Willuna Ayers Rock (Uluru)

Samstag, 13.12.2008
Wir sind früh aufgestanden und haben gefrühstückt damit wir um 8.30 Uhr fertig sind. Bis Lee vorfährt ist es fast 9.00 Uhr. Sie meint, wir hätten uns ja gestern Abend über australische Pünktlichkeit unterhalten. Leider kann Dieter nicht helfen, das Problem besteht weiter. Sie wird den Computer nach Geraldton mitnehmen und sehen, ob sie dort einen findet, der das Problem beseitigt. Lee fährt uns wieder zum Campingplatz zurück, wir können starten.

Noch an die Tankstelle zum Diesel fassen, mit 1,579 AUD ist der hier bestimmt billiger als auf Carnegie-Station.

Die Strecke bis zur Carnegie Station ist in recht gutem Zustand. 40 Kilometer vor der Station ist der Grader auf der Strecke.

Unterwegs sehen wir die ersten lebenden Kängurus, bis jetzt haben wir nur tote auf der Straße gesehen.

3 Leute sind im Moment auf Carnegie-Station einer Cattle-Farm. Ein junges Paar und ein älterer Mann, der Postbote. Die junge Frau, die uns den Platz zuweist und kassiert ist leider nicht gut informiert. Über den Zustand des Gunbarrel weiß sie nichts, wie viel Kühe - sie zuckt mit den Schultern, geregnet, ja es hat in den letzten Wochen geregnet. Das haben wir unterwegs schon gesehen, Wasser am Straßenrand, grünes Gras, teilweise sieht es wie frisch eingesäter Rasen aus. Wo das Wasser gestanden hat, sind tiefe Reifenspuren, alles Anzeichen für viel Regen.

Der junge Mann heizt den Kessel an, damit wir warmes Wasser zum duschen haben. Das Abendessen kochen wir in der Küche der Station

Sonntag, 14.12.2008
Teurer Diesel

Um 9.00 Uhr fahren wir am Farmhaus vor. Wir wollen noch tanken. Dieter soll schon zum Tank vorfahren, er komme gleich – meint der junge Mann. Übrigens kann man hier nur bar oder mit Scheck bezahlen, Efpost oder Kreditkarten gibt es hier nicht. Dieter fragt vorsichtshalber nach, wie teuer der Sprit ist. 2,50 AUD, das ist das teuerste, was wir je für den Liter bezahlt haben. Aber, es gibt ja keine Alternative. Wir lassen 50 Liter in den Tank füllen = 125 AUD. Ob er denn was über den Zustand des Gunbarrel weiß? Es gibt einige Stellen, wo noch das Wasser steht. Grade durch das Wasser fahren, nicht seitlich versuchen, sonst bleibt ihr stecken, ist die Auskunft.

Bis zur Shire-Grenze von Wiluna, das sind ca. 180 Kilometer von Carnegie, ist die Straße in einem mal mehr, mal weniger guten Zustand. Diese Strecke wird aber auch regelmäßig im August/September gegradert.

Danach aber ist die Strecke in einem schlimmen Zustand. Heftige Korrugations, tiefe Löcher wechseln sich ab mit sandigen Stellen, schlammigen Passagen. Vor 3 Wochen sind hier heftige Regenfälle niedergegangen, die zur Verschlechterung des Straßenzustandes beigetragen haben. Auf diesen 60 Kilometern kommen wir nur sehr langsam voran. Das Auto und wir werden aufs heftigste durchgerüttelt. Bin mal gespannt, wie es in unserem Wohnraum aussieht.

Nach einem Fotostopp am Beadell Tree und dem Geraldton Bore halten wir an der Kreuzung zum Gary Highway an und tragen uns ins dort ausliegende Besucher-Buch ein. Die letzten Einträge sind vom 7. Dezember (ein deutsches Paar) sowie 3 Einträge vom 10. Dezember und jetzt wir am 14. Dezember. Nicht sehr viel Verkehr auf der Strecke.

