Adelaide / Melbourne

Dienstag, 8. Dezember 2009

Tropf, tropf, tropf, es regnet. Ich schrecke hoch und wecke Dieter dabei auf. Die Stühle stehen noch draußen. Schnell aufstehen und sie unterm Auto ins Trockene stellen. Jetzt kann weiter geschlafen werden.
Bis wir aufstehen hat es aufgehört zu regnen, aber der Himmel ist bedeckt und die Wolken hängen sehr tief, wie Nebel.
Gefrühstückt wird bei solchem Wetter im Auto. Tisch und Stulle sind wieder im Camper verstaut und wir fahren los. Bis Adelaide sind es von hier ca. 330 Kilometer, dort wollen wir Mittwoch eintreffen. Deshalb fahren wir nur bis Balaklava, einem kleinen Ort östlich von Port Wakefield. Dort kommen wir am Nachmittag an. Einbuchen kann man beim Caretacker, dessen Handynummer steht auf einem Schild am Eingang des Campingplatzes. Er komme gleich, wir sollen doch bitte warten. Es dauert keine 5 Minuten, dann kommt er angefahren. Den Stellplatz können wir uns aussuchen. Es kann ruhig ein Platz in der Sonne sein, so richtig warm ist es nicht.
Mit einem Buch genießen wir die Nachmittagssonne.

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Dieter ist früh auf und liest bereits die eingegangenen Emails. Es ist auch eine Mail der Bank da. Hat ja lange gedauert. Dreimal haben wir angefragt, aus welchem Grund alle Kreditkarten nicht akzeptiert wurden. Die Antwort der Bank: „Aus Sicherheitsgründen seien die Karten gesperrt worden. Nach unserer Rückmeldung und Überprüfung im Hause sei sofort die Entsperrung erfolgt“. Was ich nicht verstehe: Warum erfolgt nicht wenigstens eine kurze Mitteilung über den Sachverhalt?
Unsere Vermutung war richtig. Wir haben überlegt, wann hat die Karte das Letzte Mal funktioniert und wann ging es nicht mehr? Auslöser der Sperre war folgendes: Wir haben in Perth bei einer kleineren Autovermietung für 1 Woche ein Auto gemietet und mit Kreditkarte bezahlt (1. Aktivität). Nach der Woche haben wir den Vertrag um 1 Woche verlängert und wieder mit der Karte bezahlt (2. Aktivität). Bei der Rückgabe wurde die Kaution wieder auf das Kreditkartenkonto zurück gebucht (3. Aktivität) .
Zur üblichen Zeit, gegen 10.00 Uhr, verlassen wir Balaklava und fahren weiter nach Adelaide. Für 1 Nacht checken wir auf dem Big4 Platz an der Military Road ein. Nach einer Tasse Kaffe verlassen wir den Platz und fahren nach Harbourtown, zum einkaufen. Dort gibt es einige Angebote, für die wir uns interessieren. Mal sehen, ob was passendes dabei ist. Wir verbringen einige Stunden im Zentrum, ohne groß einzukaufen. Vom Bett aus sehen wir uns am Abend noch eine Fernsehserie an.

