Dalmeny /Sydney/Moree

11. Dezember 2013
Nach mehr als 12 Stunden Schlaf geht es heute viel besser. Nach dem Frühstück sehen wir uns Mallacoota an, bevor die Fahrt weiter Richtung Sydney geht. In NSW beginnen am 19. Dezember die Ferien und ab diesem Zeitpunkt werden die Stellplätze an der Küste und in Sydney teuer. Da ist es im Inland deutlich preiswerter.

Weiter geht es an der Küste entlang, unter dem Motto wo das Gebirge aufs Meer trifft. Wie gestern geht es bergauf und bergab, teils sehr steil. Bei Merimbulla verlassen wir den Highway und fahren an der Küste entlang.

So langsam ist es Zeit fürs Mittagessen. In Bermagui halten wir an. Die Pizzeria ist geschlossen, dann gibt es heute Fisch & Chips in der Fishermens Wharft. Der gegrillte Blue Grenadier, sehr lecker.

Die Fahrt geht noch weiter bis nach Dalmeny. Hier gibt es einen Caravanpark, direkt am Meer. Das Büro ist nicht besetzt. Laut Schild im Fenster soll man sich, wenn das Office nicht besetzt ist, einen Platz suchen.

12. Dezember 2013
Das Büro ist besetzt, die Gebühr kann gezahlt werden. Dieter hat heute morgen diese Aufgabe übernommen. Er fragt auch gleich nach, ob es für deutsche Rentner einen Rabatt gibt. Do you want an discount? ist die Gegenfrage. Und schon werden 3 $ weniger berechnet. Wie heißt es so schön, Kleinvieh macht auch Mist J

Die Fahrt geht wieder an der Küste entlang, Richtung Sydney. Gegen 16.00 Uhr wird die Fahrt in Nowra beendet.

Wenn die Zikaden (Insekten) schlüpfen, dann wird es sehr laut. Ein lautes Zirpen liegt in der Luft. Das hatten wir unterwegs an verschiedenen Orten und auch in Nowra werden wir von so einem Konzert empfangen.

13. Dezember 2013
1.30 Uhr, mein Handy klingelt. Es wird eine australische Mobilnummer angezeigt. Wer ruft denn um diese Zeit an? Erst meldet sich keiner dann kommt: falsch verbunden. Grrrrrrr.

Heute sind wir mit einer ehemaligen Stammtischteilnehmerin, Cita der Kamerafrau, verabredet. Hatten ihr eine Email geschickt dass wir in der Nähe sind, und sie hat Zeit für ein Treffen. Kurz vor 10.00 Uhr sind wir am vereinbarten Treffpunkt. Ein kurzes Telefonat, sie kommt rüber.

Energiegeladen, wie immer, erzählt sie, wie sie ihr Visum bekommen hat und wie es ihr ergangen ist. So wie Cita strahlt und erzählt, gut. Nach einem Kaffee zeigt sie uns ein wenig vom Ort. Besonders erwähnenswert ist der alte Friedhof, mit einer tollen Sicht auf Bucht und Strand. Sofern man davon noch was hat. Nicht weit davon entfernt gibt es eine Whalewatching-Platform und einen schönen Blick auf den Strand. Im Wasser sind einige Surfer zu sehen. Cita meint, da sei sie vorhin auch gewesen. Eine gute Stunde sind wir zusammen, dann muss Cita wieder arbeiten und wir fahren weiter.

Nächster Stop ist in Kiama an den Blowholes. Das Meer ist viel zu ruhig, keine Wasserfontänen. So wird es nur ein kurzer Halt und die Fahrt Richtung Sydney geht weiter.

Mit dem grossen Truck wollen wir nicht in bzw. durch die Stadt fahren und haben deshalb einen Platz im Süden ausgesucht. Von hier aus kann man gut mit der Bahn in die Stadt fahren. Die Frage, ob es Rabatt bei einem mehrtägigen Aufenthalt gibt, beantwortet die freundliche Frau an der Rezeption mit einem ja. Bei einer Woche gibt es einen Pauschalpreis und noch keinen Zuschlag wegen Ferienbeginn. In Sydney gibt es viel zu sehen, eine Woche Aufenthalt wird gebucht.