Wir fahren noch rund 10 Kilometer weiter, bis zum Mount Gordon. Hier schlagen wir unser Nachtlager auf. Mal sehen, wie unser Auto die Fahrt überstanden hat. Eine Dachbefestigung zur Fixierung des Popup-Daches fehlt, einige außen angebrachte Befestigungsteile fehlen ebenfalls, das ist nicht weiter schlimm. Ich öffne die Tür zum Wohnraum, da liegen die Bettdecken, die Kopfkissen, Stühle, Bücher und auch der Computer auf dem Boden. Erst mal Ordnung schaffen. Gott sei Dank ist nichts kaputt gegangen. Jetzt eine Tasse Kaffee, dann sieht es schon besser aus.

Sind denn alle Knochen noch an ihrem Platz? Diese Rüttelei ist ein Wahnsinn. Vom Gefühl her muss man morgens alle Knochen durchnummerieren um sie nach Fahrtende wieder in die richtige Reihenfolge zu bringen. Die Strecke ist absolut nichts für Leute mit Rückenproblemen.

Dieter tankt Diesel aus unserem Reservetank um. Der Sprit müsste jetzt bis Warburton reichen.

Abendessen, noch den schönen Sonnenuntergang ansehen und ins Bett gehen.

Montag, 15.12.2008
Wir sind früh wach, da können wir auch früh losfahren. Es sieht so aus, als würde es heute richtig heiß werden. Die letzten Tage waren mit Temperaturen um 30 Grad sehr erträglich. Getränke für die Fahrt einpacken, im Camper alles möglichst rüttelfest verstauen, Innentür festmachen, Dach schließen, fertig. Gestern hat es ja auf der einen Seite einen Teil unserer Dachbefestigung abgerissen, auf der anderen Seite ist das Befestigungsteil noch dran. Damit dass Dach, falls auch die zweite Befestigung abreißt, sich nicht öffnen kann, befestigen wir es mit einer dicken Schnur die über das Dach geworfen und seitlich befestigt wird.

Wir haben jetzt ungefähr die halbe Strecke bis Warburton zurück gelegt. Wenn alles klappt, wollen wir heute Abend in Warburton sein.

Die Strecke geht so weiter, wie gestern begonnen. Tiefe Korrugations wechseln sich ab mit tiefsandigen Strecken, die unser Dicker brav bewältigt, steinigen Abschnitten, vom Regen tief ausgespülten Strecken, aufgewühlten, schlammigen Passagen. An manchen Stellen gibt es Umfahrungen, teilweise sogar mehrere, aber nicht immer sind die Umfahrungen die bessere Alternative. Insgesamt eine anspruchsvolle Strecke und eine anstrengende Fahrerei.

Am Mount Beadell machen wir Pause um uns anschließend das Camp Beadell anzusehen. Das Camp ist ein sehr schöner Platz zum übernachten, aber wir wollen ja noch weiter. Es ist bereits 14.00 Uhr und wir haben ca. 100 Kilometer zurück gelegt. Das ist trotz der Besichtigungspausen nicht viel.

Manche Stellen sind sehr eng und zugewachsen, da haben wir mit unserem Truck die Fahrschneise ein wenig verbreitert. Einige Male hat Dieter einen neuen Weg anlegen müssen, da die ursprüngliche Straße so eingebrochen ist, dass wir mit unserem Truck dort nicht gefahrlos fahren können. Also nach dem Motto gehandelt: Wir machen uns den Weg frei. Da sind dann die 4,5 Tonnen und die kräftige Bullbar sehr hilfreich. Es ist übrigens ein ganz anderes Fahrgefühl, ob man die Strecke mit z.B. einem Bushcamper fährt, oder wie wir mit einem LKW, der länger, breiter und höher ist. Außerdem sitzen wir direkt auf den Vorderrädern und bekommen jeden Stoß mit.