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Es regnet, ist windig und kühl. Wir schaffen es, unsere Sachen in den Regenpausen im Camper zu verstauen. Kurz vor 10.00 Uhr verlassen wir den Campingplatz und fahren Richtung Port Willunga. Dort sind wir heute Nachmittag mit Melitta und Bert verabredet.
Gemütlich fahren wir an der Küste entlang, das Wetter bessert sich nicht. Da macht das Aussteigen überhaupt keinen Spaß. Kurz vor Port Willunga kommen wir an einem Einkaufszentrum vorbei und halten dort an. Im Zentrum ist es wenigstens trocken. Und da wir gerne durch die Läden bummeln, ist das kein Problem. Ich finde in einem Laden eine Jogginghose, die ich gleich mitnehme. So hat sich der Bummel doch gelohnt.
Das Frühstück heute morgen ist etwas bescheiden ausgefallen, und wir beide haben Hunger. Ist ja auch schon Mittagszeit. Dieses Mal gibt es einen Imbiss bei Red Rooster. Nach dieser Stärkung fahren wir weiter zum Strand von Willunga. Gut, dass wir die Jacken mit nach vorne genommen haben, hier bläst ein ganz kräftiger Wind. Wir halten uns nicht so lange auf, sondern fahren weiter zu unserer Verabredung.
Das Tor ist offen und ein Auto steht auf dem Hof. Wir klingeln an der Haustür, keiner öffnet und kein Hund bellt. Komisch, vielleicht sind sie noch einkaufen. Warten wir noch eine Viertelstunde, dann rufen wir mal an. Bevor wir zum anrufen kommen, fährt Melita vor.Sie hat unser Auto noch nicht gesehen und fragt Bert, der an ihr Auto kommt: „Sind die Beiden schon da?“ Bert verneint, dann sieht er den Camper stehen. Sind schon unterwegs. Wieso hat Melita denn schon Feierabend? Bert hat doch am Telefon gemeint, Melita ist erst gegen 19.00 Uhr zu Hause. Auf unsere Nachfrage meint Melita nur, sie habe heute morgen bereits um 5.00 Uhr angefangen zu arbeiten. Das heißt, sie muss um 4.00 Uhr aus dem Haus.
Nach einer herzlichen Begrüßung lassen wir uns auf der Veranda nieder. Zur Begrüßung gibt es Kaffee und Kuchen. Den Kuchen hat Melita gestern extra gebacken. Obwohl es erst ein halbes Jahr her ist, dass wir die Beiden besucht haben, gibt es viel zu erzählen. Unterbrochen vom Abendessen, sitzen wir noch bis fast 23.00 Uhr zusammen. Jetzt wird es aber Zeit, die Beiden alleine zu lassen und ins Bett zu gehen. Unser Camper steht im Wendehammer, dort werden wir heute Nacht bleiben.

Port Wilunga bei Adelaide
Port Wilunga bei Adelaide

Freitag, 11. Dezember 2009

Kurz nach halb acht stehe ich auf und gehe zum Haus. Ich brauche nicht zu klingeln, der Hund hat mich schon kommen gehört und bellt. Melita öffnet die Tür, sie ist schon auf dem Weg zur Arbeit. Ich benutze nur die Toilette, dann gehe ich wieder zum Camper zurück.
Um 9.00 Uhr gehen wir gemeinsam rüber Bert ist schon auf und hat bereits gefrühstückt. Jetzt werden wir noch mit einem Frühstück verwöhnt.Gegen 10.00 Uhr verabschieden wir uns. Es war wie immer schön bei den Beiden. Wir fahren wieder zurück nach Adelaide, dort wollen wir bis Mittwoch bleiben. Dieses mal haben wir uns den Big4 in Marion ausgesucht. Ein kleiner, gemütlicher Campingplatz.
Den Camper werden wir die nächsten Tage stehen lassen und uns zum durch die Gegend fahren, einen kleinen Wagen leihen. Ein Anruf beim Autovermieter, wir können heute noch einen Wagen haben. Der Vermieter bietet ältere Fahrzeuge an und das sehr preiswert. Abholung ist heute gegen 16.00 Uhr. Mit dem Bus fahren wir zur Abholung. Die Papiere sind schnell ausgefüllt und das Fahrzeug übernommen. Es ist ein Ford Escort. Fuer 4 Tage bezahlen wir 164 AUD, inklusive der Versicherung.
Mit dem neuen fahrbaren Untersatz fahren wir noch zu den Central Markets. Dort gibt es viele, auch europäische Lebensmittel. Wir kaufen Brot, Braunschweiger Mettwurst, Jägerbraten und Fleischkäse. Das gibt ein leckeres Frühstück!!!
Inzwischen ist schon Zeit fürs Abendessen. In der Foodhall gibt es viele Anbieter asiatischer Gerichte. Da bleibt die Küche bei uns heute Abend kalt.

