Hughenden / Wycliff Well

Samstag, 13. Februar 2010

Es ist kaum zu glauben, es ist immer noch trocken! Heute wollen wir bis Winton fahren. Man sieht, dass es in der letzten Zeit geregnet hat, alles ist grün. Bekommen Kühe auch Verdauungsprobleme? Die sind doch soviel frisches Grünzeug überhaupt nicht gewöhnt.
Unterwegs stoppen wir kurz an einem Wegweiser. Hier geht es nach ELVIRA, allerdings Road Closed. In Winton angekommen gehen wir ins Waltzing Matilda Zentrum. Dort ist die Touristen- Information untergebracht. Von Rachel bekommen wir sehr ausführliche Hinweise, was in und um Winton zu sehen ist. Danach trinken wir dort noch einen Kaffee.
Der Campingplatz macht keinen besonderen Eindruck. Für 1 Nacht geht es. Nachdem der Camper wohnfertig ist, machen wir einen Spaziergang zu Arnos Wall, der ist in der Nähe. Es ist schon erstaunlich, was sich die Australier alles einfallen lassen, um ihren Schrott zu beseitigen. Und dann wird da noch eine Touristenattraktion daraus. Nach soviel Kultur noch ein kühles Bier im Gregory Hotel.
Heute bleibt die Küche kalt, wir gehen ins Tatts Hotel essen. Das Essen ist sehr gut. Beim Absacker an der Bar erzählt der Mann neben mir, dass seine Firma die Glasfaserkabel für das angekündigte schnelle Internet im Outback verlegt. Der viele Regen hat dazu geführt, dass sie jetzt in Winton festsitzen. Die überbreiten Maschinen können nicht eingesetzt werden, da kein Auto daran vorbei fahren kann oder es bleibt im Dreck am Straßenrand stecken. Und das sei schon mehrmals passiert.
Während wir noch gemütlich an der Bar sitzen, fängt es an zu schütten. Der Wind treibt den Regen teilweise waagerecht vor sich her. So ein Mist, die Fenster im Pop-Up-Dach sind noch offen. Hoffentlich regnet es nicht so viel rein.
Es dauert eine Weile, bis der Regen aufhört und wir zum Auto zurück laufen können. Es ist nicht so schlimm, wie ich erwartet hatte. Nochmal gut gegangen. Allerdings werden wir von einer Käferrinvasion heimgesucht. Angelockt durch das Licht sitzen die Käfer und andere Krabbeltiere auf dem Fliegengitter. Es nützt alles nichts, ich muss nochmal raus. Von innen nach außen mit Insektenspray sprühen. Dann Licht aus, Tür auf und raus. Von der Toilette zurueck sehe ich, dass nicht nur auf dem Gitter, sondern auf der Tür und auf den Wänden Hunderte von Käfern sitzen, alles voll. Ich lasse mir von Dieter Sprühzeug und den Handfeger geben. Dann den Wagen großflächig einsprühen. Dieter meint von innen, ich würde ihn statt die Käfer umbringen. Die toten Tiere abkehren und dann schnell wieder ins Auto.
Das Gewitter hat keine Abkühlung gebracht, im Gegenteil, jetzt ist es auch noch schwül. Über 30 Grad und die hohe Luftfeuchtigkeit, für mich keine gute Schlaftemperatur. Nach kurzer Zeit ist Schlafanzug, Kopfkissen, alles nass.

