungen, steile Abfahrten, alles ist da. Die Organ Pipes sind nichts anderes als Steinformationen, die wie Orgelpfeifen aussehen.

Wieder zurück auf dem Hauptweg geht die Fahrt weiter über Yardea Richtung Mont Ive Station. Eine landschaftlich abwechslungsreiche Strecke. An den Pondanna Ruinen wird gestoppt, zum fotografieren. Dort steht bereits ein Camper, eine eigenwillige Konstruktion. Auf einem Isuzu-Fahrgestell ist eine Nordstar-Slide-On-Kabine montiert. Unter dem Alkoven befindet sich eine große Werkzeugbox, wie bei Werkstattfahrzeugen. Aber das ungewöhnlichste ist der Zweck des Fahrzeuges. Es ist eine fahrende Kirche. Das Fahrzeug gehört der Presbyterian Inland Mission und wird von David und Gae gefahren. Die Beiden besuchen Outbackfarmen und bieten ihre Dienste an. Wer nicht möchte, kein Problem. Ein umfassendes Angebot, von einem gemeinsamen Gebet, einem Gottesdienst, einer Aussprache bis zur Hilfe beim Essen kochen.

So erfahren wir auch, dass John Flynn, der Gründer des Royal Flying Doctor Service, der Presbyterianischen Kirche angehörte. Übrigens erzählt der 20$-Schein eine ganze Geschichte: Neben dem Portrait von John Flynn ist dort auch das benutzte Funksprechgerät, ein Flugzeug des Royal Flying Doctor Service, und die Medizinkiste zu sehen. In der Medizinkiste gibt es neben den Medikamenten, die nummeriert sind, auch ein Ganzkörperbild des Menschen. Der Körper ist in verschiedene Bereiche eingeteilt, die mit Buchstaben und Nummern gekennzeichnet sind. Mit Angabe der Buchstaben und Nummern kann der Patient dem Arzt mitteilen, wo er Beschwerden hat. Der Arzt verordnet das Medikament mit der entsprechenden Nummer. So ist eine Verwechslung ausgeschlossen. Auf der rechten Seite der Geldnote ist ein Krankentransport früherer Zeiten zu sehen, der mit Kamelen erfolgte.

Nach diesem netten Gespräch trennen sich die Wege, wir fahren nach Süden, die Beiden nach Norden.

Die Rezeption auf Mont Ive Station ist nicht besetzt. An der Tür hängt ein Sprechfunkgerät, mit dem eine Meldung durchgegeben werden kann. Kurze Zeit später kommt Jemand und wir können einbuchen. Zur Zeit ist nicht viel los. Ausser uns ist nur noch ein Vogelkundler da.

Die Frau an der Rezeption fragt, ob wir eine der ausgeschilderten Selbstfahrertouren machen möchten. Der Schlüssel fürs Gatter und die Mappe mit den ausführlichen Beschreibungen der Tracks soll 45 $ kosten. Zum Lake Gairtner und einigen anderen Sehenswürdigkeiten sind wir beim letzten Besuch schon gefahren, deshalb wird das Angebot abgelehnt.

Für uns gibt es einen großen Stellplatz. Die umliegenden Bäume werden Abends von vielen Galahs zum schlafen aufgesucht. Da brauchen wir morgen früh keinen Wecker.

11. November 2013
Die Sonne scheint aber es weht noch ein kühler Wind. Das gibt heute so einen richtig „stressigen“ Tag. Schwätzchen mit den Nachbarn halten, in der Sonne sitzen und lesen.

Nachmittags packen wir doch noch unsere Sachen zusammen und fahren zu den Wombathöhlen. Hier haben sich einige Wombats häuslich nieder gelassen und sehr große Höhlen gegraben. Um mit viel Glück eines der Tiere zu sehen, müssten wir noch Stunden warten, da die Tiere nachtaktiv sind. Dazu haben wir keine Lust und fahren wieder zurück. Unser Nachbar war gestern mit dem Vogelkundler auf Wombatsuche. Die Beiden haben einen gesehen. Bis die Kamera schußbereit war, war der Wombat bereits verschwunden.

