Nullabor bis Ceduna

Samstag, 28. November 2009

Einhellige Meinung in den Duschen, es war kalt heute Nacht! Die Sonne scheint schon, aber es kann noch wärmer werden.
Dieter checkt noch mal die Emails, von der Bank ist immer noch keine Antwort da. Der Platz ist fast leer, als wir pünktlich um 10.00 Uhr los fahren. Zuerst in den Supermarkt Brot und Zeitung kaufen. Der IGA-Markt hat einen Bäcker, der auch mal eine andere Brotsorte backt. Ich nehme ein Olivenbrot mit, kostet der Laib allerdings 5,45 $. Der Einkauf ist erledigt, jetzt noch auftanken. Auf der Nullabor kostet Diesel an der preiswertesten Tankstelle 1,67 $/Liter. Das haben wir gestern Abend auf dem Campingplatz von Leuten gehört, die von Osten über die Nullabor gekommen sind. In Norseman kostet der Liter 1,30 $.

Beim bezahlen an der Tankstelle lege ich die Kreditkarte vor, mal sehen, ob die Karte dieses Mal akzeptiert wird. Die Karte durchs Lesegerät gezogen, die Zahlung wird angenommen! Schon merkwürdig. Bin gespannt, welche Auskunft wir von der Bank bekommen, warum die Karten gestern abgelehnt wurden.
Wir fahren los. Obwohl wir die Nullabor bereits mehrmals befahren haben, sind wir noch nie von West nach Ost gefahren, immer nur von Ost nach West. Wahrscheinlich sieht die Landschaft deshalb anders aus.

Nach einer Weile kommt von mir die übliche Ansage: bitte den nächsten Parkplatz mit Toilette anfahren. Es dauert einen Moment, bis das Schild „Parkplatz 300 m“ auftaucht. Dieter parkt direkt neben dem Toilettenhäuschen. Vom Toilettensitz aus sehe ich in der Ecke ein Spinnennetz. Mitten drin sitzt ein wunderschönes Exemplar der Redbackspinne. Das rote Hinterteil ist deutlich zu erkennen. Gleich die Kamera holen und das Tier fotografieren.
Leider fegt ein Windstoss die Tür auf und die Spinne verzieht sich hinter eine Kante. Sie kommt auch, bis wir weiterfahren, nicht mehr aus ihrem Versteck. Bei der Weiterfahrt sehen wir Schilder, die Werbung für die Fraser Range Station machen. Die Station ist ca. 90 Kilometer von Norseman entfernt. Dort wollten wir schon zweimal übernachten, immer war geschlossen. Die Schilder sehen aber neu aus. Und tatsächlich, an der Zufahrt hängt ein „Open“-Schild.
Den Campingplatz sehen wir uns mal an. Ca. 2 Kilometer vom Highway entfernt liegt der Platz, umgeben von einer Hügelkette. Blühende Jacarandabäume, eine schöne Anlage, hier bleiben wir. Holly checkt uns ein. Da wir die Ersten sind, können wir uns den Stellplatz aussuchen. Der ist schnell gefunden und er Camper wohnfertig hergerichtet. Nach einer Tasse frisch gebrühten Kaffees machen wir einen Rundgang. Der Platz ist erst seit Oktober wieder geöffnet. Die ehemaligen Schafschererunterkünfte sind als Motelzimmer ausgebaut.
Es gibt eine große Campkitchen, ein BBQ, einen Feuerplatz mit Bänken sowie gute sanitäre Anlagen. Alles ist sehr sauber, den Platz kann man sehr empfehlen. Wir bleiben nicht lange alleine. Kurz nach uns treffen weitere Camper ein. Ein Stück neben uns parkt ein Wohnmobil aus Queensland. Schnell kommen wir mit den Nachbarn ins Gespräch. Dave ist Engländer und lebt seit 1977 in Australien. Dave und Ven haben ihren Sohn in Perth besucht und sind jetzt auf dem Weg nach Hause. Bei einem Glas Wein und einem Bier vergeht die Zeit schnell und es ist Zeit zum Abendessen. Beim BBQ trifft man sich wieder.

Die Beiden laden uns ein. Wenn wir nach Queensland kommen, dann müssen wir unbedingt
bei ihnen vorbei kommen. Das werden wir tun. Morgen früh tauschen wir noch die Adressen
aus.
Wir liegen schon im Bett, als es anfängt zu stürmen. Gut, dass wir im Warmen sind.