Samstag, 12. Dezember 2009

Bei meiner Sonnenblende ist die Halterung gebrochen und nicht mehr zu reparieren. Hier in Adelaide gibt es einen Händler, der Lkws ausschlachtet und mit gebrauchten Teilen handelt.
Dahin wollen wir um zu sehen, ob er so ein Teil für uns hat. Vom Campingplatz aus sind es 22 Kilometer, bis zum Firmengelände. Der Mann am Schalter gibt den Auftrag, nach einer Sonnenblende zu suchen, an einen Mitarbeiter weiter. Zum Mittagessen gibt es in der Firma heute BBQ, eine Angestellte brät bereits die Zwiebeln. Es dauert eine Weile, dann kommt der mit dem Suchauftrag beauftragte Mann zurück, mit einer gebrauchten und schmutzigen Blende. Meine sieht noch besser aus! Für die gebrauchte Blende zahlen wir 66 $.
Auf dem Weg zum Händler haben wir das Hinweisschild: „Brickworks Markets“ gesehen. Dort stoppen wir auf dem Rückweg. Dieter braucht ein paar neue feste Schuhe, mal sehen, ob wir was finden.
An einem Stand probiert Dieter ein paar Schuhe an, die passen. Dieter meint, vielleicht gibt es die Schuhe ja noch 5 $ billiger. Eine Frau, die ebenfalls am Stand steht, schüttelt den Kopf und meint, bestimmt nicht.
Der Verkäufer und Dieter werden sich einig, es gibt 5 $ Weihnachtsrabatt. Beim bezahlen kommen wir mit der ebenfalls Schuhe probierenden Frau ins Gespräch. Sie kommt ursprünglich aus Berlin und ist vor 50 Jahren nach Australien ausgewandert. Sie lebt auf Känguru-Island.
Von den Markets aus fahren wir ins Marion-Shopping-Center. Ein sehr großes Einkaufszentrum. Da verbringen wir den Nachmittag. Dieter findet noch ein Paar passende Crocs (diese nicht so gut aussehenden Schuhe, in denen man aber prima laufen kann). Ein erfolgreicher Einkaufstag.

Sonntag, 13. Dezember 2009

Heute Nachmittag sind wir bei Sylvie und Andreas (Breadrock) zum Kaffee trinken eingeladen. Bis dahin machen wir uns einen gemütlichen Sonntagvormittag.
Pünktlich fahren wir bei der Familie vor und werden von Sylvie und den Kindern Sophie und Noah herzlich empfangen, obwohl sie uns nicht kennen. Andreas haben wir bei unserer letzten Reise kennen gelernt, der Rest der Familie war zu der Zeit in Deutschland. Andreas muss noch arbeiten und wird später dazu kommen. Wir sitzen bei Kaffee und Kuchen im Garten und es gibt eine Menge zu erzählen. Irgendwann sagt Noah zu Sylvie: Mama, Papa hat gesagt, du sollst den Brotteig nochmal kneten. Zu spät, der Brotteig ist schon im Ofen und backt. „Breadrock“ backt Brote nur mit Sauerteig und ich habe mir bei ihm ein Roggenbrot bestellt, das wird jetzt für uns gebacken.
Andreas muss heute arbeiten und kommt erst gegen 17.00 Uhr nach Hause. Während Dieter sich mit Sylvie im Garten unterhält, hole ich mir in der Küche ein paar Tipps zur Sauersteigherstellung und zum Brot backen.
Andreas hat Teig für mehrere Brote gemacht und wir können als Vorspeise das frisch gebackene Brot testen. Es schmeckt lecker. Das Hauptgericht, Huhn mit Gemüse, wird aus dem Ofen geholt und jeder bekommt das von ihm bevorzugte Teil.
Wir sitzen noch bis 22.30 Uhr zusammen, dann verlassen wir die Familie. Es war ein schöner Tag.

