Great Central Road / Perth

Montag, 8. März 2010

Die junge Frau ist schon weg.Wir lassen uns Zeit, wollen heute ja nur bis zum Warburton Roadhaus fahren, das sind ca. 250 Kilometer. Bevor wir uns auf den Weg machen, muss noch der Schlüssel für die sanitären Anlagen zurück gegeben werden und wir füllen den Tank auf. Diesel kostet hier 2 $.
Ohne großen Aufenthalt fahren wir bis zum Warburton Roadhaus und buchen für 1 Nacht ein. Der schattigste Platz, das ist unser!
Heute ist kaum Verkehr auf der Great Central. Auf der Strecke fahren wir an einen LKW vorbei und werden von einem Wagen überholt. Der Camper wird wohnfertig gemacht. Tisch und Stühle werden unterm Baum aufgestellt, Kaffee gekocht, Tassen und was zu lesen mit nach draußen genommen und dann wird der angenehm warme und sonnige Tag genossen.
Seit dem letzten Aufenthalt, vor 14 Monaten, hat es einige Veränderungen gegeben. Neue Cabins wurden aufgestellt, die vorhandenen haben einen anderen Anstrich erhalten. Dieter sieht, dass ein Mann mit seinem Handy telefoniert. Da müssen wir unser Telstra Next G auch mal ausprobieren. Und siehe da, es hat Empfang. Dann funktioniert auch unser Wireless Internetstick. (wie man sieht).
Seit der Abfahrt am Ayers Rock haben wir weder Kängurus, Emus oder Kamele gesehen. Nichts außer ein paar Eidechsen und einigen Raubvögeln.

Dienstag, 9. März 2010

Ich bringe den Schlüssel für die Toiletten zurück und sage Bescheid, dass wir auch tanken wollen. Die Zapfsäulen müssen erst aufgeschlossen werden. Da ich bezahlen muss, bleibe ich gleich im Shop. Diesel ist hier sehr teuer, 2,05 $/Liter.
Dieter unterhält sich derweil mit einem Paar, die ebenfalls zum tanken an die Säule gefahren sind. Die Beiden sind über Alice Springs und den Ayers Rock hierher gefahren, die gleiche Strecke wie wir.
In den East MacDonnell Ranges haben sie sich im Schlamm festgefahren und wurden von einem Farmer rausgezogen. Der hat sie gleich auf seine Farm eingeladen. Vier Tage mussten sie warten, bevor die Straße wieder passierbar war. Jetzt sind auf dem Weg zum Gunbarrel Highway. Da sie gelesen haben, dass der Heather Highway sehr corrugated ist planen sie über den Old Gunbarrel zu fahren. Beim Gespräch stellt sich heraus, das die junge Frau ein Frankfurter Mädel ist, das in Australien lebt. Mit den gegenseitigen Wünschen für eine gute Fahrt verabschieden wir uns.
Um uns gleich darauf in der Art Galerie wieder zu treffen. Im Shop sehen wir uns die ausgestellten Bilder an. Es sind zwei dabei, die uns gut gefallen, und die wir mitnehmen. Beim Preis gibt es einen kleinen Nachlass und als Zugabe noch Postkarten und Lesezeichen. Während die Bilder verpackt werden, sehen wir uns noch die Ausstellung im Nebengebäude an. Alles ist verpackt und bezahlt, wir können losfahren. Die Fahrt endet am Tjukayirla-Roadhaus. Für eine Powered Site bezahlen wir 20 $. Seit dem letzten Besuch gibt es einige Neuerungen: Den Billabong-Room mit Fernseher und einer kleinen Teeküche sowie einen Pool. Der Manager hat Wireless Internet. Wir sollen uns mit dem Laptop in die Nähe des Zauns setzen, dort funktioniert es. Dieter probiert es am Abend aus und kann die Emails abholen.
Wie bei den letzten Stopps, ist der Platz gepflegt und die Toiletten sauber. Das Roadhaus kann man als Übernachtungsplatz empfehlen. Auf der ganzen Strecke sind uns zwei Autos entgegen gekommen. Die Polizei und ein Privatwagen.