Sonntag, 29. November 2009

Der Wind hat kühle Luft mitgebracht, aber die Sonne scheint. Wir frühstücken in der Sonne. Dave kommt mit einem Zettel, auf dem Adresse und Telefonnummer geschrieben sind, vorbei. Die Beiden wollen heute noch bis nach Ceduna und brechen zeitig auf.
Nachdem die üblichen Arbeiten erledigt sind und alles verstaut ist, fahren wir los. Aber erst noch einen Abstecher zum Golfplatz. Der längste Golfplatz der Welt ist fertig, auf der Nullabor kann Golf gespielt werden. An verschiedenen Roadhäusern, etc. ist jeweils ein Loch angelegt. Natürlich wollen wir uns das hier auf Fraser Range ansehen. Ein kurzes Stück hinterm Campingplatz ist der Abschlag. Es ist ein Par 3 Loch, das heißt vom Abschlag bis zum einlochen sind 3 Schläge nötig. Auf dem Platz ist ein Ehepaar und versucht den Ball ins Loch zu bringen. Die Frau meint, sie seien keine Golfer. Aber wenn so was auf der Nullabor angeboten wird, dann wollen sie das auch probieren.

Wir haben genug gesehen und fahren zurück auf den Highway.Es sind viele LKW’s und Camper unterwegs, kaum PKW’s. Uns begegnen einige Schwertransporte mit Überbreite, die Minenfahrzeuge geladen haben. In Caicuna tanken wir nach, damit wir auf alle Fälle bis Cocklebiddy kommen. In Cocklebiddy werden wir dann Diesel aus dem Reservetank umpumpen. Ab Caicuna gehen die Uhren wieder anders, sie müssen um 45 Minuten vorgestellt werden. In Cocklebiddy bleiben wir für eine Nacht. Zum Abendessen gehen wir ins Roadhaus.

Montag, 30. November 2009

Egal, wann wir auf der Nullabor gefahren sind, immer weht ein starker Wind. Da fliegt uns ja beim Frühstück alles weg, bleiben wir zum essen lieber im Auto.
Auf dem Nachbarplatz steht ein junges Paar aus Frankreich. Die sind mit ihrem eigenen Auto unterwegs und haben Probleme mit dem Wagen. Sie haben einen Liter Öl aufgefüllt und sofort ist das Öl wieder ausgelaufen. Das sieht nach einem Motorproblem aus. Der Mechaniker hat sich die Sache schon angesehen und will versuchen, den Schaden zu fixen.
Bis wir vom Platz fahren ist noch nichts passiert. Bis auf das junge Paar haben bereits alle den Platz verlassen, wir sind mal wieder die Letzten. Erst noch den Schlüssel für die Toiletten zurück geben, dann kann es los gehen. Und weiter geht es auf dem Highway 1.
An den Bunda Cliffs halten wir zum fotografieren an. Kaum steht unser Auto, kommt auch schon ein Vogel und läuft unter den Camper. Nach kurzer Zeit kommt er mit einem dicken Insekt im Schnabel wieder unterm Auto hervor. Ein schlaues Kerlchen. Hat sich wohl gedacht: Der Lieferservice, Essen auf Rädern, ist da.

Nach dem Stopp sind wir wieder unterwegs. Dieter meint irgendwann: Ist die Nullabor Montags für den Verkehr gesperrt? Seit Cocklebiddy haben uns nur zwei Autos überholt und noch keine Roadtrain. Und das, obwohl wir nur mit 80 Stundenkilometern unterwegs sind.
In Eucla machen wir Mittagspause. Unser Handy hat Empfang, dann koennen wir hier schnell mal die wichtigsten Emails lesen. Dieter holt die Leiter runter und den Laptop aus dem Auto. Den nehmen wir mit ins Lokal. Bei einer Tasse Kaffee lesen wir die eingegangene Post. Nichts dringendes dabei.

Bevor wir weiterfahren tanken wir noch auf. Der Diesel kostet nur 1,54 $. Nach der Unterbrechung fahren wir weiter bis zum Nullabor Roadhaus. Hier machen wir fuer heute Schluss. Bei der Bezahlung des Stellplatzes frage ich gleich nach der aktuellen Uhrzeit. Es ist bereits 18.30 Uhr! Unsere Uhren müssen nochmals um 1 Stunde und 45 Minuten vorgestellt werden.
Der Südwind bringt kühle Luft mit. Da ist es im Camper am gemütlichsten.

Dienstag, 1. Dezember 2009

Das war ganz schön feucht heute Nacht. Vom Dach tropft es auf die Leiter. Bis wir fahren, ist alles wieder getrocknet. Bevor wir weiterfahren, tanken wir noch auf. Der Wagen hat dieses Mal viel Diesel verbraucht. Hängt wahrscheinlich mit dem starken Gegenwind zusammen, mal beobachten. Bereits um 9.30 Uhr sind wir wieder auf der Straße. Mit einer Unterbrechung am Nandroo Roadhaus setzen wir die Fahrt bis Ceduna fort.
Ca. 1 Kilometer vor Ceduna kommt die Obst- und Gemüse-Kontrollstation. Der Kühlschrank wird kontrolliert, wir haben keine frischen Sachen mehr dabei. Die noch vorhandenen Kartoffeln habe ich bereits am Nullabor Roadhaus in den Müll geworfen. Keine Beanstandung, wir können weiterfahren.
In Ceduna halten wir am Supermarkt und ergänzen die Vorräte. Anschließend checken wir auf dem Caravanpark fuer 2 Nächte ein.
Nachdem der Camper wohnfertig ist, werden noch schnell zwei Maschinen Wäsche angestellt. Bis zum Abendessen ist die dann wieder trocken.