Montag, 14. Dezember 2009

Heute Morgen wird das Roggenbrot angeschnitten. Dazu frische Wurst, die ist auch schon wieder alle, vom Metzger aus den Central Markets. Dieter ist draußen und räumt auf. Eine falsche Bewegung, die Hexe hat geschossen! Er kommt ins Auto und legt sich erstmal aufs Bett. Jetzt kommt die gut ausgestattete Reiseapotheke mit Schmerzmitteln und Salbe zum Einsatz. Alle Tätigkeiten des heutigen Tages werden der Situation angepasst und erfolgen etwas langsam.
Um 11.00 Uhr sind wir mit Rita-Kathrin verabredet. Die holt uns am Campingplatz ab. Kurz vor der vereinbarten Zeit laufen wir langsam zum Parkeingang, da kommt sie uns auch schon entgegen. Sie lädt uns zu einem Ausflug nach Hahndorf ein. Vorsichtig setzt sich Dieter ins Auto, nicht noch eine falsche Bewegung. Ist so schon schlimm genug. Durch die Adelaide Hills geht die Fahrt nach Hahndorf. Wir sehen uns einige der Häuser an und kehren dann im Hahndorf Inn zum Lunch ein. Danach geht es weiter zur Eisdiele. Die Sorten Feige/Mandel und Passionsfrucht findet man nicht oft, schmecken aber sehr gut.
Auf dem Rückweg fahren wir noch bei der Haighs Schokoladenfabrik vorbei. Natürlich gehört ein Gang durch den Verkaufsraum dazu. Der Ort wird nicht ohne eine Tüte mit leckeren Süßigkeiten verlassen. Rita fährt uns noch bis zum Campingplatz. Dort verabschieden wir uns bis zum Juli, dann kommt Rita mit ihrem Mann nach Deutschland. Langsam gehen wir zu unserem Camper. Dieter ist froh, dass er sich hinlegen kann. Seine Bewegungen sehen etwas steif und unbeweglich aus. Hoffentlich geht es ihm bald wieder besser.

Dienstag, 15. Dezember 2009

Bevor wir morgen weiterfahren, möchte ich noch in den Central Markets einkaufen. Gemeinsam fahren wir hin. Dieter kann noch nicht so lange laufen und geht Kaffee trinken, während ich einkaufe. Danach fahren wir zurück zum Campingplatz.
Um 16.00 Uhr müssen wir den Mietwagen zurück geben. Wir haben ja mit Absicht ein älteres und preiswertes Fahrzeug gemietet. Dieses mal haben wir ein schlechtes Exemplar erwischt. Bei der Nutzung hat sich heraus gestellt, das es den Mietpreis nicht wert ist. Das Armaturenbrett fällt herunter, auf der Beifahrerseite geht kein Schlüssel ins Schloss, auf der Fahrerseite klemmt der Schlüssel und noch einige andere Mängel. Dieter reklamiert das alles bei der Rueckgabe. Der Chef meint, technisch sei das Auto doch in Ordnung. Dieter fuehrt ihm als Beispiel das herunter fallende Armaturenbrett vor. „Das habe ihm noch keiner gezeigt“ meint der Chef. Als Kulanz bietet er einen besseren Wagen an, wenn wir das nächste Mal kommen.
Mit dem Bus fahren wir zurück zum Campingplatz. Dieter ist froh, als wir am Camper ankommen.

