Melbourne / Canberra

Donnerstag, 24. Dezember 2009

In der Nacht ist es stark abgekühlt und die Jacke wird raus geholt. Von Traralgon fahren wir ein Stück auf dem Highway. Den verlassen wir um über die Dörfer nach Hollands Landing zu fahren. Der kleine Ort sieht nicht sehr einladend aus. Selbst die öffentlichen Toiletten sind nicht benutzbar, was in Australien nur sehr selten vorkommt. Fahren wir weiter. Der nächste größere Ort ist Bairnsdale. Dort halten wir an der Info und holen uns Info-Material. Bairnsdale sieht richtig nett aus. Wenn wir noch einen Stellplatz bekommen, bleiben wir hier über Weihnachten. Es gibt einen Campingplatz, fast direkt am Stadtzentrum. Den fahren wir zuerst an. Ja, es sind noch Plätze frei. Prima, wir buchen den Stellplatz für zwei Nächte, eine Verlängerung ist möglich.
Der Kühlschrank in der Campkitchen hat ein Gefrierteil. Da kann ich meine Kühlakkus einfrieren. Beim Verstauen der Akkus kommt ein junger Mann und fragt, ob ich die Mikrowelle benutzen will. Er hat sein Handy zum Aufladen in der Mikrowellensteckdose. Es kommt mir so vor, als wenn er englisch mit deutschem Akzent spricht. Auf die Nachfrage, wo er den herkommt, gibt es als Antwort: Berlin. Also richtig gehört. Etwas verblüfft ist er schon als ich auf deutsch weiter rede.
Sebastian war 9 Monate mit einem Working Holiday-Visum in Neuseeland und ist seit 1 Woche mit einem WHV-Visum in Australien unterwegs. Da können wir uns doch später ausführlich bei einem Bier unterhalten.
Auf den Carribean Markets haben wir Bekleidung gekauft. Vor dem Tragen will ich die noch waschen. Es ist zwar den ganzen Tag schon grau und bewölkt, aber es regnet nicht, bis jetzt.
Schnell eine Maschine Wäsche angestellt und aufgehängt. Als ich zurück komme, sitzen Sebastian und Dieter schon zusammen.
Sebastian erzählt von seinem Pech. Als er Geld mit der Kreditkarte holen wollte, hat der Automat seine Karte eingezogen. Die Bank habe eine neue Karte an seine deutsche Adresse geschickt und die alte gleich gesperrt. Er habe somit keine Möglichkeit Geld abzuheben. Freunde aus Brisbane haben als erste Hilfe Geld auf sein neu eröffnetes australisches Konto überwiesen.
Als Erstes braucht er ein funktionierende Kreditkarte und geht mit seiner Bank in Deutschland telefonieren. Von der Nachbarin werden wir auf deutsch angesprochen. Sie sei halb Deutsch und halb Australisch, meint sie. Sie komme selten dazu, deutsch zu sprechen. Während wir zusammen stehen, fängt es an zu regnen. Egal, die Wäsche ist sowieso noch nass, da schadet der Regen auch nicht mehr. Schließlich wird es doch zu nass und jeder sucht sich einen Platz im Trockenen.
Gegen 21.00 Uhr klopft Sebastian an die Tür. Er erzählt, dass seine Bank eine neue Karte ausstellt und die dann per Kurier zuschickt wird. Doch noch gute Nachrichten.

Freitag, 25. Dezember 2009

Es hat aufgehört zu regnen, aber es ist trüb und grau. Und richtig warm ist es auch nicht, nur 12 Grad. Kein schönes Weihnachtswetter. Wir versäumen ja nichts und bleiben noch eine Weile im Bett und lesen.
So langsam müssen wir ja mal in die Gänge kommen. Ein ausgedehntes Frühstück ist angesagt. Bei meiner letzten Sprühaktion im Innenraum haben einige Ameisen überlebt. Das nehme ich zum Anlass mal wieder die Schublade mit dem Geschirr auszuräumen, zu spülen (Dieter) und den Raum hinter der Schublade gründlich auszusprühen. Den Rest des Nachmittags wird gelesen und Berichte für die Webseite geschrieben. Uns gefällt es auf dem Campingplatz und wir werden morgen werden 2 weitere Nächte buchen.

