Country Musik Festival in Tamworth (NSW)

Judy und Bert
Judy und Bert

Dienstag, 12. Januar 2010

Auch im Urlaub müssen Dinge erledigt werden. Dieter sitzt den ganzen Morgen am Computer und erledigt den erforderlichen Schriftverkehr.
Im Moment ist es auf dem Campingplatz noch recht leer. Die Meisten werden zum Wochenende anreisen. Ich nutze die Gelegenheit, bevor der Run auf die Waschmaschinen losgeht, noch eine Maschine Wäsche zu waschen. Bis zur Mittagszeit ist alles erledigt.
Inzwischen ist es schon wieder sehr heiß. Mit den Handtüchern geht es zum abkühlen an den Pool.
Gegen 14.00 Uhr fährt ein Auto vor und hält direkt vorm Camper. Es sind Judy und Bert. Die Beiden sie sind vor einer halben Stunde in Tamworth eingetroffen und haben unsere Mitteilung gefunden. Jetzt wollen sie schnell mal Hallo sagen.
Dieses Jahr unterstützen sie ihren Freund Alby Pool bei seinen Konzerten. Um 17.00 Uhr hat er heute seinen ersten Auftritt. Wenn wir Lust haben und mitgehen wollen, dann holen sie uns ab. Den Auftritt von Alby sehen wir uns gerne an. Sie kommen dann kurz nach 16.00 Uhr vorbei und nehmen uns in ihrem Auto mit. Es ist noch Zeit, die Wäsche abzuhängen und einzuräumen. Wir sind noch am umziehen, als das silberne Auto angefahren kommt. Der Auftritt ist im Wests Diggers.
Um den Club betreten zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Entweder macht man das bei jedem Eintritt, oder beantragt eine Mitgliedschaft. Wir haben für die Festivalzeit eine temporäre Mitgliedschaft beantragt und für den Ausweis 6 $ bezahlt. Bei Vorlage des Ausweises gibt es eine Ermäßigung auf Speisen und Getränke. Außerdem braucht man nicht an zustehen, um sich in die Gästeliste einzutragen. Bert verkauft während des Auftrittes von Alby CDs. Er führt genau Buch, welche CD zu welchem Preis verkauft wird, ganz korrekt. Probleme gibt es mit dem Wechselgeld. Alby hat kurzerhand die Preise für die CDs gesenkt. Die CD seiner Tochter kostet nur noch 8 $ (statt 10$). An das erforderliche Kleingeld zum wechseln hat er dabei aber nicht gedacht. Bert ist mehrmals unterwegs um 2 $-Stücke zu besorgen.
Ich habe ja keine Ahnung von Musik. Entweder sie gefällt mir oder halt nicht. Albys Musik ist sehr gefällig und gut zum zuhören. Das Konzert dauert 3 Stunden, dann nehmen uns Judy und Bert wieder mit zum Campingplatz.

Mittwoch, 13. Januar 2010

Es wird wieder ein heißer Tag. Schnell noch eine Maschine Wäsche anstellen, dann können wir frühstücken. Mit Zeitung und Buch lesen verbringen wir den Vormittag. Zum Abkühlen ist wieder eine Runde im Pool angesagt. Kurz vor 15.00 Uhr kommen Judy und Bert vorbei gefahren. Alby hat um 17.00 Uhr seinen Auftritt im Wests. Ob wir Alby nochmal sehen wollen. Hatten sowieso vor, ins Wests zu fahren und uns Travis List anzusehen. Da können wir gleich mit den Beiden fahren, prima. Gut, dann holen sie uns um 16.15 Uhr ab.

Da bleibt noch Zeit zum duschen und umziehen. Es ist kurz nach 16.00 Uhr, da kommen die Zwei schon angefahren. Zu früh, für Australier untypisch. Bei der Unterhaltung über das australische Zeitverständnis - around 4 pm – kann alles bedeuten: 15.00 Uhr bis ??? meint Judy: Das sei auch mit anderen Angaben so. z.B. „just around the corner, oder just along the road“ kann Hunderte von Kilometern bedeuten. Abhängig davon, wo der Betreffende wohnt. Gut aufgeklärt kommen wir im Wests an. Man merkt, dass es noch 2 Tage bis zur offiziellen Festivaleröffnung sind, es ist noch nicht so voll.
Bert verkauft wieder CDs. Heute hat er Kleingeld zum wechseln dabei. Um 20.00 Uhr soll das Konzert von Travis List beginnen. Das verschiebt sich um eine halbe Stunde, da seine Gitarre nicht funktioniert. Travis lebt in Nashville und ist zum Festival angereist. Die Gitarre hat den Flug nach Tamworth nicht problemlos überstanden. J. Tomkins, ein Musiker der Begleitband, ist ein bekannter Gitarrenbauer und stellt ihm ein Instrument zur Verfügung. Es kann losgehen. Und wie es losgeht. Travis liefert ein super Konzert. So vergehen die Stunden sehr schnell und wir sind erst um Mitternacht wieder auf dem Campingplatz.