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Kurz vor 10.00 Uhr fahren wir vom Platz. Heute soll es wieder sehr warm werden, laut Wetterbericht 39 Grad. Bereits jetzt sind es über 30 Grad.
Wir fahren über die Adelaide Hills, an Murray Bridge vorbei und weiter nach Taillem Bend. Gegen Mittag halten wir Tintinara an und essen das vorbereitete Sandwich. Die im Führerhaus mitgenommenen Getränke gehen zur Neige. Gegenüber ist ein Foodworksladen, dort holen wir Nachschub.
Unserem Auto und Dieter gefallen diese Temperaturen, mir ist es schon zu heiß. Das Thermometer im Führerhaus zeigt 42 Grad im Schatten. Trotz Durchzug. In Bordertown machen wir Schluss für heute. Im Innenraum des Campers zeigt das Thermometer nur 45 Grad an. Ohne sich zu bewegen läuft das Wasser aus allen Poren. Erst mal abkühlen. Tisch und Stühle stehen draußen, da geht das Telefon. Inge ist dran. Es gibt Probleme mit dem Computer. Per Ferndiagnose wird das Problem gelöst. Mit Tee, Kaffee, Wasser und Limonade wird der Flüssigkeitsbedarf des Körpers wieder aufgefüllt.

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Gewitter, Starker Wind, Regen, der Wetterumschwung ist da. Unser Nachbar meinte gestern Abend: „Morgen soll es nur noch 25 Grad werden“. 25 Grad, das ist ja noch in Ordnung, aber jetzt sind es höchstens 20 Grad und Regen. Dieses Jahr gibt es große Temperaturschwankungen. Mal ist es 40 Grad und am nächsten Tag nur noch 20 Grad. Gestern Abend haben wir die Spülschüssel auf einen Stuhl gestellt. Der Stuhl ist jetzt natürlich nass, schöne sch......

Immer, wenn es etwas weniger regnet, packen wir die Sachen zusammen. Geschirr spülen, das verschieben wir auf heute Abend. Alles Andere wird verpackt und verstaut. Wir sind fast fertig, als es wieder heftiger regnet. Der Himmel ist dunkelgrau und die Wolken hängen sehr tief. Von Bordertown aus fahren wir Richtung Horsham. Dort gibt es den ersten Aldi in Victoria, der richtige Stopp um einige Vorräte aufzufüllen.
Es regnet ununterbrochen, teilweise sehr heftig. Auf der Fahrbahn steht das Wasser, das von den entgegen kommenden Lastwagen hochgewirbelt wird. Dadurch teilweise fast keine Sicht. Es wird und wird nicht besser. Bis Horsham sind es ca. 160 Kilometer und die ganze Strecke hat es geregnet. Das haben wir in Australien so noch nicht erlebt.
Die bei Aldi gekauften Sachen werden im Camper verstaut. Dazu nur die Seitentür öffnen und die Taschen auf dem Boden abstellen. Wie fahren wir von hier aus weiter? Bei diesem Wetter lohnt sich kein Abstecher in die Grampians noch die Anfahrt zu einem Aussichtspunkt. Entweder ist alles von Wolken verdeckt oder es schüttet. Fahren wir weiter Richtung Melbourne. Ohne Aussicht auf eine Besserung beschließen wir, den Fahrttag in Bacchus March zu beenden. Dieses Mal frage ich nach einem Platz in der Nähe der Toiletten, damit der Weg bei Regen nicht so weit ist. Nachdem der Camper abgestellt ist und ich die Taschen aus dem Weg geräumt habe, erwartet uns eine unangenehme Überraschung: Wasser ist eingedrungen. Die Kopfkissen, die Bettdecken, die Matratze, die auf dem Bett liegenden Handtücher, alles ist nass! Das hat jetzt noch gefehlt.
Der erste Weg ist in die Laundry um zu sehen, welche Münzen zum Wäsche trocknen benötigt werden. 20 Minuten kosten 2$. Gut, dass ich noch eine Menge Kleingeld habe. Decken, Kopfkissen, Handtücher, alles kommt nacheinander in den Trockener.
In einer Regenpause sieht Dieter sich das Dach an. So wie es aussieht, ist eine Dichtung defekt. Bevor das repariert werden kann, muss alles richtig trocken werden. Was ist, wenn es heute Nacht weiter regnet? Am besten, wir machen eine Plane darüber. Doch gut, wenn man solche Sachen dabei hat. Die Plane wird halb ein Stück über das Pop-Up-Dach geschoben und befestigt. Durch die restliche Plane ist auch das hintere Dach mit abgedeckt. Für heute Nacht sollte das als Abdichtung reichen. Jetzt können wir ans Abendessen denken.