Sonntag, 14. Februar 2010

Gegen Morgen schlafe ich endlich ein und werde von Tropfen auf dem Dach geweckt. Es regnet mal wieder. Hatten wir schon lange nicht mehr. Auf dem Campingplatz steht das Wasser. Wir machen, dass wir weiter kommen.
Ein Foto von Andrew "Banjo" Paterson , der Waltzing Matilda geschrieben hat, muss natürlich sein. Die Statue ist gegenüber der Touristeninfo. Was ist das? Die Straße und die Wiese lebt!!! Tausende von Käfern, die Gleichen, die gestern Abend auch den Camper belagert haben, versuchen vor dem Regen zu fliehen und auf höheres Gelände zu kommen.
Beim darauf treten knackt es. Ich beeile mich, dass ich wieder zum Wagen komme. Das geht nicht ohne ungeliebte Mitbringsel, diese blöden Käfer, ab. Von hier aus fahren wir zum Musical-Fence. Ist nichts anderes als ein Drahtzaun, an dem verschieden dicker Draht verspannt ist. Je nachdem, wie man den Zaun bearbeitet, hört er sich wie eine Gitarre oder Geige an. Es stehen auch noch weitere „Musikinstrumente“ herum. Macht bei schönem Wetter bestimmt Spaß.
Direkt daneben ist das Qantas-Museum. Wir sehen uns nur den Teil der Fahrzeuge an, die unterm Dach ausgestellt sind.Das Freigelände ist ein einziger See. Jetzt noch tanken, dann fahren wir weiter Richtung Kynuna. Unterwegs biegen wir zum Combo Waterhole ab. Dieser Billabong ist in dem Song „Waltzing Matilda“ verewigt. Auf dem Weg dorthin fahren wir durch einen Heuschreckenschwarm. Richtig große Tiere, es knallt richtig, wenn die auf die Scheibe prallen.
Weiter zum Blue Heeler Hotel in Kynuna. Eigentlich zum Pause machen und was trinken. Aber von 13 – 17.00 Uhr geschlossen. Also gegenüber ins Roadhaus. Nicht sehr empfehlenswert. Ein durchdringender Geruch hängt in der Luft, essen würde ich hier nichts. Bei Getränken kann man nicht viel verkehrt machen. Auf die Frage nach den aktuellen Straßenverhältnissen und speziell dem Weg nach Julia Creek, zuckt die Frau nur die Schultern. Sie wisse nichts, die Straße nach Julia Creek sei ein Stück unsealed, ist alles, was wir als Auskunft bekommen. Sehr hilfreich. Vorm Shop noch einen kurzen Plausch. Der Mann hat uns unterwegs überholt. Er zeigt uns seinen verbundenen Fuß. Der sei gebrochen und er sei beim Arzt gewesen. Ursprünglich komme er aus dem NT, aus Boroloola.
Die Abzweigung nach Julia Creek ist ca. 4 Kilometer vorm Ort. Wir fahren das kurze Stück zurück und biegen ab. Auf den vor uns liegenden 114 Kilometern gibt es nichts als Farmgelände. Der erste Teil der Straße ist Asphalt, dann kommt wieder ein Stück unbefestigtes Gelände. Die links und rechts vom Weg liegenden Weiden sind nicht eingezäunt und die Kühe weiden auf der Straße. Oft wechseln sie im letzten Moment nochmals die Richtung und laufen vorm Wagen auf die andere Seite, da sind ja noch mehr von ihresgleichen. Dieter muss sehr aufpassen.
Außerdem gibt es hier unheimlich viele Trappen, diese großen Vögel. Die haben sich die Straße als Balzplatz ausgesucht. Und bis die in der Luft sind, das dauert. Bis jetzt haben wir immer mal einen Vogel gesehen, aber noch nie so viele auf einem Fleck. Wir sind ca. 30 Kilometer gefahren und auf jetzt auf dem unbefestigten Teil unterwegs. Vor uns ein nasses und mit Pfützen bedecktes Wegestück. Da müssen wir durch. Der Wagen rutscht und steckt im Schlamm fest. Erst mal aussteigen und den Schaden ansehen. Ich mache die Tür der Beifahrerseite auf und steige aus. Schon stehe ich fast bis zu den Knien im Schlamm. In einem zähen Schlamm, der mir erstmal die Schuhe auszieht. Die Räder auf der Beifahrerseite sind tief im Matsch eingegraben. Dreck schaufeln ist angesagt. Das ist aber bei diesem Gelände nicht so einfach. Man sinkt sofort im Schlamm ein. Steine, Holz oder sonstiges zum Untergrund befestigen ist nicht in der Nähe. Dieter schaufelt den Dreck an die Seite und legt die mitgeführten Kunststoff-Ausfahrthilfen unter. Erneuter Versuch frei zukommen. Die Kunststoffteile versinken im Schlamm.
Der Wagenheber kann bei diesem weichen Untergrund nicht eingesetzt werden. Am Horizont ist schon wieder eine dunkle Wolke zu sehen. Wenn es jetzt noch anfängt zu regnen.... Was tun?
Wir sind doch an einem Schild vorbei gekommen, da wurde eine Farm in 9 Kilometern Entfernung angekündigt. Wenn wir mit denen Kontakt aufnehmen könnten. Satellitentelefon haben wir ja. Wenn gar nichts hilft, dann rufen wir die 000 an, aber vorher probieren wir es erstmal so.
Natürlich haben wir von der Farm keine Telefonnummer aber wir können es ja mal über das Info-Zentrum in Winton probieren. Da meldet sich nur der Anrufbeantworter, Das gleiche passiert uns in Kyuna. Als nächstes rufen wir das Motel in Julia Creek an. Die sind sehr nett und hilfsbereit. Sie wollen die Telefonnummer der in der Naehe befindlichen Farm raus suchen. Da sehen wir, dass aus Richtung Julia Creek ein Auto kommt. Die Telefonnummernsuche wird erstmal gestoppt. Wir versprechen uns zu melden, ob weitere Hilfe benötigt wird.
Der Fahrer hat das Problem erkannt. Wie lange wir denn schon stehen, fragt er. Die Antwort: 2 Stunden. You are lucky, I'm on the way home. Der unbekannte Helfer macht das nicht zum ersten Mal. Er parkt sein Auto gleich in die Richtung, aus der er gekommen ist. Dann wird ein Snatchstrap angebracht, er steigt ins Auto, Dieter in den Truck und los geht es. Beim zweiten Anlauf kommt der Truck frei und steht auf dem festen Teil der Straße. Mit dem Hinweis, die nächsten 15 Kilometer seien noch sehr schlecht und wir sollen uns beeilen. Regen sei im Kommen und wenn wir dann noch nicht auf dem Asphaltstück seien, dann müssten wir auf der Strecke übernachten, verabschiedet sich der unbekannte Helfer. Er hat noch 150 Kilometer vor sich.
Wir packen die ausgeräumten Sachen wieder zusammen. Die vor Dreck starrenden Schuhe werden in den Außenkästen verstaut. Dieter fährt barfüßig. Nicht nur das Auto, auch wir sehen aus wie die Schweine. Ein Schlammbad zum Valentinstag ist doch auch nicht schlecht. Die 15 Kilometer unbefestigte Straße ist in einem miserablen Zustand. Hier hat viel Wasser gestanden und die umher ziehenden Kühe haben den Weg nicht verbessert. Aber, wir kommen durch und erreichen den durchgehend bis Julia Creek geteerten Teil.
Auf dem Caravanpark zuerst den Schlamm abwaschen, bevor irgendetwas im Innern des Campers angefasst wird. Selbstverständlich haben wir uns bei den netten Leuten im Motel für die Hilfe, die dann doch nicht benötigt wurde, bedankt.
Noch in Ruhe zu Abend essen und dann ins Bett.