Donnerstag, 14. Januar 2010

Ab heute haben wir einen Mietwagen. Den können wir um 10.00 Uhr bei Thrifty abholen. Vom Caravanpark aus gibt es keine öffentlichen Verkehrsmittel in die Stadt. Wir fahren mit dem Taxi zur Vermietstation. Und übernehmen unser Zweitauto, einen Nissan Tida.
Mit dem kleineren Wagen fahren wir zum einkaufen. Zuerst in den Baumarkt, Fliegengitter für die Innentür kaufen. Im alten Gitter sind inzwischen einige Löcher, eine Einladung für alle stechenden Insekten.
Von hier aus geht die Fahrt ins Informationszentrum, Eintrittskarten für das Konzert von John Williamson kaufen. Nächste Station ist der Service Club. Zuerst die Mitgliedschaft beantragen, dann Karten für den Auftritt der Wolverines kaufen. Hier im Club ist es schön kühl, der richtige Ort für eine Pause.
Bevor wir zurück zum Campingplatz fahren, kaufen wir noch ein und füllen den Getränkevorrat wieder auf. Es ziehen dunkle Wolken auf, es sieht nach Gewitter aus. Es sieht nicht nur so aus, es gibt auch eins. Mit Windböen und starken Regenschauern. Nach dem Gewitter ist es merklich kühler, aber sehr angenehm. Travis tritt heute Abend wieder im Wests auf, den werden wir uns nochmal ansehen. Heute sind mehr Besucher da. Es gibt aber noch freie Plätze, noch müssen wir nicht auf die eigenen Stühle zurück greifen.
Und auf wen treffen wir, auf Judy und Bert. Die Beiden sind auch wieder unterwegs. Da die Zwei schon mehr als 20 Jahre das Festival besuchen, kennen sie viele der Musiker persönlich. Uns so erfahren wir einige Details, die nicht viele Besucher kennen. z. B. hat Travis mittags Rasen gemäht und nun einen schlimmen Heuschnupfenanfall. Oder die Geschichte des Schlagzeugers, der einen verkürzten rechten Arm mit nur 2 Fingern und einem Daumen hat und an der linken Hand nur 3 Fingern und Daumen.
Trotz des Heuschupfens gibt es wieder ein tolles Konzert. Während der Show tritt sein Freund aus Nashville, John Stone, auf. Der hat eine tolle Stimme. Gestern wurden die Getränke noch in Gläsern ausgeschenkt, heute gibt es nur noch Plastikbecher. Bert meint, das sei jetzt so Vorschrift, wegen der Verletzungsgefahr. Ein Glas kann als Waffe benutzt werden.
Es ist wieder Mitternacht, als wir am Camper ankommen.

Freitag, 15. Januar 2010

Wir fangen den Tag ganz gemütlich an. Lange frühstücken, Zeitung lesen, mit den Nachbarn reden, aufräumen. Bis Mittag sind wir damit fertig und fahren in die Stadt. Mal sehen, ob schon viele Straßenmusiker auf der Peelstreet sind.
Es ist noch sehr ruhig auf der Peelstreet, nur wenige Musiker unterhalten die Vorübergehenden. Vor dem Millers Fashion Laden stehen die Horizons, ein Ehepaar, die spielen „meinen“ Countrysong: Elvira (den gibt es wirklich) Im Park ist heute Abend die offizielle Eröffnungsfeier. Haben keine Lust uns bei der Waerme draußen aufzuhalten, wir suchen uns lieber einen klimatisierten Raum.
Im West Leaque spielt John Stone, den haben wir ja schon bei seinem kurzen Auftritt bei Travis List gesehen. Dessen Konzert können wir uns ja mal anhören. Der große Mann mit der tiefen Stimme spielt bekannte und weniger bekannte Countrysongs und es herrscht eine tolle Stimmung. Der Besuch hat sich gelohnt. Anschließend treten die Country-Ladies auf. Verschiedene Künstlerinnen, die unterschiedliche Stilrichtungen der Countrymusik vertreten. Gegen 22.00 Uhr wird der Club von der Polizei kontrolliert. 6 Polizisten und eine Hundeführerin mit Drogensuchhund machen die Runde durch die Räume. In der Lounge schlägt der Hund nicht an. Ob sie in den anderen Räumen was gefunden haben, das können wir nicht sehen.
Für heute haben wir genug gehört und gehen zu unserem Auto. Wenn treffen wir auf dem Weg dorthin, Judy und Bert. Die einen Kommen, die anderen gehen. Bei der Heimfahrt sehen wir ein Polizeiauto, dass die Blinklichter einschaltet und einem Auto hinterher fährt – Alkoholkontrolle.

