Binns Track Alice Springs

25.06.2012

Die nächste Tankstelle ist erst wieder in Alice Springs. Da wir den Binns Track nach Arltunga und dann weiter nach Alice fahren wollen, reicht der im Tank befindliche Diesel nicht mehr. Hier in Gemtree kostet der Liter Diesel 2,15$. Mit gefülltem Tank geht es los.

Der Streckenanfang ist der Gleiche wie der zu den Zirkonfeldern. Nach ca. 8 Kilometern trennen sich die Wege und der Binns Track Section 2: East Macdonnells Ranges, beginnt.
Der Pinnacles Track, als 4WD-Strecke ausgewiesen, führt durch eine abwechslungsreiche Landschaft. Die Strassenverhältnisse sind durchwachsen, mal starke Korrugations, viel Steine, sandige Flussdurchfahrten bis der Pinnacles Track nach 40 Kilometern auf die Garden Road trifft.

Auf der Garden Road treffen wir sogar auf Fahrzeuge, die einen Wohnwagen hinter sich herziehen, obwohl auch dieses Stück als 4WD-Strecke ausgewiesen ist. Das Fahren mit so einem Gefährt ist – besonders an einigen sandigen Flussdurchfahrten – nicht so einfach. Bis zur Ambalindum Homestedt ist die Strecke gut befahrbar.

Hinter der Homestedt werden die Verhältnisse deutlich schlechter. Sind froh, als die Abzweigung nach Artunga in Sicht kommt. Wir fahren am Visitor Center vorbei, das zwar offen, aber nicht besetzt ist. Sehen uns die Ausstellung und ein Video über die Anfänge von Arltunga an. Laut Aushang ist das Arltunga Hotel und der angeschlossene Campground geschlossen. Das ist schlecht, dort wollen wir übernachten. Mal sehen, was uns dort erwartet.

Am Haus hängen jede Menge Schilder. Von der „Pub with no beer“, „Donnerstag bis Sonntag geöffnet“, „Geschlossen“, neben einem „Für Feiern zu vermieten“-Schild. Auf dem Schild eine Telefonnummer. Die Angabe einer Telefonnummer an solchen Plätzen finde ich immer ganz toll, da kein Mobilempfang möglich ist. Da stehst Du mit deinem Handy und es erscheint „no service“.

Die Zufahrt zum Campground ist offen, wir fahren hinein. Zu sehen ist niemand, aber am hinteren Ende steht ein Auto. Machen wir uns auf die Suche. Am Office angekommen, kommt ein Mann heraus. Er sei der Eigentümer und habe nur am Wochenende geöffnet. Da heute Morgen die Wasserpumpe repariert werden musste, sei er da geblieben. Natürlich können wir bleiben. Allerdings gibt es kein warmes Wasser in den Duschen. Er habe den Generator einige Stunden laufen lassen, es habe aber nicht ausgereicht, das Wasser zu erwärmen. Muss das Duschen eben warten, bis wir in Alice sind.

26.06.2012

Die Nacht war wieder frostig kalt. Gut, dass wir so schöne warme Decken haben. Schlecht nur, wenn man mitten in der Nacht mal raus muss. Entschädigt wird man allerdings durch einen fantastischen Sternenhimmel.

Sind schon recht früh unterwegs, im Führerhaus können wir wenigstens die Heizung einschalten. Wieder geht die Fahrt durch eine tolle Landschaft. Die East Macdonnells Ranges, einfach sehenswert. Der Fahrer hat allerdings nicht viel davon. Der ist damit beschäftigt, das Gefährt unbeschadet über die Strecke zu bringen. Das ändert sich erst, als der Ross Highway erreicht ist. Erstaunlich, was Mensch und Maschine so aushalten.

Die Trephina Gorge kennen wir noch nicht, da machen wir einen Abstecher. Ein kurzer Spaziergang führt bis zu einem Wasserloch. Hier sind die verschiedenen Schichten der Felsen besonders gut zu sehen. Erstaunlich, wie fest die Felsen aufeinander sitzen.

Es ist Lunchtime. Überdachte Tische und Bänke laden zum verweilen ein. Das vorbereitete Bacon & Egg-Sandwich wird verzehrt. Ein kleiner Vogel wartet, dass auch für ihn was abfällt.

Es ist Nachmittag, als wir in Alice ankommen. Dieses Mal checken wir auf dem G’Day Mate Caravanpark ein und gönnen uns eine Ensuite Site! Welcher Luxus, heisses Wasser zum duschen, Strom um das Heizöfchen in die Ensuite zu stellen und diese vorzuwärmen. Heute Nacht wird der Heizofen auch im Camper laufen, damit es in der Nacht nicht so kalt wird.

Jetzt noch einkaufen fahren. Der Kühlschrank ist fast leer. Es macht Spass, mal wieder in einem so gut sortierten Supermarkt einzukaufen. Im Kühlregal gibt es deutsche Bratwürste, de gibt es zum Abendessen.