Mittwoch, 10. März 2010

Die Nacht am Tjukayirla Roadhaus war angenehm kühl. Dieter versucht die Emails abzuholen, aber das Modem des Managers ist ausgeschaltet. Macht nicht, probieren wir es später in Laverton. Den Schlüssel für die Toiletten gebe ich direkt im Shop ab und sage Bescheid, dass wir noch tanken wollen. Die Vergitterung um die Zapfsäule muss erst aufgeschlossen werden. Hier ist Diesel direkt preiswert, „nur“ 1,90$ für den Liter.
Gegen 9.30 Uhr sind wir wieder auf der Piste. Die Great Central Road ist in einem recht guten Zustand, was sicher auch mit dem Ausbau zum „Outback Way“ zu tun hat. Bei „The Pines“ machen wir Mittagspause. Ein Auto faehrt vorbei und biegt ebenfalls auf den Parkplatz ab. Der Fahrer steigt aus und meint mit Blick auf die Werbung vom AustralienWineStore: A long way from home. Er aber auch, er kommt aus Holland. Er hat einfach angehalten, um ein Schwätzchen zu halten. Wir haben überlegt, bis Leonora zu fahren. Davon rät er uns ab. Sollen lieber in Laverton übernachten. Wir unterhalten uns eine Weile, dann brechen wir auf. Er fährt weiter Richtung Warburton, Wir in die entgegensetzte Richtung.
Seit dem Ayers Rock haben wir weder lebende Kängurus, Emus oder Kamele gesehen. Auf diesem Abschnitt liegen einige tote Kängurus auf der Straße, demnach muss es welche geben. Bis Laverton sehen wir 1 Emu, 1 Känguru und 1 Esel – lebend. Oft sind kaputte Autos zu sehen, die im Gelände liegen und sich in diversen Ausschlachtungszuständen befinden. Fast alle Wagen liegen auf dem Kopf und haben keine Räder mehr.
Kurz vor Laverton kommen Hinweisschilder auf die in 5 Kilometer Entfernung stehende Quarantäne-Bin. Dort muss das mitgebrachte Obst- und Gemüse, Honig, Samen, Pflanzen weggeworfen werden. Außer einer ½ geschälten Zwiebel haben wir nichts mehr dabei. Am Kontrollpunkt raucht es. Ein Auto ist geparkt und ein Mann kommt auf uns zu. Er winkt uns an die Seite. Es ist der Ranger, der mobile Kontrollposten! Auf die Verneinung seiner Frage nach mitgebrachtem Obst – und Gemüse möchte er sich selbst davon überzeugen. Er sieht nicht nur im Kühlschrank nach, er fragt auch, wo die Lebensmittelvorräte gelagert sind und lässt sich alle Schubladen öffnen. Da er nichts findet, ist er zufrieden und einem Gespräch nicht abgeneigt. Es sei sehr ruhig, unser Wagen sei der erste aus Richtung NT. Das weggeworfene Obst- und Gemüse werde verbrannt, daher der Rauch. Die Nacht werde er in Laverton verbringen und morgen früh nochmals hierher kommen und kontrollieren, dass das Feuer auch aus ist.
Auf die Frage, wo wir besser übernachten sollen, in Laverton oder in Leonora, meint er Laverton sei besser. Gut, dann bleiben wir die Nacht hier. Übrigens war auf der Strecke von Tjukayrla nach Laverton viel Verkehr. Insgesamt sind uns 7 Autos entgegen gekommen.
Ich sitze gemütlich Stuhl und lese Zeitung, da fällt meine Brille herunter. Der Bügel ist gebrochen. Ist so nicht zu reparieren, muss gelötet werden. Wo können wir das machen lassen? Im Internet recherchiert. In Newman, wo uns die weitere Reise hinführen sollte, gibt es nur einen Optiker. Wenn der es nicht reparieren kann, was dann. Ich habe zwar eine Ersatzbrille – Betonung auf Ersatz – dabei. Das ist aber nichts auf Dauer.
Es gibt also eine erneute Änderung der Reiseroute, wir fahren nach Perth und lassen die Brille dort reparieren. Gleichzeitig kann ich mir eine neue Brille (wie geplant) anfertigen lassen.