Samstag, 16. Januar 2010

Dieter tauscht unser Fliegengitter in der Tür aus, eine Lücke weniger, durch die die Mossies eindringen können. Für heute haben wir noch keinen Plan, welche Gruppen wir uns anhören. Auf dem Weg in die Stadt fahren wir am Entertainment-Center vorbei. Vorm Gebäude gibt es eine Ausstellung von Campern der Firma Jayco, die auch ein Hauptsponsor des Festivals ist.
Weiter zum Service-Club, dort ist gerade Umbaupause. Nach der Pause spielt Carmen Fraser, die Band muss man nicht anhören. Wohin jetzt? In der Balladeers Homestead ist eine ABBA-Show angekündigt, da werden wir mal rein schauen.
Wir verlassen den Service-Club und es regnet. Gut, dass es nicht weit bis zum Auto ist, denn wir haben keinen Schirm dabei. Auf dem Weg zur Balladeers Homesteadt regnet es immer mehr, als wir dort ankommen schüttet es und wir bleiben im Auto sitzen. Der Regen muss ja mal wieder nachlassen.
Ein weiteres Auto kommt vorgefahren und die Beifahrerin steigt aus, mit Schirm, und läuft zum Eingang. Es dauert keine Minute, dann kommt sie schon wieder zurück und steigt in den Wagen. Beim Wegfahren stoppt der Wagen neben unserem und das Fenster wird herunter gekurbelt. Sie meint, wir würden doch bestimmt zur ABBA-Show wollen, die sei auf Montag verlegt. Da hätte man doch einen Hinweis auf dem Plakatständer anbringen können. Da es so stark regnet sehen wir lieber mal im Camper nach, ob alles trocken geblieben ist. Die Fenster im Pop-Up-Dach sind nämlich offen. Hier draußen hat es anscheinend weniger geregnet und es ist nicht so windig gewesen. Im Wageninnenren ist alles trocken geblieben.
Abends fahren wir wieder zum Pub. Dort ist RUM-Showcase – mit unterschiedlichen Künstlern. Bei der Heimfahrt erleben wir das Gleiche wie gestern, eine Polizeistreife stoppt einen Wagen – Alkoholkontrolle. Die kontrollieren aber oft. Kurz vor Mitternacht sind wir wieder zu Hause.

Sonntag, 17. Januar 2010

Heute sind Showground-Markets. Dort starten wir die Unternehmungen für den heutigen Tag. Ich habe mir den Markt größer vorgestellt, es sind nur ca. 15 Stände da. Vom Showground geht es weiter in die Innenstadt, zum einkaufen. Die wenigen benötigten Sachen sind schnell gekauft und im Wagen verstaut. Jetzt in den Service-Club um Steve Passfield und Handpicked anzuhören. Die Gruppe liefert eine prima Show ab und spielt gute Musik. Steve hat es raus, eine Begebenheit in seine Show gekonnt einzubauen. Dieses Mal begrüßt ein Mann den Bassisten der Band. Wie sich herausstellt, ist der Steuerberater des Musikers. Schon gibt es ein Thema, dass sich durch den ganzen Auftritt zieht.
Als nächste Band kommt Luke O'Shea, die hören wir uns eine Runde an. Da wir noch genug sitzen muessen, machen wir jetzt erstmal einen Spaziergang über die Peelstreet. Unser Eindruck, es ist weniger los als vor 2 Jahren. Sowohl auf dem Campingplatz als auch in der Stadt.
Eine Gruppe Busker räumt die Instrumente ein, der Auftritt ist für heute beendet. Wir kommen mit den Leuten ins Gespräch. Deren Eindruck ist genau gegenteilig von unserem. Mehr Leute und für sie ein guter Tag. Um 20.00 Uhr spielen die Wolverines. Für das Konzert haben wir Karten und laufen langsam wieder zurück zum Service-Club. Die Show ist nicht ausverkauft und wir bekommen Plätze in der 3 Reihe, nah an der Bühne und den Lautsprechern. Die Wolverines haben wir bereits bereits bei den vorherigen Tamworth Aufenthalten gehört. Die spielen Hardrock.
Von den Lautsprechern geht so ein Druck auf den Körper aus, dass es meinen Herzschlag aus dem Rhythmus bringt. Ich bin nass, als hätte ich soeben geduscht. Nach dem dritten Lied verlasse ich meinen Platz und setze mich ganz nach hinten. Hier ist es auszuhalten. Wie angekündigt sind einige „Special Guests“ dabei. Fuer unseren Geschmack zu viel Musik der Gäste und zu wenig Musik der Wolverines.