Am Beadell Tree (davon gibt es mehrere) machen wir Pause. Bis zur Abzweigung zum Heather Highway sind es noch ca. 8 - 10 Kilometer. Bei allem was wir über den Gunbarrel Highway vorher gelesen haben, hieß es immer, der Heather Highway sei very rough. Dieter meint, viel schlimmer als die Strecke bisher kann der auch nicht sein. Bin ich froh, dass ich so einen guten Fahrer habe. Bei manchen Passagen habe ich tief durchgeatmet, gut gegangen. Ich hätte das nie geschafft.

Wir kommen an eine längere nasse Stelle, wie wir sie bereits öfter durchfahren haben. Dieter meint, da fahren wir durch. Kleinen Gang rein und los. Wir kommen nur ein kurzes Stück, dann drehen die Räder durch, wir stecken fest. Mitten im nirgendwo, so eine Scheiße.

Erstmal aussteigen und sich die Sache ansehen. Das Auto ist bis zu den Achsen im Schlamm versunken, da heißt es buddeln. Dieter macht die Schaufel los, ich suche schon mal nach Ästen die unter die Räder gelegt werden können. Das tue ich vielleicht 10 Minuten, dann macht mein Kreislauf schlapp. Scheinbar war das etwas zuviel, der Schreck, die Aufregung, die Hitze, die Rüttelei. Ich brauche was zu trinken und muss in den Schatten. Das ist der denkbar ungünstigste Moment, wo einem so was passieren kann. Dieter meint, setzt dich, ich mach dass schon. Und mein Mann schaufelt und schaufelt und schaufelt. Dieser rote Schlamm ist zäh und verdammt schwer. Die Räder sind frei, Äste soweit wie möglich unter, vor und hinter die reifen gelegt, Dieter startet einen Versuch aus dem Schlamm rauszukommen. Der Wagen rutscht seitlich ab und steht hängt auf der Beifahrerseite tiefer im Schlamm. Dazu kommt, die Außenkästen sitzen auf. So kommen wir nicht raus.

Dieter schaufelt und schaufelt, ein neuer Versuch. Ein Stück vor, ein Stück zurück, schon wieder fest. Das Auto hängt bestimmt einen halben Meter tief im Schlamm.
Dieter schaufelt weiter, er ist zu bewundern. Die Räder sind wieder frei. Dieter setzt sich ins Auto, legt den Gang ein, startet das Auto, nichts. Die Räder drehen sich nicht mehr. In so einem Moment gehen einem ja tausend Dinge durch den Kopf. Was ist wenn wir nicht rauskommen, was ist, wenn jetzt z.B. die Kupplung kaputt ist, ob hinter uns noch einer kommt und wenn ja, wann, und, und, und.

Mein Mann hat da ja die Ruhe weg. Er meint, die Kupplung kann nicht kaputt sein, beim treten ist noch Widerstand. Die Kupplung sitzt bestimmt auf dem Schlamm und ein Hebel wird hoch gedrückt, ist dann wie im Leerlauf (fragt mich nicht nach technischen Details). Dieter legt sich auf die Erde/Matsch und schaufelt unter dem Auto frei, was auch nicht so einfach ist. Das Stück, auf dem wir feststecken ist wie eine Halbröhre, links und rechts gehen die Seiten nach oben.

Was machen wir, wenn wir das Auto nicht aus dem Schlamm bekommen? Ich bin der Meinung, Räder frei schaufeln, mit Ästen die Fahrstrecke befestigen und bis morgen warten. Dann ist es vielleicht etwas angetrocknet und der Wagen kann sich aus dem Dreck befreien. Aber, so schnell gibt mein Mann nicht auf.

Wie kriegen wir das Auto aus dem Schlamm? Mir fallen unsere Sandbleche ein. Könnte man die nicht unterlegen? Die Räder sind wieder freigeschaufelt, Sandbleche unter linkem Vorder- und Hinterrad untergelegt. Dieter meint, soll ich noch einen Versuch starten? Ich hätte nicht den Mut dazu, aber ok versucht es nochmal.