Donnerstag, 11. März 2010

Alles ist an seinem Platz, wir können starten. Zuerst ein Stopp an der Tankstelle und den Tank auffüllen. Hier ist Diesel richtig billig, 1,47$ der Liter. Dann wird die Leonora Road unter die Räder genommen und in Richtung der namensgebenden Stadt gefahren. Auf diesem Streckenabschnitt liegen viele tote Kängurus auf und neben der Straße. Spezielle Schilder warnen vor auffliegenden Adlern. Es dauert halt, bis sich die großen und schweren Tiere vom Boden bzw. der Beute erheben. Wie man uns erzählt hat, gehen Adler eine Verbindung fürs Leben ein. Das heißt aber auch, wenn ein Tier stirbt bleibt der Partner alleine zurück und muss den Nachwuchs (wenn vorhanden) alleine groß ziehen bzw. es gibt keinen Nachwuchs mehr.
In Leonora biegen wir auf den Goldfields Highway Richtung Kalgoorlie ein und fahren durch bis Menzies. Zeit fuer die Mittagspause. In Menzies haben wir bereits zweimal ein deutsches Ehepaar getroffen, die dort auf dem Campingplatz wohnten und von dort aus auf Goldsuche gehen. Mal sehen, ob die immer noch dort sind. Die Überraschung in Menzies, der Caravanpark ist geschlossen und wird umgebaut. Ein provisorischer Platz ist im Oval errichtet. Eine Rundfahrt zeigt uns, dass der Caravan des Ehepaares nicht mehr auf dem Platz steht. Die sind bestimmt bei der Platzschließung weiter gezogen.
Im Pub machen wir bei einem Hamburger Mittagspause und fragen den Wirt, ob er das deutsche Ehepaar kennt. Die Beiden seien vor ca. 8 Monaten nach Laverton weiter gezogen. Ob sie dort noch sind, dass weiß er nicht. So gestärkt fahren wir weiter nach Kalgoorlie. Es ist später Nachmittag als wir dort ankommen, die Geschäfte haben noch geöffnet. Mal sehen ob wir jemand finden, der meine Brille reparieren kann. Auskunft im ersten Laden: Leider könne sie das nicht reparieren, die Brille muss eingeschickt werden. Bis sie wieder zurück ist, das kann 2 Wochen dauern. So lange daeurt es auch, eine neue Brille anzufertigen. Also weiter. In zwei weiteren Läden eine ähnliche Auskunft, aber man schickt uns in einen Laden, der Schmuck repariert. Vielleicht können die den Bügel wieder anlöten. Der Goldschmied ist nicht im Haus und die Frau hinterm Tresen meint, die Werkstatt sei nur für das reparieren von Gold- oder Silber eingerichtet. Das Brillengestell sei aber aus Metall, sorry. Die Aktion wird abgebrochen. Dann gleich in Perth eine neue Brille anfertigen lassen. Jetzt zu Woolworth, einkaufen! Es macht Spaß wieder einen Laden zu betreten, der eine große Auswahl an z. B. Wurst, Käse, Brot, Fleisch und Fisch hat. Seit Alice Springs war das Angebot etwas mager. Beladen kommen wir zu unserem Auto zurück und fahren zum Prospektor Caravan Park. Dort bleiben wir heute Nacht.