Montag, 18. Januar 2010

Susanne (Culcairn aus dem Australien-Forum) und Uwe haben gestern angekündigt, das sie gegen 10.00 Uhr auf dem Campingplatz eintreffen wollen. Kurz nach 10.00 Uhr fährt ein Wagen an unserem Platz vorbei und hält an. Es sind die Beiden. Bis jetzt kennen ich Susanne nur über den Forums-Chat bzw. ihre postings und nicht persönlich. Das ist aber kein Problem, die Beiden sind so nett und unkompliziert. Bevor wir uns gleich lange verplaudern, muss der Zeltanhänger abgestellt und das Zelt aufgeklappt werden.
Susanne hat bei der Rezeption gesagt, sie möchte einen Platz in der Nähe von Nr. 312 haben. Sofort wussten die dort Bescheid, bei Elvira und Dieter.
Das Zelt wird aufgebaut, dann kommen die Beiden auf eine Tasse Kaffee vorbei und schon wird geklönt. Susanne und Uwe sind nur heute in Tamworth. Die Beiden wollen in die Stadt und auch ein wenig Musik hoeren. Gemeinsam fahren wir in die Stadt, zuerst zum Wests Diggers. Dort spielt eine Band, die sich von der Beschreibung her ganz interessant anhört. Dort angekommen, spielt noch eine andere Gruppe, wir bekommen die letzten Lieder mit. Danach wird umgebaut.
Die Southern Green Band beginnt zu spielen. Ist nicht die Art von Musik, die wir eigentlich hören wollen und wieder sehr laut. Nach 3 Liedern beschließen wir, den Schauplatz zu wechseln. Es gibt ja noch mehr zu sehen und zu hören. Nach einem Stopp beim Coca-Cola-Zelt, wo ein Talentwettbewerb läuft, geht es weiter auf die Peelstreet. Mit vielen Pausen und einem Halt im Einkaufszentrum, um eine Kleinigkeit zu essen, sind wir mit dem Bummel gegen 18.00 Uhr fertig.
Um 20.00 Uhr spielt Bill Chambers im Pub, da fahren wir hin. Es ist bereits sehr viel Betrieb. Sicher werden wieder einige Plätze frei, wenn die zur Zeit spielende Gruppe den Auftritt beendet. Es gelingt uns, einen Tisch im Außenbereich zu bekommen. Die Musik aus dem Pub ist gut zu hören, den Platz können wir auch für später behalten oder gegen einen günstigeren Platz eintauschen.
Gegen einen günstigeren Platz eintauschen ist gut gesagt, nur wenige Leute gehen, nachdem die Band geendet hat. Bevor die Show beginnt können wir ja noch Essen bestellen, dann sind wir bis 20.00 Uhr fertig. Susanne und ich reihen uns so um 18.45 Uhr in die lange Schlange ein. Wir stehen und stehen. Warum geht das eigentlich nicht weiter? Die Küche bzw. die Bestellannahme ist geschlossen und wird erst um 19.00 Uhr wieder geöffnet. Also warten. Wir stehen, warten und reden. Dann geht es ein Stück weiter und wieder stockt es. Da lesen wir auf dem Schild: Die Küche ist geschlossen und wird um 19.30 Uhr wieder geöffnet. Wir waren ja 2006 und 2008 mehrmals im Pub. Es ist aber nie passiert, dass keine Essensbestellungen angenommen wurden. Es ist heute aber auch extrem voll, vielleicht liegt es daran.
Susanne bestellt schon mal am anderen Schalter die Getränke und versorgt die Männer, die draußen sitzen. Vor uns sind noch ca. 10 Leute, dann können wir unsere Bestellung aufgeben. Ein Mann kommt zur Essensausgabe und meint, er habe 2 Stunden auf das Essen gewartet. Das kann ja was werden. Die Frau vor uns in der Schlange hört, dass wir uns auf deutsch unterhalten und spricht uns an. Sie hat 3 Monate in Deutschland Urlaub gemacht und u.a. München, Frankfurt, Hamburg, Rüdesheim, Landshut besucht.
Inzwischen ist es kurz vor 20.00 Uhr. Wir stehen bereits seit mehr als 1 Stunde in der Schlange und die Bestellannahme ist immer noch nicht wieder geöffnet. In Deutschland wäre schon längst ein Aufstand erfolgt, hier wird einfach nur gewartet. Kaum zu glauben, es werden wieder Bestellungen angenommen. Jeder der Essen bestellt hat, erhält einen Buzzer. Der hupt und blinkt, wenn das fertige Essen zur Abholung am Tresen bereit steht. Die Dame am Counter fragt uns, ob alle Speisen auf einen Buzzer geschrieben werden sollen. Dann sei alles gleichzeitig fertig und außerdem wird ein Gerät weniger gebraucht (das ist unsere Meinung). Ja, soll sie machen. Durch den vollen Raum zurück zu den Männern. Nach ca. 30 Minuten blinkt und hupt unser Buzzer. Oh, das ging aber schnell. Da wir 5 Teller haben, gehen wir mit 3 Leuten zum Schalter um das Essen abzuholen. Über den Tresen wird aber nur der Teller mit dem Knoblauchbrot geschoben und der Buzzer wieder zurück gegeben. Da fehlt doch noch was. Auf die Rückfrage kommt die Antwort: „Das ist die Vorspeise, deshalb so schnell fertig“ . Muss man das verstehen? Also 3 Mann/Frau mit 1 Teller wieder zurück zum Tisch. Guten Appetit. Es dauert noch ca. ½ bis ¾ Stunde dann blinkt unser Gerät wieder, das Essen ist fertig. Eigentlich soll man ja so spät nichts mehr essen. Bill Chambers wird im Pub für sein 40jaehriges Bühnenjubiläum geehrt. Und es kommen viele Freunde und Künstler um mit zu feiern. Kein Wunder, dass es so voll ist. Von den Reden und dem u.a. gezeigten Videos ist hier draußen nicht viel zu verstehen bzw. zu sehen. Inzwischen ist es ganz schön kühl geworden. Gegen 22.30 Uhr verlassen wir den Pub und fahren zurück zum Campingplatz.
Susanne und Uwe werden morgen früh, bevor sie losfahren, noch auf einen Kaffee vorbei kommen.

