Gawler Ranges bis Port Augusta

Freitag, 4. Dezember 2009

Wir haben lange geschlafen, es ist bereits 8.15 Uhr als wir aufstehen. Frühstücken, zusammen packen, das dauert halt seine Zeit. Gegen 10.30 Uhr verlassen wir den Platz.
Zuerst zur Tankstelle und Diesel nach tanken. Auf dem Weg durch die Gawler Ranges gibt es nicht viele Tankmöglichkeiten. Der General Store ist das Zentrum des Dorfes: Tankstelle, Supermarkt, Post und Zeitungsladen. Dieter tankt und hängt die Zapfpistole ein. Beim Blick auf die Anzeige meint er, der Tank kann noch nicht voll sein und nimmt erneut die Zapfpistole. Die Anzeige stellt sich wieder auf Null zurück und die Uhr beginnt erneut zu laufen. Wieviel Liter waren das beim ersten Mal? Ich habe was von 27 auf der Zapfsäule gesehen und jetzt noch mal 7 Liter. Ich gehe bezahlen. Die junge Frau an der Kasse fragt: „Welchen Betrag müssen sie bezahlen?“ Hier gibt es keinen Computer, der die Menge und den zu zahlenden Betrag auswirft. Nur für die zweite Menge wird der Zahlbetrag noch angezeigt, der erste Betrag ist weg. Die junge Frau sucht einen Taschenrechner und rechnet die zu zahlende Gesamtsumme aus. Per EFPOST bezahlen, das geht nur am Postschalter, auf der anderen Seite des Raumes. So aufwändig kann tanken sein.
Jetzt steht der Abfahrt nichts mehr im Weg. Wir folgen dem ausgeschilderten Weg und kommen am Tcharkuldu Hill vorbei. Hier halten wir an und sehen uns den Berg und die Umgebung an. Die nächste Sehenswürdigkeit auf dem Plan ist der Pildappa Rock. Die Südaustralier bezeichnen ihn als ihren Wave Rock. Der Truck wird geparkt und wir machen einen Spaziergang um den Berg. Ein Australier ist dabei und packt ein Surfbrett aus. Er meint: Zwei Mädels haben versprochen, ihn mit seinem Surfbrett zu fotografieren.
Von hier fahren wir über unsealed Roads in den Gawler Range Nationalpark. Den haben wir bisher noch nicht besucht. Am Parkeingang steht die „Self-Registration-Station“. Man füllt ein Formular aus und steckt die fällige Gebühr in einen Umschlag. Alles zusammen wird dann in eine bereit stehende Box geworfen, fertig. Als erstes fahren wir zum Stone Dam. Vom Parkplatz aus ist es ein kurzer Spaziergang, dann stehen wir vor dem aus Steinen gemauerten Damm. Weder vor noch hinter dem Damm ist Wasser. Dann brauchen wir auch die nächsten ausgeschilderten Punkte nicht anzufahren. Denn Policemans Point ist ein Wasserfall mit Pool, ohne Wasser nicht so interessant.
Deshalb Fahren wir gleich weiter zu den Organ Pipes. Das ist eine Steinformation aus Granitsäulen, die wie Orgelpfeifen aussehen. Der Truck ist das einzige Auto auf dem Parkplatz. Bis zu den Pipes sind es ca. 500 Meter Fußweg. Wir sind schon fast auf dem Rückweg, als ein junges Paar an uns vorbei läuft.

Über die Yardea Road fahren wir weiter und biegen am Ende in die Iron Knob Road ein. Auf dieser Straße fahren wir bis zur Abzweigung zur Mt. Ive Station. Dort bleiben wir die Nacht. Seit wir Minnipa verlassen haben, wurden wir von keinem Auto überholt bzw. ist uns bis jetzt nur ein Wagen entgegen gekommen. Nicht viel Verkehr auf der gesamten Strecke.
Am Eingang der Station steht das Schild: Bitte am Shop einchecken. Wir fahren vor bis zum Shop, keiner da. Laut dem Schild mit den Öffnungszeiten, müsste der Laden geöffnet sein. Neben der Tür hängt ein Funkgerät. Kurz über Funk mitgeteilt, dass wir die Nacht bleiben wollen, schon kommt ein Auto angefahren. Das Wohnhaus ist übrigens ca. 100 Meter vom Laden entfernt. Eigentlich wollen wir ja nur eine Nacht bleiben, aber die Farmerin schildert so nett die ganzen Sehenswürdigkeiten des Farmgeländes, so dass wir für 2 Nächte buchen. Für das Fahren auf dem Farmgelände, Schlüssel für das Gate sowie Karten- und Informationsmaterial wird eine Gebühr von 25 AUD berechnet.
Wir sind die einzigen Gäste und können uns aussuchen, welche Duschen und Toiletten wir benutzen wollen. Im großen Gebäude gibt es nur einen Donkey zum Wasser erwärmen. Ein Donkey ist ein mit Holz beheizter Ofen, mit dem das Wasser erwärmt wird. Im Nebengebäude gibt es warmes Wasser, das über Solar erwärmt wird, aber auch mit Hilfe des Donkeys warmes Wasser erzeugt werden kann. Bei zwei Personen reicht das durch die Sonne erwärmte Wasser.

Bis jetzt haben wir zwar die Funktionen unseres neu erworbenen Satellitentelefons überprüft, aber noch keinen Anruf getätigt. Das werden wir gleich nachholen und mal in Beverley bei Inge und Micha anrufen. Es klingelt, Inge ist dran. Die Sprachqualität ist super. Es ist, als stehe Inge direkt daneben. Test erfolgreich.