Noch ein Nachtrag
Auf der Weiterfahrt durchfahren wir einige Floodways, in denen noch Wasser vorhanden ist. Mein Gedanke, prima, da kann ich den Dreck von den Beinen waschen. Bei der nächsten Gelegenheit hält Dieter an und lässt mich aussteigen. In diesem Wasserweg steht das Wasser auf der einen Seite ca. 2 – 3 cm hoch. Kaum sind meine Füße im Wasser, geht es auch schon abwärts. Die Kombination Beton, Steine, Wasser und der enthaltene Reifenabrieb und Dreck sorgen dafür, dass es rutschig wie auf einer Eisfläche ist. Jetzt stehe ich in der Mitte und wage mich nicht zu bewegen. Wo ist der beste Weg um unbeschadet wieder raus zu kommen? Was kann passieren?
Verschiedenen Möglichkeiten gehen mir im Kopf herum: ausrutschen und hinfallen, dann bin ich nicht nur dreckig sondern auch nass. Oder nass und dreckig und verletzt. Dieter meint später, das kann man hinterher überlegen. Ganz vorsichtig bewege ich mich auf den Rand zu und kann das Gleichgewicht halten. Puh, ich stehe wieder auf festem Grund. Mit so einem rutschigen Untergrund habe ich absolut nicht gerechnet, es ist wie mit Schmierseife eingerieben.
Inzwischen ist Dieter ausgestiegen. Er hat mich im Rückspiegel gesehen und bei sich gedacht: Was eiert sie denn da so herum? Hat sie sich weh getan? Hat sie nicht.

