Mount Gambier / Sandy Point (Wilson Prom)

Samstag, 17.1.2009
Heute ist Rotary-Markt. Dort gibt es Obst, Gemüse, Pflanzen aber auch einen Flohmarkt. Da gehen wir hin. Laut Auskunft der Dame an der Campingplatzrezeption ist es nicht weit, nur sechs Blocks. Ein Block ist immer die Entfernung von einer Straße bis zur nächsten. Wir machen uns auf den Weg, es zieht sich, aber wir kommen an. Direkt gegenüber vom Markt sind die Showgrounds. Dort wollen wir heute Nachmittag hin, zum Bullenreiten.

Bummeln an den Ständen vorbei. Am Stand vom Rotary-Club sind alle zum Verkauf angebotenen Sachen gespendet. Der Verkaufserlös kommt der Gemeinde zu Gute. Wir nehmen uns eine neue Fußmatte für den Camper mit. Ein Stand hat richtig knuffige Teddybären. Einer hat ein Schild um den Hals: ich bin der ideale Ehemann, ich höre immer zu, ich widerspreche nicht, mich kann man immer knudeln, und so weiter. Den muss ich mitnehmen (Kind in der Frau)

Beim Verlassen des Marktes nehmen wir uns noch zwei Fische mit. Haben wir für Morgen schon was zu essen.

Mit einem Espresso to go gestärkt machen wir uns auf Heimweg. Eins wissen wir jetzt schon, zu den Showgrounds fahren wir mit dem Taxi.

Sollen wir Stühle mitnehmen oder gibt es dort Sitzgelegenheiten? Ich frage mal an der Rezeption nach. Der Mann weiß es auch nicht. Er meint aber, sicherheitshalber sollen wir die Stühle mitnehmen.

Gegen 16.30 Uhr rufen wir bei der Taxizentrale an und machen uns dann auf den Weg zur Straße. Wir sind kaum dort, da fährt auch schon das Taxi vor. Am Eingang der Showgrounds hält unsere Fahrerin an, wir können die Eintrittskarten kaufen, dann fährt sie über den Parkplatz bis zur Einlasskontrolle vor.

Da wir ziemlich früh sind, sind noch nicht alle guten Plätze belegt. Wir bekommen Plätze direkt gegenüber der Tore, wo die Bullenreiter in die Arena kommen. Gut, dass wir unsere Stühle mitgenommen haben.

Es ist heute nicht so warm, nur etwa 24 Grad. Und jetzt kommt auch noch ein kalter Wind dazu. Mit so einem Temperatursturz haben wir nicht gerechnet. Es wird richtig kalt. Ein Teil der Australier ist da gut gerüstet, mit dicker Winterjacke, Mütze, Schal. So gut sind wir nicht ausgestattet. Aber wir halten durch bis zum Ende. Da sind wir aber richtig durchgefroren. Mit dem Taxi fahren wir zurück und dann gibt es erstmal eine heiße Hühnersuppe, zum Aufwärmen. Dann nichts wie ins Bett unter die warme Decke.

Sonntag, 18.1.2009
Die Nacht war kalt. Das Thermometer im Auto zeigt nur 11 Grad und die kälteste Zeit
ist schon vorbei.

Die Sonne scheint, das Frühstück wird in der Sonne serviert. Das ist schon besser.
Die gewohnten Tätigkeiten: spülen, Truck reisefertig machen, Schlüssel abgeben, losfahren.

Heute sind die Blue Lake Markets. Denen statten wir noch einen Besuch ab. Für uns ist nichts Interessantes dabei, wir fahren weiter zum tanken. Beim bezahlen meint die Frau hinter der Kasse. You pay for no 5 the Diesel. Auf meinen überraschten Blick meint sie: Ist easy, you are in the truck. Klar sind an den Tankstellen immer Kameras installiert, aber so genau beobachtet und das auch gezeigt, das ist mir noch an keiner anderen Tankstelle passiert.

Es gibt noch Wege, die wir noch nicht gefahren sind! So einen suchen wir uns für die Weiterfahrt aus. Von Mount Gambier über Casterton, Coleraine nach Hamilton. Landschaftlich eine schöne Gegend, allerdings nicht typisch australisch. Erinnert sehr an das Voralpenland, hügelig, Rinder auf der Weide, Getreideanbau, Wald bzw. Holzwirtschaft.

