Newman - Broome

Dienstag, 5. April 2011

Auf dem Weg nach Norden meiden wir den Highway und nehmen die Route über Nullagine nach Marble Bar. Inzwischen sind bereits 100 Kilometer der Strecke geteert, der Rest ist unsealed.
Überall sind noch die vom Wasser verursachten Schäden, Löcher, Auswaschungen, Rinnen, zu sehen. Bautrupps sind unterwegs, um die Schäden zu beseitigen. Es gibt noch viel zu tun.

In Nullagine ist es Zeit für die Mittagspause und einen Kaffee im Roadhaus.
Gestärkt fahren wir weiter bis Marble Bar. Dort bleiben wir auf dem einzigen Caravanpark.
Die Rezeption ist nicht besetzt. Margret, die Caretakerin, hat eine Mobilnummer hinterlassen. Ein Anruf, give me 5 minutes, und sie kommt angefahren. Gleichzeitig mit uns, ist noch ein Auto mit 3 jungen Leuten angekommen. 35 $ für den Stellplatz ist bei dem Zustand des Platzes ganz schön viel.
Margret kommt später noch auf ein Schwätzchen vorbei. Der Eigentümer des Platzes habe noch mehrere Immobilienobjekte und sei nicht so sehr an diesem Objekt interessiert, meint sie.

Mittwoch, 6. April 2011

Die Zapfsäule am Roadhaus in Marble Bar zeigt 1,978$ für den Liter Diesel. Teurer kann es an der kleinen Tankstelle im Ort nicht sein, wir drehen um und fahren zurück in den Ort.
Hier kostet Diesel nur 1,81 $. Die Preisanzeige sei noch nicht umgestellt, meint die Frau an der Kasse. Aber, sie seien
immer preiswerter wie das Roadhaus. Am Straßenrand ist alles grün und die ersten Wildblumen fangen an zu blühen. In den Flüssen ist noch Wasser, auch wenn es kaum noch fließt.
Wir erreichen den Highway 1 und fahren weiter Richtung Broome. Bis jetzt hatten wir noch Sonnenschein, doch das ändert sich. Hier ist es bewölkt und schwül, unangenehm. Sind bestimmt noch die Auswirkungen des Tropical Low. Wo übernachten wir heute?
Das Hinweisschild zur Pardoo-Station und dem dazugehörigen Campingplatz sieht einladend aus. Die fahren wir an. Nach 13 Kilometern dirt road fahren wir direkt auf den Shop mit Rezeption zu und haben Glück, noch ist geöffnet. Noch hat die Saison nicht begonnen, es sind nur einige Camper da. Ab Ostern werde es richtig voll, so lautet die Auskunft. Der Campingplatz ist erstaunlich groß, es gibt 65 Stellplätze mit Stromanschluss, einen Pool, Restaurant und sogar einen Bottleshop.
Wir machen uns einen schönen Nachmittag und einen gemütlichen DVD-Abend. Das Wetter ist ideal für alle Arten von Insekten und Moskitos. Im Auto kann man dagegen wenigstens ansprühen.

Donnerstag, 7. April 2011

Es ist warm, bedeckt, feucht und schwül. Ohne die geringste Anstrengung ist man nass geschwitzt. Der in Meekatharra reparierte Reifen hat schon wieder Luft verloren. Auf gut deutsch, er ist platt. Kann überhaupt nicht sein, ist ja ein neuer Schlauch darin. Mal nachfragen, ob die Möglichkeit besteht, den Reifen hier reparieren zu lassen. Also nach dem Frühstück ein Spaziergang zum Workshop, wo fleißig gearbeitet wird. Demnächst wird gemustert und die Autos zum Vieh treiben müssen vorbereitet werden.
Es kommt die Frage, ob der Reifen nur aufgepumpt oder repariert werden soll. Natürlich repariert. Der Chef ruft 2 junge Männer, die sollen sich um den Reifen kümmern.
Bezahlung, die Jungs mögen Pisse (Bier). Der Truck wird zur Werkstatt gefahren und die Jungs legen los. Gar so oft haben die noch keinen Reifen von der Felge montiert. Die zwei quälen sich eine ganze Weile mit der Split-Rim herum, bis der Ring gelöst ist und der Reifen auf dem Boden liegt. Bei der Untersuchung des Schlauches findet einer der Jungs ein Loch. Der Chef selbst sieht sich das Ganze an und untersucht das Innere des Reifens. Er findet ein Stelle, wo ein kleines Stück Stahl (Draht?) vorsteht. Das hätte der Monteure in Meekatharra doch bereits feststellen müssen. Die Beiden sollen den Draht beseitigen und die Stelle mit einem Patch abdecken. Wo sind die Patchs fragt der Eine. Im Kühlschrank lautet die Antwort.
Das Loch im Schlauch wird geflickt und alles wieder zusammen gesetzt. Beim Einsetzen des Ringes haben die Beiden wieder Probleme. Einer geht zu den neben der Halle aufgeschichteten Altreifen und sucht etwas. Plötzlich ruft er seinen Kollegen und es wird hektisch. Eine Schlange hat sich zwischen den Reifen versteckt. Es gelingt ihr zu entkommen.

Nach mehr als 1 Stunde ist die Reparatur beendet und der Reifen sitzt wieder auf der Achse. Die Reparatur hat ein Danke schön und ein Sixpack gekostet. Der Haushund, ein Terriermischling, hat einen Gecko aufgestöbert und versucht ihn zu fangen. Unglaublich, wie schnell und wendig so ein Gecko ist. Der schlägt Haken wie ein Hase und es gelingt ihm, sich unter einer der Cabins in Sicherheit zu bringen.

