Kalgoorlie - Newman

Montag, 28. März 2011

Es sticht im Rücken! Da ist einer mit dem Messer zugange, so fühlt es sich jedenfalls an. Ich muss die Nacht komisch geschlafen haben. Nur keine falsche Bewegung. Das Zusammenpacken geht heute etwas langsam vor sich. Trotzdem fahren wir vor 10.00 Uhr vom Platz.

Als erstes steht Harvey Norman auf der Liste. Dort wollen wir u.a. den Telstra Pre-Paid Mobile Wi-Fi ansehen. Im Prospekt von Telstra ist er ab Dienstag für 99 $ angeboten, bei Harvey Norman noch für 129 $. In dem Preis ist ein Datenvolumen von 5 GB inklusive.
Das Guthaben hat eine Gültigkeit von 90 Tagen. Damit ist die Hardware fast kostenlos. Aufladung 6 GB kosten sonst 100$.

Das Teil ist vorrätig, aber noch mit dem hohen Preis ausgezeichnet. Dieter zeigt dem Verkäufer den Prospekt von Telstra, der Verkäufer geht kurz nachfragen, und schon haben wir 30 $ gespart.
Als nächstes werden Lebensmittel gekauft und noch auf dem Parkplatz in den Kühlschrank geräumt. Jetzt noch tanken. Diesel kostet 148,9l. Und schon sind wir auf dem Weg nach Menzies. Der Caravanpark ist neu angelegt und vergrößert worden. Nachdem der Camper wohnfertig ist, gibt es erstmal eine Pause. Bei bestimmten Bewegungen sticht es immer noch im Rücken.
Die meisten Sehenswürdigkeiten der Stadt liegen an der Hauptstraße. Es dauert nicht lange, bis man alles gesehen hat. Auf dem Rückweg kehren wir noch im Pub ein.

Rathaus von Menzies
Rathaus von Menzies

Dienstag, 29. März 2011

Gefrühstückt haben wir, alles ist wieder verpackt. Es kann los gehen. Die Tankstelle ist die nächste Anlaufstelle. Hier haben sie an den Zapfsäulen ganz auf Selbstbedienung umgestellt. Diesel kostet hier 165,9 $. Direkt hinter der Tankstelle biegen wir auf die Straße Richtung Lake Ballard ab. Lake Ballard ist ein Salzsee, auf dem der Künstler Antony Gormley 51 Skulpturen aufgestellt hat. Ein Glück, dass es nicht so heiß ist. Die Salzablagerungen auf der trockenen Fläche des Sees reflektieren die Sonnenstrahlen zusätzlich.
Bereits nach einem kurzen Stück steht die 1 Statue. Kaum zu glauben, wie trügerisch die Oberflächenbeschaffenheit ist. Die Fläche sieht ausgetrocknet aus, aber unter einer dünnen Schicht ist es noch feucht. Es ist glitschig, als würde man auf Glatteis laufen. Ganz vorsichtig setzen wir unseren Weg fort. Im hinteren Teil des Sees steht noch das Wasser. Ein Überbleibsel des starken Regens, der noch nicht so lange her ist.

Der Weg geht weiter über Dirt Road Richtung Sandstone. Kurz vor der Stadt macht ein Transport mit Überbreite Pause. So eine Gelegenheit kann man sich nicht entgehen lassen. Schnell auf den Parkplatz abbiegen und einige Bilder machen bevor wir zum Campingplatz weiterfahren.
Da ich wegen eines schattigen Platzes nachgefragt habe, kommt die Verwalterin mit, um einen Platz anzuweisen. Da alle Schattenplätze belegt sind, will sie einen der Parkenden auffordern, seinen Wagen wegzufahren. Soviel Aufwand muss für 1 Nacht nicht sein, wir verzichten und stellen den Wagen in der Sonne ab.
Dieter ist dabei, die Dachverriegelung auf seiner Seite zu öffnen, da ertönt auch schon die oft gehörte Frage: How you going, Mate? Den Nachbarn kurz vertrösten und erst mal das Auto wohnfertig machen. So, jetzt kann der Plausch mit dem Nachbarn beginnen. Rex ist mit seiner Frau bereits seit 4 Jahren unterwegs. In Sandstone ist er seit 1 Woche. Es seien alles nette Leute, hier in der Stadt. Was machen die meisten Leute, die hier auf dem Campingplatz mit ihren Autos stehen? Na klar, Gold suchen.

