Freemantle/ Karratha(Outbackschleife)

Freitag, 2. April 2010

Von Moora geht es zurück auf den Great Northern Highway. Auf diesem fahren wir bis nach Paynes Find. Auf dem zum Roadhaus gehörenden Caravanpark wird der Truck für die Nacht abgestellt.

Samstag, 3. April 2010

Dieter hat Zahnschmerzen und die rechte Gesichtshälfte ist geschwollen. Das sollte sich ein Zahnarzt ansehen. Auf der Karte ist ein Gesundheitszentrum in Mount Magnet eingezeichnet, das sind ca. 180 Kilometer von hier. Bevor wir starten fährt Dieter noch an die Tankstelle. Dort ist schon viel Betrieb. Ein Tourbus und einige Motorräder stehen vor der Tankstelle. Schon kommt jemand aus dem Roadhaus: Sorry, kein Diesel. Der Truck mit der Lieferung müsste aber bald eintreffen. So lange wollen wir nicht warten. Bis Mount Magnet reicht der Sprit noch. In Mount Magnet fahren wir gleich zur Nursing Post, dem Gesundheitszentrum. Nur Montag bis Freitag geöffnet.
Auf einem Schild wird die 000 als Telefonnummer für den Notfall genannt. In anderen Fällen kann man auf einen roten Knopf drücken und wird mit einem Telefonservice verbunden. Das machen wir und Cindy meldet sich. Nach Schilderung woher der Anruf kommt und welche Beschwerden vorliegen und Beantwortung einiger Fragen meint sie, sie kann versuchen dass sich innerhalb von 24 Stunden eine Krankenschwester oder ein Arzt meldet.
Dann versucht sie die Krankenschwester in Mount Magnet zu erreichen. Dort meldet sich nur der Anrufbeantworter. Sie habe eine Nachricht hinterlassen und die Nurse würde sich bei uns melden. Auf den Anruf können wir auch woanders warten und fahren in die Stadt. Kaum ist der Wagen abgestellt klingelt das Telefon, die Krankenschwester ist dran. Sie sei gerade über die Straße zum Gesundheitszentrum gegangen, als wir vom Parkplatz weggefahren sind. Sie sei jetzt in der Station. Wir machen uns sofort auf den Weg. Nach Erledigung der Formalitäten meint sie, das sollte sich ein Zahnarzt ansehen. Mount Magnet und die kleinen Orte in dieser Remote Aera haben keinen eigenen Zahnarzt. Zu festen Terminen besucht ein Arzt die Orte. Nächster Termin in Mount Magnet: 17. Mai 2010. Geraldton und Newman sind die nächsten Städte mit dort praktizierenden Zahnärzten.
Dieter wird mit Medikamenten versorgt. Die Konsultation sowie die Medikamente sind kostenlos, auch für Reisende. Eine Spende für den Royal Flying Doctor Service wird aber gerne angenommen. Die nächsten 2 Tage bleiben wir in Mount Magnet. Hoffentlich wirken die Medikamente.

Sonntag, 4. April 2010

Es war eine unruhige Nacht für Dieter. Die Wirkung der Schmerzmittel hält halt nicht so lange vor. Zähne zusammen beißen geht auch nicht, wegen der Schmerzen. So wie es im Moment aussieht, hat sich die Schwellung noch ausgeweitet und hat fast das Auge erreicht. Nachmittags beginnt die Schwellung ganz langsam zurück zu gehen. Die Antibiotika fangen an zu wirken.