Samstag, 26. Dezember 2009

Heute ist Boxing-Day, der Einkaufstag in Australien! Das ist, wie früher in Deutschland, der Start zum Schlussverkauf. In Sydney haben die Leute bereits 5 Stunden vor Ladenöffnung (um 6.00 Uhr) angestanden um die besten Schnäppchen zu bekommen. Wir werden auch mal in die Stadt laufen und sehen, was die Geschäfte so anbieten. Doch zuerst verlängern wir den Aufenthalt um zwei Tage. Noch ist der Platz, auf dem wir stehen, verfügbar. Überhaupt ist es auf dem Platz noch recht leer, dafür das Hochsaison ist. Unsere Nachbarn haben uns bereits gewarnt. An der Küste und in den Küstenorten sei es sehr busy. Die Preise seien wegen der Ferien auch gestiegen. Für einen Stellplatz würde bis zu 60 $ pro Nacht verlangt. Wir sollten es uns überlegen und lieber im Inland Richtung Sydney fahren.
Jetzt laufen wir erst mal in die Stadt. Es ist viel Verkehr, sowohl in den Geschäften, als auch auf den Straßen. Alle Geschäfte werben mit großen Rabatten. Ich brauche noch ein Poloshirt, mit drei Stück verlasse ich den Laden. Als wir zum Campingplatz zurück kommen, sind wir überrascht. Viele neue Camper sind angekommen. Es gibt nicht mehr viel freie Plätze. So schnell kann es gehen.
Wir sitzen noch vorm Auto, da sehen wir oben auf der Straße Blaulicht. Mal sehen, was da los ist. Eine Kontrollstelle ist aufgebaut: Alkoholkontrolle. In den Zeitungen wurden bereits verschärfte Kontrollen für die Feiertage angekündigt.
Wenn es anfängt dunkel zu werden, fliegen Fledermäuse über den Platz, auf der Suche nach Futter. Der Stammtisch-Newsletter muss noch verschickt werden. Bis jetzt ist noch keine Zeile geschrieben. Nach dem Abendessen setzte ich mich daran. Bis 23.00 Uhr ist alles erledigt und der Newsletter verschickt.

Sonntag, 27. Dezember 2009

Nach dem üblichen Ablauf (Frühstück, spülen, aufräumen) fahren wir nach Raymond Island. Das ist eine kleine Insel, direkt bei Paynesville, ca. 17 Kilometer entfernt. Die Insel ist nur ein kleines Stück vom Festland entfernt, es gibt aber keine Brücke, die Festland und Insel miteinander verbindet. Mit der Fähre setzen wir über. Der nördliche und östliche Teil der Insel ist dicht bebaut, sehr schöne Häuser dabei. Hier lässt es sich bestimmt gut leben. Die Immobilienpreise sind allerdings auch entsprechend hoch. Der westliche und südliche Teil sind wenig bebaut und Natur belassen. Wir stehen auf dem ehemaligen Schulgelände, da kommen zwei Autos mit Pferdeanhänger angefahren. Die Pferde werden ausgeladen und gesattelt zu einem Ausritt im Gelände.

Auf der Insel soll es Koalas geben. Bis jetzt haben wir noch keinen gesehen. Auf der Rückfahrt zur Fähre sehen wir den ersten. Er liegt quer auf einem Ast. Auf den in der Nähe befindlichen Bäumen finden wir noch weitere Tiere, darunter auch Mutter mit Kind.
Wieder zurück auf dem Festland parken wir unseren Camper und werden gleich angesprochen. Woher, wohin, wie lange. Zum Abschied wünscht der Mann noch einen schönen Aufenthalt.
Nach einem Spaziergang durch Paynesville genießen wir noch eine Weile den sonnigen und warmen Tag. Wir gehen noch Kaffee trinken, dann machen wir uns auf den Rückweg zum Campingplatz.
Vorher halten wir noch am Supermarkt und erledigen die letzten Einkäufe. Auf dem Caravanpark sind inzwischen viele neue Leute angekommen und es gibt nur noch vereinzelte freie Plätze.