Das Ausparken des Trucks ist etwas schwierig. Der Keilriemen von der Servolenkung hat sich gelockert und ohne Servolenkung ist das rangieren schwierig. Arbeit für Dieter.

27.06.2012

Heute haben wir nichts Spezielles vor. So wird eine Weile vorm Rechner mit Zeitung lesen und surfen im Internet verbracht.

Zur Vorbereitung der Fahrt über die Great Central Road gehört auch die Beantragung von Transit-Permits. Das kann online erfolgen. Dieter beantragt das Permit für das NT (Uluru bis Docker River), ich das entsprechende für Westaustralien (Docker River bis Laverton). Das Permit für die Strecke bis Docker River kann für die Dauer von 4 Wochen beantragt werden. Nach Absenden der Email dauert es keine 5 Minuten und das Permit ist da.

Das Permit für den westaustralischen Teil beantrage ich. Bei der Dauer der Gültigkeit kann unter 2 Optionen gewählt werden, bis 3 Tage oder mehr als 3 Tage. Ich wähle die 2 Möglichkeit und gebe ein Zeitfenster von 10 Tagen an mit der Begründung, dass noch nicht genau bekannt ist, wann die Tour über die Great Central Road gestartet wird.

Keine 5 Minuten später klingelt das Telefon. Eine freundliche Frau stellt sich als die Bearbeiterin des Permitantrages vor. Sie brauche eine genaue Zeitangabe, das Permit könne nur für den Zeitraum von 3 Tagen ausgestellt werden. Ich soll mich melden, wenn wir in Ulara sind und genaue Angaben machen. Ist eigenartig, ich habe bereits mehrmals das Transitpermit für einen längeren Zeitraum beantragt – und auch bekommen. Warum das dieses Mal nicht möglich sein soll.

Dieter hat in der Zwischenzeit den lockeren Keilriemen nachgespannt. Klar, das anschliessend eine Probefahrt nötig wird. Da können wir auch gleich noch einige Sachen einkaufen.

Die nächtlichen Temperaturen sind immer noch um den Gefrierpunkt. Da ist es mit einem Buch im Bett am gemütlichsten.

28.06.2012

Der Tag fängt schon gut an, sehr lange geschlafen. Da wir nichts vor haben, wird erst mal ausgiebig gefrühstückt. Die Sonne scheint und wärmt auch schon ein wenig. Die Stühle werden in die Sonne gestellt und die angenehmen Temperaturen genossen.

Wann haben wir das letzte Mal fern gesehen? Ist schon eine Weile her. Der Fernseher wird ausgepackt und durch das australische Fernsehprogramm gezappt. Nichts wirklich Interessantes im Angebot.

Der monatliche Stammtisch-Newsletter muss verschickt werden. Aber, erst mal muss er geschrieben werden. Bis es Zeit ist ins Bett zu gehen, ist erst die Hälfte geschafft.

29.06.2012

Heute steht ein Besuch beim Royal Flying Doctor Service auf dem Programm. Wir kommen zur richtigen Zeit, ein Film über die Geschichte und die Arbeit der Fliegenden Ärzte fängt gerade an. Danach machen wir einen Rundgang durchs Museum. Zum Abschluss sitzen wir noch im Garten und geniessen den heissen Kaffee. Der Royal Flying Doctor Service muss unterstützt werden

Jetzt wird noch ein Internet-Cafe gebraucht. Das Transit-Permit und einige andere Dokumente müssen ausgedruckt werden.

Zurück auf dem Caravanpark wartet die Arbeit. Der Newsletter muss fertig gestellt und verschickt werden. Das ist um 21.00 Uhr beendet.

30.06.2012

Dieter hat sich die Dieselpreise für Yulara anzeigen lassen. Da füllen wir den Tank + den Zusatztank besser in Alice auf. Jetzt sind 150 Liter an Bord, für 250 $.

Danach geht es in die Innenstadt. Bei diesem Wetter macht ein Bummel über die Todd Mall Spass. In der Nähe des Parkplatzes sitzen Aboriginies und malen bzw. bieten Bilder an. Da können wir auf dem Rückweg nochmal vorbei schauen.

Auf der Todd Mal muss Dieter mit mir von einer Galerie in die nächste, Bilder ansehen. Wie das oft so ist, im ersten Geschäft Bilder gesehen, die mir gut gefallen haben. Auf dem Rückweg gehen wir nochmals hinein. 2 Gemälde nehmen wir mit, zu einem sehr guten Preis.

Heute Abend wollen wir Pizza essen gehen, das Restaurant ist direkt neben dem Campingplatz. An der Gaststätte ankommen, stehen wir vor verschlossener Tür. Nicht nur wir, es kommen noch weitere Leute. Was nun? Das nächste ist die Heavitree Gap Taverne, da laufen wir hin. Heute Abend gibt es nur ein All you can eat Buffet – nicht das, was wir uns vorgestellt haben. Dann müssen wir halt auf den eigenen Bestand zurück greifen und was zum Essen zaubern.