Onslow Port Denison

Sonntag, 1. Mai 2011

Gestern und heute Nacht waren die Moskitos und Sandflies sehr aktiv. Besonders betroffen ist Dieter, der hat überall Stiche. Und die jucken! Deshalb ist die Nacht früh zu Ende und wir bereits um 9.00 Uhr abfahrbereit.

Am Nanutara Roadhaus gibt es eine Pause zum Aufsuchen der sanitären Örtlichkeiten und zum Kaffee trinken. Ein Selbstbedienungs-Schnellkaffee kostet 4,50$. Happig. Heute ist der Tag der Schwertransporte. Vermutlich wird weiter nördlich ein Minencamp eingerichtet, so sieht es jedenfalls für uns aus.

Die Schwertransporte können, unserer Meinung nach, in 3 Kategorien eingeteilt werden:
1. Der LKW hat ein Blinklicht und ein OVERSIZE-Schild :
Die Ladung, die der LKW transportiert, ist so breit wie eine Fahrbahn
2. Ein Pilotfahrzeug fährt voraus mit dem OVERSIZE-Schild
Die Ladung, die der LKW transportiert, ist so breit wie 1,5 Fahrbahnen
3. Ein Pilotfahrzeug fährt voraus mit dem OVERSIZE-Schild
Ein zweites Fahrzeug folgt mit roten und blauen Blinklichtern
Dann heißt es, sofort von der Fahrbahn auf den Seitenstreifen. Die Ladung des LKW benötigt beide Fahrbahnen.

Dreimal ist uns heute die 3. Variante begegnet.Nach einer Kaffepause am Minilja Roadhaus – hier kostet ein frisch aufgebrühter Kaffee 4$, fahren wir durch bis Carnavon.
Beim Einparken auf dem Campingplatz ein unschöner Anblick – ein platter Reifen.

Montag, 2. Mai 2011

Nach den Frühstück soll zuerst der Reifen gefixt werden. Zum Reifenservice sind es nur 200 Meter. Sie würden erst den in der Werkstatt befindlichen Wagen fertig machen, dann kommt unser Auto dran. Wird ca ¾ Stunde dauern. Da sehen wir uns in der Zwischenzeit schon mal im Einkaufszentrum um.
Auf dem Rückweg sehen wir, dass am Truck noch gearbeitet wird. Der Reifen ist noch nicht wieder an seinem Platz. Im Reifen ist ein Fremdkörper. Der wurde entfernt, das Loch gepatched und der Schlauch ausgetauscht. Jetzt wieder auf die Achse montieren, das Auto ist fahrbereit.

Dann steht der Einkaufsfahrt nichts mehr im Wege. Zuerst zu IGA. Dort gibt es mal andere Sorten frisch geschnittener und abgepackter Wurst. Dort nehmen wir auch noch 2 Stück Strudel mit, für den Geburtstagskaffee heute Mittag. Zurück auf dem Campingplatz werden die Betten abgezogen und die Decken in die Sonne gehängt. Die Wäsche kommt gleich in die Waschmaschine. Und das Besondere: hier gibt es Frontloader-Maschinen!! Bei dem Wind ist die Wäsche schnell trocken.
Zum essen laufen wir ins Carnavon-Hotel. Beide suchen wir uns Fisch aus. Dieter hat Snapper mit einer Champignon-Weißweinsoße und ich Seafood Special. Beides auf eine etwas ungewöhnliche Art zubereitet, aber sehr lecker. Beim nach Hause laufen werden die ersten Kalorien verbraucht.

Dienstag, 3. Mai 2011

Um 10.00 Uhr startet bei Bumbaks die Plantation-Tour. Pünktlich wie wir sind, haben wir noch etwas Zeit und können uns vorher im Shop umsehen. Die Produkte der Farm werden teilweise zu Marmelade, Relish, Soßen oder getrockneten Früchten verarbeitet.
Und natürlich kommt auch die Überschwemmung im Dezember zur Sprache. Der Gascoyne River hatte nach heftigen Regenfällen eine Höhe von 7,90 Metern erreicht. Von der Caltex-Tankstelle sei nur noch das auf der Säule befindliche Caltex-Zeichen aus dem Wasser geragt. Das Hochwasser ist auch der Grund, dass dieses Jahr Obst und Gemüse zu einem späteren Zeitpunkt geerntet werden.
Mit einer kleinen Gruppe von 11 Leuten startet Jo, deren Großeltern die Plantage gegründet haben, mit der Tour. Von den Bananen geht es zu den Melonen und von dort zu den Weintrauben.
An 27.000 Weinstöcken werden Tafeltrauben angebaut. Eine aufwändige und arbeitsintensive Sache, aber rentabel. Wie meint Jo: bis zur Ernte kenne sie jede Weintraube beim Namen.