Später machen wir noch einen Spaziergang zum Bahnhof, das sind ca. 5 Minuten Fussweg, und kaufen eine Wochenkarte für den öffentlichen Nahverkehr. Die kostet für 3 Tarifzonen und bei der Nutzung von Bus, Bahn und Fähren 61 $. Eine Tageskarte kostet 22 $, da ist die Wochenkarte, selbst wenn sie nur an drei Tagen eingesetzt wird, preiswerter.

14. Dezember 2013
Mit Zug und Strassenbahn geht es heute nach Sydney zum einkaufen und bummeln. Der Zug verlässt um 9.42 Uhr die Station in Heathcote. Die Fahrt bis Central Station dauert eine Stunde. Dieter meint auf der Fahrt: Alles was unter 30 ist, hat ein Smartphone in der Hand. Das sind Alle, die hier in diesem Abteil sitzen, ausser uns J.

An der Central Station wird in die Strassenbahn umgestiegen. Die Tram bringt uns direkt zum Eingang der Paddys Markets. Zuerst brauche ich neue Batterien für die Armbanduhr. Die sind schnell getauscht, jetzt läuft sie wieder. Wie auf vielen von Touristen besuchten Märkten ist das Angebot an Souveniers gross. Und auch hier fallen die vielen Stände, die Zubehör für Ipad und Smartphones verkaufen, ins Auge.

Schnell vergeht die Zeit und der Magen meldet sich. Mittagessen wollen wir auf den Fishmarkets. Die Strassenbahn bringt uns hin. Die Auswahl an frischem Fisch und Fischgerichten ist gross. Bei uns gibt es eine Fischplatte mit gegrilltem Fisch, Knoblauchgarnelen, Tintenfisch auf zwei verschiedene Arten zubereitet und Chips, die dürfen auch nicht fehlen. Zum Nachtisch noch Eis, perfekt.

Mit der Tram wieder zurück zu den Paddys Markets und noch frisches Obst mitnehmen. Das ist hier sehr preiswert. Inzwischen haben einige Händler die Preise für Obst herab gesetzt und versuchen sich gegenseitig die Kunden abzuwerben. Genug für heute gekauft, wir machen uns auf den Heimweg.

Schwarze Wolken am Himmel sehen bedrohlich aus und es fängt ein wenig zu regnen an.

15. Dezember 2013
Heute ist mal wieder Housekeeping angesagt. Wäsche muss gewaschen und die Vorräte ergänzt werden.

16. Dezember 2013
Regenschauer, es ist grau. Der Wetterbericht meldet clearing shower. Wir warten erst mal ab, wie sich das Wetter entwickelt. Gegen 11.00 Uhr sieht es aus, als ob der Regen aufhört. Ok, dann machen wir uns auf nach Sydney. Hier scheint schon wieder die Sonne. Im Foodcourt gibt es Mittagessen und von dort einen Spaziergang zum Circular Quay. Von hier fahren die Fähren los. Die nächste Fahre, die ablegt, geht nach Darling Harbour. Die nehmen wir.

Vorbei am Opernhaus und unter der Harbourbridge hindurch, geht es u.a. über Milsons Point und Balmain bis nach Darling Harbour. An der Harbourbridge wird schon fleissig fürs Feuerwerk gearbeitet. Noch ist nicht zu erkennen, welches Motiv an der Brücke angebracht wird.

In Darling Harbour ist Endstation, alle müssen das Schiff verlassen. Auf der anderen Seite des Anlegers legt gleich eine andere Fähre ab, mit der fahren wir zum Ausgangspunkt zurück.

Für heute reicht es, mit dem Zug geht es wieder zurück zum Camper. Obwohl es heute morgen nicht so ausgesehen hat, es war ein sehr schöner Tag.

17. Dezember 2013
Heute sind wir mit Barbara Barkhausen in Manly verabredet. Barbara ist selbsständige Journalistin und arbeitet u.a. für Radio SBS. Sie möchte mit uns ein Interview für SBS Radio machen.