Mittwoch, 30. März 2011

Kurzfristig wurde entschieden, wir bleiben noch 1 Nacht hier. Also erst mal zur Rezeption. Dort hängt ein Schild: Nicht klingeln, heute ist mein freier Tag. Buchungen bitte im Shire-Office erledigen. Auch gut. Dort können wir uns auch gleich den Weg zur London Bridge, einer Sehenswürdigkeit, erkundigen.

Laut Aushang auf dem Campingplatz gibt es für Rentner einen ermäßigten Preis. Bei der Verlängerung gleich mal nachfragen, ob das auch für deutsche Rentner gilt. Jetzt haben die Angestellten im Shire-Office ein Problem: Ja oder nein? Die beiden Damen lösen das sehr einfach: Es steht nicht nur für australische Rentner auf dem Aushang, also gibt es für alle.
Es gibt den Sandstone Heritage Trail, ein 18 Kilometer langer Rundweg, der zu den Sehenswürdigkeiten der Umgebung führt. Den nehmen wir unter die Räder. 9 Stationen sind ausgeschildert. Vom Museum, dem Shire Office, Post, dem National Hotel, der alten Brewery, London Bridge bis hin zum Cemetery.
Eine Tafel am Friedhof listet die Namen der Bestatteten sowie die Lage des Grabes auf. Es sind auch einige Namen dabei, die deutsch klingen. Die Runde ist beendet. Vorm General Store steht ein Schild, das frisch aufgebrühten

Kaffee verheißt. Das ist doch was für uns. Die Kaffeemaschine steht in der Ecke und muss mit 1$ Stücken gefüttert werden. Dieter wechselt Geld und die Frau hinterm Tresen fragt, wo wir herkommen. Aus Deutschland, dann können wir ja deutsch reden. Sie sei in Österreich gemacht, aber in Australien geboren. Es ist so langsam Zeit, was zum Essen zu kochen. Wir verabschieden uns und fahren zurück zum Stellplatz.

Ich bin beim kochen, da wird es plötzlich sehr windig, ein kleiner „Willie“ entsteht. Es geht so schnell, wusch, kommt ein Sandwirbel an. Teile werden umher geblasen, so schnell bekomme ich die Deckel nicht auf die Töpfe, der Sturm fegt den Sand durch die Tür und die Fenster in das Innere des Campers. So schnell wie der Willie entstanden ist, so schnell ist er wieder vorbei.
Na toll, Sand im Bett, auf dem Tisch, auf dem Boden, im Essen. Zusammengekehrt gibt es eine Kehrschaufel voller Dreck. Ein weiterer Nachbar schaut vorbei. Im ist die Aufschrift mit der Webseite aufgefallen. Wo wir herkommen. Aus Deutschland, dann können wir ja deutsch reden. Er sei aus Österreich, lebe aber schon lange in Australien. Das hatten wir heute doch schon mal.
Zum Abschluss des Tages muss ein Besuch im ältesten Gebäude des Ortes, dem National Hotel, sein. Das Mädel hinter der Bar ist mit einem WHV-Visum in Australien. Ihr Heimatland ist Kanada. So langsam trudeln weitere Gäste ein. Ein internationales Publikum, Amerikaner, Franzose, Kanadierin, 5 Deutsche und sogar 2 Australier, für so einem kleinen Ort (70 Einwohner)