Wann soll ich denn Halt schreien? Dieter meint, wenn das Auto draußen ist. Er startet den letzten Versuch. Unglaublich, es funktioniert, langsam befreit sich das Auto aus dem Schlamm und steht wieder auf festem Boden. Ich schreie HALT, wie ausgemacht. Mein Gott, was bin ich froh das das geschafft ist. Nach 5 Stunden Buddelei ist das Auto wieder frei. Wir sind dreckig, das Auto ist schlammig, ganz egal. Noch die Sandbleche ausbuddeln und den Camper auf trockenem Gelände abstellen.

Fix und fertig, kein Hunger, nichts. Nur noch ins Bett. Das Schlimmste, obwohl wir so fertig sind, können weder Dieter noch ich richtig schlafen. Kurze Schlafphasen wechseln mit wach sein ab.

Dienstag, 16.12.2008
Da wir sowieso nicht schlafen können, trinken wir sobald es hell wird einen heißen Kaffee. Der tut jetzt gut. Alles was irgend geht wird in Schubladen verpackt oder soweit es geht rüttelfest verpackt. Wir sind ja vorgewarnt.

Bevor wir losfahren sehen wir uns noch das Loch an, aus dem unser Truck sich gestern Abend frei gewühlt hat. Ganz schön tief.

Alles ist verstaut, das Dach ist mit einer Schnur befestigt, es kann losgehen. Alle Knochen sind durchnummeriert, damit sie später wieder an ihren Platz geschoben werden können. Von unserem Standplatz fahren wir an der nassen Stelle vorbei und kommen wieder auf die ursprüngliche Strecke, hier hat der Regen einen Teil des Weges weggespült, aber wir kommen gefahrlos drauf. Kaum auf der Strecke geht die Rüttelei wieder los.

Bis zur Abzweigung zum Heather Highway sind es noch knapp 8 – 10 Kilometer. An der Abzweigung ein kurzer Fotostopp, wir fahren weiter und stehen nach ein paar hundert Metern vor einer weiteren Wasserdurchfahrt. Wie heißt es so schön, gebranntes Kind scheut das Feuer. Erstmal anhalten. Von hier sieht es so aus, als ob schräg ein Weg reinkommt, hinter dem Wasserloch. Haben wir eine Abzweigung übersehen? Dieter setzt zurück, wir fahren ein Stück des Weges wieder zurück, keine Abzweigung. Können wir uns selbst seitlich einen Weg bahnen, einen Versuch ist es wert. Der Versuch wird schnell abgebrochen, das Gelände ist sehr weich, also wieder zurück auf die Straße. Äste, Zweige und alles, was wir an Holz finden werfen wir in das Wasser, damit die Reifen besser greifen. Dieter legt den kleinen Gang ein, problemlos durch. Ausatmen, geschafft.

Weiter geht’s auf bekannten Strecken, sandig, felsig, wellig, washouts, was das Herz begehrt (oder auch nicht).

Nach ca. 25 Kilometern kommen wir an eine Stelle, da wäre ich am liebsten wieder umgekehrt, was natürlich nicht möglich ist. Der Weg ist auf der linken Seite ziemlich tief weggebrochen, es ist nur ein schmales Stück wirklich befahrbar. Dieses Stück geht auch noch nach rechts außen hoch und oben stehen Bäume. Es gibt keine Möglichkeit irgendwo seitlich vorbei zu fahren. Dieter fährt langsam so weit rechts wie es geht und immer gegen die Böschung haltend. Auf meiner Seite geht es tief nach unten. Unser Auto neigt sich bedenklich zur Seite. Ab wie viel Grad seitliche Neigung kippt ein Auto eigentlich um? Dabei geht mir durch den Kopf, hoffentlich bricht die Straße nicht unter unseren Reifen ein, dann kippen wir um. Ganz langsam bewältigen wir dieses Stück, Glück gehabt. Auf dem ersten geraden Stück muss Dieter anhalten, ICH brauche eine Pause. Ich muss das Herz aus der Hose holen und wieder an seinen Platz setzen. Mein T-Shirt, meine Hose, alles ist klatschnass, dabei bin ich nur der Beifahrer. Wie muss sich da erst der Fahrer fühlen? Dieter meint, jetzt kann er sich beim LKW-Trial anmelden und ich würde so langsam wieder Farbe bekommen.