Noch ist Zeit bis der Zug Richtung Town Hall einläuft. Drei Leute kommen und stehen etwas ratlos vorm Fahrkartenautomaten. Eine Frau kommt und fragt, ob wir helfen können. Sie möchten bis Town Hall fahren und seien Rentner. Die entsprechenden Knöpfe werden gedrückt und die erste Fahrkarte bezahlt. Bei der Zahlung der letzten Fahrkarte sind sie unsicher, welche Münzen dem Fahrpreis entsprechen. Das können keine Australier sein. Die Frau erzählt, sie seien aus Südafrika und würden Verwandte besuchen. Das war ja mal eine internationale Zusammenarbeit am Fahrkartenautomaten: Deutsche helfen Südafrikanern beim Lösen der Fahrkarten an einem australischen Automaten. Aber, als Ausländer gibt es keinen Rentnertarif. Wir schicken die drei zum inzwischen besetzten Fahrkartenschalter um die Fahrkarten umzutauschen.

Wir sind am Circular Quay. Bis zur Abfahrt der Fähre ist noch etwas Zeit und wir holen uns ein Eis. Die Fahrt nach Manly dauert 30 Minuten. Barbara erwartet uns ausserhalb des Terminals, an der steinernen Schnecke. Ausser auf Bildern bei Facebook, kennt keiner den Anderen! Die Bilder reichen zum erkennen aus. Gemeinsam laufen wir am Strand entlang und suchen eine Bank im Schatten. Barbara macht das kurze Interview am Strand. Gesendet wird das Ganze im Januar in ihrer Sendung. „Letter from Sydney“. Ob sie uns noch einwenig von Manly zeigen soll, fragt Barbara. Das Angebot nehmen wir gerne an. Sie fährt mit uns nach North Head. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf Sydney. Von hier aus fährt sie uns zurück zur Strandpromenade und empfiehlt uns noch, einen Spaziergang zum Shelly Beach zu machen. Sie fährt weiter, wir gehen bummeln. Die Fähre bringt uns später wieder zurück zum Circular Quay.

Morgen steht der Sydney Tower auf dem Plan. Die Eintrittskarten können online bestellt werden, da sind die Karten preiswerter. Den grössten Rabatt gibt es, wenn man zwischen 9.00 Uhr und 11.00 Uhr oder zwischen 19.00 Uhr und 21.00 Uhr auf den Trum fahren will. Entscheidend ist die Ankunftszeit. Aufhalten kann man sich, so lange man möchte. Die Entscheidung fällt für das erste Zeitfenster und die Karten werden geordert. Eine Karte kostet jetzt 18,20 $, statt 26 $.

18. Dezember 2013
Kurz nach 9.00 Uhr betreten wir Sydney Tower. Noch ist nichts los. Mit der Eintrittskarte gibt es Brillen fürs 4D Kino. Im Kino gibt es einen kurzen Film über Sydney, den sollen wir uns ansehen. Die Türen werden geschlossen. Ausser uns ist niemand im Saal. Was ist der Unterschied zwischen 3D und 4D Kino? Beim 4D Kino bewegt sich auch der Boden und es wird ein feuchter Nebel versprüht. Das Gefühl ist wie Gischt auf einem Boot.

Mit dem Aufzug geht es anschliessend zur Aussichtsplattform in 250 Meter Höhe. Es war die richtige Entscheidung, so früh zu gehen. Es sind nur wenige Personen auf der Plattform. Der einzige Nachteil sind die Spiegelungen im Glas, das stört beim fotografieren. Mehrmals laufen wir von einem Fenster zum nächsten. Durch die wandernde Sonne sieht es immer wieder anders aus.

Als die ersten Busladungen eintreffen, machen wir uns wieder auf den Weg nach unten. Das Wochenticket wird wieder voll ausgenutzt. Weiter mit der Strassenbahn zu den Paddys Market und dann weiter zum Convention Center. Von dort ist es nur ein kurzer Weg nach Darling Harbour. Hier ist schon weihnachtlich geschückt. Sogar die Strassenlaternen sind als Weihnachtsmänner verkleidet. Im Hafenbecken schwimmen drei Pontons auf denen jeweils 7 Weihnachtsmänner befestigt sind. Bei diesem schönen Wetter ist viel Betrieb, die Restaurant haben regen Zuspruch.