Bereits mittags kommen wir in Hamilton an und gehen gleich bei Aldi einkaufen, inklusive Gummibärchen. In Victoria gehen die Uhren mal wieder anders, wir stellen unsere um eine halbe Stunde vor. Dann checken wir auf dem Lake Hamilton Caravanpark für 2 Nächte ein. Die Frau an der Rezeption ist supernett. Sie führt mich über den Platz und ich kann mir den Stellplatz aussuchen. Der Platz ist sehr gepflegt, die sanitären Anlagen in einem super Zustand und sehr sauber. Den Campingplatz kann man empfehlen.

Wo kommt eigentlich immer die viele Wäsche her? Ich habe doch bei Mark und Conny gewaschen, aber für eine Waschmaschinenfüllung reicht es schon wieder.

Zum Abendessen gibt es den gestern gekauften Fisch. Lecker.

Montag, 19.1.2009
Das gibt heute einen sehr ruhigen Tag. Ich bin erst um kurz vor 8.00 Uhr aufgewacht. Duschen, Kaffee kochen und trinken, dann so langsam das Frühstück vorbereiten. Bis das alles erledigt ist, ist es fast 10.00 Uhr.

Was machen wir heute? Keine Lust irgendetwas zu unternehmen. Jeder nimmt sich ein Buch und setzt sich in den Schatten. Bei den angekündigten 36 Grad müssen wir nicht in der Sonne rumlaufen.

Nachmittags einen Besuch im Pool. Später Abendessen, auch so kann man einen Tag verbringen.

Dienstag, 20.1.2009
Kurz vor 10.00 Uhr, also für uns zur gewohnten Zeit – starten wir. Fahren ein Stück zurück in die Richtung, aus der wir am Sonntag gekommen sind. Wollen uns die Niagreta Watterfalls ansehen. Mit dem Auto kommt man direkt an die Aussichtsplatzform. Von einem Wasserfall ist nichts mehr zu sehen, nur noch wenig Wasser läuft über die Kante. Rund um den Wasserfall gibt es einen sehr schön angelegten Park mit Grillplätzen, schön zum picknicken.

Von hier aus fahren wir über Mortlake weiter Richtung Geelong. Es ist unheimlich windig auf der Strecke, die durch landwirtschaftlich genutztes Gebiet führt. Viel Staub wird aufgewirbelt, es sieht aus, als fahre man durch Nebel.

Wir haben uns überlegt nicht direkt nach Melbourne zu fahren, sondern mit der Fähre auf die andere Seite überzusetzen und von Süden kommend nach Melbourne zu fahren. Wir fahren bis Queenscliff, der Anlegestelle der Fähre, vor und checken dort auf dem Campingplatz ein. 40 $ kostet der Stellplatz für eine Nacht, teuer. Als wir zum zugewiesenen Platz fahren sehen wir, dass die Plätze rund um einen Sportplatz angelegt sind. Alles nicht besonders schön. Diesen Campingplatz kann man nicht empfehlen! Wir überlegen, ob wir wieder auschecken und zurück zum Big4-Platz, an dem wir vorbei gekommen sind, zurück fahren sollen. Ein Blick in den Führer zeigt, dass dort für einen Stellplatz zwischen 45 und 65 $ verlangt werden. Da Hochsaison ist, gilt der höchste Satz. Das geben wir nicht für eine Nacht aus, wir bleiben.

Mittwoch, 21.1.2009
Ich habe keine Lust zu duschen, die sanitären Anlagen sind nicht so einladend. Frühstück gibt es im Auto, da ist es wärmer. Dann der übliche Ablauf, spülen, alles verstauen, Dach zuklappen, wir können losfahren. Kurz vor 10.00 Uhr sind wir an der Anlegestelle der Fähre von Queenscliff nach Sorrento auf der Mornington-Penninsula. Die Überfahrt für den Camper und 2 Personen kostet 84 $. Wir bezahlen und reihen uns in die Schlange der wartenden Autos ein und können nach ca. 5 Minuten auf die Fähre fahren. Unser Truck steht ganz vorne, können wir nachher als erster das Schiff verlassen. Das Schiff legt ab, dreht sich um 180 Grad und nimmt Fahrt auf. Die Überfahrt dauert ca. 40 Minuten, das heißt, kurz vor 11.00 Uhr sind wir auf der anderen Seite.

An der Küste entlang fahren wir Richtung Melbourne. In den kleinen Orten an der Küste entlang ist sehr viel Betrieb. Es ist die letzte Woche der Schulferien und am Montag ist Australia-Day, also ein langes Wochenende. Das wird ausgenutzt. Die Beachcampingplätze, die es entlang der Küste gibt, sind alle belegt. So wie es aussieht vor allem mit Langzeitcampern.