Montag, 5. April 2010

Die rechte Gesichtshälfte ist Immer noch geschwollen, aber nicht mehr ganz so großflächig. Wollen langsam weiter nach Norden fahren, drehen aber noch eine Runde in der Stadt. Am Ortsausgang sieht Dieter, hinter einem kleinen Hügel, ein Auto, das mit Schlamm bedeckt ist und das sich bewegt. Sieht aus, als ob der Wagen feststeckt. Wir fahren hin und tatsächlich, ein PKW wühlt im Schlamm und versucht, rückwärts aus dem Loch zu kommen. Dieter bietet an ihn raus zuziehen. Dazu müssen wir auf die andere Seite kommen. Ein Stück entfernt ist das problemlos möglich. Bis wir vor Ort sind, hat der Fahrer des Wagens es geschafft, mit 2 Reifen auf relativ trockenen Boden zu kommen. Die Reifen greifen und er kommt aus eigener Kraft aus dem Schlamm. Es ist ihm aber sichtlich peinlich, dass er festgesteckt hat. Er fotografiert sein dreckiges Auto und schwupps, ist er auch schon weg gefahren. Da können wir uns auch auf den Weg machen. Wir fahren bis Cue. Kurz vorm Ortseingang sind rechts und links der Straße bunte Tonnen aufgestellt. Was hat es damit auf sich? Wir sehen uns die Sache genauer an. Hier sind Bäume gepflanzt und jeder Baum hat sein eigenes Wasserversorgungssystem. Die Fässer sind mit Wasser gefüllt und über einen Schlauch wird das Wasser ins Erdreich geleitet.
In der Stadt sehen wir uns die historischen Gebäude an. Vor einem Bekleidungsgeschäft steht eine Tafel mit der Ankündigung, dass es hier „echten“ Kaffee gibt. Den müssen wir probieren. Mit der Inhaberin kommen wir dabei ins Gespräch. Auf die außergewöhnlichen Sachen angesprochen meint sie, sie sei „Camelman“ (so heißt das Label). Sie fertige Hemden und andere Bekleidungsstücke vor allem für Rodeoteilnehmer und Farmarbeiter. Die würden keine Kleidungsstücke mit der Aufschrift „Camellady“ tragen, deshalb das männliche Logo. Mit derlei Einsichten in die Mentalität des Australiers verlassen wir das Geschäft und fahren weiter bis Meekathara. Hier bleiben wir für die Nacht.

Dienstag, 6. April 2010

Es wird besser, die Schwellung ist stark zurück gegangen. Heute wollen wir, wenn es geht, bis nach Newman fahren. Bevor es losgeht, wird noch getankt und der Getränkevorrat ergänzt. Dann hat uns der Great Northern Highway wieder. Die Strecke bis Newman zieht sich. Am Straßenrand und auf der Straße liegen viele tote Kängurus und Kühe. Ab und zu verscheuchen wir einen Adler von seiner Beute. Es dauert, bis sich die großen Vögel in die Luft erheben. Am späten Nachmittag kommen wir in Newman an und gehen erst mal einkaufen. Der Kühlschrank ist ziemlich leer. Die nächsten 2 Nächte bleiben wir auf jeden Fall hier.

Mittwoch, 7. April 2010

Dieters Zahnschmerzen lassen nach und die Schwellung geht zurück. Die Entzündung ist aber noch nicht ganz weg. Die In Mount Magnet erhaltenen Antibiotika reichen noch für heute. Hier in Newman gibt es eine Dental-Klinik. Dort soll man sich den entzündeten Zahn mal ansehen.
Wir fahren hin. Die Zahn-Klinik ist in einem kleinen Gebäude neben dem Krankenhaus. Die nette Frau an der Rezeption hört sich Dieters Geschichte an und meint: Der Arzt ist in Urlaub. Ich kann aber einen Termin für den 16. April eintragen, dann ist der Doktor wieder zurück. Wenn wir nicht so lange warten wollen, dann ist der nächste Zahnarzt in Port Hedland (only a 4 hour drive) oder in Karatha. Dieter könnte aber auch nebenan ins Krankenhaus gehen und dort einem der Ärzte das Problem schildern. Wir verlassen die Zahn-Klinik und gehen ein Gebäude weiter. Dort werden die Personaldaten aufgenommen und Dieter kann auf den Aufruf des Arztes warten. Hier ist es schon anders wie in einem deutschen Krankenhaus. Keiner läuft mit einem weißen Kittel herum. Das Personal an der Rezeption trägt T-Shirts mit dem Namen des Arbeitgebers, die Ärzte tragen Privatkleidung.
Bereits nach 20 Minuten Wartezeit wird Dieter aufgerufen. Erneut eine Schilderung der aufgetretenen Probleme und der erhaltenen Medikamente. Nach der Befragung (Vorerkrankungen, Medikamente, etc.) und der anschließenden Untersuchung stellt der Arzt ein Rezept aus. Wenn die Entzündung nach der Einnahme nicht abgeklungen ist, soll er einen Zahnarzt aufsuchen.
Er meint: Als Reisende mit einer Reisekrankenversicherung sei es nicht schwer, einen Zahnarzt zu finden.Bei einer schweren Erkrankung würden die Versicherungen sogar einen Flug zur Zahnbehandlung nach Perth übernehmen. Vorm Verlassen des Krankenhauses an der Rezeption noch die Rechnung bezahlen. 75 $ hat die Konsultation gekostet. In der Apotheke lösen wir das Rezept ein. Zusammen mit dem Medikament gibt es einen Schein mit dem, ohne weiteres Rezept, das gleiche Medikament nochmals erhältlich ist. Bei einem Halt an der Tourist-Info lassen wir uns gleich einen Holiday-Pass für die WANationalparks ausstellen.
Nach einem Abstecher zum Radio-Hill und dem Rundblick von dort über die Stadt geht es wieder zurück zum Campingplatz.