Seit unserem letzten Besuch in Darling Harbour hat sich viel verändert. Ein neuer Schiffsanleger, viele neue Restaurants und Geschäfte. Und es wird noch weiter ausgebaut. Der Komplex soll insgesamt 2,2 Kilometer lang werden. Wer sich ausführlicher informieren möchte, hier der Link dazu: http://www.barangaroosouth.com.au/

Mit Fähre und dem Zug wieder zurück zum Caravanpark, nach Heathcote.

19. Dezember 2013
Laut Wetterbericht wird es heute über 30 Grad. Der Stammtisch-Newsletter muss raus, der Text für den Blog soll geschrieben und die Weihnachtspost erledigt werden. Genug zu tun, da bleiben wir hier.

Letzte Woche haben wir für Tamworth einen Mietwagen gebucht. Gestern Abend kam der Voucher und die sonstigen Unterlagen. Da gibt es einige Unklarheiten bezüglich der Versicherung, die müssen erst mal geklärt werden.

20. Dezember 2013
In NSW haben die Schulferien begonnen. Das heisst, es ist viel Betrieb und es besonders Unterkünfte werden teuer. Dieter hat im Internet recherchiert. An der Küste steigen die Preise, auch auf den Campingplätzen, stark an. Bei einem Big4 z.B. von 35$ auf 80$. Das bedeutet für uns, wir fahren ins Landesinnere, da ist der Anstieg nur gemässigt.

Mit dem Truck müssen wir nicht mitten durch die Stadt fahren. Dieter hat sich schon die Route Richtung Newcastle ausgesucht, da fahren wir am Zentrum vorbei. Auf der Strecke ist zwar viel Verkehr, aber problemlos zu fahren. Wir bleiben nur solange nötig auf dem Freeway und fahren dann ab Richtung Hunter Valley, Cessnock bis nach Singleton. Hier bleiben wir zwei Nächte.

Mit 40 Grad Aussentemperatur, im Camper ist es immerhin 3 Grad kälter, ist es ganz schön heiss. Allerdings ist das Wärmeempfinden sehr unterschiedlich. Dieter empfindet es als sehr angenehm, während ich das Gefühl habe, ich werde gekocht. Zum Abkühlen geht es aber erst mal in den Pool

21. Dezember 2013
Wo ist es bei diesen Temperaturen schön kühl? Im Shoppingcenter. Somit werden einige Aktivitäten dorthin verlagert. Beim bummeln, Kaffee trinken und Leute beobachten kann man eine Menge Zeit verbringen.

22. Dezember 2013
Bevor wir nach Dubbo starten, dem Ziel für die nächsten Tage, stoppen wir noch bei Aldi, zum einkaufen. Bei den hohen Temperaturen, die auch in den nächsten Tagen anhalten sollen, ist der Verbrauch entsprechend hoch. Die Lagerkapazität aber begrenzt.

Die Fahrt führt von Singleton über den Golden Highway bis nach Dubbo. Das Thermometer zeigt links die Aussentemperatutr und daneben die Temperatur in der Fahrerkabine an.
In Dubbo fahren wir City Caravanpark an. Trotz der bevorstehenden Feiertage gibt es das Angebot, 7 Nächte bleiben und nur 6 Nächte bezahlen.

In der Warteschlange vor uns steht ein Auto mit einem Adria-Wohnwagen. Ein in Australien nicht übliches Fabrikat. So einen haben wir auf der Fahrt schon mal gesehen. Wo war das bloss? Das klärt sich, nachdem der Truck auf dem zugewiesenen Platz wohnfertig gemacht ist, schnell auf. Das Ehepaar haben wir am 9. Dezember in Paynesville getroffen, Da waren die Beiden auf dem Weg nach Melbourne, zu einer Hochzeit. Jetzt sind sie auf dem Weg nach Hause, in die Tamborine-Mountains. So klein ist Australien, man trifft sich immer wieder.

Bei 40 Grad ist eine Abkühlung im Pool eine angenehme Sache. Badesachen anziehen und los geht es. IIIIIII, das Wasser hat ja Badewannentemperatur. Nix, mit Abkühlung. Das ist selbst mir, die gerne wärmeres Wasser hat, zu warm.