Die alte Schmiede in Orbost
Die alte Schmiede in Orbost

Montag, 28. Dezember 2009

Wir sind noch am zusammen packen, das stehen bereits Marion und David vor der Tür. Die Beiden kommen, um sich von uns zu verabschieden. Natürlich dauert das eine Weile. Kurz vor 10.00 Uhr sind wir soweit und können starten. Wir fahren an der Küste entlang bis Le Entrance. Ein sehr lang gezogener Ort, sehr schön gelegen und sehr touristisch. Es ist viel los und die Hotels voll belegt. Sehr selten sieht man noch ein Schild mit dem Hinweis Vacancies (Zimmer frei). Wir fahren nur durch und weiter bis Orbost. In der Tourist-Info besorgen wir uns Material über die nähere Umgebung und tanken im Ort noch auf. Wir verlassen die Küstenstrasse und fahren über das Inland, die Victorian Alps, weiter Richtung Canberra.
Es ist eine landschaftlich tolle Strecke. Man kommt sich vor wie in Deutschland, in den Alpen. Nur die Vegetation ist anders. Hier wachsen die Farne zu Bäumen heran.
Kurz vor der Grenze zu NSW ändert sich die Landschaft. Der Wald wird von Weideland abgelöst. Die hügelige Landschaft mit den großen Wiesenflächen, auf denen überwiegend Kühe stehen, wie im Voralpenland. Wir kommen allerdings an einem Gebiet vorbei, dort sind schnell wachsende Bäume angepflanzt. Wie in Deutschland die Fichtenwälder.
Im Ort mit dem schönen Namen Bombala beenden wir den heutigen Tag. Der städtische Campingplatz liegt direkt am Fluss. Das Office nicht besetzt. Das Telefon zum anrufen hängt direkt daneben. Wir sollen uns einen Platz suchen, er sei in ca. 15 Minuten da meint der Mann am anderen Ende der Leitung. Den Code für die Toilettenanlage gibt er aber schon mal telefonisch bekannt. Kurze Zeit später kommt der Mann zum kassieren der fälligen Gebühren vorbei.
In der Campingküche sind Zettel angeschlagen. Auf der Gegenüberliegenden Straßenseite gibt es einen Community Garten. Dort kann man sich mit frischen Kräutern und Gemüse versorgen. Auf dem kleinen Grundstück gibt es vor allem italienische Kräuter (Thymian, Basilikum, Rosmarin, Salbei, Lavendel) aber auch Dill und Pflücksalat. Eine schöne Ergänzung zum Abendessen.
Bei der Zubereitung der Salatsoße gibt es eine unangenehme Überraschung. Die Ölflasche hat von oben bis unten einen Haarriss und ist ausgelaufen. In den ganzen Jahren ist uns noch nie eine Flasche kaputt gegangen. Das Öl hat sich in der Schublade, in der die Ölflasche zusammen mit den anderen Lebensmitteln aufbewahrt wird, ausgebreitet. So eine Sauerei. Vor dem Essen heißt es zuerst die Schublade ausräumen, von den dort gelagerten Vorräten so gut es geht das Öl entfernen, die Schublade auswaschen und alles wieder einräumen. Nach der Aktion schmeckt das Essen besonders gut.

Dienstag, 29. Dezember 2009

Ein Blick aus dem Auto, dichter Nebel. Die Häuser auf der anderen Seite des Flusses sind nicht zu sehen. Die Sonne versucht, den Nebel aufzulösen. Mit Erfolg, der Nebel lichtet sich. Kurze Zeit später ist es wieder neblig. So geht das eine Weile. Bis wir abfahren aht sich die Sonne durchgesetzt.
Über Cooma fahren wir bis Canberra. Im Campingführer ist das Ausstellungsgelände als Campingplatz ausgewiesen. Dort fahren wir zuerst hin. Es herrscht ein geschäftiges Treiben, allerdings stehen keine Camper auf dem Platz, komisch. Das Rätsel löst sich, an der Toilettentür hängt ein Hinweis, dass bis zum 15. Januar geschlossen ist. Sommerpause.
Kurz vorm Messegelände haben wir das Hinweisschild „Carotel“ gesehen. Darauf ist auch das Zeichen für einen Campingplatz. Wir fahren das kurze Stück zurück. Ja, es sind noch Plätze frei. Wir sollen über den Platz fahren und uns einen Stellplatz suchen. Wenn wir einen Platz gefunden haben, sollen wir an der Rezeption Bescheid sagen und einbuchen. Es ist nicht so einfach eine passende Stellfläche zu finden. Die Plätze sind sehr eng, ziemlich schräg und schief. Aber, wir finden einen passenden Platz und stellen den Truck ab.
Nachmittags machen wir einen Rundgang über den Platz. Hier gibt es einige Dauercamper, die sich „wohnlich“ eingerichtet haben. Dieter sitzt vorm Wagen und liest. Dabei sieht er, wie zwischen den Wohnwagen ein weißer Hase auftaucht und eine Macpie jagt. Die Besitzerin des Hasen kommt direkt hinterher und versucht, den Hasen wieder einzufangen. Ohne Erfolg. Sie meint: „Der kommt bis morgen früh wieder“.