Sie erklärt die verschiedenen Arbeitsschritte. Es beginnt mit dem schneiden der Stöcke. Wenn der Stock anfängt zu blühen, werden die Blütenrispen nach unten gebogen. Als nächster Schritt folgt das ausdünnen. Da jeder Stock mehr Blüten treibt als er ernähren kann, wird ein Teil der Fruchtansätze weggeschnitten. Bei den älteren Weinstöcken werden von ca. 60 Blütenansätzen nur 40 Stück am Stock gelassen. Damit die Trauben Platz zum wachsen haben, werden von jedem Strang spiralförmig die Trauben entfernt.
Der Verbraucher möchte einen schön gewachsenen Traubenstrang haben. Oben breit und nach unten spitz zulaufend und dass nicht länger als 30 Zentimeter, mit einem Gewicht zwischen 500 und 800 Gramm. Deshalb folgt der nächste Schritt, der Traubenstrang wird entsprechend zugeschnitten. Bei der nächsten Runde werden alle defekten Trauben (faul, geplatzt, Sonnenbrand) einzeln heraus geschnitten. Jetzt ist alles vorbereitet, als nächstes folgt die Ernte.
Alles erfolgt in Handarbeit und das bei 27.000 Weinstöcken. Nach der Tour machen wir noch einen Abstecher zur 1-Mile-Jetty. Mit der dort verkehrenden Tram fahren wir die Jetty entlang. Nach so viel Kultur zurück zum Campingplatz, Kaffee trinken.
Was essen wir denn heute? Keine Lust auf Fisch oder Fleisch, aber auf Pizza. Wir machen einen Spaziergang zu den Eagle Boys. Da ist viel Betrieb, heute ist der preiswerte Dienstag. Mit der warmen Pizza geht es zurück zum Camper.

Mittwoch, 4. Mai 2011

Der Tag wird langsam angefangen, mit einem langen Frühstück. Heute hat das Rivergum Café wieder geöffnet. Das Café liegt direkt am Gascoyne River und hat einen schön angelegten Garten. Dort wollen wir Eis essen gehen. Bereits bei der Anfahrt sehen wir, dass großflächige Erdarbeiten im Gange sind. Teileweise sind es Neubepflanzungen, teilweise auch noch die Beseitigung der Flutschäden.

An einer der Säulen des Cafés ist der Flutlevel von Dezember 2010 markiert. Beim hinsetzen hätten wir da einen nassen Hintern bekommen. Im Gespräch erfahren wir, dass das Wasser im Gebäude gestanden hat und erst nach umfangreichen Reinigungs- und Renovierungsarbeiten wieder geöffnet werden konnte.
Morgen geht die Fahrt weiter, es müssen noch ein paar Lebensmittel eingekauft werden. In der Fischfabrik nehmen wir noch frische King Prawns und King George Whiting mit. Das gibt morgen ein leckeres Abendessen. Es hat ziemlich abgekühlt. Mit einem Video machen wir es uns im Bett gemütlich.

Donnerstag, 5. Mai 2011

Und wieder muss vor der Weiterfahrt der Tank gefüllt werden, dann kann die Fahrt nach Süden, über den North West Coastal Highway, losgehen. Nach einigen Kilometern überholen wir einen Radfahrer. Wo der wohl hin will? Bis zum nächsten Roadhaus sind es immerhin 100 Kilometer. Nach einigen Kilometern ein weiterer Radfahrer, ein weiteres Stück voraus fahren 2 gemeinsam. Nach einem Radrennen sieht das nicht aus, obwohl keiner der Biker Gepäck bei sich hat.
Der nächste Parkplatz mit Toilettenhäuschen wird angefahren. An der Einfahrt steht ein kleines grünes Schild mit den Umrissen von Australien. Auf dem Parkplatz geht es geschäftig zu. Hier stehen schon einige Fahrräder und die Fahrer sitzen um den BBQPlatz. Ein Fahrzeug steht mit geöffneten Türen davor, sieht aus wie ein Verpflegungsfahrzeug.
Natürlich können wir nicht weiterfahren, bevor meine Neugierde gestillt ist. Deshalb einen Abstecher zu den Radfahrern.