23. Dezember 2013
Nach einer unruhigen Nacht, bei fast 30 Grad schläft es sich nicht so gut, sind wir früh wach. Der Caravanpark ist nur 1 Kilometer von der Innenstadt entfernt. Zu Fuss wird die Stadt erkundet. Am späten Nachmittag sind wir wieder zurück.

Trotz warmem Wasser lockt der Pool. Beim Betreten des Geländes meint eine Frau, heute ist das Wasser aber kälter wie gestern. So ist es viel angenehmer.

Von den angekündigten Gewittern und der entsprechenden Abkühlung ist noch nichts zu bemerken.

24. Dezember 2013
Wir bereiten uns auf Weihnachten vor. Allerdings müssen die üblichen Arbeiten getan werden. Es hat sich schon wieder viel Wäsche angesammelt, die aufs Waschen wartet. Hier in Australien ist ein ganz normaler Arbeitstag, Geschenke gibt es erst morgen, an Christmas Day, das ist auch Feiertag.

Einen Weihnachtsbaum haben wir nicht, aber Dieter schmückt den Truck mit Lichterketten. Ein junger Mann kommt vorber, ein Deutscher aus den neuen deutschen Bundesländern. Da muss natürlich ein Erfahrungsaustausch statt finden. Er ist mit einem Working Holiday Visum in Australien und hat in Dubbo Arbeit gefunden. Er habe in der Touristen-Info eine Art Bewerbung ausgefüllt und am nächsten Tag schon einen Anruf erhalten. Die Arbeit gefällt ihm gut, sei besser als Zwiebeln ernten und auch besser bezahlt.

Anschliessend wird das Essen vorbereitet. Es gibt Lauch-/Zuckerschotencremesuppe mit Sour Cream und anschliessend Kartoffelpuffer mit geräuchertem Lachs. Dazu eine Flasche Wein. Das geniessen wir am weihnachtlich gedeckten Tisch, neben dem „Weihnachtstruck“.

Während wir beim Essen sitzen, kommt ganz aufgeregt ein Nachbar vom Zeltplatz herüber. Der war heute morgen schon mal da, ihn hat das westaustralische Kennzeichen interessiert. Das sei aber „a long way from home“. Er fragt, ob wir einen Drahtkleiderbügel haben. Er habe die Autotür zugeschlagen und der Schlüssel stecke innen. Mit dem Draht will er versuchen, die Tür von aussen zu öffnen. Wenn das nicht funktioniert muss er das Fenster einschlagen. Dem Mann kann geholfen werden.

25. Dezember 2013
Unsere Nachbarn haben zum Lunch eingeladen. Leider spielt das Wetter heute nicht so mit, es regnet. Gut, dass die Nachbarn ein grosses Vordach haben. So sitzen wir zu sechst im Trockenen. Es wird ein ausgedehnter Lunch, bis 17.00 Uhr. Dann wird eine Pause vereinbart, bis 19.00 Uhr. Anschliessend trifft man sich wieder, zum Reste essen.

Im Camper erwartet uns eine unangenehme Überraschung. Wann merkt man, das etwas undicht ist, natürlich bei Regen. Und heute hat es heftig geschüttet. Bis zum Abend sind 40 Liter Regen auf den m2 gefallen. Es gibt eine undichte Stelle am Dach und eine Bettdecke sowie ein Teil der Matratze sind nass. Das Problem hatten wir vor vier Jahren schon einmal. Da hat Andi in Melbourne das Dach provisorisch mit Silikon abgedichtet. Provisorein halten immer lange J

Die Deckbetten und einige nasse Kleidungsstücke kommen gleich in den Trockner. Bei der Matratze wird das Trocknen schwieriger. Eine Plastiktischdecke auf der Matratze muss heute Nacht die Feuchtigkeit vom Schläfer abhalten.

Vor allem muss erst mal gefunden werden, wo das Wasser genau herkommt. Auf die Schnelle wird mit Tapeband eine Sperre geklebt. Jetzt kommt es nur noch an einer Ecke rein, da ist das Problem schwierig zu fixen. Handtücher müssen das tropfende Wasser auffangen. Sonst können wir heute nichts mehr machen. Morgen werden wir erst mal eine Plane zur Abdeckung besorgen. Bevor neu gedichtet wird muss erst mal alles austrocknen.