12. November 2013
Die Galahs im Baum machen so einen Lärm, da wird kein Wecker benötigt. So kommt es, dass wir bereits kurz vor 9.00 Uhr auf der Piste sind. Vorbei an dem Briefkasten von Mt Ive, einem halb aus dem Boden ragenden U-Boot (die müssen viel Post bekommen) auf den Weg Richtung Iron Knob. Die Strecke ist landschaftlich sehr schön. Man hat das Gefühl in einem Talkessel zu fahren und rundherum sind Berge.

Der Weg führt über das Gelände verschiedener Farmen. Vor der Einfahrt zu der Farm mit dem schönen Namen Siam steht eine Telefonzelle. Die ist bereits angekündigt als Spendenbox für den Royal Flying Doctor Service. Eine gute Idee. Und auch von uns gibt es eine kleine Spende.

Nach 125 Kilometern ist der Highway wieder erreicht und wir biegen ab nach Iron Knob, zum tanken. Doch was ist das, kein Roadhaus mehr, nur eine Ruine. Wir fahren weiter bis zur Tourist-Info. Dieter fragt die nette Frau nach der nächsten Tankstelle. Sorry, die ist 90 Kilometer entfernt in Kimba, oder in die andere Richtung 70 Kilometer bis Port Augusta. In Kimba sei Next Fuell in 160 Kilometer. Das nützt aber nichts, wenn man aus dem Outbakc kommt. Gut, dass noch Diesel im Zusatztank ist. Dieter füllt zwei 10 Liter Kanister und schüttet die in den Tank. Das reicht locker bis nach Port Augusta.

In Port Augusta buchen wir uns für 3 Nächte auf dem Big4 Caravanpark ein.

13. November 2013
Für heute ist shopping angesagt. Nach einem Frühstück mit Bacon & Eggs sind wir für den Tag gestärkt und fahren in die Stadt. Gemütlich wird durch die Läden gebummel und eingekauft. So eine Tour ist ganz schön anstrengend.

Nach der Rückkehr auf den Caravanpark gibt es erst mal eine Tasse frisch gebrühten Kaffee.

14. November 2013

Der Tag beginnt anders als gedacht. Gestern Abend ist eine volle Tasse Tee vom Tisch auf den Boden gefallen. Unglaublich, wie weit und an welchen Stellen überall Teeflecken sind. Da heißt es erstmal sauber machen. Wenn man schon dabei ist, da gibt es immer was zu tun.

Wir haben beschlossen, es wird jetzt warm und es bleibt warm. Die dicken Sachen können aus dem Schrank und in die hinterste Ecke geräumt werden. Schon tobt im Camper das Chaos. Dieter verzieht sich nach draussen, da will er noch einiges erledigen. So vergeht der Vormittag.

Mittagessen und anschliessend fahren wir zum Wadlata Outback Centre. Die Ausstellung und der Timetunnel sind sehenswert und interessant gestaltet. Die Eintrittskarte ist ein Jahr gültig. Innerhalb dieses Zeitraums kann die Ausstellung so oft man möchte besucht werden.

Am BBQ trifft man immer interessante Leute. Heute ein Schweizer Ehepaar, er bereits über 80 Jahre, die mit einem Troophy durch Australien reisen und auf der Suche nach nicht so touristischen Plätzen sind.

15. November 2013
Der übliche Ablauf und der Camper ist startbereit. Es geht weiter in die südlichen Flinders mit einem Stopp am Hancock Lookout. Ein toller Blick. In der Entfernung sieht man sogar die Autos auf dem Highway. Weiter geht die Fahrt über Wilmington zum Remarkable NP. An der Zufahrt ist ausgeschildert, dass die Strecke sehr steil und für Fahrzeuge mit Anhänger nicht geeignet ist. Bis zur Einfahrt zum NP sind bereits einige steile Abschnitte zu überwinden. An der Self-Registration sind wieder 10 $ Eintrittsgebühr zu entrichten. Und danach geht es erst richtig los. Steil bergauf und ebenso steil wieder bergab, schlimmer als in den Alpen.