Ca. 20 Leute sind mit Fahrrädern von Broome nach Perth unterwegs. Darunter auch 1 Deutscher und 1 Schweizer. Zeit 4 Wochen. Und wofür das alles? Just for fun und We are all a bit crazy, meint eine der Teilnehmerinnen. In der Damentoilette hat ein Vogel sein Nest gebaut und es liegen 2 Eier darin. Der muss sich hier sehr sicher fühlen.

Am Wooramel Roadhaus gibt es den nächsten Stopp, zum Kaffee trinken. In der Pause überlegen wir, wie weit heute gefahren wird. Beschluss: nicht am Overlaender Roadhaus zu übernachten, sondern Richtung Hamelin Pool zu fahren. Kurz vor Hamelin Pool kommt ein Hinweis auf den Hamelin Pool Station-Stay und biegen dorthin ab.
An der Rezeption arbeitet John mit seiner Frau. John erklärt gleich, dass 36 Studenten auf der Farm seien und alles (Campkitchen, Büro, BBQ-Platz) in Beschlag genommen haben. Wenn wir etwas davon benutzen möchten, dann arrangiert er das. Powered Sites gibt es hier nicht und elektrische Geräte können auch nicht genutzt werden. John ist mit seiner Frau für 6 Monate als Caretaker angestellt. Er ist ein sehr gesprächiger Typ.

Meine Frage, um was für eine Farm es sich handelt, und gleich gibt es eine ausführliche Antwort. Es ist eine Schaffarm mit 10 000 Merinoschafen. Die Farm ist 1 Million Acer groß. Ein Teil der Grenze ist der Highway, mit einer Länge von 80 Kilometern. Die einzelnen Paddocks sind 8 Kilometer x 8 Kilometer groß. Wenn es irgend welche Probleme gibt, einfach ihn ansprechen. Er lebt in dem großen Bus hinter dem Gebäude.
Dann folgt noch eine Beschreibung, was bei gesundheitlichen Problemen zu tun ist. Die ärztliche Versorgung erfolgt über den Royal Flying Doctor Service. Auf der Farm gibt es das entsprechende Equipment (Koffer mit Medikamenten, etc) und per Funk könne mit dem Doktor die Behandlung abgestimmt werden. Das hat mir auf unseren vielen Australienreisen noch niemand erzählt.

Freitag, 6. Mai 2011

Der Wasserkessel steht auf dem Kocher. Das Wasser ist lauwarm und das Gas ist alle. Toll. Es war geplant, in Carnavon Gas auffüllen zu lassen, das haben wir aber vergessen. In der Campkitchen wird heißes Wasser geholt, für Kaffee. John meint,das am Overlaender Roadhaus auch Gasflaschen aufgefüllt werden. Da müssen wir zum tanken sowieso anhalten.
Leider wird dieser Service am Roadhaus nicht angeboten. Auf dem Parkplatz sehen wir einige der Fahrradfahrer, die wir gestern getroffen haben, wieder. Das Roadhaus ist Verpflegungsstation.
Ca. 30 Kilometer südlich des Roadhauses biegen wir auf den Butchers Track ab um Richtung Murchinson Roadhaus zu fahren. Ein Schild weist darauf hin, das die Straße für Anhänger nicht geeignet ist. Die Straße ist in einem guten Zustand, teilweise frisch gegradert.

Am Murchinson Roadhaus sieht es anders aus als vor 5 Jahren, alles neu gemacht. Das Roadhaus und der angeschlossenen Campingplatz sind im Juli 2010 neu eröffnet worden. Ein deutsches Mädel arbeitet seit vorgestern hier im Roadhaus. Sie ist mit einem WHV in Australien.

Die Preise sind sehr günstig. Eine Powered Site kostet 20 $ und einen richtigen Kaffee gibt es für 3,50$. Sogar Internet wird angeboten, kostenlos. Alles Service. Beim Gespräch mit der Betreiberin des Roadhauses kommen wir auch auf die Überschwemmungen im Dezember. Das Wasser hat die Umgebung von Murchinson nicht verschont. 6 Wochen seien sie von der Außenwelt abgeschnitten gewesen. Ihr Mann, der auch Hubschrauber fliegt, habe Lebensmittel zu den Farmen geflogen, da es den Leuten nicht möglich war, die Farmen zu verlassen. Sie zeigt uns einige Bilder, die ihr Mann aus dem Hubschrauber aufgenommen hat.