Dienstag, 19. Januar 2010

Es war kühl heute Nacht, nur ca. 10 Grad. Kurz vor 10.00 Uhr haben Susanne und Uwe gefrühstückt und zusammen gepackt und kommen noch auf einen Kaffee herüber. Bis um kurz vor 12.00 Uhr sitzen wir noch zusammen, bevor die Zwei sich verabschieden und losfahren.
Bevor wir von Tamworth weiterfahren, soll unser Wagen noch in die Werkstatt zum Ölwechsel und zur Inspektion. Wir fahren ins Industriegebiet und fragen in einer Werkstatt wegen eines Termins am 25. Januar nach. Eigentlich nehme er für den 25. keine Termine an, da er ein paar Tage in Urlaub fahren will, aber am 27. könnten wir kommen. In der nächsten Werkstatt ist auch erst am folgenden Mittwoch ein Termin frei. Bei der dritten Werkstatt bekommen wir dann einen Termin für Montag. Um 9.00 Uhr können wir das Fahrzeug bringen. Das ist erledigt, jetzt können wir einkaufen gehen. Zurück zum Camper und die Sachen im Kühlschrank verstaut. Wollen heute Abend zu Stuie Frenchs Pickers Night in den Pub. Nach der Erfahrung von gestern, werden wir kein Essen im Pub bestellen, sondern vorher zu Abend essen.
Als wir im Pub eintreffen, wird die Buehne umgebaut. Die Betreiber des Pubs fördern Nachwuchskünstler. Heute Abend kann sich Ashleigh Dallas präsentieren. Die junge Frau hat die Chance auf die „Countrymusik-Akademie“ zu gehen. Geld dafür versucht sie auch mit dem Verkauf von CDs zu bekommen. In der Band spielen Vater, Bruder und ein Bekannter mit. Sowohl die Band wie auch Ashleigh sind mit viel Spaß dabei und sie sind wirklich gut. Zugunsten von Ashleigh wird eine Gitarre versteigert, die von vielen bekannten Sängern signiert ist. Eine Frau aus dem Publikum bietet 1500 $ dafür. Die junge Künstlerin ist zu Tränen gerührt. Danach kommt es zum Höhepunkt des Abends, der von XXXX gesponserten Pickers Night. Alle Musiker werden mit dem Hemd des Sponsors ausgestattet und bei jeder sich bietenden Gelegenheit wird erwähnt: trinkt XXXX. Klar, nur durch Sponsoring ist es möglich, solche Konzerte ohne Eintritt anzubieten.
Wie gestern auch, ist sowohl der Saal als auch der Garten voll besetzt. Wir sehen, dass der Schalter für die Essensbestellung immer wieder geschlossen wird. Gut, dass wir heute vorgesorgt haben. Mit etwas Verspätung startet das Konzert.
Und es wird ein Konzert vom Feinsten. Als Gaeste kommen z. B. Troy Casar Daley, Sarah Storer, Beccy Cole, Tamara Stewart, und und und.
Vor 2 Jahren haben wir als Nachwuchstalent 2 junge Männer gesehen, die kurz vorher ihren Abschluss an der Musikschule gemacht und kurz entschlossen eine Band gegründet hatten. Heute sehen wir sie wieder, als Künstler bei der Pickers Night. Die Jungs sind einfach Spitze.
Im Laufe des späten Abends sehen wir auch Judy und Bert wieder. Die Beiden haben jetzt dienstfrei. Bei so tollen Darbietungen vergeht die Zeit sehr schnell. Es ist bereits kurz nach 1.00 Uhr als das Konzert zu Ende ist. Kurz nach 1.30 Uhr liegen wir im Bett.