Als die Nachbarn von unserem Problem hören, überlegen sie gleich, wie sie helfen können. Leider hat keiner eine Plane dabei. Aber sofort kommt das Angebot uns morgen früh in die Stadt zu fahren. Bei Supercheap Auto gibt es beim Boxing Day Verkauf 20 % auf alle Artikel.

Bis 22.00 Uhr sitzen wir noch zusammen, dann heisst es Gute Nacht.

26. Dezember 2013
Es ist neblig und feucht. Die Deckbetten sind ganz klamm und kommen auf die Wäscheleine zum trocknen.

Nach dem Frühstück fahren wir mit den Nachbarn zu Supercheap Auto, die Plane kaufen. Der Nachbar nimmt ebenfalls einige Teile mit. Danach lassen wir uns in der Innenstadt absetzen. Am 26. Dezember, dem Boxing Day, gibt es immer Sonderangebote in den Geschäften und viele Leute sind zum einkaufen unterwegs. In Dubbo ist das etwas anders, kaum ein Geschäft hat geöffnet. Deshalb wieder zurück zum Truck.

Die Matratze wird aus dem Auto geräumt und zum trocknen in die Sonne gelegt. Die Handtücher und was sonst noch feucht ist, kommt an die Luft. Dieter macht sich auf die Suche nach der undichten Stelle. Dabei bemerkt er auch, dass das Wasser nicht richtig abfliest. Mit einem Loch an der richtigen Stelle wird das Problem schon mal beseitigt. Es soll in den nächsten Tagen nicht regnen, deshalb kommt die Plane noch nicht zum Einsatz.

Zum Abschluss des Tages gönnen wir uns noch einen Aufenthalt im inzwischen angenehm temperierten Pool

27. Dezember 2013
Die Wettervorschau verspricht für die nächsten Tage trocken fast 40 Grad. Das heisst, den Tag gemütlich angehen.

Für heute Morgen ist der Besuch von Dundullimal Homestead geplant. In Dubbo haben sich ab ca. 1830 weisse Siedler niedergelassen. Eines der Häuser aus dieser Zeit ist die renovierte Homestead. Mit der Zahlung des ermässigten Eintritts, 6,50$ pro Person, bekommen wir ein Faltblatt mit einigen Geschichtsdaten ausgehändigt und können aufs Gelände. Zur Besichtigung offen sind eine kleine Kirche, die ehemaligen Stallungen, und das Haupthaus. Unser Kommentar nach der Besichtigung: Warum sind wir nicht auf die Idee gekommen unsere ehemalige Wohnung in Praunheim zur Besichtigung anzubieten. Das Haus war immerhin schon 400 Jahre alt.

Anschliessend in die Stadt, Getränke kaufen. Irgendwo muss ein Loch sein, Mineralwasser und Limonade sind immer leer. Noch eine Kleinigkeit essen, dann geht es wieder zurück zum Caravanpark.

Gegen 20.00 Uhr machen wir uns auf den Weg in die Stadt, zur gebuchten Twilight Time Tour im Gefängnis von Dubbo. Karten haben wir bereits über das Internet gekauft.

Josh, der Führer, lässt 20.45 Uhr die versammelten Leute ein. Die Namen werden auf einer Liste abgehakt und jeder bekommt eine kleine Taschenlampe. Josh gibt eine kurze Einweisung und zeigt ein Messgerät, dass er mit sich führt. Verschiedenfarbige Lämpchen in der Farbscala von Grün über Orange bis Rot sollen zeigen, wenn eine „Seele“ sich im Raum, oder wo auch immer, aufhält. Pünktlich um 21.00 Uhr geht die Führung los. Erster Stopp ist das ehemalige Krankenzimmer. Josh erzählt wieder eine Geschichte und befragt sein Messgerät, ob jemand da ist. Kein Lämpchen rührt sich. Um einen Eindruck der Haftbedingungen zu vermitteln, nimmt er alle, die wollen, mit in die Dunkelzelle. Taschenlampen aus. Plötzlich scheppert es, einige Mädels kreischen. Josh hat einen Blecheimer auf den Boden fallen lassen. So geht es durch verschiedene Abteilungen und Zimmer. Schluss bildet der Galgen, mit dem 8 Personen hingerichtet wurden. Hier blinkt auch sein Messgerät. Einer der Hingerichteten ist in der Nähe- man muss nur daran glauben. Mit dem Vorlesen von zwei Zeitungsartikeln endet das Ganze.