Rettungsaktion

Montag, 15. Februar 2010

Wir lassen es langsam angehen. Heute ist Großreinemachen angesagt. Die dreckigen Klamotten kommen in die Waschmaschine und der Lappen im Wageninnern zum Einsatz. Wir fragen nach, ob es hier im Ort eine Gelegenheit zum Autowaschen gibt. Ja, es gibt einen Platz, an dem die Trucks den Dreck abspritzen können. Nur einige Meter entfernt.
Da fahren wir mit unserem Wagen hin. Aus der Leitung kommt heißes Wasser! Julia Creek bezieht Wasser aus dem Artesischen Becken und das Wasser kommt heiß aus der Erde. Das Auto steht zwar auf einem Zementboden, aber rundherum ist Erde, aufgeweichte Erde. Dieters Schuhe sehen schon wieder so aus wie gestern, voller Matsch. Es dauert eine Weile, aber dann sehen die Reifen wieder schwarz aus und der gröbste Dreck ist runter. Allerdings ist Dieter vollkommen durchnässt. Zurück und umziehen, bevor wir zum einkaufen fahren. Der Einkauf ist schnell erledigt und wir wieder zurück auf dem Stellplatz. Die Wäsche ist trocken und kann abgehängt werden. Direkt über die Straße ist das örtliche Schwimmbad. Ab 15.00 Uhr ist wieder geöffnet. Dort verbringen wir den Nachmittag. Ein preiswertes Vergnügen, der Eintritt kostet 1,20 $. Zum Abschluss gönnen wir uns noch ein Sprudelbad, alles im Preis enthalten. Eine Klasse hat Sportunterricht, mit Wasserball und anderen Wasseraktivitäten. In einer Ecke ist ein Geburtstagstisch aufgebaut, ein Junge feiert mit seinen Freunden im Schwimmbad.
Diese blöden Käfer, die sind ja überall. Die finden immer eine Lücke zum durch schlüpfen.

Dienstag, 16. Februar 2010

Pünktlich verlassen wir den Platz und fahren zur nächsten Tankstelle. Die liegt mit 1,56$ für den Liter Diesel 0,20 $/Liter über dem, was wir in Winton bezahlt haben. Da werden nur 20 Liter nachgefüllt, das reicht bis Cloncurry. Dort ist Diesel bestimmt preiswerter. Zwischen Julia Creek und Cloncurry regnet es mal wieder, aber nur auf einigen Kilometern.
Kurz vor Cloncurry mündet der Landsborough Highway (führt über Winton nach Longreach) auf den Flinders Highway. Direkt an der Abzweigung steht das Schild: Road Closed. Den Highway sind wir am Sonntag von Winton bis nach Kynuna gefahren und dann Richtung Julia Creek abgebogen.
Am Sonntag gab es noch keine Sperrung der Straße wegen Überflutung. Inzwischen muss es dort ordentlich geregnet haben.
In Cloncurry unterbrechen wir die Fahrt. Eine Kaffeepause muss sein. Anschließend tanken wir. Hier kostet Diesel nur 1,32 $. Gestärkt geht die Fahrt weiter bis Mount Isa. In der Info besorgen wir uns Unterlagen über Mount Isa. Auf dem Big4 Caravanpark buchen wir für 3 Nächte ein.