Mittwoch, 20. Januar 2010

Heute ist ein Day Off. Es sind einige Dinge liegen geblieben (u.a. Blog schreiben) die erledigt werden müssen. Um 18.00 Uhr gibt es ein Konzert auf dem Campingplatz. Das werden wir uns anhören und den Royal Flying Doctor Service unterstützen.

Donnerstag, 21. Januar 2010

Laut Wetterbericht soll es heute 39 Grad werden. In unserem Camper ist es wärmer. Das Thermometer zeigt 42 Grad – im Schatten. Da bewegt man sich möglichst wenig und hält sich in gekühlten Räumen (Einkaufszentren oder Clubs) auf.
Das setzen wir gleich mal in die Tat um und gehen einkaufen. Auf dem Heimweg biegen wir nach rechts ab und halten beim Wohnmobil von Judy und Bert an. Wir haben gesehen, dass jemand zu Hause ist. Nachdem wir uns das neue Wohnmobil angesehen haben und ausgiebig geredet haben, verabschieden wir uns. Die Beiden haben gleich wieder Dienst beim Auftritt von ihrem Freund Alby.
Die Zeit reicht noch zum Abendessen, dann machen wir uns auf den Weg zum Wests. Dort beginnt um 20.00 Uhr Thomkins Showcase. Eine Show, bei der sehr viele Musiker auftreten. Kurz nach 18.00 Uhr treffen wir dort ein. Vorm Konzertsaal steht schon eine lange Schlange, in die wir uns einreihen. Es dauert 1,5 Stunden, dann ist endlich Einlass.
Das Warten hat sich gelohnt. Bis Mitternacht gibt es ein abwechslungsreiches Programm mit vielen bekannten Musikern.

Freitag, 22. Januar 2010

Schon am frühen Morgen ist es heiß, es soll wieder 37 Grad warm werden. Nach dem gestrigen Abend lassen wir es langsam angehen. Für den heutigen Abend haben wir Karten für das John Williamson Konzert, ansonsten nichts weiter vor.
Das ist auch gut so. Wir sitzen noch im Schatten und lesen, da kommt Besuch vorbei, Andy. Andy haben wir vor 2 Jahren kennen gelernt. Er ist mit seinem Sohn hier, der bei den Buschpoeten auftritt. Andy betreut die Webseite der Poeten.
So sitzen wir bei einer Tasse Kaffee und Tee lange zusammen, es gibt viel zu erzählen. Zum Konzert fahren wir früher los, müssen noch Brot einkaufen. Der Einkauf ist schnell erledigt und die Sachen im Kofferraum verstaut. Mal sehen, wann Einlass in der Town Hall ist. Als wir ankommen, warten schon einige Leute darauf, dass der Kartenschalter geöffnet wird. Da brauchen wir uns nicht anzustellen, wir haben unsere Karten bereits im Vorverkauf erstanden.