Die restlichen Kilometer bis zur Abzweigung zur Aboriginie-Community legen wir sozusagen auf der linken Pobacke zurück. Auf den 50 Kilometern bis zur Great Central Road kommt uns ein Auto entgegen, das Erste, seid wir Wiluna verlassen haben. Dieses Stück sowie die Great Central Road bis zum Warburton-Roadhaus sind frisch gegradert, das ist jetzt wie Autobahn fahren. Wir buchen uns für 2 Nächte auf dem Caravan-Park ein. Ausruhen und sichten, wie das Auto die Strecke überstanden hat.

An den Rädern, in den Rädern, unter dem Auto hängen noch dicke Schlammklumpen. Ich öffne die Tür zum Wohnraum, die innere Tür hängt schief in den Angeln, Niete abgerissen. Die Nietzange kommt mal wieder zum Einsatz.

Wir haben zur Vorbereitung alles gelesen, was wir über den Gunbarrel und den Heather Highway finden konnten, aber so schlimm haben wir uns die Strecke nicht vorgestellt. Die Bedingungen haben sich wegen des starken Regenfalles, der in den letzten 3 Wochen hier herunter gegangen ist, drastisch verschlechtert. Es war die härteste Tour, die wir bis jetzt gefahren sind.

Auf dem Campingplatz sind nur 2 Plätze belegt, nicht viel los.
Auf dem Nachbarplatz steht ein Bushcamper an dem ein Abschleppseil befestigt ist. Der Besitzer erzählt uns, dass sein Getriebe auf dem Conny Sue Highway kaputt gegangen ist und das Auto hierher abgeschleppt wurde. Jetzt sei er dabei ein neues Getriebe und einen Mechaniker zuorganisieren. Er will das Auto hier nicht reparieren lassen, da kommt noch eine saftige Abschlepprechnung auf ihn zu.

Ein Britz-Bushie kommt auf den Platz gefahren, prüft Reifendruck, füllt Wasser auf. Die Beiden im Auto sehen auch so deutsch aus.

Die Nachbarn auf der anderen Seite, ein Ehepaar aus Tasmanien, kommen zurück und fangen an, ihren Wohnwagen anzuhängen. Auf die Frage, ob sie morgen früh starten wollen kommt die Antwort, nein sofort. Sie haben sich mit den Leuten aus dem Bushie unterhalten, die kommen vom Ayers Rock. Bei Docker River blockiert eine Road-Train die Great Central Road. Der LKW hat sich mitten auf der Straße im Matsch festgefahren. Nur mit Allradantrieb kommt man an dem liegen gebliebenen Fahrzeug vorbei. Keine Chance mit dem Wohnwagen. Da heißt es jetzt die ganze Strecke wieder zurück und über Kalgoorlie, Norsemann und die Nullabor nach Adelaide zu fahren, ein riesiger Umweg. Cowboys in Big Trucks, schimpft der Mann.

Die Leute aus dem Bushie kommen bei uns vorbei, richtig geraten, Deutsche. Die Beiden wollen den Heather- und Gunbarrel Highway fahren, da können wir mit frischen Informationen dienen.

Ein Mann kommt bei uns vorbei. Wegen der Regenfälle in der letzten Zeit gebe es eine Moskitoplage (haben wir schon bemerkt, das ist nicht nur hier so). Er werde später ein Mittel versprühen. In der Zeit sollen wir am besten in den Wohnwagen gehen.