Mittwoch, 17. Februar 2010

Ein langsamer Start in den neuen Tag. Bereits vor einigen Tagen ist die Lampe ueber dem Bett kaputt gegangen. Die Elektronik ist durch geschmort. Mal sehen, ob wir hier eine passende Lampe bekommen. In den kleinen Städten unterwegs haben wir keine kaufen können.
Wir haben Glück, der Outdoorladen hat was Passendes da. Dieter fragt beim bezahlen nach, ob es einen Sonderpreis gibt. Und schon haben wir 10 % gespart. Nach einem ausgiebigen Stadtbummel wieder zurück zum Campingplatz. Die defekte Lampe wird demontiert und die neue Lampe angebracht. Nichts, kein Licht. Da muss ein Defekt in der Leitung sein. Den heißt es suchen, was nicht so einfach und aufwändig ist. Die Batterien, die den Kühlschrank und die Lampen mit Strom versorgen, sind in einem Fach unter dem Kühlschrank untergebracht. Deshalb muss die Fridge zur Seite geräumt werden.
Natürlich ist die Fridge voll und entsprechend schwer. Die Batterien und die von dort abgehenden Kabel sind in Ordnung. Ein gutes hat die ganze Räumerei, Dieter findet in dem Kasten ein Ameisennest. Wir haben uns schon eine ganze Weile gefragt, wo die kleinen Ameisen herkommen, die immer wieder durch den Wagen laufen und resistent gegen die versprühten Mittel sind. Jetzt wissen wir es. Dieter sprüht den Kasten aus und entfernt die toten Tiere. Hoffentlich ist das Problem damit gelöst. Der Kasten wird wieder verschlossen und die Fridge an ihren angestammten Platz gestellt. Die Suche nach dem defekten Kabel geht weiter. Die Leitungen sind hinter den eingebauten Möbeln verlegt. Um daran zu kommen, muss ein großer Teil der verstauten Sachen ausgeräumt werden. Stück für Stück werden die Kabel überprüft und schließlich wird der Fehler gefunden. Ein Kabelbruch im Kabel hinter dem Kleiderschrank. Da hilft nur eins, das alte Kabel entfernen und ein neues verlegen. So wird aus einer einfachen Angelegenheit, eine neue Lampe montieren, eine stundenlange Beschäftigung. Bis alles wieder an seinem Platz verstaut ist und wir zum Abendessen kommen, ist es bereits dunkel.

Donnerstag, 18. Februar 2010

Wenn schon aufräumen, dann richtig. Es haben sich inzwischen so viele Rechnungen und Belege angesammelt, die müssen mal wieder sortiert und abgeheftet werden. Auch eine schöne Beschäftigung.
Ansonsten verbringen wir den Tag mit fernsehen und lesen. Die Zeitungen berichten täglich über die unterschätze Gefahr – Hochwasser. In Mount Isa ist ein Mann am Montag im Leichhart River ertrunken Im Fernsehen werden Bilder vom überfluteten und gesperrten Bruce Highway (zwischen Bowen und Townsville) gezeigt. Ist noch nicht lange her, das sind wir diese Strecke gefahren.
Morgen verlassen wir Mount Isa und fahren Richtung Tennant Creek.

Freitag, 19. Februar 2010

Bereits der vierte Tag ohne Regen! Bis wir gespült, eingeräumt und den Camper zur Abfahrt bereit haben, ist es kurz vor 10.00 Uhr. Mit der Nachbarin noch ein kleiner Plausch. Wohin wollt ihr heute? Bis Camooweal. Sie meint: Auf dem Caravanpark in Camooweal sind die sanitären Anlagen nicht besonders sauber, für 1 Nacht mag es gehen. Die Toiletten auf Barkly Homesteadt sind in Ordnung. So weit wollen wir heute eigentlich nicht fahren.

Bevor wir endgültig Mount Isa verlassen, füllen wir nochmal den Getränkevorrat auf. Bei angekündigten 36 Grad wird doch einiges gebraucht. Der Tank wird aufgefüllt, unterwegs ist Diesel bestimmt teurer. Vorbei an grünen Weiden, wo aber nur selten ein Tier zu sehen ist, fahren wir bis Camooweal.
Ca. 5 Kilometer vorm Ort steht ein Polizeiauto am Straßenrand. Und mitten auf der Straße steht ein Polizist der anzeigt, wir sollen an den Rand fahren und halten. Was hatten wir schon lange nicht mehr? Richtig, eine Alkoholkontrolle, und das kurz vor 13.00 Uhr. Es ist übrigens sehr bussy, aus der anderen Richtung kommt auch ein Auto, das ebenfalls angehalten wird. Bei uns keine Beanstandungen, wir können weiterfahren. Im Ort halten wir vorm Postgebäude. Angelockt von dem Schild: Real Cafe. Wir versuchen unterwegs immer Kaffee aus der Kaffeemaschine zu bekommen. Schnellkaffee nur im Notfall. Im ehemaligen Postgebäude ist die Post, ein kleiner Laden, die Bücherei und ein Internetcafé untergebracht. Und es gibt nicht nur richtigen Kaffee sondern auch frisch aufgebrühten Tee, aus Teeblättern und nicht nur einen Beutel ins Wasser gehängt.
Die Pause hat uns gut getan, jetzt auch noch Diesel nachfüllen. Hier kostet der Sprit bereits 1,59 $. Gut, dass wir noch nicht soviel verbraucht haben. Inzwischen ist es richtig heiß. Die Temperatur im Führerhaus beträgt ca. 40 Grad, schweißtreibend. Mit Getränken aus der Kühltasche wird immer wieder der Durst gestillt. Nach unserer Uhr kommen wir um 17.30 Uhr kommen wir in Barkly an. Da wir aber die Grenze von Queensland zum Northern Territory überschritten haben, wird die Uhr 30 Minuten zurück gestellt, es ist erst 17.00 Uhr.
Den Camper abstellen, Kaffee kochen und erstmal entspannen. Dann in die Bar und ein schönes kaltes Bier bestellen, das schmeckt. Abendessen gibt es anschließend im Wohnmobil.