Donnerstag, 8. April 2010

Kurz nach 8.00 Uhr und der Campingplatz ist fast leer. Bei uns wird allerdings erst gefrühstückt. Kurz vor 10.00 Uhr verlassen wir den Platz und fahren ins Einkaufszentrum. Da die Weiterfahrt über Nullagine und Marble Bar nach Port Hedland geplant ist, stocken wir lieber hier noch die Lebensmittel und Getränkevorräte auf. Bis Port Hedland ist das Angebot sicher begrenzt.
Von Newman aus nehmen wir die Marble Bar Road Richtung Nullagine. Am Anfang ist die Straße noch geteert, geht dann aber in eine Gravel Road über. Es gibt aber immer mal wieder geteerte Teilstücke. Die Straße wird auch von Roadtrains befahren, die ganz schön Staub aufwirbeln. Wir kommen an Camps vorbei, wo Bohrungen durchgeführt werden. Sind bestimmt auf der Suche nach neuen Goldvorkommen.
Gegen 14.00 Uhr kommen wir in Nullagine an. Nach einer Rundfahrt zum Roadhaus, hier ist viel Betrieb, am Hotel und Caravanpark vorbei nehmen wir die Straße zum Outlook unter die Räder. Ein kurzes Stück geht es steil den Berg hinauf. Oben angekommen parkt Dieter den Truck. Bevor ich die Tür öffne, höre ich ein zischen. Das hört sich gar nicht gut an, da entweicht Luft aus einem Reifen. Ich bin noch nicht richtig ausgestiegen, da ist der Reifen bereits platt. Es kann nur hier passiert sein, hat da vielleicht ein Nagel gelegen? Jetzt ist Reifen wechseln angesagt. Anschließend können wir den Service des Roadhauses testen. Vor einigen Jahren waren wir auf dieser Strecke mit einem Mietwagen unterwegs. Ca. 50 Kilometer vor Nullagine ging der Reifen kaputt und musste durch einen neuen ersetzt werden.
Kurz nach 15.00 Uhr ist der Ersatzreifen montiert und wir auf dem Weg zum Roadhaus. Dort ist immer noch viel Betrieb. Diese Woche ist in Nullagine ein Fußballturnier, deshalb sind viele Leute von außerhalb da. Im Moment sei es sehr ungünstig, wir sollen so gegen 17.30 Uhr nochmal kommen. Dann sei das Roadhaus geschlossen und ihr Mann könne sich den Reifen mal ansehen, meint die Besitzerin. Bis dahin fahren wir auf den Campingplatz und kochen Kaffee. Überrascht sind wir von den sanitären Anlagen, die in einem super Zustand und sehr sauber sind. Da hatten wir schon anderes, z. B. In Paynes Find.
Zur angegebenen Zeit sind wir wieder am Roadhaus. Noch ist Betrieb. Während Dieter am Auto auf den Monteur wartet, habe ich Zeit mit der Inhaberin zu plaudern. Und wie oft in Australien, erfährt man sehr viele private Dinge. Aus welchem Grund kauft man ein Roadhaus in so einer einsamen Gegend? Ganz einfach, der Sohn wollte einfach nicht zu Hause ausziehen. Da sind die Eltern gegangen und zu so einem verlassenen Fleck wollte der Sohn nicht mitgehen.
Welche Auflagen vom Goverment gemacht werden, was die Lizenzen kosten, wie hoch der Umsatz ist, das alles erfahre ich in der kurzen Zeit. Heute gibt es eine lange Nacht, die Regale müssen noch aufgefüllt werden. Auf die Frage was mit Telefonabdeckung sei, da unserer Handy no service meldet, meint die Frau: Hier gibt es keinen Mobilempfang. Und gleich weiter: Telstra hat alle öffentlichen Telefone abgebaut, da ja jeder ein Mobil hat. Hier allerdings keinen Empfang. Danach wurde wieder eine Telefonzelle hingestellt, mit einem Kartentelefon. Es gibt aber im Ort keine Telefonkarten zu kaufen.
Inzwischen hat sich ihr Mann den Reifen angesehen und will ihn heute Nacht reparieren. Morgen um 10.00 Uhr können wir ihn wieder abholen.