Ein Euro, das ist eine Känguruart, hüpft über die Straße.Gut das wir so langsam sind. Vom Parkplatz aus laufen wir zum Ali-Outlook. Von hier kann man in die Alligator-Gorge sehen. Die Felsen und Steine haben eine interessante Struktur, lauter einzelne Schichten. Immer wieder faszinierend, wo überall Bäume wachsen, z.B. aus einer Felswand.

Zurück am Auto. Was machen wir nun, zum nächsten Lookout mit einem anderen Blickwinkel in die gleiche Gorge oder fahren wir wieder zurück? Die Entscheidung fällt für die letzte Variante. Bergauf und bergab, bergauf, bergab, viel Arbeit für den Fahrer. Kurz vorm Ende des NP sitzt ein Känguru am Strassenrand. Es hüpft aber zurück ins Gebüsch. Die 10 $ Eintritt betrachten wir als Unterstützung zum Ausbau der Infrastruktur im Park. Nur für die Gorge hat es sich nicht gelohnt.

Vorbei an riesigen Getreidefeldern. Die Ernte ist in vollem Gange, mit Lastwagen wird das Getreide zur nächsten Sammelstelle transportiert. Melrose ist als Halt für den heutigen Tag geplant. Kurz vor dem Ortschild zeigt ein Hinweisschild die Showgrounds an und den Hinweis: Camper welcome. Den Platz sehen wir uns auf einer Rundfahrt an. Strom, Toiletten, Duschen, alles vorhanden und der Preis dafür sind 20$. Das ist ok, aber erst mal zum Kaffee trinken in den kleinen Ort. Sehr nett sieht das Cafe mit dem Namen Blueyblunstones Blacksmith Shop aus. In einer ehemaligen Werkstatt ist das Cafe eingerichtet, sehr gemütlich und der Kaffe ist frisch gebrüht. So gestärkt wird der Ort erkundet. Dieter wagt sich auf die Swing Bridge, die ihrem Namen alle Ehre macht.

Nach dem Rundgang fahren wir die paar Kilometer zum Showground zurück. Hinter der Einfahrt steht ein grosser Bus, darin wohnt der Caretaker. Seine erste Frage lautet: habt ihr genügend Wasser dabei? Es gibt an den einzelnen Stellplätzen keine Wasserhähne. Trinkwasser kann zentral gezapft werden. Das ist kein Problem, Wasser ist genügend an Bord. Er fährt vor, um uns zum Stellplatz zu bringen. Dieter soll rückwärts einparken. Plötzlich ein Pfiff, anhalten und wieder ein Stück vorfahren. Er zeigt mir mit den Fingern, dass Dieter nur 2 cm vom Stromkasten entfernt angehalten hat. Das war ihm zu nahe dran, aber jetzt ist es richtig.

Abends telefonieren wir noch mit Goltsches, die in Adelaide sind, um einen Treffpunkt und die Uhrzeit auszumachen. Angedacht wird der Dalkeith Caravanpark 5 Km ausserhalb von Gawler.

16. November 2013
Zwischen Melrose und Clare links und rechts der Straße Getreidefelder, soweit das Auge reicht. Große Mähdrescher bringen die Ernte ein. In runden Behältern wird das Getreide, das nicht gleich auf einen der großen Lkws geladen werden kann, zwischen gelagert. Viele Lastwagen sind unterwegs zur Sammelstelle.

Vor Clare ändert sich die Landschaft schlagartig. Plötzlich säumen Rebstöcke die Straße. Zwischen Clare und Auburn wechseln sich Weinyards mit Getreideflächen ab. Hinter Auburn bestimmen wieder Getreideflächen die Landschaft.