Samstag, 7. Mai 2011

Ein Blick auf die Tanksäule, Diesel kostet hier nur 1,39$. So günstig war es noch an keinem Ort. Die Tankstelle gehört dem Shire und das verkauft den Treibstoff ohne Aufschlag. Profitieren sollen davon vor allem die Menschen der umliegenden Farmen.
Vom Murchinson-Roadhaus Richtung Mullewa sind inzwischen 40 Kilometer der Straße geteert. Auf dem noch unbefestigten Stück sind ausgedehnte Straßenbauarbeiten im Gange. Ob dort nur die Flutschäden beseitigt oder Vorbereitungen getroffen werden, ein weiteres Teilstück zu befestigen, das können wir nicht feststellen. Gegen 13.00 Uhr erreichen wir Mullewa. Hatten eigentlich angedacht, die Fahrt hier zu beenden. Eine Rundfahrt durch den Ort und es wird neu entschieden, wir fahren weiter. Der Ort sieht verlassen aus, viele Gebäude stehen leer, Türen und Fenster sind mit Brettern vernagelt. Es ist noch früh, fahren wir weiter.
Wir nehmen die Nebenstrassen. Vorbei an riesigen abgeernteten Weizenfeldern über Wongoondy, Mingenew, Strawberry bis nach Dongara/Port Denison.
Ein netter kleiner Ort, hier bleiben wir 3 Nächte.

Sonntag, 8. Mai 2011

Um 9.30 Uhr gibt es kostenloses Pfannkuchen-Frühstück. Bis dahin ist noch Zeit und es gibt einen Kaffee im Camper. Beim gemeinsamen Essen kommt man schnell mit den anderen Campern ins Gespräch. Anschließend wird das wunderbare Wetter, Sonnenschein und 25 Grad, genossen. Mit einem Buch wird es sich gemütlich gemacht. Nachmittags noch einen Spaziergang zum Strand und zusehen, wie die Sonne unter geht. Ein perfekter Tag.

Montag, 9. Mai 2011

Heute ist früh aufstehen angesagt. Wir sind mit Phil verabredet, der mit dem Slogan - Dingos at Dongara – Australias Native Wolves - wirbt. Gestern Abend telefonisch einen Termin mit ihm ausgemacht. Die beste Zeit sei zwischen 7.30 Uhr und 9.00 Uhr. Super pünktlich sind wir am Ziel, aber, Phil ist noch nicht da. Zwei Dingos beobachten jeden unserer Schritte. Wir setzen uns auf die Bank und warten. Nach einer Dreiviertel Stunde kommt Phil angefahren, 2 Dingos auf der Ladefläche seines LKWs. Er stellt den Wagen ab, bringt die Dingos in einem zweiten Gehege unter und schon ist er bei uns.
In der darauf folgenden Zeit erfahren wir viel darüber, wie sich die Tiere ihrer Umgebung anpassen. z. B. sind Dingos aus Westaustralien größer wie Dingos die in den Bergen von Victoria leben. Das Verhalten, die Lebensweise, er beobachtet die Tiere sehr genau. Und er gibt gerne seine Beobachtungen weiter.

Er hat 4 Dingos, 3 Rüden und 1 Weibchen. In einem Gehege sind 2 männliche Tiere zusammen, im anderen Gehege 1 Rüde mit dem Weibchen. Er nimmt uns mit in beide Gehege, zu den freilaufenden Tieren. Ein kurzes schnüffeln, dann sind wir uninteressant.
Nach fast Stunden haben wir viel über diese, von den Farmern nicht gerne gesehenen und gejagten, Tiere erfahren. Phil war früher selbst Farmer. Was ihn zum umdenken gebracht hat?
Auf dem Rückweg wird die leere Gasflasche aufgefüllt und eine Zeitung mitgenommen. Lektüre für den Nachmittag. Es ist ziemlich windig. Von unserem Platz aus, können wir aufs Meer sehen. Da kommen richtig hohe Wellen an, die mit einem lauten klatschen auf den am Strand liegenden Steinen auslaufen. Die Stühle werden entsprechend gestellt, wir sehen in die Ferne – aufs Meer.
Zum Abendessen gibt es noch Fish & Chips, das passt.