Samstag, 5. Dezember 2009
Mäh, mäh, mäh, die beiden Waisenkinder, eine Ziege und ein Lamm, warten auf die Milchflasche. Bereits gestern Abend durfte ich die beiden füttern. Da kommt auch schon das Essen und ich kann den beiden wieder die Flasche geben. Man kann direkt sehen, wie die kleinen Bäuche dick werden.
Das gekaufte Brot ist alle und ich backe, bevor wir starten, in der Campkitchen ein neues. Am Vormittag fangen wir mit dem äußersten Punkt unser geplanten Route an, dem Lake Gairdner. Das ist die nördliche Grenze von Mt. Ive Station. Der Lake Gairdner ist ein riesiger Salzsee. Für das Auge gibt es ein tolles Farbenspiel, das blendend weiße Salz und die rote Erde.
Auf dem Rückweg stoppen wir am Embarkment, einem gemauerten Damm. Zwei Schafe trinken Wasser aus einer noch vorhandenen Pfütze. Weiter bis zur nächsten Abzweigung und dem Schild Kaths Castle folgen. Das „Castle“ sind auch hier Granitpfeiler, die wie Orgelpfeifen angeordnet sind. Auf dem Weg dorthin stören wir zwei Ziegenböcke, die einen Kampf austragen. Die Herde ist schon ein Stück voraus. Die Böcke sind recht groß und haben ein langes Fell sowie gerade, nach außen wachsende Hörner. Solche habe ich noch nicht gesehen. Sie fühlen sich durch uns gestört und folgen der Herde. Dabei schnauben sie und das hört sich wie niesen an.
Es ist unglaublich, wie viel Zeit man bei so Besichtigungen braucht. Es ist schon wieder Nachmittag. Auf dem Weg zurück zur Station biegen wir nach rechts, statt nach links, ab. Dort gibt es noch Wombat-Bauten zu sehen. Wir fahren ca. 10 Kilometer über die Farm. Hier sieht die Landschaft ganz anders aus. Anderer Boden, anderer Pflanzen, anderer Erdformationen. Am Ende kommen wir an eine Stelle die aussieht, als wenn früher mal ein Fluss durch das Tal geflossen wäre. Die Wombat-Bauten sind alle in Vertiefungen angelegt. Die Eingänge sind sehr unterschiedlich geformt. Man kann nicht sehen, wie weit die Gänge unter die Erde reichen. Wombats sind im Dunkeln aktiv, deshalb sehen wir keines dieser Tiere.
Für heute reicht es, wir fahren zurück. Kurz vor dem Farmhaus gibt es noch einen kleinen Friedhof, dort sind zwei Kinder begraben. Von dort aus sollen wir noch ca. 80 Meter Richtung Berg laufen. Dort würden wir im Felsen Vertiefungen sehen. Diese seien von Aboriginies in den Felsen künstlich angelegt worden. Dort sammelt sich das Wasser und die Tiere kommen zum trinken und können leichter erlegt werden.
Zurück an unserem Platz, jetzt gibt es erstmal eine Tasse frisch gebrühten Kaffee. Die Farmersfrau kommt vorbei und erkundigt sich, wie unser Tag war. Sie hat den kleinen Sohn eines Ehepaares dabei, die auf der Farm arbeiten. Der Junge war in Port Augusta. Dort gab es ein Treffen der Kinder, die über School of the Air unterrichtet werden. Dieter gibt gleich die Unterlagen zurück, brauchen wir das morgen früh nicht zu tun.

Sonntag, 6. Dezember 2009

Gegen 10.00 Uhr fahren wir los. Bis zum Highway sind es ca. 120 Kilometer über unsealed Road. Die Straßen haben teilweise starke Wasserschäden, es muss in der letzten Zeit ziemlich heftig geregnet haben.
Ohne Zwischenfälle erreichen wir den Highway und biegen nach Iron Knob ab. Der Tank muss mal wieder aufgefüllt werden. Der Sprit ist hier teuer, 1,56 $ der Liter. Und für die Bezahlung mit Karte werden nochmals 2 $ Gebühr berechnet.
In Port Augusta angekommen, fahren wir gleich in die Innenstadt. Die Fridge muss neu gefüllt werden. Nachdem das erledigt ist, fahren wir auf den Big4 Campingplatz und buchen für 2 Nächte ein.

Montag, 7. Dezember 2009

Es gibt Tage, da sollte man nichts tun...
Bepackt mit Anziehsachen, Handtuch und der Kulturtasche gehe ich zum duschen. Alles vorbereitet, jetzt nur noch Shampoo und Duschdas raus holen, dann kann es losgehen. Igitt, was ist denn das? Ich habe gestern die Shampooflasche nicht richtig verschlossen, jetzt ist fast der gesamte Inhalt ausgelaufen, das klebt. Das braucht doch kein Mensch am frühen Morgen.
Zuerst alles ausräumen, dann die einzelnen Sachen unter fließendem Wasser abspülen. Der Ablauf kann den vielen Schaum gar nicht so schnell verarbeiten und es ist eine richtige Haube darauf. Endlich ist alles so weit abgespült und sauber, dass ich zum duschen komme. Zurück vom duschen schnappe ich mir die bereits gestern Abend vorbereiteten Taschen mit der Schmutzwäsche. Die Waschmaschine kann laufen, während wir frühstücken. Jetzt in aller Ruhe das Frühstück genießen. Schon ganz schön warm, laut Wettervorschau soll es 35 Grad werden.

Nachdem die Wäsche auf der Leine hängt, fahren wir in die Stadt. Wollen bummeln und noch ein paar Sachen einkaufen. In den klimatisierten Malls ist es gut auszuhalten. Unterwegs essen wir noch ein Eis, es könnte uns schlechter gehen.
Am späten Nachmittag sind wir wieder zurück auf dem Campingplatz.