Das Fazit: Die Führung ist mit 30 $ pro Person, und das ist schon der ermässigte Preis, viel zu teuer und nicht das Geld wert. Als Führer ist Josh eine Katastrophe. Er nuschelt und erzählt ohne die Stimme zu heben oder zu senken oder irgendwelche Emotionen zu zeigen.

28. Dezember 2013
Noch immer sind wir von Queensländern umzingelt. Es sieht fast so aus, als würden die Damen an der Rezeption erst nachfragen wo die Personen herkommen und dann die Stellplätze verteilen. Und hier ist das Queenslandeck. Das Bundesland muss ziemlich entvölkert sein, so viele sind on the Road.

Für heute Abend sind wir mit den Nachbarn zum grillen verabredet. Bei 40 Grad ist die Unternehmenslust nicht sehr gross und wir machen uns einen gemütlichen Tag.

Das Dinner wird bei Ted und Alison eingenommen. Ted stellt das BBQ zur Verfügung und wir das Fleisch.

Ted und Alison werden wir sicherlich in Tamworth wieder sehen. Die Beiden sind ebenfalls auf dem Weg zum Country-Music-Festival. Allerdings ist deren Interessenschwerpunkt Line-Dance

29. Dezember 2013
Der Camper ist fahrbereit, jetzt noch von den Nachbarn verabschieden. Die Beiden haben ihren Aufenthalt verlängert und bleiben bis zum neuen Jahr hier.

Es ist wieder sehr warm, über 40 Grad. Heute macht mir die Hitze zu schaffen. Nur nicht unnötig bewegen oder grossartige Besichtigungen machen.

In Coonabarabran wird ein Stopp eingelegt. Pause und Kaffee trinken. Bevor die Fahrt weiter geht noch ein Besuch der öffentlichen Sanitäranlagen. Dort werde ich von einer Frau, die mit einer älteren Frau im Cafe am Nachbartisch gesessen hat, angesprochen. Woher wir denn kommen. Auf die Antwort „aus Deutschland“ hat sie anscheinend nur gewartet und fängt gleich an alle deutschen Worte, die sie kennt, aufzuzählen. Es sind eine ganze Menge und auch nicht so gängige Wörter dabei. Natürlich will ich wissen, woher sie soviel deutsch kann. Sie habe in der Schule ein Jahr deutsch gelernt. Ausserdem sei sie mit einem Deutschen verheiratet gewesen und Schwager sei ihr Nachname. Einige ihrer Schüler besuchen Deutschkurse und sie sei in Europa gereist. Da sei einiges an deutschen Wörtern hängen geblieben.

Die Welt ist klein. Kathrina ist mit ihrer Mutter unterwegs nach Dubbo, da kommen wir gerade her. Kay, die Mutter, lebt in Tamworth. Schon bekommen wir die Telefonnummer und Adresse von Kay. Wenn wir in Tamworth sind, dann sollen wir uns melden.

Nach diesem netten Gespräch geht die Fahrt weiter bis Narrabri. Der Caravanpark wird unter dem Gesichtspunkt des Swimmingpools ausgesucht. Abkühlung ist dringend notwendig.

Auf dem Platz, der uns zugewiesen ist, befindet sich ein Rasensprenger. Der wird ausgeschaltet, bis der Camper wohnfertig ist. Dann wird er zweckentfremdet, um den Truck mit kaltem Wasser zu kühlen. Die Wände sind heiss. „Hilft das“ fragt die Nachbarin. „Bei mir sind es 47 Grad unterm Vordach“. Im Camper sind es „nur“ 44 Grad, es hat etwas geholfen.

Beim Woher und wohin stellt sich heraus, dass auch sie auf dem Weg nach Tamworth ist. Sie arbeitet während des Festivals im Family-Hotel.

Zur Abkühlung geht es erst mal in den Pool. Bei diesen Temperaturen ein Genuss.

30. Dezember 2013
Das Ziel für die nächsten Tage ist nur 100 Kilometer entfernt, der Ort Moree. Im Internet gesehen, dass es zwei Campingplätze gibt. Die Lage der Plätze sehen wir uns bei der Fahrt in den Ort an.