Freitag, 9. April 2010

Kurz nach 10.00 Uhr sind wir am Roadhaus. Dort ist bereits viel Betrieb. Immer mehr Autos, viele mit mehr Insassen als eigentlich erlaubt, fahren vor um sich mit Essen und Getränken zu versorgen.
Der Inhaber meint, der Reifen sei fertig. Er habe einen neuen Schlauch eingezogen. Schon ist er wieder von Kundschaft umringt. Dieter hat in der Zwischenzeit den Truck auf den Wagenheber gestellt und den Ersatzreifen wieder abgenommen. Er holt sich den reparierten Reifen aus der Werkstatt und montiert ihn wieder. In der kurzen Montagezeit wurden bereits 2 Autos mit Luft betankt, die mit platten Reifen angefahren kamen.
Während Dieter die Schrauben festzieht bezahle ich schon mal die Reparatur. 38 $ für den Schlauch und 20$ für die Arbeitszeit. Schon sind wir unterwegs Richtung Marble Bar. Im Ort angekommen, fahren wir zu der Stelle, von der der Ort seinen Namen hat. Es ist ein Jasper-Vorkommen, dass irrtümlich für Marmor gehalten wurde. Vom Marmor-Pool zum Chinamen-Pool und dann zur Tourist-info. Die ist in der stillgelegten Comet-Mine untergebracht. Dort gibt es auch ein kleines Museum und einen Shop. Wir sind die einzigen Gäste. Nach einem Rundgang, es gibt nicht wirklich viel zu sehen, fahren wir zurück in den Ort und auf den Campingplatz.
Die sehr nette ältere Dame an der Rezeption meint, nachdem sie gehört hat dass wir nach Port Hedland wollen, ob wir den schon einen Platz reserviert hätten. Port Hedland sei sehr busy und fully booked. Nein, wir haben noch keine Reservierung. Gut, dass es Internet gibt.
Hier haben wir sowohl Telefon- als auch Internetempfang. Eine Anfrage an den Big4 CP in Port Hedland geschickt. Fünf Minuten später erfolgt der Rückruf, in deutsch. Es sind noch Plätze verfügbar, ob ich gleich buchen wolle. Der Platz wird gebucht, einer der teuersten auf dieser Reise. 39,60$/Nacht, da sind aber schon die 10% für Big4 Mitglieder abgezogen.

Samstag, 10. April 2010

Ist es dir warm genug? Diese Frage bekommt Dieter auf dem Rückweg von der Toilette gestellt. Der Mann meint: Heute soll ein schöner Tag mit Temperaturen um die 45 Grad werden. Kein Wunder bei diesen Temperaturen dass Marble Bar als die heißeste Stadt Australiens bekannt ist.
Bereits um 8.00 Uhr zeigt das Thermometer 3o Grad an. Mollig. Nachdem alle Sachen an ihrem Platz verstaut sind, bekommt der Kühlschrank noch ein nasses Tuch auf den Deckel gelegt. Die Verdunstung hilft mit, die Temperatur in der Fridge nicht so stark ansteigen zu lassen.
Von Marble Bar bis nach Port Hedland sind es ca. 200 Kilometer, da müssen wir noch nach tanken. Kein Betrieb am Roadhaus, die Zapfsäulen sind nicht in Betrieb. Nichts weißt darauf hin, dass heute nicht geöffnet ist. Gut, dass es noch eine zweite Tankstelle im Ort gibt. Dort ist mehr Betrieb. Einige Autos warten, einige Aboriginies stehen vor der Tür, ein Polizeiauto inspiziert einen Wagen auf dem Parkplatz. Die Dieselzapfsäule ist frei, allerdings nicht eingeschaltet. Ich gehe los, um die Säule freischalten zu lassen. Die Tür ist zu. Ein junger Mann kommt zur Fliegengittertür und meint, es ist geschlossen. Wie lange? ca. ½ Stunde. Dann müssen wir halt warten.