Freitag, 18. Dezember 2009

In Victoria gehen die Uhren ja wieder anders. Gestern Abend die Uhren um ½ Stunde vor gestellt. Es hat heute Nacht nicht geregnet. Vereinzelt schaut die Sonne mal durch die Wolken. Es sieht aus, als wird es ein schöner Tag. Da hätten wir die Plane über dem Dach nicht gebraucht, aber wer weiß das schon vorher.
Beim Frühstück fragt Dieter: Wie heißt den der Markt in Melbourne, auf dem wir beim letzten Besuch mit Natja waren? Weiß ich nicht mehr, aber das Internet beantwortet die Frage: es sind die Carribean Markets. Dort ist jetzt auch Freitags geöffnet. Da werden wir dem Markt doch einen Besuch abstatten. Neben dem Campingplatz ist eine Tankstelle, da füllen wir den Tank gleich auf. Der Liter kostet 1,196 $.

Bis kurz vor Melbourne sind die Straßen recht leer, dass ändert sich allerdings in Stadtnähe, da wird es richtig voll. Ich bewundere Dieter, mit dem großen Wagen durch die Stadt fahren, nicht ganz einfach. Besonders, da Melbourne sehr hügelig ist und grüne Welle unbekannt. Ständig heißt es anfahren am Berg. Ich wäre schon längst verzweifelt. Um die Mittagszeit kommen wir beim Marktgelände an. Es sind nicht alle Stände offen, trotzdem finden wir was passendes. Ich nehme mir für 25 $ 2 Australien-Jacken mit. An einem anderen Stand Socken fürs Handy.Dieter findet an einem Stand noch passende Software, so hat jeder was. Am Hallenausgang unterbieten sich die Obst- und Gemüsehändler. Bananen und weiße Nektarinen, das Kilo jeweils 1 $, für ausreichend Vitamine ist gesorgt.
Von hier aus fahren wir weiter auf den Campingplatz nach Wantirna. Nachdem der Camper abgestellt ist, werden die Kopfkissen und Decken in die Sonne gehängt. Sie sind noch ein wenig feucht. Dieter installiert seine neue Software, ich setze mich mit einem Buch in den Schatten.

Samstag, 19. Dezember 2009

Um 15.00 Uhr sind wir zu Kaffee und Kuchen bei Familie Wagner eingeladen. Bis dahin ist ja noch Zeit und der Vormittag wird vertrödelt.
Wir wollen ja noch Familie Wünsch besuchen. Da wir wissen, dass sie an diesem Wochenende verschiedene Einladungen haben, rufen wir zur Terminabstimmung an. Andi meldet sich. Sonntag ist die Familie wieder zu Hause, wir können kommen, wann wir wollen. Schnell vergeht die Zeit und wir müssen los. Den Truck lassen wir stehen und fahren mit dem Taxi nach Ringwood. Pünktlich stehen wir vor der Tür. Anna und Wolfgang begrüßen uns so herzlich, als würden wir uns schon ewig kennen. Dabei haben wir uns vor einem Jahr das Erste Mal gesehen.

Wolfgang meint, er muss nochmal los. Bekannte aus Tasmanien, die am Montag nach Europa fliegen, sind auf dem Weg und warten am Bahnhof auf ihn. In der Zwischenzeit setzen wir uns mit Anna auf die Terrasse. Der Kaffee ist noch nicht durchgelaufen, da ist Wolfgang auch schon zurück, mit Brigitte, Reinhold und Kathrin. Kathrin spielt Tennis und ist bei der Meisterschaft der unter 12 jährigen dabei.