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Bis jetzt wissen wir noch nicht, ob der Hase wieder aufgetaucht ist. Von Canberra aus wollen wir nach Sydney und uns dort u.a. mit Angela und Sunaryo (ausgewanderten Stammtischlern) treffen. Wir haben bereits mit den Beiden Kontakt aufgenommen und sie haben uns einen genauen Plan geschickt, wo sie wohnen. Dieter recherchiert im Internet und findet in der Nähe einen Caravanpark. Er schickt per Email eine Anfrage mit den von uns geplanten Aufenthaltsdaten und bittet um Buchungsbestätigung.
Mit dem Bus wollen wir in die Stadt fahren. Laut Fahrplan fährt der jeweils zur vollen und zur halben Stunde. An der Haltestellen treffen wir auf ein deutsches Ehepaar mit 2 Kindern. Wir haben Zeit uns ausführlich zu unterhalten da der Bus um 11.00 Uhr nicht kommt.
Der nächste ist auf die Minute pünktlich. Wir lösen eine Tageskarte. Die kostet 7,40 $ und ist billiger wie zwei Einzelfahrscheine. Bei der Fahrt in die Innenstadt meint Dieter: Es ist so wenig Verkehr, da hätten wir auch mit unserem Auto fahren können. Es stimmt, es sind nur einige Autos auf den Straßen. Die Regierungsbediensteten sind alle in den Sommerferien.
Im Stadtzentrum steigen wir aus. Der erste Eindruck hier: Es ist nichts los. Kaum Leute auf der Straße, in der Mall, im Einkaufszentrum. Unglaublich für eine Hauptstadt. Nach einem Bummel durch das Canberra City Center, auch hier kaum Leute unterwegs, laufen wir zum Bus. Wollen die Tageskarte ausnutzen und mit dem Bus Sightseeing machen. Am Busterminal entdecken wir einen Anschlag, das am 29, 30, 31. Dezember nur ein eingeschränkter Fahrplan gilt. Zur Rush Hour sind wir wieder zurück am Busterminal. Immer noch kaum Verkehr. Kaum zu glauben, dass wir in der Hauptstadt Australiens sind. Bei der Rückfahrt zum Caravanpark treffen wir auch das deutsche Ehepaar wieder.

Donnerstag, 31. Dezember 2009

Morgen reisen wir ab und fangen schon mal an, alle nicht benötigten Sachen einzupacken. Ist auch gut so, denn kurze Zeit später fängt es an zu regnen.
In der Innenstadt gibt es ab 19.00 Uhr Livemusik, später dann Feuerwerk. Es hat aufgehört zu regnen und wir fahren mit dem Bus um 18.30 Uhr in die Stadt. Hier drängen sich noch keine Menschenmassen, es ist noch sehr übersichtlich. Eine der Bühnen ist vorm Museum aufgebaut. Hier sitzen die meisten Leute, wir suchen einen Platz, von dem man einen guten Überblick hat. In kleinen und größeren Gruppen sitzen, laufen und stehen die Leute herum. Es sind viele Familien mit kleinen Kindern darunter. Zwischendurch regnet es mal wieder, so ein durchdringender Landregen. Wir stellen uns unter, bis es wieder aufhört.

Die ganze Veranstaltung ist ein alkoholfreier Event. Das heißt, auf der Straße und auf öffentlichen Plätzen darf kein Alkohol getrunken werden. Die Polizei ist sehr präsent und kontrolliert genau. Ein junger Mann, der eine Flasche in der Hand hat, muss den Inhalt ausschütten und die Flasche wird im Abfalleimer entsorgt.
Um 21.00 Uhr gibt es bereits für die Familien ein Feuerwerk. Fast 15 Minuten dauert das Spektakel. Danach leert sich der Platz ziemlich schnell. Die Familien mit den Kindern gehen nach Hause. Die Nachrücker kommen so gegen 23.00 Uhr, dann wird es wieder voll. Mitternacht beginnt das große Feuerwerk. Die Musik und die mit Raketen an den Himmel gezeichneten Bilder passen super aufeinander. Ein tolles Feuerwerk.
Wie kommen wir jetzt am besten wieder nach Hause? Ab Mitternacht gibt es die Nightrider Busse. Bis der erste in unsere Richtung fährt, dass dauert noch. Es gelingt uns, ein Taxi anzuhalten. Die Taxifahrt kostet knapp 23 $. Mit dem Bus hätten wir 20 $ bezahlt und wären noch nicht zu Hause.