Samstag, 20. Februar 2010

Unser Nachbar wartet auf den LKW der seinen 5th-Wheller (Campmobilanhänger) auflädt. Er hat ca. 160 Kilometer vor Barkly Homestedt eine von zwei Achsen seines Caravans verloren. Die Achsaufhängung ist gebrochen. Jetzt soll der Anhänger aufgeladen und nach Tennant Creek zur Reparatur gebracht werden. Eine kostspielige Angelegenheit. Kurz bevor wir den Platz verlassen ist der Anhänger bereits auf der Ladefläche des LKWs und wird dort für den Transport befestigt.
Dieter fährt an die Zapfsäule und füllt noch 30 Liter Diesel auf, damit kommen wir problemlos bis Tennant Creek. Dort ist der Sprit bestimmt billiger. Auf dem Weg nach Three Ways, das ist dort, wo der Barkly Highway auf den Stuart Highway trifft, legen wir einen kurzen Zwischenstopp ein. Während wir auf dem Rastplatz stehen, fährt der LKW mit dem aufgeladenen defekten Anhänger vorbei. Weiter geht die Fahrt bis Three Ways. Hier legen wir wieder einen Stopp ein. Eine Tasse Kaffee und Tee tun gut bei der Hitze.
Kurz vor Tennant Creek folgen wir der Hinweisschildern die zu den Pebbles führen. Dort findet man Steinformationen, die an Murmeln erinnern. Für die Aboriginies eine heilige Stätte der Frauen. Zurück auf dem Highway steht bereits die nächste Sehenswürdigkeit ausgeschildert, die alte Telegrafenstation.
Von hier aus fahren wir direkt bis Tennant Creek. Nach einem Stopp am Supermarkt und Bottleshop, hier gibt es beim Bier einen gewaltigen Aufschlag, fahren wir zum Outback Caravanpark und buchen für 2 Nächte ein.