Es kommen einige mit Aborigines besetzte Autos vorbei. Die waren in Nullagine beim Footy-Turnier und sind jetzt auf dem Heimweg. Die Polizei kontrolliert einige der Wagen. Ein Auto springt danach nicht mehr an. Der Polizist steigt in seinen Wagen und fährt um das stehende Auto herum und langsam an die Stoßstange heran. Dann schiebt er den Wagen so lange vor sich her, bis das Auto anspringt.
Inzwischen sind australische 30 Minuten (fast 1 Stunde) vergangen und noch hat sich nichts getan. Plötzlich geht die Tür auf, die Zapfsäulen laufen wieder. Beim bezahlen versuche ich die Ursache zu erfahren. Es habe einen Unfall gegeben, der hätte erst geklärt werden müssen. Hmmm. Jetzt haben wir genug Sprit im Tank und kommen damit problemlos bis Port Hedland.
Obwohl kaum Kühe oder sonstige Tiere zu sehen sind, liegen erstaunlich viele Kälber und auch ausgewachsene Tiere tot am Straßenrand. So ein verwesendes Tier stinkt fürchterlich. Der Fahrer eines Lkws ist gerade dabei, den Kadaver einer Kuh an den Fahrbahnrand zu schieben.
Am frühen Nachmittag kommen wir in Port Hedland an und fahren auf den Cooke Point Campingplatz. Dort ist der Platz schon reserviert, mit Blick über den Fluss. Nach inzwischen 8 Tagen Einnahme starker Antibiotika ist die Entzündung zurück gegangen. Jetzt hoffen wir, dass wir hier einen Termin beim Zahnarzt bekommen.

Sonntag, 11. April 2010

Es ist mal wieder Hausarbeitstag angesagt. Die Betten müssen abgezogen werden und der Beutel mit der schmutzigen Wäsche ist schon gut gefüllt. Bei den Temperaturen ist das alles schnell trocken. Zuerst werden aber noch Münzen für die Waschmaschine gebraucht, an der Rezeption wird ein Schein gegen 1$-Stücke eingetauscht. Auf dem Campingplatz gibt es noch freie Stellplätze. Es heißt doch immer, Port Hedland ist ständig ausgebucht. Ich nutze die Gelegenheit und frage an der Rezeption nach. Die Auskunft: Noch ist Zyklon-Saison, da reisen nur wenige in diese Gegend. Aber ab Mai ist bereits vieles reserviert, da sollte man unbedingt buchen.
Hier mal ein Schwätzchen mit dem Nachbarn zur Linken, einem Ehepaar von der Sunshine Coast, ein Schwätzchen mit dem Ehepaar von rechts, ein Besuch im Swimmingpool, der Tag wird sehr ruhig verbracht.

Montag, 12. April 2010

Schon kurz nach 8.00 Uhr sind wir unterwegs in die Stadt. In der Nähe der Tourist-Info ist eine Zahnklinik. Mal sehen, ob wir möglichst schnell einen Termin bekommen. Morgen, Dienstag, ist noch eine Lücke im Terminkalender, der wird gleich reserviert.
Da wir schon unterwegs sind, fahren wir weiter nach South Hedland und sehen uns dort mal um. Von hier geht es wieder zurück zum Campingplatz. Nach 18.00 Uhr kommt Dagmar bei uns vorbei. Dagmar arbeitet hier an der Rezeption. Sie war es auch, die bei uns wegen der Buchung angerufen hat. Dagmar kommt ursprünglich aus Berlin und ist vor 22 Jahren nach Australien ausgewandert. Bei einem Feierabendbier erzählt sie, wie es ihr so ergangen ist.

Dienstag, 13. April 2010

Zahnarzttermin um 11.15 Uhr. Zur Aufnahme der Patientendaten soll Dieter 10 Minuten früher da sein. Wie immer, wenn man Zeit hat, sind die Straßen frei und ein Parkplatz direkt vor der Tür. ½ Stunde vorm Termin sind wir an der Anmeldung. Die Daten werden im Computer erfasst, hier nimmt das Computerprogramm sogar die Adresse in Deutschland an.
In der Klinik in Newman musste eine australische Adresse angegeben werden. Da kein weiterer Patient wartet, kommt Dieter gleich dran. Eine Röntgenaufnahme des schmerzenden Zahnes und es steht fest, der Zahn muss raus. Es dauert etwas, bis der Zahn endlich raus ist.
Da es eine Privatklinik ist, wird gleich die Rechnung erstellt und diese muss auch sofort bezahlt werden. Mit 560 $ sind wir dabei. Versehen mit Behandlungshinweisen: kein Alkohol, nicht rauchen, ab morgen mit lauwarmem Salzwasser spülen, das fördert die Heilung, bei Komplikationen anrufen, geht es wieder zurück zum Campingplatz. Heute ist nur noch relaxen angesagt. Zum Abendessen gibt es weiche Kost. Wir sitzen beim Essen und sehen einen Camper langsam auf seinen zugewiesenen Platz fahren. Plötzlich hören wir, wie jemand „Elvira“ sagt. Wer ist denn das? Kennen wir die? Gleich mal nachsehen. Die Gesichter kommen uns bekannt, vor, aber die Namen dazu. Es ist ein Ehepaar aus Darmstadt, die schon beim Frankfurter Stammtisch waren. Die Welt ist wirklich klein. Das müssen wir nachher noch ausgiebig besprechen. Die Beiden stellen ihr Wohnmobil auf dem zugewiesenen Platz ab und kommen später noch vorbei.
Ganz kurz schaut Dagmar vorbei und erkundigt sich, wie es Dieter geht. Das Ehepaar Rübsamen kommt zu uns herüber und wir sitzen noch eine ganze Weile zusammen.