Die Mittagspause machen wir in Mornington. Gestärkt fahren wir weiter. Wo übernachten wir heute Nacht? Da an der Küste soviel Betrieb ist, biegen wir kurz vor Frankston ab und fahren ins Inland. Nach unseren bisherigen Erfahrungen gibt es von der Küste weg immer eine Stellmöglichkeit auf dem Campingplatz. Wir fahren den Campingplatz in Dandenong an. Sorry, alles belegt, aber In Frankston – da kommen wir gerade her – ist noch Platz. Telefonisch wird für uns ein Platz reserviert. Dazu bekomme ich eine Karte mit der schnellsten Fahrstrecke. Kommt scheinbar öfters vor, dass jemand nach Frankston geschickt wird. Dieter fährt das Auto wieder zurück auf den Parkplatz vor dem Gelände. Kurze Pause. Kaum stehen wir, kommt die Frau aus der Rezeption angelaufen. Ein Gast würde vorzeitig abreisen, ob wir den Platz haben wollen. Selbstverständlich wollen wir. Auf dem geräumten Platz richten wir uns häuslich ein.

Abends im Camper. Plötzlich ein lauter Schlag auf dem Dach. Was war das? Ein Blick nach draußen, da schaut ein Kopf über den Dachrand. Ein Possum. Wir haben doch noch einen Rest vom Hähnchen. Schnell ein Stück geholt und nach oben gehalten. Das Possum nimmt sich das Stück und knabbert daran herum Da erschein noch ein kleinerer Kopf, ein Junges. Auch das bekommt seinen Anteil. Dann verschwinden die zwei wieder. Noch einmal springen sie auf unserem Dach herum, den Rest der Nacht ist aber Ruhe.

Donnerstag, 22.1.2009
Wir haben lange geschlafen. Es ist bereits kurz nach halb acht, als wir aufwachen. Das ist heute ein komisches Wetter, bewölkt und schwül.
Der übliche Ablauf, der Camper wird fahrfertig gemacht. Dieter fährt den weiteren Weg Richtung Ausgang, er wird mich einsteigen lassen nachdem ich die Toilettenschlüssel abgegeben habe.

Ich stehe an der Ausfahrt, Dieter kommt angefahren. Da kommt ein Mann angelaufen und bedeutet Dieter, stehen zu bleiben. Ist was am Auto? Nichts am Auto, ein Stammtischler – die sind aber auch überall – der unser Auto erkannt hat. Familie Klamm ist für 5,5 Monate in Australien unterwegs. Wieder mal ein unglaublicher Zufall, dass wir uns hier und überhaupt getroffen haben. Der Camper wird auf den Parkplatz gefahren und schon sind wir ins Gespräch vertieft. Mit den gegenseitigen Wünschen für einen schönen Urlaub trennen sich unsere Wege.

Dieter hat gestern im Internet nach Händlern gesucht, die Autos ausschlachten und mit Gebrauchtteilen handeln. Beim Canter ist ein Luftleitblech abgebrochen, das soll bei Gelegenheit ersetzt werden. Zusätzlich möchten wir einige Ersatzteile beschaffen, z.B. einen Anlasser, die nicht neu sein müssen. In Seaford sind einige Firmen ausgewiesen, die fahren wir an. Leider hat keiner Ersatzteile für unser Fahrzeug, einen Versuch war es wert.

Heute Abend sind wir mit Familie Wünsch verabredet. Dort werden wir den Camper vor der Haustür abstellen und einige Tage bei den Wünschis bleiben. Die Familie ist vor kurzem ins neue Haus umgezogen und wohnt jetzt in Croyden. In der Nähe gibt es einen Campingplatz, den wollen wir uns mal ansehen.

Bis zur Verabredung ist noch Zeit. Beim letzten Besuch hatten Nadja und Andi einen Besuch des William Ricket Parks empfohlen. Leider habe ich keine Adresse und rufe Nadja an um mir von ihr alles geben zu lassen.

Kaum aufgelegt meint Dieter: Wäre es nicht sinnvoll zuerst die Fähre nach Tasmanien zu buchen? Natürlich ist das sinnvoll, das hatten wir auch vor, aber nicht mehr daran gedacht.

Dem Navi die neue Adresse eingegeben und schon sind wir unterwegs zum Hafen von Melbourne. Das hätten wir einfacher haben können. Über die Küstenstraße von Seaford bis zum Port von Melbourne.