Sonntag, 21. Februar 2010

Hier in Tennant Creek gibt es ein Grashüpfer-Problem. Die sind einfach überall. In der Damentoilette ist der Boden bedeckt mit den Hüpfern, es knirscht beim laufen.Nicht nur das, die springen einem auch unvermutet an z. B. wenn man auf der Toilette sitzt. Die Arten- und Farbendvielfalt ist allerdings erstaunlich. Hellgrüne, dunkelgrüne, gestreifte, welche mit orangefarbenen Hinterbeinen, kleine und große, alles ist vertreten.
In der Duschkabine liegen und sitzen die Tiere, im Handwaschbecken braucht man einen Besen, um die darin herumliegenden Körper zu entfernen. Die Damen vom Reinigungsdienst sind nicht zu beneiden. Die Frauen bestätigen das Problem mit den Heuschrecken. Dieses Jahr sei es besonders schlimm. Mit einem dicken Wasserschlauch und mit kochend heißem Wasser werden die sanitären Anlagen und die Campingküche gereinigt und sind kurze Zeit Insekten frei. Nicht lange, dann liegen schon wieder die ersten toten Tiere herum. Wir beenden den gemütlichen Sonntagvormittag und fahren zum Battery Hill Mining Center.
Dort ist bis 14.00 Uhr geschlossen, Mittagspause. Gut, dann erst zum Outlook und einen Rundumblick über die Stadt genießen. Von hier wieder zurück zum Mining Center. Inzwischen ist die Pause beendet und einige Besucher sehen sich in den Räumen um. Um 14.30 Uhr startet eine geführte Tour, der schließen wir uns an. Die Frage, ob es mit einem DJH-Ausweis Rabatt auf den Eintrittspreis gibt, wird verneint. Discount gibt es nur mit einer australischen Pensionier-Card. Kassiert werden aber nur 34 $ (statt 40 $), der Eintrittspreis für Rentner.
Wir sind nur eine kleine Gruppe, 7 Erwachsene und 2 Kinder. Die Führung dauert 1,5 Stunden. Sehr ausführlich und anschaulich werden die Arbeitsbedingungen der Minenarbeiter Ende des 1800 und Anfang des 1900 erläutert. Dieter meint am Ende, sie hat ein bisschen viel geredet.
Nach Ende der Führung fragen wir im Info-Center nach, wo man gut essen gehen kann. Das sei nicht so einfach, sonntags haben die meisten Restaurants zu. Sie empfehle uns den Memorial Club. Den sehen wir uns an und entscheiden dann. Wie in allen australischen Clubs muss man Mitglied werden, um den Club betreten zu können. Am Clubeingang beantragen wir die temporäre Mitgliedschaft (kostenlos) und schon können wir uns umsehen und einen kühlen Drink genießen. Macht einen guten Eindruck, hier werden wir zu Abend essen.
Zurück zum Campingplatz und uns umziehen. Dieter ruft im Memorial Club an und bestellt den Zubringerbus. Wir werden um 18.30 Uhr abgeholt. Der Bus kommt, wir sind die ersten die abgeholt werden. Auf der Fahrt zum Club steigen noch zwei Männer zu, nicht viel Betrieb.
Dieter bestellt sich ein Rumpsteak, für mich gibt es ein Barramundifilet. Zur Feier des Tages, es ist unser Hochzeitstag, gibt es eine Flasche Wein zum Essen. Das Essen ist wirklich sehr lecker, das Lokal kann man empfehlen. Während wir beim Essen sitzen, kommen die Nachbarn von Barkly Homestead herein. Sie können morgen ihren Anhänger abholen, es sei alles wieder gefixt. Dann geht für sie die Fahrt weiter nach Norden. Der Bus bringt uns auch wieder zum Campingplatz zurück.

Montag, 22. Februar 2010

Der Truck ist pünktlich um 10.00 Uhr reisefertig. Zuerst halten wir an der Bank und nehmen Bargeld mit, der Bankautomat ist bereits seit gestern geschlossen. Von der Bank weiter zum Supermarkt und nochmals die Getränke aufstocken, weiter zur Tankstelle und den Tank auffüllen.
Nächster Halt ist das Nyinkka Nyunyu Kulturzentrum der hier lebenden Waramungu People. Nach dem Rundgang trinken wir noch einen Kaffee, dann sind wir wieder auf der Straße Richtung Alice Springs. Angedacht ist heute bis zu den Devils Marbles zu fahren und dort zu übernachten.
Es ist sehr heiß, das Thermometer in der Fahrerkabine zeigt bereits 40 Grad, trotz Fahrtwind. Die Marbles erreichen wir am Nachmittag. Nach diversen Fotostopps sehen wir uns den ausgewiesenen Campingspot an. Kein Schatten! Wenn wir uns jetzt mit unserem Auto hier hinstellen, dann steigt die Temperatur im Wageninnern bestimmt auf fast 50 Grad.
Entscheidung, wir suchen uns ein schattigeres Plätzchen. Nicht weit weg von den Marbles ist das Wauchope-Hotel, direkt am Stuart Highway. Auf dem Weg dorthin fängt es an zu regnen. Das Wasser verdampft sofort auf dem heißen Asphalt.
Jetzt ist es wie in der Sauna nach einem Aufguss.
Wir stoppen am Wauchope-Hotel für einen kühlen Drink. Hierbleiben? Fahren wir weiter bis Whychliff Well, dem UFO-Capital of Australia. Eine gute Entscheidung. Schöne schattige Plätze und das beste, ein Indoor-Pool. Super zum abkühlen.
Zum Abschluss des Tages noch ein kühler Drink an der Bar. Ein großes Biersortiment wartet
auf durstige Kehlen. Ob deshalb an diesem Ort so viele UFOS gesichtet werden?