Gegen Mittag kommt die Sonne raus und es ist richtig heiß. Da lädt der Pool zur Abkühlung ein. Die Campingküche ist gut ausgestattet, sogar ein Herd mit Backofen ist vorhanden. Da unser Brot alle ist, wird schnell ein Brotteig angesetzt und Brot gebacken.
Heute ist die Insektenplage noch schlimmer als gestern. Wir verziehen uns ins Wageninnere. Die durch die Ritzen eindringenden Stecher werden eingenebelt. Gut, dass wir Menschen so widerstandsfähig sind!

Freitag, 8. April 2011

Alles ist wieder an seinem Platz, es kann losgehen. Erster Stopp am Pardoo-Roadhaus, zum tanken. Bis Broome sind es über 500 Kilometer. Ob wir durchfahren, das wird unterwegs entschieden.
Wir fahren und fahren und fahren. Auf der Strecke gibt es nicht viel zu sehen. Bemerkenswert ist, wie grün es überall ist. Unterwegs regnet es immer mal wieder. Der Wetterbericht meldet isolated showers. Am Sandfire-Roadhaus wird nachgetankt und Mittagspause gemacht. Dieter meint, wir fahren durch bis Broome. So ca. 100 Kilometer vor Broome ändert sich die Landschaft. Es ist flach und grüne, wogende Wiesen. Man denkt an Norddeutschland, es fehlen nur noch die schwarzbunten Kühe auf der Weide.
Je mehr wir uns Broome nähern, um so nasser wird es. Und vor allem, die Luftfeuchtigkeit nimmt zu. Es ist schwül-heiss. Geplant ist, 4 Nächte in Broome zu bleiben und dann nach Cape Leveque hochzufahren. Auf dem Cable Beach Caravanpark waren wir schon, den fahren wir wieder an. Es ist kein Problem einen Stellplatz zu bekommen, die Saison hat noch nicht begonnen. Beim einchecken habe ich mir gleich Restaurantempfehlungen geben lassen. Dieter hat Geburtstag und wir gehen essen.
Nicht weit entfernt ist das Zoo-Cafe. Als wir dort ankommen, ist das Restaurant erst halb besetzt. Die Bedienung meint, alles reserviert, sie kann nur noch einen Platz im Außenbereich anbieten. Das aber kommt gleich hinterher. Auf dem Wetterradar wird Regen angezeigt. Wenn es während wir Essen anfängt zu regnen, dann kann sie uns nicht im Lokal unterbringen. Nicht das, was wir uns vorgestellt haben. Außerdem ist es im klimatisierten Raum angenehmer.
Weiter zum nächsten Lokal. Hier gibt es genügend Platz. Das Essen – Fischplatte mit gerilltem Fisch, Scallops, Prawns und salt & peper squid - ist sehr lecker.

Samstag, 9. April 2011

Heute ist Markt in Broome. Da wir anschließend noch einkaufen wollen, vor allem Getränke, fahren wir im Truck. Es ist leer auf dem Markt, wenig Touristen unterwegs. Vom Markt aus fahren wir nach China Town und genießen die Kühle im Einkaufszentrum.
Den Großeinkauf erledigen wir auf der Rückfahrt zum Campingplatz. Wir halten uns eine Weile in der Mall auf, hier ist es angenehm kühl. Die letzten Tage hat es in Broome geregnet. Das wirkt sich natürlich auf die Luftfeuchtigkeit aus. Gestern waren es 89 % Luftfeuchtigkeit bei über 30 Grad Lufttemperatur. Ich fühle mich, als käme ich ständig aus der Dusche und hätte vergessen,
mich abzutrocknen. Einfach nur nass. Ich könnte mich ständig umziehen. Der Wäscheberg wächst, ihn gilt es zu bekämpfen. Die erste Maschine Wäsche ist in Arbeit. Das Problem ist das trocknen. Heute kommt der Trockner zum Einsatz.
Der große Pool lädt zum abkühlen ein. Wir genießen das angenehm temperierte Wasser.

Sonntag, 10. April 2011

Es ist mal wieder Hausarbeit angesagt. Betten müssen abgezogen und gelüftet werden. Die Wäsche gewaschen und vor allem getrocknet werden. Heute ist dafür ein guter Tag, nur 60 % Luftfeuchtigkeit.
Nachmittags wird der Pool genutzt. Das ist für mich, einen aktiven Nichtschwimmer, die beste Möglichkeit ins Wasser zu gehen. Den in allem, was tiefer wie eine Pfütze ist, besteht die Gefahr das ich untergehe.

Montag, 11. April 2011

Heute wird der öffentliche Nahverkehr genutzt, um in die Stadt zu fahren und an der Tourist-Info auszusteigen. Dort wollen wir uns über die aktuellen Straßenzustände informieren und sehen, ob die Road nach Cape Leveque offen ist. Alles offen lautet die Auskunft. Das ist prima, da können wir morgen losfahren. Gleich die nächste Frage: Gibt es zur Zeit Führungen auf der Willi Creek Pearl Farm? Ja, auch die gibt es, müssen im voraus gebucht werden. Mit einem Telefonanruf wird geklärt, um welche Uhrzeit noch Plätze am Dienstag verfügbar sind. Um 11.00 Uhr und um 14.00 Uhr. 14.00 Uhr passt gut, bitte 2 Personen als Selbstfahrer vormerken. Gibt es einen Sonderpreis für Rentner? Erneut wird telefonisch rückgefragt und uns wird der „Rentnerpreis“ berechnet, 20 $ gespart.
Jetzt steht einem Stadtbummel, einem Besuch in der Eisdiele, nichts mehr im Weg. Mit dem Bus fahren wir die gesamte Schleife, bevor es wieder zurück zum Campingplatz geht.
Natürlich wird auch wieder der Pool zum abkühlen genutzt.