Donnerstag, 31. März 2011

Wie hat unser Nachbar Rex gesagt: Hier gibt es viele freundliche Fliegen. Die kommen alle zur Begrüßung. Nicht nur zur Begrüßung, auch zum Abschied sind alle versammelt.
Ganz schön lästig. Wir verabschieden uns von Rex und seiner Frau und von Familie Ahnsorge, die noch länger in Sandstone bleiben.
Dann heißt es wieder mal, tanken. Hier werden 180,9 $ für den Liter Diesel verlangt. Vor der Abfahrt am Shire-Office noch den aktuellen Straßenzustand nachsehen. Alle Straßen offen.
Das nächste Ziel ist Meekatharra. Gefahren wird über die Sandstone – Meekatharra-Road. Die Gravel Road ist in einem guten Zustand. Ab und zu sitzen kleine Eidechsen auf der Straße. Bis jetzt haben wir wenig Tiere gesehen und auch noch keine größere Echse. Wie aufs Stichwort taucht ein Waran am Straßenrand auf. Der möchte nicht fotografiert werden und versteckt sich im Gestrüpp.
Nach Ankunft in Meeka halten wir am Supermarkt, einige Kleinigkeiten einkaufen. Danach zum einzigen Campingplatz des Ortes und für 2 Tage einbuchen. Übrigens ist uns auf den 300 Kilometern kein Auto begegnet. Der vor ein paar Tagen gekaufte Telstra Wi-Fi muss noch aktiviert werden. Das geht leider nicht online, sonder muss per Telefonanruf erledigt werden. Die Aufgabe fällt mir zu. Die entsprechende Nummer wird gewählt und man landet in der Schleife: Möchten Sie....., dann drücken sie die 1, möchten sie....., dann drücken sie die 2, usw. Endlich sind alle Hürden genommen und es erfolgt die Weiterschaltung zu einem Mitarbeiter. Es meldet sich eine Frau mit – ich schätze - chinesischem Heimatland. Kann mir mal jemand erklären, warum an den Hotlines so viele Asiaten beschäftigt sind und deren englisch kaum verständlich ist (zumindest für mich)?
Es folgt eine anstrengende halbe Stunde. Als Legitimation verlangt sie eine australische Drivers Licenze. Ein deutscher Führerschein, das geht nicht, aber der deutsche Pass ist ausreichend. Die Passnummer wird notiert. So wird langsam die Liste Punkt für Punkt abgearbeitet. Zum Schluss noch eine Emailadresse. Geschafft. Ich verstehe wirklich nicht, warum die Aktivierung nicht online erledigt werden kann. Der Ausweis kann am Telefon
auch nicht überprüft werden.
Während ich mit der Aktivierung beschäftigt bin, ist der Platz neben uns belegt worden. Ein Maui-Camper mit einem Frauenteam (Mutter und Tochter). Die Beiden kommen aus Nordrhein-Westfalen und sind das erste Mal in Australien unterwegs. Natürlich werden Tipps weitergegeben.

Freitag, 1. April 2011

Der hintere Reifen auf der Beifahrerseite hat über Nacht Luft verloren, ein schleichender Plattfuß. Dann werden wir der bekannten Werkstatt einen Besuch abstatten und den Reifen reparieren lassen. Der Mechaniker beendet die Arbeit an dem in der Werkstatt befindlichen Wagen, dann ist unser Camper dran. Im Schlauch ist ein kleines Loch. Der Monteur meint, ein Sandkorn hat das verursacht. Der Schlauch wird ausgetauscht, der Reifen wieder montiert, nach 1 Stunde ist alles erledigt.
Jetzt startet die Besichtigungstour durch Meekatharra. Zuerst zur Peace Gorge und The Granites, zum Outlook, zur stillgelegten Mine Paddys Flat. Wenn wir schon unterwegs sind, dann auch gleich noch tanken.
Am Nachmittag wird der Stellplatz neben uns belegt. Das Auto und den Camper kennen wir doch. Der stand in Sandstone hinter uns. Familie Ahnsorge ist in Meekatharra eingetroffen. Die Familie ist, wie wir, über die Gravel Road gekommen. Bei ihnen war richtig viel Verkehr, 3 Autos sind ihnen begegnet.
Abends trotzen wir gemeinsam den unermüdlichen Fliegen und sitzen zu einem gemütlichen Plausch zusammen.