Das Roadhaus hat schon zu, da kommt noch ein Camper angefahren, 3 junge Leute. Woher, aus Deutschland. Die stellen ihren Wagen auf dem jetzt wieder freien Platz ab. Da sie keinen Toilettenschlüssel haben, legen wir unseren auf dem Trittbrett des Trucks ab, da kann ihn jeder erreichen.
Die Sprühaktion geht los. Hinten auf einem LKW ist eine Sprühkanone angebracht, die in einem dicken Schwall eine weiße Wolke ausstößt, alles ist eingenebelt.

Mittwoch, 17.12.2008
Unseren jungen Nachbarn ist ca. 100 Kilometer vor dem Roadhaus ein Reifen geplatzt, jetzt brauchen sie Ersatz. Während ich mich mit den zwei Mädels unterhalte, geht der junge Mann vor um zu sehen, ob er einen Reifen kaufen kann. Dieter geht kurze Zeit später vor, um für Getränkenachschub zu sorgen. Dabei kann er gleich helfen. Zusammen mit dem neuen Reifen gibt es den Hinweis, Werkzeug ist hinter dem Laden. Werkzeug ist zwar da, aber der demolierte Reifen geht nicht runter. Dieter fragt Elvis, das ist einer der Roadhaus-Mitarbeiter, ob er helfen kann. Er kann. Bis alles erledigt ist und die Clique abfährt, ist es bereits Mittag.

Das Wetter ist ganz komisch. Dunkle Wolken ziehen, es weht ein heißer Wind, wie in Deutschland vor einem Gewitter. Vorsichtshalber hänge ich die Wäsche ab, sie ist bereits trocken. Sonstige Aktivitäten beschränken wir bei der Hitze auf ein Minimum.

Unser Nachbar mit dem kaputten Bushie hat eine Lösung gefunden. Er fliegt nach Kalgoorlie, das Auto wird dorthin gebracht und repariert. Nach der Rückkehr aus Kalgoorlie kommt der Pilot bei uns vorbei und holt sich den Toilettenschlüssel, er hat es eilig. Das Roadhaus ist ausnahmsweise bereits ab 12.00 Uhr wegen Catering geschlossen, da gibt es heute keinen Toilettenschlüssel.

Nächster Besucher ist eine Frau die mit einem Fahrrad mit Kinderanhänger unterwegs ist. Sie habe als Lehrerin gearbeitet und jetzt studiere sie, ihr Mann arbeite als Sozialarbeiter in der Gemeinde. Übrigens leben rund um Warburton 700 Personen.

Der Himmel zieht immer mehr zu, es fängt an zu regnen. Nach dem Regen ist es merklich abgekühlt, um mindestens 10 Grad. Jetzt ist es erträglich.

Ein weißes Auto fährt über den Platz. Darin schwarze Männer mit roten Weihnachtsmützen, die Merry Christmas rufen. Ungewöhnlich.

Es herrscht rege Geschäftigkeit, Tische werden verladen und weggefahren, der große Grill wird angeworfen und große Mengen Fleisch gegrillt, das Polizeiauto kommt vorbei und lädt Sachen ein, scheint eine große Sache zu sein.

Ich komme von den sanitären Anlagen zurück, da steht neben Dieter das Auto mit der Mannschaft vom Roadhaus. Ob wir mitfahren wollen, in der Aboriginiegemeinde ist heute Weihnachtsfeier. Das lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Wir steigen mit ins Auto und ab geht die kurze Fahrt in die Community. Im Park ist das Buffet aufgebaut. Das Essen wird von der Gemeinde und von den Roadhaus-Betreibern gesponsert. Ein Mann (ein Minister erfahren wir später) hält eine Ansprache. Da, Sirenengeheul. Alle Kinder springen auf und laufen auf die Straße. Vorneweg kommt das Polizeiauto, dahinter kommt ein LKW auf dessen Ladefläche Santa auf einem Stuhl sitzt. Auf der Ladefläche liegen viele Pakete, die offensichtlich an die Kinder verteilt werden. Der Wagen fährt auf den Sportplatz und die Kinder sitzen und stehen erwartungsvoll davor. Jedes Kind bekommt eine große Tüte und eine kleine Tüte mit Lutschern. Auf der großen Tüte steht jeweils der Name drauf. Bei einem Mädchen sehe ich einen kleinen faltbaren Puppenwagen, bei einem Jungen ist ein Lastwagen drin. Im Hintergrund läuft Weihnachtsmusik. Da, ein deutsch gesungenes Weihnachtslied: leise rieselt der Schnee – bei 30 Grad Wärme.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist allerdings die Sache mit dem Buffet. Viele der Anwesenden haben Obststeigen, Kisten, etc. mitgebracht in denen sie die Esswaren, teilweise ganz schöne Mengen, verstauen und dann weggehen. Nach ca. 1 Stunde ist das Essen weg und kaum noch jemand da. Das Fest ist zu Ende. Nur auf dem Sportplatz sitzen noch Kinder, die auf ihre Geschenke warten.