Freitag, 12. März 2010

Gestern Abend mit Inge und Micha Kontakt aufgenommen und nachgefragt ob es ihnen Recht ist, wenn wir auf dem Weg nach Perth einen Stopp in Beverley einlegen. Am Samstag haben sie was vor, aber am Sonntag sind sie zu Hause. Das passt prima, da wir auf dem Weg in Southern Cross übernachten wollen. Von Niels, einem Stammtischteilnehmer ist bekannt, dass er auf seiner Tour auch Westaustralien bereist. Nach den vorliegenden Informationen müsste er allerdings schon auf dem Weg in den Südwesten bzw. auf der Nullabor sein. Gestern Abend noch eine Email mit der Nachfrage, wo bist Du im Moment, geschickt. Heute Morgen ist die Antwort da: Bin in Perth und will am Samstag Richtung Bunburry weiterfahren.
Email zurück, da fahren wir aneinander vorbei. 5 Minuten später klingelt das Telefon und Niels ist dran. Er will seine Reiseplanung nochmal ansehen, vielleicht können wir uns ja in Beverley treffen. Mal sehen, ob wir zusammen kommen.
Da wir uns entschlossen haben noch einen Tag in Kalgoorlie zu bleiben, gehe ich zur Rezeption und verlängere den Aufenthalt. Heute sei um 13.00 Uhr Sprengung in der Superpit, das lohne sich anzusehen, meint die Frau an der Rezeption. Kurz vor Mittag machen wir uns auf den Weg zum Outlook. Die Sprengung ist direkt gegenüber des Aussichtspunktes.
Lastwagen in der Größe von unserem LKW sehen wir Käfer, die sich durch den Staub bewegen, aus. Selbst die riesigen Baufahrzeuge wirken wie Spielzeugautos. Vor einem Schaufellader steht eine Reihe LKWs und wartet darauf, mit Gestein beladen zu werden.
Dieter meint, ein langweiliger Job. Immer nur Gestein aufladen, hochfahren, abkippen und wieder zurück. Mein Einwand, aber gut bezahlt, hört eine Frau, die neben uns steht. 80 % der Truckfahrer seien Frauen. Frauen würden bevorzugt für diesen Job eingestellt, da sie pfleglicher mit den Maschinen umgehen.
Pünktlich um 13.00 Uhr macht es BUMMMM. Eine Staubwolke steigt auf und das war es schon. Bereits 30 Minuten später ist der erste Schaufellader vor Ort und die LKWs kommen angefahren, um Ladung zu übernehmen. Das ist schon eine tolle logistische Leistung.
Vom Outlook geht’s in die Stadt. Meine Uhr braucht einen Batteriewechsel und wir können die Tageszeitung mitnehmen. Außerdem brauchen wir noch eine Kiste Bier zum mitnehmen. Das Bier ist bereits im Einkaufswagen verstaut, da überlegen wir uns, auch noch Wein mitzunehmen. Ein Clearskin Shiraz ist im Angebot, die letzte Kiste ist uns. An der Kasse wartet eine Überraschung auf uns. Statt der erwarteten 5,55 $ pro Flasche werden nur 2,22 $ berechnet. Da 6 Flaschen gekauft gibt es noch einen Nachlass von 10 % und in einer Sonderaktion noch ein Docket für das nächste Tanken. Da gibt es dann pro Liter einen Nachlass von 0,20$ pro Liter. Zum Abendessen probieren wir unser „Schnäppchen“ aus. Den Wein kann man gut trinken. Haben für mehr Geld schon schlechteren Wein gekauft. Nachtrag:
Wir haben sehr nette Nachbarn. Es ist ein Ehepaar aus Adelaide, das seinen Sohn besucht. Der lebt hier in Kalgoorlie. Dieter füllt die in der 2 Literflasche gekaufte Limonade in kleinere Flaschen um. Die 2 Literflaschen sind zu groß für die Fridge. Die Nachbarin fragt nach, was Dieter da macht. Auf die Erklärung meint sie erleichtert. Gestern habe der Nachbar Schnaps gebrannt. Der habe einen Destillierapparat und alles was zum Brennen benötigt wird in seinem Bus dabei. Für 20 $ habe er ihnen den selbst gebrannten Schnaps angeboten. Es seien schon viele ungewöhnliche Leute anzutreffen. Während wir vorm Auto sitzen kommt ein Mann vorbei und schaut sich den Wagen genau an bevor er uns anspricht. Im Gespräch stellt sich heraus, das er ursprünglich aus Schwaben kommt aber bereits zeit 52 Jahren in Australien lebt. Er habe u.a. Wasserleitungen in den Kimberleys und nach Broome verlegt.