Bei der Tourist-Info holen wir Unterlagen über Ort und Umgebung. Gleichzeitig erkundigen wir uns, was an Silvester geboten wird. Auf dem Sportgelände gibt es Livemusik, BBQ und Feuerwerk. Feuerwerk schon um 21.30 Uhr. So mit Informationen versorgt, fahren wir zum Caravanpark, der am nächsten zur Stadt liegt.

Es sind noch genügend Stellplätze verfügbar, sogar schattige. Hier bleiben wir bis zum 2. Januar 2014.

31. Dezember 2013
Den Tag lassen wir langsam angehen. Haben ja erst Abends was vor. Für die nächsten Tage sind hochsommerliche Temperaturen bis zu 40 Grad voraus gesagt, da halten sich die Aktivitäten in Grenzen.

Zur Ausstattung des Caravanparks gehören zwei Thermalpools und ein Salzwasserpool. In den Thermalpools ist das Wasser 41 Grad warm, der Salzwasserpool hat kühleres Wasser. Das bevorzugen wir. Moree und die Umgebung ist bekannt für die warmen arthesischen Thermalquellen.

Trotz Recherchen ist es uns nicht gelungen Genaueres über die vom Council ausgerichtete Veranstaltung „New Years Eve Celebrations“ heraus zu finden. Das fängt schon bei unterschiedlichen Anfangszeiten, von 18.00 Uhr bis 19.30 Uhr, an. Angekündigt ist „Fireworks and fun are sure to abound at this festive event. Let the kids play on the jumping castle whilst savouring the sounds of the live bands and the sweet aroma of the Aussie barbecue!”

Die Frage ist, fahren wir mit dem Truck oder nehmen wir ein Taxi. Die Entscheidung fällt für den Truck. Dieter meint, so gegen 19.00 Uhr müssten wir ja noch einen Parkplatz finden. Am Oval angekommen sieht es nicht so aus, als ob hier eine grössere Veranstatung statt findet bzw. eigentlich schon begonnen hat. Kaum Autos, keine Leute auf dem grossen Oval. An einer Seite des Platzes steht ein LKW-Anhänger, auf dem eine kleine Lichtorgel sowie einige Lautsprecher stehen. Drei Verkaufsstände warten auf Kundschaft.

Stühle und Kühltasche werden abgestellt und wir machen erst mal einen Rundgang. Das BBQ ist bereits angeworfen und die ersten Würste liegen auf dem Grill. Da können wir ja die netten Damen und Herren mal nach Einzelheiten fragen. Wann es los geht? Wenn die Musik anfängt. Musik vom Band wird bereits gespielt, demnach hat es schon begonnen. Von einem der Herren am Grill erfahren wir, dass die Arbeit ehrenamtlich gemacht wird. Das Council stellt die Zutaten zur Verfügung, die Arbeit macht der Lions Club. Das eingenommene Geld kann der Club für seine Arbeit behalten. Natürlich kommt auch die Frage, woher und wohin. Ein Ehepaar meint, da seid ihr in Singleton direkt an unserem Haus vorbei gefahren.

Langsam begeben wir uns zu den Stühlen zurück. Ganz langsam kommen einige Besucher, viele mit Kindern. Von der angekündigten Hüpfburg ist nichts zu sehen und die Livemusik kommt anscheinend vom Band. Ein Teil des Platzes wird mit einem Band abgetrennt, ein Feuerwehrauto kommt angefahren und fährt in den abgesperrten Teil. Da wird sicherlich das Feuerwerk abgebrannt.

So warten wr darauf, dass es 21.30 Uhr wird. Pünktlich beginnt das Feuerwerk. Ein sehr schönes Feuerwerk. Dafür hat sich das Warten gelohnt. Kaum ist das Feuerwerk zu Ende, schon strömt alles zu den Autos und fährt nach Hause. Wir auch.

Um Mitternacht sehen wir uns im Internet das Feuerwerk in Sydney an. HAPPY NEW YEAR!

1. Januar 2014
Ein ganz relaxter Tag. Lesen, im Pool abkühlen und zum Schluss noch ein Video ansehen.