Sehr viele Hunde laufen herum, alle Größen, alle Mischungen, Farben. Don’t touch a Campdog, they all bite, warnt mich meine Nachbarin. Da läuft aber so ein süßer knuffiger Welpe durch die Gegend. Ein Mann hört, wie ich eine Bemerkung über den süßen Kerl mache und meint, er wolle mir zeigen, wie „lieb“ der sei. Er hebt den Hund hoch und gibt ihn mir auf die Hand. Der Hund ist brav, lässt sich streicheln, macht überhaupt nichts. Ich setze ihn auf den Boden und wir laufen zum Auto zurück. Der Hund läuft uns bis zum Auto nach. Ein Anderer meint, dass sei unglaublich, der Hund müsse mich lieben. Er traut sich nicht, den kleinen Kerl anzufassen und lockt ihn mit was zu fressen weg.

Glen hat bei der Veranstaltung fotografiert und stellt uns seine Bilder zur Verfügung. Er hat auch noch Aufnahmen vom großen Regen, der vor einer Woche hier niedergegangen ist und der dafür sorgte, dass Warburton nicht erreichbar war.

Donnerstag, 18. 12.2008
Die Sachen sind verstaut, das Dach mit der Schnur fixiert, wir sind reisefertig. Noch Diesel nachfüllen und Getränke kaufen. Der Liter Diesel kostet hier 2,05 AUD. Bei der Wärme sind die Getränke in Nullkommanichts leer. Manchmal komme ich mir vor wie ein Schwamm, der alle Feuchtigkeit aufnimmt, aber auf Druck auch alles wieder los lässt.

Und schon sind wir wieder on the road. Wir kommen gut voran. Durch die Regenfälle in der letzten Woche ist alles sehr grün. Soweit das Auge reicht sprießt frisches Gras, wie frisch eingesät.

Unterwegs gibt es noch einige nasse Stellen, ansonsten ist die Straße gut befahrbar. Gegen 14.00 Uhr kommen wir in Warnakurna an. Genug gefahren, hier bleiben wir.
Ein junger Mann weist uns ein, den Platz können wir selbst aussuchen.

Sehr positiv überrascht sind wir von den sanitären Anlagen, die dieses Mal sehr sauber sind. Im letzten Jahr war das nicht der Fall. Hier gibt es auch eine große gut eingerichtete Campingküche. Das nutzte ich aus und backe ein Brot.

Später kommt noch ein Auto auf den Platz gefahren. Die Insassen treffen wir in der Küche. Es sind Susanna und Claas, ein deutsch/holländisches Paar.

Sehr lästig sind die vielen Moskitos. Die haben jetzt natürlich die optimalen Bedingungen, stehendes Wasser und Wärme. So vermehren sie sich prächtig. Man kommt mit sprühen kaum nach.

Freitag, 19.12.2008
Susanna und Claas besuchen heute Morgen die Wetterstation. Da wir dort bereits im letzten Jahr waren, starten wir nach dem Frühstück. Noch auftanken, hier kostet Diesel 2,25 AUD, dann kann es losgehen. Die Straße ist als Offen für jeglichen Verkehr gemeldet. Dann scheint die Roadtrain, die die Straße bei Docker River blockiert hat, aus dem Weg geräumt zu sein.