Samstag, 13. März 2010

Wir verabschieden uns von den Nachbarn. Sie müssen heute beim Sohn helfen und dessen Haus renovieren, halt Work- und Travelurlaub. Und schon sind wir auf dem Highway Richtung Perth unterwegs. Ziemlich viel Verkehr, nicht wie über die Great Central Road.
Dieter meint unterwegs: Sind wir hier schon entlang gefahren, das sieht alles so anders aus. Wie sich die Vegetation in 3 Monaten verändert.
In Southern Cross gibt es die Unterbrechung zum Kaffee trinken. Eigentlich haben wir das angedachte Tagesziel erreicht. Da es erst 13.00 Uhr ist, fahren wir noch ein Stück weiter. Auf der Karte ist in Westonia ein Caravanpark ausgewiesen. Das ist 10 Kilometer abseits vom Highway und dort sind wir noch nicht gewesen. Bei der Einfahrt in das Städtchen sind wir erstmal überrascht. Neben dem Campingplatz sind viele neue Cabins aufgestellt und es herrscht ein reger Verkehr.
Etwas Probleme bereitet es uns, einen Platzverwalter zu finden. Zuerst fragen wir eine Frau, die vor den neu aufgestellten Cabins am telefonieren ist. Das sei die Minesite, der Campingplatz sei auf der anderen Seite. Also einmal um die Ecke fahren. Dort gibt es Stellplätze aber von einem Office ist nichts zu sehen. Bevor wir uns einfach auf einen Platz stellen noch ein letzter Versuch. In einem Gebäude sind noch Leute am arbeiten, da frage ich nach. Dort wo das rote Auto steht, da wohnt der Verwalter. Zurück zum roten Auto. Der dahinter stehende Wohnwagen ist abgeschlossen, keiner da. Beim Nachbarn angeklopft.
Eine nette Frau kommt heraus. Der Verwalter sei einfach in Urlaub gefahren und sie soll sich um den Platz kümmern. Es ist ein städtischer Platz und das Office erst am Montag wieder geöffnet. Wenn wir nur eine Nacht bleiben wollen, dann nimmt sie das Geld, 15$ für eine powered Site, entgegen. Gleichzeitig werde ich mit vielen Informationen versorgt.
Die Einwohnerzahl des Ortes ist von 87 auf 300 angewachsen da die in der Nähe befindliche Mine wieder in Betrieb genommen wird. Zur Zeit sind die Vorbereitungen in Gange, ab September soll die Produktion beginnen. Es gibt auch einige Sehenswürdigkeiten in der Nähe, wie den Sandford Rock, den Baladjie Rock, den Elachbutting Rock, der wie der Wave Rock aussieht.
Auf meinem Weg von der Toilette zum Auto laufe ich Bill über den Weg. Er ist Rentner, wie er betont, und erzählt gleich aus seinem bewegten Leben. Gut, das ich bereits auf dem Rückweg bin......
Der Platz, Stromanschluss und Wasserleitung alles neu angelegt. Das Gebäude mit den sanitären Anlagen ist etwas älter, aber super sauber und in Ordnung.

Sonntag, 14. März 2010

In der Nacht ist es kaum abgekühlt und die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch. Keine idealen Bedingungen um gut zu schlafen und wir stehen früh auf. Bevor wir losfahren, werden noch die Emails abgeholt. Niels hat geantwortet. Er ändert seine Reiseroute und kommt in Beverley vorbei. Das ist toll, wir freuen uns auf ein Wiedersehen.
Bereits um 9.30 Uhr sind wir reisefertig. Unser Nachbar hat den Rat gegeben, lieber die Straße zu fahren, die parallel zum Highway verläuft. Ein kurzes Stück fahren wir dabei am Rabbit Proof Fence vorbei, bevor bei Burracoppin die Landstraße auf den Highway zurück führt.
Ohne große Pause wird die Strecke nach Beverley zurück gelegt, wo wir gegen 13.30 Uhr eintreffen. Seit dem Reisestart Ende November hat sich einiges getan. Vorm kleinen Häuschen ist Sand aufgeschüttet und eine Fläche begradigt worden. Dort soll eine Terrasse entstehen. Neben dem Farmweg warten Bodenplatten und Sand auf die Weiterverarbeitung.
Inge hat die Ankunft beobachtet und kommt uns bereits entgegen. Micha sehen wir dann im Haus. Dort haben wir auch Gelegenheit das neue Haustier, den Hund der Tochter, zu begrüßen. Bei einer Tasse Kaffee werden die Neuigkeiten ausgetauscht.
Kurz nach 15.00 Uhr hört Inge, wie ein Auto vorfährt. Niels ist eingetroffen. Er kommt von Rockingham, wo er übernachtet hat. Und jetzt gibt es noch mehr zu erzählen... Micha hat seinen Webergrill (Holzkohlegrill) aus der Shed geholt. Dort wird der Braten zum Abendessen gegrillt. Der übrigens seeeehhr lecker schmeckt hat. Mit einem Glas Wein wird noch auf Niels Geburtstag angestoßen und bis Mitternacht sitzen alle zusammen. Mit einem letzten Blick auf den Sternenhimmel geht es ins Bett.

