Broome - Onslow

Freitag, 22.04.2011

Unser Sachen sind schnell an ihren Platz geräumt und sicher verstaut. Kurz vor 10.00 Uhr verlassen wir den Campingplatz. An der Rezeption wird die Einfahrkarte abgegeben und die 20 $ Pfand eingesteckt. Wir sind auf dem Weg nach Süden.
Die Abzweigung nach Port Smith ist ca. 160 Kilometer von Broome entfernt. 23 Kilometer sind es von dort ueber eine gute dirt Road bis zum Caravanpark. Von dem Platz sind wir positiv überrascht. Große Stellflächen mit vielen Bäumen und saubere Toilettenanlagen.
Port Smith ist ein idealer Platz zum Boot fahren und zum angeln. Es sind viele Leute hier, die ihr eigenes Boot dabei haben. Nach dem Angelausflug ist gemeinsames FishCleaning angesagt. Das sehe ich mir an. Die Lagune ist ca. 600 Meter vom Campingplatz (walking distance) entfernt. In der Lagune kann man schwimmen. Aber auch hier macht sich Ebbe und Flut stark bemerkbar.
Der Camper wird wohnfertig gemacht. Dieter hat noch einen wichtigen Auftrag und benötigt Internetanschluss. Die Abdeckung ist nur an einigen Stellen vorhanden, so die Auskunft an der Rezeption. Wo, das müssten wir halt ausprobieren. Am Stellplatz des Campers wird mal ein Signal angezeigt, dann wieder nicht. Bei einem Rundgang über den Platz sieht es auch nicht besser aus. Dieter probiert es dann bei uns im Camper aus und hat Glück, die Leitung ist einigermaßen stabil. Schon erstaunlich, dass es hier überhaupt Abdeckung gibt.

Einer der Nachbarn kommt vorbei. Er meint, er habe uns bereits in One Arm Point und in Beagle Bay gesehen. Alles erledigt, jetzt genießen wir den Tag.

Samstag, 23.04.2011

Nach dem Frühstück machen wir uns zu Fuß auf den Weg zur Lagune. Als wir ankommen ist noch Low Tide, das heißt, wir können ein ganzes Stück laufen, bis wir zum Wasser kommen. Nicht lange und die Flut setzt ein, das Wasser kommt zurück. Wir treten den Rückweg an. Am Parkplatz stehen 3 Sonnenschutzdächer. Wir setzen uns darunter und sehen zu, wie sich die Lagune mit Wasser füllt. Das geht schneller, wie gedacht. High Tide ist die beste Zeit zum schwimmen gehen. Einige Leute kommen mit ihren Badesachen.

Von unserem Sitzplatz aus beobachten wir viele kleine Krebse auf der Futtersuche. Dann machen wir uns so langsam auf den Rückweg. Vor der Rezeption sitzen die Besitzer des Campingplatzes. Von denen kommt die Bemerkung, sie würden da sitzen und Leute beobachten, die zum Wasser laufen würden. Ein Australier läuft nicht, der fährt. Im Prospekt steht, dass es hier eine Station zur Pflege verletzter und verwaister Kängurus gibt. Dieses Jahr ist ein gutes Jahr, die Station ist leer.
Nachmittags kommen die Boote vom Fischfang zurück. Das FishCleaning sehe ich mir an. Heute war ein guter Tag. Die Angler haben viele große und unterschiedliche Fische mitgebracht. Zum Abendessen gibt es bei uns heute frischen Fisch. Die Angler geben mir einen Beutel mit 4 unterschiedlichen Fischsorten.

Sonntag, 24.04.2011

In Australien kommt heute der Osterbilby. Die Eier transportiert er im Beutel. Ein sehr scheues Tier, wir haben ihn nicht gesehen.
Um kurz nach 9.00 Uhr ist es bereits über 30 Grad warm. Also, möglichst wenig bewegen. Das wird wörtlich genommen und es gibt einen geruhsamen Lesetag.
Zum Abendessen kommt der frische Fisch in die Pfanne. Sehr lecker. Wir haben noch mehrere Dr. House DVDs, die warten darauf, angesehen zu werden. Auf zu einem gemütlichen Videoabend.

Montag, 25.04.011

Die Sachen sind verstaut, es kann los gehen. Das heutige Ziel ist der 80 Mile Beach, ca. 220 Kilometer entfernt. Nicht viel Verkehr heute. Kein Wunder, ist ja Anzac-Day. Am frühen Nachmittag kommen wir am 80-Mile Beach an.