In Gawler ist Zeit für eine Pause. Da klingelt das Handy. Familie Goltsche ist in der Nähe des verabredeten Treffpunktes, da ist aber kein Campingplatz. Sie werden an ihrem jetzigen Standpunkt auf uns warten. Auf der Fahrt zum Treffpunkt kommen wir an dem Campingplatz vorbei, nur eine Straßenkreuzung weiter stehen Regine und Eugen. Gemeinsam fahren wir zurück und sehen uns den Platz erst mal an. Uns reicht ja ein großer Stellplatz für beide Fahrzeuge Nicht besonders schön, aber für eine Nacht ausreichend. Diese Meinung ändert sich sofort, als die Frau an der Rezeption den Preis nennt: Pro Paar 38 $, das ist für die Ausstattung entschieden zu teuer. Wir gehen wieder und fahren direkt nach Gawler, auf den dortigen Caravanpark. Auf dem viel besseren Platz kostet der Stellplatz nur 32$ und wir bekommen zwei Plätze nebeneinander.

Mit Kaffee trinken und einem gemeinsamen Abendessen vergeht die Zeit. Nachdem die Sonne untergegangen ist, wird es ziemlich kühl und gegen 22.00 Uhr zieht sich jeder in den Camper zurück.

17. November 2013
Bei einem gemeinsamen Frühstück werden noch die letzten Tipps ausgetauscht. Die Beiden sind jetzt auf dem Weg über die Nullarbor nach Perth, wir auf dem Weg nach Adelaide.
Die Männer übernehmen wie immer das Spülen, die Frauen trocknen ab. Sachen einräumen und die Autos sind startklar. Mit den besten Wünschen für einen schönen Urlaub fahren wir in getrennte Richtungen weiter.

Bei uns sind es nur 60 Kilometer, bis nach Adelaide. Im Windsor Gardens buchen wir für 3 Nächte ein.

Bei Sonnenschein machen wir uns einen schönen Tag.

18. November 2013
Heute fahren wir mit dem Bus in die Stadt, die Haltestelle ist ca. 250 Meter entfernt. Noch 100 Meter entfernt, da biegt der Bus um die Ecke. Müssen wir halt auf den nächsten warten, der kommt in 15 Minuten.

Der Busfahrer verkauft die Fahrkarten, die in einem Automaten entwertet werden müssen. Dieter steckt die Fahrscheine in den Automaten und geht weiter zum Sitzplatz. Eine nette Mitfahrerin weißt darauf hin, dass er den Fahrschein verkehrt herum in den Automaten gesteckt hat und er damit nicht gültig ist. Zurück zum Automaten und den Vorgang wiederholen. Alles richtig, der Bus kann weiter fahren. Wir sind nicht die Einzigen, denen das passiert. Anscheinend sind heute viele Touristen mit dem Bus unterwegs und die Hilfe der Mitfahrer ist einige Male erforderlich.

In der Innenstadt steigen wir aus und wechseln in die kostenlose Citz Loop, zu einer Rundfahrt. Der Tag wird in der Stadt verbracht. Am späten Nachmittag geht es zurück zum Camper.

19. November 2013
Eine Seltenheit, hier gibt es auch zwei Trommelwaschmaschinen. Da wird gleich eine mit der dreckigen Wäsche belegt. Nach 35 Minuten ist die Wäsche gewaschen und wird aufgehängt. Die kann trocknen, während wir einkaufen gehen. Die Vorräte müssen mal wieder aufgestockt werden.

Auf dem Caravanpark sind viele Leute, die Hunde dabei haben. Das ist nicht selbstverständlich, oft steht bereits am Eingang „Sorry, no Pets“. Was auffällt: Beim Spaziergang haben die Hundebesitzer Plastiktüten dabei um die Hinterlassenschaften des Hundes einzutüten. Das ist Vorschrift und wird anscheinend auch kontrolliert.

Wetterwechsel am Abend. Tagsüber sehr warm, jetzt kommt starker Wind auf und es kühlt stark ab.