Montag, 15. März 2010

Niels möchte das Morgenlicht nutzen und einige Aufnahmen von der Farm machen. Inge zeigt ihm einige schöne Plätze. Wir frühstücken in der Zwischenzeit. So vergeht der Morgen schnell. Gegen 11.30 Uhr verabschiedet sich Niels und macht sich auf nach Bunbury.
Auch wir machen den Camper fahrbereit und verabschieden uns von Inge und Micha. Vielleicht sehen wir uns diese Woche in Perth, bei der Camping- und Caravanaustellung. Bei Barbara und Gerd, die uns wieder das Gästezimmer zur Verfügung stellen, wollen wir erst am frühen Abend eintreffen. Bis dahin ist noch Zeit und wir halten am Carousel- Shoppingcenter. Da kann ich mir schon mal bei verschiedenen Optikern Brillengestelle ansehen. Da ich einen sehr breiten Nasenrücken habe, ist es nicht einfach, ein passendes Gestell zu finden. Vielleicht findet sich ja auch jemand, der meine Brille reparieren kann.
Ohne Brille, das ist einfach nichts. Wenn man die Zeitung oder die Preisschilder nicht mehr lesen kann..
Es gibt einige Optiker im Zentrum, deren Geschäfte ich aufsuche und diverse Gestelle probiere. Bei einigen lasse ich mir einen Kostenvoranschlag machen. Erst mal darüber nachdenken. In einem Laden treffen wir auf eine Angestellte, die mit einem deutschen Mann, aus Karlsruhe, verheiratet ist. Nachdem wir das Problem mit der alten Brille geschildert haben meint sie, sie würde nur einen kennen, der das eventuell reparieren kann. Sie gibt uns die Adresse eines Mitbewerbers in einem anderen Shoppingcenter. Kurz vor 17.00 Uhr, die Geschäfte schließen gleich. Heute kommen wir nicht mehr weiter, fahren wir nach Ascot, zu Barbara und Gerd. Wie immer werden wir dort herzlich begrüßt. Das Gästezimmer ist schon vorbereitet, wir können einziehen.

Dienstag, 16. März 2010

Da wir die nächsten Tage in der Stadt herum fahren wollen, ist für 4 Tage ein Mietwagen gebucht. Den können wir um 10.00 Uhr abholen. Kurz vor 10.00 Uhr treffen wir bei der Autovermietung ein. Die Formalitäten der Übergabe sind schnell erledigt und mit zwei Autos geht es zurück nach Ascot. Mit dem LKW und einer grünen Knutschkugel, einem Nissan Micra.
Der Truck wird abgestellt und mit dem kleinen grünen Auto fahren wir zur los, zuerst zur gestern erhaltenen Adresse. Mark sieht sich das defekte Gestell an und meint, es dauert ½ Stunde. Nach der angegebenen Zeit ist das Gestell gelötet und ich bin happy!!!! Jetzt kann die Suche nach einer neuen Brille in Ruhe angegangen werden. Von hier aus fahren wir in die Stadt. Bei meinem breiten Nasenrücken ist es nicht einfach, ein passendes Gestell zu finden. Die meisten Gestelle sind für schmale Nasen gemacht. Hier gibt es ein passendes Gestell, aber ich kann mich nicht entscheiden. Im nächsten Geschäft ist mir der Gesamtpreis zu hoch. Mein geduldiger Mann lernt die einschlägigen Brillengeschäfte in der Innenstadt kennen. Erstaunlich ist nicht nur der Unterschied in der Preisgestaltung sondern auch die Motivation des Personals. Von sehr freundlich und kompetent bis zur Weiterführung von Privatgesprächen ist alles vertreten.
Nach einem ganzen Tag in der Stadt und im letzten Geschäft passen sowohl das Brillengestell sowie der angegebene Preis zusammen. Nach einem Augentest wird die Bestellung aufgenommen. Bis zur Fertigstellung soll es ca. 10 Tage dauern.
Mit schmerzenden Beinen fahren wir zurück zu Barbara und Gerd.