Nachdem der Truck wohnfertig ist, machen wir einen Spaziergang zum Strand. Viel Betrieb heute, die Angler versuchen ihr Glück.

Die mitgeführten Getränke sind verbraucht. Für die morgige Fahrt brauchen wir noch etwas zum mitnehmen und gehen im Mini-Shop einkaufen. Für 3 Flaschen Limonade (2x1,25L + 0,6 l) und 500 Gramm Zucker werden 16 $ berechnet.

Dienstag, 26.04.2011

Die Lebensmittelvorräte sind stark geschrumpft, wir müssen einkaufen. Der nächst größere Ort ist Port Hedland, unser heutiges Ziel.
Nach einem Tankstopp am Sandfire Roadhaus (Diesel 1,859 Liter) fahren wir gemütlich durch. Übernachten werden wir auf dem Cooke Point Caravanpark. Dort kostet die Powered Sit inzwischen 50 $ abzüglich 10 % sind immer noch 45 $. Letztes Jahr hat der gleiche Platz noch 39,60 $ gekostet! Dagmar, die im letzten Jahr an der Rezeption gearbeitet hat, wohnt noch auf dem Platz, arbeitet aber nicht mehr für den Caravanpark. Tisch und Stühle werden raus gestellt, jetzt erst mal ins Einkaufszentrum.
In Port Hedland sind die Wasserpreise ja noch höher als im übrigen WA, die Mug Long Black kostet 5,50 $. Die Regale im Supermarkt sind ziemlich leer. War ja ein besonders langes Wochenende (Ostern, Anzac-Day und Public Holiday). Wir nehmen nur das Nötigste mit, den Rest können wir morgen besorgen.
An der Kasse meint Dieter, das Gesicht kommt mir bekannt vor. Die Kassiererin ist Dagmar. Sie hat uns bereits erkannt und meint: unbelievable Ja, die Welt ist klein. Wir verabreden uns für morgen früh am Pool.

Mittwoch, 27.04.2011

Eigentlich steht heute einkaufen gehen auf der Liste. Aber, es wird umentschieden. Dagmar hat heute ihren freien Tag und wir wollen gemeinsam einige Zeit im Pool verbringen. Ein schöner Ort, um sich zu unterhalten. Verabredet sind wir so gegen 11.30 Uhr. Mehr als 2 Stunden verbringen wir im Pool, dann sind alle entsprechend aufgeweicht und verlassen das Wasser. Dagmar meint, wir sollen gegen 16.00 Uhr zur Weinstunde vorbei kommen. Die Zeit dazwischen langt gerade fürs Mittagessen.
Mit Stuhl und einem Getränk ziehen wir zu Dagmar um. Campbell, der Lebensgefährte, kommt etwas später hinzu. Schnell vergeht die Zeit bis zum Abendessen. Wir verabschieden uns und gehen zurück zum Camper.

Heute ist es stark bewölkt und sehr feucht. Das Wetterradar zeigt ein sich näherndes Regengebiet. Bis auf ein paar Tropfen bleibt es aber trocken.
Die Pflicht ruft, der Stammtisch-Newsletter soll heute noch verschickt werden. Bis jetzt ist das Blatt noch leer. Was gibt es denn für Themen? Jeden Monat die gleiche Überlegung.
Es dauert eine Weile, aber dann ist der Newsletter versandfertig. Geschafft!

Donnerstag, 28.04.2011

Bereits mehrmals bin ich an einem Zelt vorbei gekommen, neben dem ein Fahrrad und ein Fahrradanhänger steht. Der dazugehörige Fahrer sitzt heute morgen in der Campkitchen. Beim üblichen Austausch von woher und wohin erzählt der Mann, dass er seit 6 Jahren mit dem Rad unterwegs ist. Gestartet ist er in Sydney und dann die Ostküste hoch.
Zwischen drin arbeite er immer wieder. Die letzten 18 Monate habe er in Broome gearbeitet. Sein Endziel sei wieder Sydney, wie lange er dafür braucht, das hat keine Bedeutung.