Anna hat, obwohl es ihr gesundheitlich nicht so gut geht, Weihnachtsstollen und Kuchen gebacken. Gemütlich sitzen wir den Nachmittag zusammen und es gibt viel zu erzählen. Der Einladung zum Kaffee folgt noch eine Einladung zum Abendessen. Bei den kurzweiligen Erzählungen von Anna und Wolfgang vergeht die Zeit wir im Flug. Es ist Zeit, sich wieder auf den Heimweg zu machen.
Wagners planen im nächsten Jahr einen Besuch in Frankfurt, vielleicht reicht die Zeit auch für einen Besuch beim Stammtisch. Hoffentlich können wir uns dort für die nette Aufnahme revanchieren. So nette, herzliche Menschen trifft man nicht jeden Tag. Das Taxi kommt und wir fahren zurück zum Camper.

Sonntag, 20. Dezember 2009

Vom Campingplatz in Wantirna bis zu Wünschis nach Croyden ist nicht weit. Nach Abgabe der Einfahrtkarte fahren wir los. Auf dem Mountain Highway ist viel Verkehr. Kein Wunder, ein Stück weiter ist ein großes Gelände und dort ist Floh- und Trödelmarkt. Wir überlegen, ob wir anhalten sollen aber die Parkplätze sind schon belegt und es wird am Straßenrand geparkt, trotz Halteverbot. Mit unserem Truck finden wir keinen Abstellplatz und fahren weiter.
Die Überlegung: Können wir den schon so früh bei der Familie klingeln? Wir kommen an eine Ampel und wollen nach links abbiegen. An der Ampel, in unsere Fahrtrichtung, steht ein Auto und der Fahrer winkt. Es ist Andi. Er kurbelt das Fenster runter und meint: Nadja ist zu Hause, ich fahre noch schnell zu Bunnings. Als wir den Wagen vorm Haus von Nadja und Andi abstellen, kommt Nick gleich angelaufen, Nadja hinterher. Die von den Beiden begonnene Gartenarbeit wird unterbrochen und erst mal ein Schwätzchen gehalten.
Nadja hat für Bekannte, die in der Nähe wohnen, einen kleinen Weihnachtsgruß gepackt, den sie noch ausliefern will. Ich fahre mit, die Männer bleiben zu Hause. Zuerst fahren wir zu Wagners, da waren wir ja erst gestern. Nadja und Andi hatten im letzten Jahr, nach unserem Besuch bei Wagners, Kontakt mit ihnen aufgenommen. Dabei hat sich heraus gestellt, dass beide Familien nicht weit voneinander entfernt, in Ringwood, gewohnt haben.
Eigentlich wollte Nadja die Sachen nur schnell abgeben, aber keine Chance. Wir müssen kurz reinkommen. Die Zeit drängt ein wenig, es stehen noch zwei Adressen auf der Liste. Deshalb nur ein kurzer Besuch bei Wagners und dann geht es weiter zu ehemaligen Nachbarn. Dort ist keiner zu Hause, und die Weihnachtsgrüße werden vor die Tür gestellt. Nach einem kurzen Abstecher zu Hause geht’s weiter ins Einkaufszentrum, wir brauchen noch was fürs BBQ. Jetzt ist noch ein Päckchen übrig, das wird auf dem Heimweg abgeliefert.
Während wir unterwegs waren, haben Andi und Dieter sich das Dach des Campers angesehen und eine defekte Dichtung gefunden. Deshalb ist das Wasser ins Auto und aufs Bett gelaufen. Provisorisch haben die Beiden den Schaden behoben und die schadhaften Stellen mit Silikon abgedichtet. Wird erstmal halten.
Inzwischen haben alle Hunger und der Grill wird angeworfen.Hier in Melbourne sind die Mossies sehr aktiv. Und das Ungewöhnliche, Dieter wird mehr gestochen als ich. Selbst das Repellent hält die Biester nicht vom stechen ab.