Mittwoch, 17. März 2010

Wie kommt den die große Preisdifferenz bei der Brille zustande? Wurden die richtigen Gläser und alle Sonderbeschichtungen beauftragt und berechnet? Alle diese Fragen gehen mir durch den Kopf. Über die bestellte Brille habe ich keinerlei Unterlagen, nicht mal einen Abholzettel. Dieter meint, wir fahren nochmal vorbei, dann kannst du alle Fragen stellen. Nach dem Frühstück fahren wir nochmal in die Stadt. Der junge Mann im Laden guckt ganz skeptisch, als wir reinkommen. Was ist jetzt noch – ist seinem Gesicht abzulesen. Er beruhigt mich, die Brille ist genau mit dieser Ausstattung (die besten Gleitsichtgläser, Entspiegelung und stufenlose Anpassung an das Sonnenlicht) bestellt.
Nach dieser beruhigenden Mitteilung steht einem gemütlichen Stadtbummel nichts mehr im Weg. So verbringen wir den Tag in der Stadt.

Donnerstag, 18. März 2010

In Perth ist Camping- und Caravanausstellung. Die Gelegenheit werden wir nutzen und uns die Ausstellung ansehen. In Perth und besonders in der Nähe des Messegeländes ist viel los und es staut sich. Der Stau wird auch von der Suche nach einem ausgebrochenen Gefangenen verursacht. Der Mann wurde gestern Abend nach einer Verfolgungsjagd über den Highway festgenommen. Wegen einer Verletzung wurde er ins Krankenhaus gebracht, wo er seinen Bewachern entkommen ist. Jetzt ist die Suche am Boden und aus der Luft im Gange. Zuletzt gesehen wurde er in einem Stadtteil in der Nähe des Messegeländes.
Gegen 10.30 Uhr stellen wir unser Auto auf dem Parkplatz ab und laufen zum Eingang. Laut Preistafel gibt es für Senioren einen ermäßigten Preis. Dieter fragt wegen Seniors Discount nach. Ob er eine australische Seniorscard habe. Nein, er sei deutscher Senior. Senior sei Senior meint die Dame an der Kasse und gibt uns die preiswerteren Eintrittskarten. Mit einer Frage 10 $ gespart. Die Eintrittskarten wird beim Betreten des Geländes gleich eingezogen. Der Weg durch die Hallen und übers Freigelände kann beginnen. Wir sind noch in der ersten Halle, als das Handy klingelt. Inge und Micha besuchen ebenfalls die Ausstellung und wir machen ein Treffen am Stand von Mrs. Macs Meatpies aus. Es ist sowieso Lunchtime. Nach dem Essen trennen wir uns wieder, jeder hat eigene Schwerpunkte, die er ansehen möchte. So verbringen wir hier den ganzen Tag um dann mit wehen Füßen zurück zu Barbara und Gerd zu fahren.

Freitag, 19. März 2010

Bereits am Dienstag haben wir eine Online-Buchungsanfrage (7 Nächte ) an den Fremantle-Caravanpark geschickt. Ja, es sei noch Platz frei. Um eine Reservierung zu tätigen sei die Zahlung in Höhe von 39$ = 1 Nacht - Voraussetzung. Wir haben es darauf ankommen lassen und nichts gezahlt.
Noch haben wir den Mietwagen, das müssen wir ausnutzen. Da können wir ja nach Fremantle fahren und uns den Caravanpark mal ansehen. Gegen Mittag sind wir dort. Eine Ensuite Site gibt es nicht mehr und es seien nur noch 3 powered Sites frei. Wir sehen uns die freien Plätze an und suchen die passende aus, die wir gleich an der Rezeption buchen und bezahlen.
Anschließend ein kurzer Bummel in Fremantle. Ausgiebig wird das in der nächsten Woche gemacht. Zurück zum derzeitigen Zuhause. Dort schon mal alles, was nicht mehr gebraucht wird, zusammen packen und wieder im Camper verstauen. Dann dauert es morgen früh nicht mehr so lange.