Der Himmel zieht sich zu, es sieht nach Regen und Gewitter aus. Man sieht in der Ferne einen Regenbogen, bis die Türen geöffnet werden, bleibt es hier aber trocken. 2,5 Stunden unterhält John seine Fans, begleitet von einem weiteren Gitarrenspieler. Das gut gestaltete Bühnenbild vermittelt den Eindruck von 2 Männern, die am Lagerfeuer sitzen und Musik machen. Mit welch einfachen Mitteln man eine entsprechende Atmosphäre schaffen kann.
Nach dem Konzert fahren wir nach Hause. In der Stadt ist alles trocken, aber hier draußen (6 Kilometer von der Stadtmitte entfernt) hat es heftig geregnet und es ist merklich abgekühlt. Prima, da kann man auch besser schlafen.

Samstag, 23. Januar 2010

Heute Vormittag spielt Cole Finlay mit seiner Band im Service Club. Die Band haben wir noch nicht gehört, deshalb gehen wir dort mal vorbei. Erstaunlich, obwohl die letzten Tage des Festivals sind, bekommen wir noch Plätze. Eine Runde hören wir uns an, dann gehen wir wieder. Nicht ganz die bevorzugte Musikrichtung. Das ist ja das Schöne am Festival in Tamworth. Es gibt viele kostenlose Veranstaltungen, obwohl das auch schon weniger geworden ist. Wenn einem die Musik nicht passt, dann geht man einfach woanders hin. Wir allerdings zurück zu unserem Camper, im Schatten ausruhen.
Überraschend kommen Judy und Bert vorbei. Sie wollen nur Bescheid sagen, dass sie am Australia Day nicht mit uns nach Nundle fahren, das sie bereits morgen nach Hause fahren. Leider kommen zu den Auftritten von Alby Pool im Steakhaus nicht genügend Zuschauer. Deshalb ist heute Abend das letzte Konzert. Morgen wird dann die Bühne abgebaut und anschließend fahren die Beiden nach Hause.
Natürlich wollen wir uns von den Beiden verabschieden und sagen zu, heute Abend ins Cattlemens zu kommen. Judy sitzt an der Kasse, wir brauchen keinen Eintritt zu zahlen. Es ist nichts los, im ganzen Saal sind 10 zahlende Gäste. Die Band spielt zwei Runden, dann ist Alby so gefrustet, dass er seine Bassgitarre zur Seite legt und die Bühne verlässt mit der Bemerkung: er sei jetzt retired. Die anderen Musiker spielen für die wenigen Gäste weiter und improvisieren kräftig, einfach toll. Ein ungewöhnlicher Abschluss. Judy meint, sie habe den Gitarristen noch nie singen hören.
In der Pause unterhalten wir uns darüber, warum so wenig Besucher da sind und was da schief gelaufen ist. Scheinbar hat es mit dem Verteilen und aufhängen der Plakate nicht gut funktioniert. Wir haben kein einziges gesehen.
Die Restaurantbetreiber selbst tun auch nichts dafür, dass die Leute aufmerksam werden. Eine Frau meint, sie sei ein ganzes Stück vorbei gefahren und habe die Einfahrt nur durch Zufall gefunden.
Beim hinausgehen sehen wir – nichts – Es ist alles dunkel, selbst der Weg zum Parkplatz. So macht man keine Werbung für sein Geschäft. Gemeinsam mit Judy und Bert gehen wir zu deren Wohnmobil. Noch ein Plausch zum Abschied und wir bekommen von den Beiden noch die neuesten CDs von Alby geschenkt. Dann machen wir uns auf den Heimweg. Der Campingplatz ist auf der anderen Straßenseite. Bert leuchtet mit seinen Scheinwerfern den Weg aus, damit wir unbeschadet bis zur Straße kommen.