Mittwoch, 14. April 2010

Gott sei Dank, das Gesicht ist nach der schwierigen Zahnentfernung nicht angeschwollen. Die Schmerzen sind auszuhalten, es sieht ganz gut aus. Bevor wir starten verabschieden wir uns noch von den Darmstädtern. Die 2 sind auf dem Weg nach Perth, vielleicht trifft man sich unterwegs nochmal. Unser Ziel ist Karratha. Da gibt es unterwegs nicht so viel zu sehen.
Der Pub bei Whim Creek öffnet erst um 15.00 Uhr, so lange wollen wir nicht warten. Wir drehen eine Runde über Port Samson und Cossack und fahren dann weiter bis Karratha. Auf dem Pilbara Holiday-Park werden wir die nächsten zwei Nächte bleiben.

Donnerstag, 15. April 2010

Wie hat Dieter so schön gesagt: Dieses Mal reisen wir ereignisgesteuert, nicht willensgesteuert. Das heißt in diesem Fall, in der Nacht kommen die Zahnschmerzen wieder, allerdings auf der linken Seite. Bis zum Morgen ist die Wange dick geschwollen und die Schmelztabletten helfen kaum. Erneut wird ein Zahnarztbesuch fällig.Die Recherche im Internet zeigt, dass es mehrere Zahnärzte in Karratha gibt. Die Praxen sind in der Nähe des Einkaufszentrums.
Beim ersten Zahnarzt ist heute kein Termin mehr frei. Man bietet aber an, den Namen auf die Liste der dringenden Fälle zu setzen und anzurufen, wenn jemand seinen vereinbarten Termin absagt. Zumindest eine Möglichkeit.
Beim zweiten Zahnarzt bekommt Dieter einen Termin für 16.00 Uhr. Bis dahin sind noch ein paar Stunden Zeit und wir fahren zurück zum Campingplatz. Vor der vereinbarten Zeit sind wir zurück, zur Aufnahme der Patientendaten. Pünktlich kommt Dieter dran. Die Röntgenaufnahme zeigt, dass zwei Zähne nicht mehr zu retten sind, und beim daran anschließenden Zahn der Nerv entfernt werden muss. Nach einer Stunde ist die Prozedur überstanden. Mein gebeutelter Mann, hoffentlich ist jetzt alles ausgestanden (die Hoffnung hatten wir schon mal).
Jetzt nur noch zurück zum Campingplatz.

Freitag, 16. April 2010

Noch ist Dieters Gesicht geschwollen und die Wunden schmerzen. Deshalb ist nur ausruhen angesagt, das ist bei 36 Grad im Schatten auch angebracht. Mit lesen, rätseln, fernsehen wird der Tag verbracht.

Samstag, 17. April 2010

Der Aufenthalt wird um zwei weitere Nächte verlängert. Dieter geht es besser und wir machen einen Ausflug nach Dampier und sehen uns dort ein wenig um. Auf dem Rückweg halten wir noch im Einkaufszentrum. Bei 36 Grad sind die Getränke immer schnell verbraucht.
Von Sylvie und Mike haben wir eine SMS bekommen. Die Beiden sind auf dem Weg nach Karratha und werden dort in der Nähe, auf einem freien Campingplatz am Strand, ihr Lager aufschlagen. Am Montag werden wir die zwei dort besuchen.

Sonntag, 18. April 2010

Die Sonne scheint und es bereits um 9.00 Uhr über 30 Grad warm. So kann man den Herbst aushalten. Nach einem gemütlichen Frühstück geht’s an den Pool, ein angenehmer Platz zum verweilen. Die Temperaturen steigen und das Thermometer meldet 41 Grad, da meidet man jede Anstrengung.