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Es ist bereits sehr warm, obwohl es noch früh am Morgen ist. Nach dem Frühstück machen wir einen Spaziergang in die Stadt. Dieter vorweg, ich immer einige Schritte hinterher.
Irgendwie sind die Beine schwer, das Wetter macht mir zu schaffen. Es wird nur ein kurzer Besuch in der Stadt, dann gehen wir zum Camper zurück. Am besten heute nichts machen.
Laut Wetterbericht sollen es 39 Grad werden. Am späten Nachmittag kommt ein Rotelbus angefahren. In den Rotelbussen sind Schlafabteile ca. 60 cm breit, 60 cm hoch und 1,90 cm lang. Mit diesem Bus ist eine 15 köpfige deutsche Reisegruppe unterwegs – in 50 Tagen rund um Australien. Start war vor 13 Tagen in Sydney. Das erfahren wir von einem Hamburger Ehepaar, das an unserem CamperHalt macht. Später kommt noch ein weiterer der Teilnehmer auf ein Schwätzchen vorbei.
Um vom Bus ein Foto zu machen, gehe ich rueber und komme mit dem Fahrer ins Gespräch. Morgen gehe die Fahrt zum Madura -Pass, dort wird übernachtet. Am Freitag sei dann ein Fahrtag, 900 Kilometer bis nach Southern Cross. Ganz ehrlich, das ist keine Reiseart für uns.
In der Nähe unseres Campers sitzt ein junges Paar am Tisch und blättert in Reiseführern. Dabei unterhalten sie sich auf deutsch. Wir sprechen die Beiden an. Mit ihrem in Perth gekauften Wagen sind sie Richtung Sydney unterwegs. Als nächstes wollen sie Richtung Port Lincoln. Ein paar Anregungen zum uebernachten geben wir mit auf den Weg. Inzwischen ist die Kaltfront in Ceduna angekommen. Es kühlt stark ab, jetzt braucht man schon wieder eine Jacke.

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Die Temperaturunterschiede sind hier im Moment ziemlich groß. Gestern tagsüber 39 Grad. Heute sollen es nur 23 Grad werden.
Im August hatten wir Kontakt mit Mike aus München. Er und Silke sind 1 Jahr unterwegs. Zwar haben wir unterschiedliche Reiserouten, es kann aber trotzdem sein, dass wir zur gleichen Zeit am gleichen Ort sind. Wir haben deren Reise übers Internet verfolgt. Die Beiden sind in Adelaide gestartet und zuletzt auf der Eyre Penninsula gewesen.
Vor ein paar Tagen habe ich ihnen eine Mail geschickt, und geschrieben, dass wir für 2 Nächte in Ceduna sind. Heute morgen ist die Antwort da. Sie sind seit gestern Abend in Ceduna, allerdings auf einem anderen Campingplatz. Sie wollen gegen Mittag weiter auf die Nullabor. Wir wollen weiter Richtung Adelaide. Ein kurzes Treffen sollte aber noch möglich sein. Ein Anruf und wir verabreden uns kurz nach 10.00 Uhr am Supermarkt.

Wir sind zuerst da und parken unseren Camper. Kurze Zeit später kommt ein weißer Pajero mit Kajak auf dem Dach und einem Anhänger angefahren, das sind die Zwei. Kurze Begrüßung, dann fahren wir zum weiteren Reden an den Strand. Zwei Stunden sitzen wir zusammen und reden. Dann starten wir, in unterschiedliche Richtungen.

Bevor wir losfahren noch kurz in den Supermarkt und ein paar Dinge auffüllen. Anschließend noch nach tanken, dann sind wir wieder auf dem Highway.
Wir fahren bis Minnipa. Das Einbuchen für den Campingplatz erfolgt im Hotel. Der nette Wirt bringt ein Fotoalbum mit den Sehenswürdigkeiten der Umgebung. Außer uns sei nur noch Dave auf dem Campingplatz, meint er. Vom Hotel fahren wir auf den Platz. Bei Dave ist keiner zu Hause. Der Camper ist wohnfertig und das Essen ist schnell fertig.
Nach dem Abendessen machen wir noch einen Spaziergang zum Hotel, auf ein Bier. Auf dem Weg begegnen wir Daves Frau, die mit dem Hund unterwegs ist. Während wir uns unterhalten kommt auch Dave. Er arbeitet zusammen mit seiner Frau in der Siloanlage, wo das in der Region geerntete Getreide gewogen und verladen wird. Er hat nur eine kurze Pause, dann geht es weiter.