Montag, 21. Dezember 2009

In Victoria sind bereits Schulferien. Nicks Schule bietet bis Mittwoch noch eine Ferienfreizeit an. Für heute ist ein Kinobesuch geplant und Nick geht früh aus dem Haus. Bis wir den Camper verlassen, ist Andi bereits aus dem Haus. Nadja sitzt am Computer und arbeitet.
Wir frühstücken und anschließend recherchiert Dieter im Internet. Fürs Camperdach wird eine bestimmte Dichtung benötigt, wo kann man die kaufen.
Gegen Mittag fahren wir los, zuerst zu Bunnings. Dort haben sie zwar Dichtungen, aber nicht in der benötigten Stärke und Breite. Von hier aus zu weiteren Geschäften, aber auch da ist die gesuchte Stärke und Breite nichts vorrätig. Wir verschieben die Aktion, das Leck ist ja provisorisch versorgt. Weiter geht es zum Eastland Shopping Center. An meiner Tasche ist der Gurt defekt und die möchte ich reparieren lassen. An einem Stand, wo auch Schuhe repariert werden, fragen wir nach. Ja, er kann das machen, ob wir noch was zu erledigen hätten. Haben wir, in ½ Stunde kommen wir wieder. In der Zwischenzeit gehen wir Eis essen und Kaffee trinken.
Auf dem Rückweg zum Stand nehmen wir noch die Zeitung mit. Der Gurt ist wieder angenäht, für 10 $, billiger wie eine neue Tasche kaufen. Für heute haben wir genug Geld ausgegeben und fahren zurück nach Croyden.

Dienstag, 22. Dezember 2009

Andi ist schon aus dem Haus und Natja bringt Nick zur Ferienfreizeit. Die Gruppe geht heute ins Schwimmbad.
Als Natja zurück ist, frühstücken wir gemeinsam. Danach hat Natja noch zu arbeiten. Auch bei uns sind verschiedene Arbeiten zu erledigen. Im Garten machen einige Vögel einen fürchterlichen Spektakel. Es sind drei Papageien. Für mich sieht es nach einer Familie aus. Anscheinend ist Paarungszeit, zwei der Tiere umwerben sich heftig. Nach ca. 2 Stunden ist es wieder still, die Tiere sind weiter gezogen.
Der warme Nachmittag wird ausgenutzt und die Liegen im Garten in Beschlag genommen. Gegen 17.00 Uhr holt Natja ihren Sohn wieder ab. Der ist völlig fertig, für ihn war es ein anstrengender Tag. Andi ist verabredet. Bevor er losgeht steigt er dem Camper nochmal aufs Dach. Er dichtet das Dach nochmal mit Silikon ab, damit kein Regentropfen mehr den Wegins Innere findet. Wir sitzen noch lange mit Natja zusammen und klönen.

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Heute fahren wir weiter. Damit wir uns noch von der ganzen Familie verabschieden können, sind wir früh aufgestanden. Andi und Nick gehen gegen 8.00 Uhr aus dem Haus. Danach gibt es für den Rest Frühstück. Danach alle Sachen wieder im Camper verstauen und good bye sagen, wir sind wieder on the road.
Laut Wetterbericht soll es wieder sehr warm werden, so um die 36 Grad. Zuerst noch am Geldautomaten vorbei fahren, dann können wir auf die Carribean Markets. Dort ist viel mehr Betrieb wie am Freitag. Mehr Stände, aber auch mehr Besucher. Obst ist besonders günstig. Wo gibt es sonst das Kilo Bananen für 1 $. So füllen wir unsere Vorräte auf. Gegen 14.00 Uhr verlassen wir das Marktgelände und fahren über den Princess Highway aus der Stadt.
Unterwegs verlassen wir den Highway und fahren über die Landstraße bis nach Traralgon. Dort ist Fahrtende.