Auf dem Teilstück sind noch die Auswirkungen des Regens zu spüren. Es gibt noch nasse und schlammige Abschnitte. Streckenweise ist die Straße frisch gegrädert, was aber auch nicht immer gut ist da Löcher einfach mit Sand zugeschüttet wurden. Wehe dem, der da mit zu viel Geschwindigkeit hinein fährt.

An Lassiters Cave machen wir Mittagspause. Dann geht die Fahrt weiter. Es folgen noch einige sehr nasse und aufgewühlte Stellen, die Raodtrain sehen wir allerdings nicht mehr.

Es sind noch ca. 30 Kilometer bis zu den Olgas, da sehen wir auf der Gegenseite ein Auto stehen. Der Fahrer ist nicht zu sehen. Ich sehe beim vorbeifahren, jemanden unterm Baum sitzen. Derweil hat Dieter im Rückspiegel gesehen, dass die Beifahrerseite des Autos kaputt ist. Anhalten, drehen und zurück fahren. Eine junge Frau kommt zu uns ans Auto. Sie seien aus Richtung Warnakurna gekommen und ihr Auto habe sich überschlagen. Ihnen sei nichts passiert, sie warten auf den Abschleppwagen. Dann können wir ja wieder umdrehen und in die ursprüngliche Richtung weiterfahren. Wir sind noch keine 5 Minuten unterwegs, da kommt uns schon der Abschleppwagen entgegen.

Wir fahren durch bis zum Ayers Rock Resort. Dort gehen wir erst mal einkaufen bevor wir für 3 Nächte auf dem Campingplatz einchecken. Es ist das erste Mal dass ich beim einchecken eine Photo-ID vorlegen muss. Mein Internationaler Führerschein reicht.

Abends machen wir noch einen Spaziergang zum Telefon. Ein Auto kommt und blendet auf, Susanna und Claas. Inzwischen ist die Rezeption nicht mehr besetzt. Neben uns der Platz ist frei, da können sie sich heute Nacht hinstellen.

Samstag, 20.12.2008
Heute ist Hausarbeitstag. Nach der Rüttelei müssen die Schubladen mal wieder richtig eingeräumt werden und der Dreck und Staub im Innenraum entfernt werden.
Dieter legt sich unters Auto um zu sehen, ob dort bei der Fahrt etwas kaputt gegangen ist, zieht mal die Schrauben nach, was man halt so macht. Bei 40 Grad geht das alles ein wenig langsam voran, aber wir haben ja Zeit.

Nachdem das erledigt ist, ändert Dieter die Stammtischseite. Mal sehen, ob hier die Übertragung problemlos funktioniert.

Nachmittags fahren wir mit dem Shuttlebus ins Einkaufszentrum, Vorräte ergänzen.

Keine Lust zum Essen kochen. Wir fahren in die Outback-Logdge und grillen uns dort unser Abendessen. Das Beste gibt es dazu, ein kaltes Bier.

Sonntag, 21.12.2008
Die Nacht war sehr warm, um 7.00 Uhr ist schon es immer noch oder schon wieder 35 Grad. Nur nicht zu viel bewegen.

Nach dem Frühstück laufen wir mit dem Laptop zur Rezeption. Dort ist auch das Internetcafe. Hier funktioniert die Übertragung der Stammtischseite einwandfrei. Da können wir gleich noch den Stammtisch-Newsletter schreiben und verschicken. Wer weiß, wann wir wieder Internetzugang haben. In dem kleinen Raum wird es immer wärmer und wärmer, wie in der Sauna. Webseite ist aktualisiert, der Newsletter verschickt, wir laufen zurück zum Auto.

Inzwischen ist es 18.00 Uhr und hier ziehen dunkle Wolken auf. Es sieht nach Gewitter aus. Mal sehen, wie der Abend wird.