Auf der Fahrt nach Port Hedland ist ihm das Rad von seinem Anhänger, der wie ein Liegerad aussieht, gebrochen. Das habe seinen Aufenthalt in der Stadt verlängert. In Port Hedland gibt es keinen Fahrradshop, deshalb habe er mit einem Shop in Broome telefoniert. Die haben das Ersatzrad in Perth bestellt und es sei jetzt auf dem Weg. Er hoffe, dass es bald eintrifft. Zur Zeit sei das beste Wetter zum Radfahren - bewölkt und der Wind aus der richtigen Richtung. Dann alles Gute für die weitere Tour.

Vor der Weiterfahrt der übliche Tankstopp, dann geht es weiter Richtung Karratha. Das Whim Creek Hotel ist ca. 100 Kilometer von Port Hedland entfernt. Eine gute Entfernung für einen Zwischenstopp. Dieses Mal sind wir zur richtigen Zeit da, der Pub ist geöffnet. Erstaunlich, der Kaffee kostet hier nur 2$. Auf dem Weg zum Auto muss noch Harry, der weiße Kakadu, begrüßt werden. Jedem, der sich dem Käfig nähert, schallt ein lautes „Hello“ entgegen.

Weiter geht die Fahrt. Immer noch ist links und rechts von der Straße alles sehr grün, schon ungewöhnlich. In Karratha angekommen checken wir erst auf dem Campingplatz ein, dann fahren wir ins Einkaufszentrum. Mal wieder genüsslich shoppen gehen.
Während wir im Shoppingcenter sind, fängt es an heftig zu regnen. Wir warten eine Weile, aber irgendwann müssen wir ja mal los. Beim verstauen der Einkäufe werden wir nass. Das hätten wir nicht gebraucht. Auf dem Campingplatz wird erstmal nur das Auto wohnfertig gemacht, das ist schnell passiert. Alles andere hat Zeit. Irgendwann lässt der Regen nach und Tisch und Stühle werden draußen unterm Auto verstaut.
Die Luft ist sehr feucht, wie in der Waschküche.

Freitag, 29. April 2011

Es hat aufgehört zu regnen. Prima, da können wir im trockenen zusammen packen. Vor der Weiterfahrt erst der übliche Weg zur Tankstelle. Danach noch einen kurzen Stopp am Shoppingcenter. Gestern habe ich die Tüte, in der das eingekaufte Fleisch war, stehen lassen. Wo genau, keine Ahnung. Da müssen wir heute morgen noch mal einkaufen gehen. Ist schnell erledigt und wir sind auf dem Weg nach Süden. Das heutige Tagesziel ist die Stadt der Termitenbauten – Onlow.

Unterwegs fängt es wieder an zu regnen. Das hält bis kurz vor der Abzweigung nach Onslow an. Wir biegen ab und suchen uns einen ruhigen Stellplatz, es ist Lunchtime. Bis zur Stadt Onslow sind es 65 Kilometer. Rechts und links der Straße sind tausende von Termitenhügeln, große, kleine, dicke, dünne, alle Varianten. Hier lebt eine spezielle Termitenart, die Spinifex-Termite. Sie ernährt sich vom Samen des Spinifexgrases.

Direkt am Meer liegt der Ocean View Caravanpark, den nehmen wir als Ausgangspunkt zur Erkundung.
Hier ist es trocken, aber es weht ein starker Wind.

Samstag, 30. April 2011

Der Wind hat nachgelassen, die Sonne scheint. Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg nach Old Onslow, ca. 50 Kilometer entfernt. 1885 wurde dort die Stadt gegründet und im Jahr 1925, nachdem sich der Flusslauf geändert hat, an den heutigen Platz verlegt.
Über eine gute unsealed Road erreichen wir das ehemalige Stadtgebiet. Als Ruine erhalten ist nur noch das ehemalige Polizeigebäude und Gefängnis. Für andere Häuser gibt es nur Hinweistafeln (hier war die Schmiede, etc). Kein Wunder, dass die Straße in so einem guten Zustand ist, sie ist Zufahrt zu einem Gasfeld.

Zurück geht es den gleichen Weg, der am Ashburton River entlang führt. Hier gibt es einige sehr schöne Bushcamps. Rund um Onslow wird aus Meerwasser das Meersalz gewonnen. Von der Lagerstätte aus wir das Salz mittels eines Förderbandes direkt in die an der Jetty liegenden Schiffe geladen.
Wieder am Auto gibt es erst mal einen Kaffee. Keine Lust zum kochen, wir gehen zum Abendessen ins Hotel. Das Tagesgericht sind Lammhaxen. Die schmecken sehr lecker.