Sonntag, 24. Januar 2010

Morgen früh geht unser Truck in die Werkstatt, zum Service. Da heißt es jetzt, alles sauber machen und soweit es geht wieder einräumen. Bis das alles erledigt ist, das dauert einen halben Tag.
Ein Stuhl hat die Belastungen nicht ausgehalten und ist kaputt. Mal sehen, ob wir einen neuen bekommen. Nachdem wir soweit fertig gepackt haben, fahren wir zu Bunnings. Man merkt, dass viele Leute in Tamworth waren, Stühle sind ausverkauft. Müssen wir uns unterwegs weiter umsehen.
Bereits bei der Fahrt in die Stadt haben wir die mit großem Aufwand betriebene Polizeikontrollstation gesehen. Das ist schon einige Zeit her, ob die immer noch dastehen? Sie stehen! Zusammen mit den Fahrzeugen vor uns werden wir raus gewunken, Alkoholkontrolle. Es stehen mehrere Einsatzfahrzeuge am Straßenrand und mindestens 10 Polizisten die Führerscheine kontrollieren und die Fahrer der angehaltenen Wagen in ein Messgerät zählen lassen.Das Messgeraet zeigt nichts an, wir können weiter fahren. Auf dem Campingplatz ist es inzwischen recht leer. Viele sind bereits heute abgereist.
Es ist immer noch sehr heiß. Abkühlung wird ein Besuch im Wests bringen. Da tritt heute Abend nochmal Travis List auf. Um kurz vor sieben machen wir uns auf den Weg. Beim Eintreffen spielt noch eine anderen Band. Eigentlich soll das Konzert von Travis um 20.15 Uhr beginnen. Da trudeln die Musiker aber erst so langsam ein und bauen die Instrumente auf. Um 20.30 Uhr tritt Travis ans Mikrofon und fragt: „Are you ready Guys?“ Auf das einstimmige „Yes“ kommt die trockene Erwiderung: „We not!“ Der vorherige Auftritt hat länger gedauert, wie geplant. Wir hören uns eine Runde an, dann machen wir uns auf den Heimweg. Morgen müssen wir früh raus, unser Wagen muss um 9.00 Uhr in der Werkstatt sein.

Montag, 25. Januar 2010

Vor der vereinbarten Zeit fahren wir in der Werkstatt, mit 2 Autos, vor. Die erforderlichen Arbeiten – Öl- und Filterwechsel, Abschmieren, überprüfen von Bremsen, etc. - werden beauftragt. Wenn der Wagen fertig ist, wird ein Telefonanruf erfolgen. Mal gespannt, ob das funktioniert.
Mit dem kleinen Wagen machen wir eine Sightseeintour. Von Tamworth nach Manilla, dann quer durch über Mundowey, Bendemeer bis Walcha. In Walcha kommt eine SMS, der Truck ist fertig. ½ Stunde später erfolgt noch der versprochene Anruf: Der Wagen kann abgeholt werden. Soviel Service haben wir nicht erwartet. Langsam machen wir uns auf den Rückweg. Inzwischen knurrt der Magen, es ist Zeit für einen späten Lunch. Dafür halten wir in Tamworth an. Mit gefülltem Magen fahren wir zur Werkstatt. Das „Home on wheels“ steht schon fertig auf der Straße. Jetzt noch die Rechnung bezahlen und mit beiden Autos geht es zurück zum Campingplatz. Dort ist kaum noch ein Wohnwagen da, schon wieder normaler Betrieb. Es ist übrigens wieder ein heißer Tag, so um die 38 Grad. Nachdem der Flüssigkeitspegel ergänzt wurde, fahren wir noch einkaufen. Getränke und Obst sind schon wieder alle. Außerdem ist es im Einkaufszentrum schön kühl, da lässt es sich aushalten.
Mit Zeitung und Buch lesen verbringen wir den Abend.

Dienstag, 26. Januar 2010

Australia-Day. Den wollen wir heute in Nundle verbringen. Auf der DAG Sheep Station gibt es zur Feier des Tages ein buntes Programm.
Einer der verbliebenen Nachbarn kommt vorbei. Wir haetten doch gestern erzaehlt, dass wir nach Nundle fahren. Er habe gestern im Café in Nundle seinen Akkubra liegen lassen. Ob wir dort mal nachfragen können, ob der Hut gefunden wurde. Machen wir. Vorsichtshalber lassen wir uns eine Beschreibung des Hutes geben. In Nundle angekommen halten wir am Café an. Auf die Frage nach dem Hut meint die Frau hinterm Tresen: Meine Mutter hat gestern einen Hut gefunden und an die Wand gehängt. Ich soll ihn abhängen und mitnehmen. Gut gesagt, da hängen einige Hüte an der Wand. Nur einer entspricht in etwa der Beschreibung, den nehme ich mit.
Die DAG Sheep Station befindet sich ca. 10 Kilometer außerhalb vom Ort. Mit einem bunten Musikprogramm wird der Australia-Day gefeiert. Einer der auftretenden Künstler ist Marc Atkins. Den haben wir mit seinem Didgeridoo schon mal in Deutschland gesehen.
Bei mehreren Vorführungen, wie ein Schaf geschoren wird, verlieren 4 Schafe ihre Wolle. Bis 17.00 Uhr dauert das Ganze, dann machen wir uns wieder auf den Heimweg. Unser Nachbar bekommt seinen Hut zurück und bringt als Danke schön 6 Dosen XXXX vorbei.
Heute sind es 38 Grad und Windstill. In unserem Camper ist es mollige 34 Grad, und dass um 22.00 Uhr. Nicht die richtige Temperatur um gut zu schlafen.