Samstag, 2. April 2011

Bei der Reifenreparatur wurde ein Stück der Ventilverlängerung des inneren Reifens abgerissen. Das ist doof, besonders wenn unterwegs der Reifen gefüllt werden muss.
Deshalb der erste Stopp beim Reifenservice. Die Werkstatt ist heute geschlossen, aber der angeschlossene Shop hat geöffnet. Dieter schildert das Problem und bekommt Werkzeug und eine Ventilverlängerung zur Selbstmontage. Es dauert einen Moment, bis das abgerissene Teil entfernt und die neue Verlängerung aufgeschraubt ist. Das Werkzeug wird zurück gegeben und wir starten Richtung Norden.
Unterwegs sehen wir an einigen Stellen, mit welcher Gewalt hier das Wasser geflossen sein muss, Es hat zum Teil beträchtliche Schäden angerichtet.
Am Gascoyne River gibt es einen schönen Platz um eine Pause zu machen. Berichtigung: Es gab einen schönen Platz. Hier liegen umgestürzte Bäume, die Erde ist weggeschwemmt. Aber, der auf einem Fundament verankerte Tisch steht noch mitten im Chaos. Die unvermeidlichen Fliegen sind natürlich auch da, aber auch viele Vögel. Zum ersten Mal sehen wir freilebende Wellensittiche in den Bäumen.
In Vertiefungen am Straßenrand und auf den Weideflächen steht noch das Wasser und das Gras fängt an zu wachsen. Die Landschaft ist ungewöhnlich grün.
Am Kumarina Roadhaus beenden wir die heutige Fahrt und übernachten im angeschlossenen Caravanpark. Wegen der vielen Fliegen gibt es Abendessen im Camper. Danach noch einen Besuch im Pub. Bei den Getränken hält man sich nicht mit Wechselgeld auf. Die Can XXXX kostet 5$.

Sonntag 3. Aprill 2011

Eigentlich wollen wir vor der Weiterfahrt noch tanken, aber es gibt kein Diesel mehr. Sorry, out of order steht an der Tanksäule. Bis zur nächsten Tankstelle – 150 Kilometer - reicht der Sprit noch.
Auf der Fahrt das gleiche Bild wie gestern. Frisch sprießendes Gras und teils ausgedehnte Wasserflächen. Das Capricorn-Roadhaus wird zum tanken, Diesel kostet 168,9$, und Pause machen angefahren. Wer hier tankt kann kostenlos Kaffee oder Tee trinken.
Bis Newman sind es nur noch 16 Kilometer. Dort wird der Whaleback Caranvanpark angefahren. Auf meine Frage nach Rabatt für Rentner, Motorhomeclub-Member oder sonstigen Vergünstigungen meint die Frau hinterm Tresen: Netter Versuch – aber sie zieht 4 $ von der Gesamtsumme (60$) ab.
Haben für 2 Nächte gebucht. Müssen mal wieder die Vorräte auffüllen. Wenn das Wetter es zulässt, wollen wir nach Broome und Cape Leveque fahren. Aktuell gibt es eine erneute Zyklonwarnung für die Kimberleys. Der voraussichtliche Weg führt über Cape Leveque auf den Ozean. Wir werden sehen.

Montag, 4. April 2011

Das Wasser ist verdammt teuer geworden. Haben im Newman Einkaufszentrum einen Long Black Kaffee getrunken und dafür 5,50 $ bezahlt. Ist ja teurer wie eine Dose Bier im Pub.

Heute haben wir Pete kennen gelernt. Pete und seine Frau „ernten“ Samen von einheimischen Gräsern und Büschen (z.B. Spinifex und Saltbush). Den Samen verkaufen sie an die Minen. Der wird dann genutzt um das verfüllte Gelände wieder mit einheimischen Pflanzen zu bewachsen. Um den Samen von Spinifexgräsern zu ernten benutzt er die rotierende Bürste einer Straßenkehrmaschine. Diese hat er seitlich an seinem Fahrzeug angebracht und kann sie hoch und runter fahren.