In den Zeitungen wird die Überfahrt nach Tasmanien zu bestimmten Zeiten zum Preis von 99 AUD pro Person und Strecke angeboten. Mal sehen, ob wir da noch Tickets bekommen. Wichtig ist vor Allem, wie unser Auto eingestuft wird. Ob als Wohnmobil, als LKW oder als Fracht. Das macht im Preis einen erheblichen Unterschied. Ich hatte von Deutschland aus ein Angebot angefordert. Dabei mussten die Länge, Breite und Höhe des Wagens angegeben werden. Laut den auf der Webseite aufgeführten Maßen ist unser 5 cm zu breit.

An den von uns gewünschten Terminen sind noch Plätze frei. Wir buchen für den 7. Februar die Hinfahrt und für den 28. Februar die Rückfahrt. Die große Frage, wie wird unser Auto eingestuft? Den Mann am Schalter interessiert die Länge des Wohnmobils, sonst nichts. Der Gesamtpreis für Wohnmobil mit 2 Personen beträgt 548 AUD. Das ist weniger als der Preis für eine einfache Fahrt, der im von Deutschland aus angeforderten Angebot angegeben war. Eine Menge Geld gespart.

Jetzt können wir beruhigt Richtung Croyden fahren. Unterwegs machen wir noch halt am Shoppingcenter. Nick, dem Sohn von Wünschis, wollen wir eine Kleinigkeit mitbringen. Er wünscht sich etwas für den Australia-Day (T-Shirt, Fahne, etc). Es ist wie immer, wenn man was Bestimmtes sucht, dann findet man nichts. Unterwegs gab es viele Läden die auch ausgefallene Sachen, wie aufblasbare Hände, angeboten haben. Hier ist die Auswahl sehr begrenzt, aber wir finden etwas.

Pünktlich zur verabredeten Zeit, um 18.00 Uhr, fahren wir bei Nadja, Andi und Nick vor.

Nach der Begrüßung und anschließender Hausführung gibt es viel zu erzählen.

Freitag, 23.1.2009
Natja bringt Nick in die Child Care. Wir setzen uns in die Küche und Frühstücken. Als Natja zurück kommt setzt sie sich zu uns und frühstückt mit. So sitzen wir eine ganze Weile zusammen, es gibt ja viel zu erzählen.

Während wir beim Frühstück sitzen kommt der Handwerker, der Wünschis Dach repariert und gesäubert hat. Heute soll das Dach noch lackiert werden. Deshalb, keine Wäsche aufhängen und Fenster geschlossen halten.

Nachmittags kommen Inge und Dirk mit ihren 2 Kindern vorbei. Inge und Dirk sind zu einer Hochzeit eingeladen und die beiden Kinder bleiben zum spielen hier. Natja nimmt die Beiden mit um Nick von der Child Care abzuholen.

Zum Abendessen gibt es dann ein Sausage Sizzle, Würstchen mögen Kinder immer.
Am späten Abend bemerkt Andi, dass der Kühlschrank im Workshop ausgeschaltet und die Sachen im Gefrierfach aufgetaut sind. Der Handwerker hatte die Steckdose für seine Werkzeuge benutzt und den Stecker des Kühlschranks nicht wieder eingesteckt. Morgen muss das Fleisch verarbeitet werden.

Inge kommt, um ihre zwei wieder abzuholen. Klar, wird sich erst noch zu einem Schwätzchen zusammen gesetzt. Natja und Andi nennen die Familie immer die „Wessies“, weil sie im Westen von Melbourne wohnen

Samstag, 24.1.2009
Wünschis helfen heute beim Umzug und sind schon fast startfertig, als wir durch die Tür kommen. Wir warten bis die Familie aufgebrochen ist, dann frühstücken wir.

Heute Nachmittag kommt Anja – eine ehemalige Stammtischteilnehmerin – mit ihrer Familie zu Besuch. Dann haben wir hier eine kleine Stammtischrunde.

Bis dahin ist noch Zeit, da können wir noch eine Besichtigungstour starten. Das erste Ziel ist der SkyHih. Von diesem Punkt aus hat man einen Blick auf Melbourne. Nach einem Spaziergang durch den Garten, vorbei am Wishing Tree, fahren wir weiter zur William Ricket Sanctury. Hier sind zwischen Bäumen und Farnen die Werke des Künstlers William Ricket zu sehen.

Auf dem Heimweg fahren wir noch am Shopping Center vorbei. Fürs Abendessen und Frühstück werden noch einige Sachen benötigt.

Die Sachen sind im Kühlschrank verstaut, das Fleisch zum Abendessen ist vorbereitet. Die Kartoffeln für den Kartoffelsalat sind bereits gekocht und müssen nur noch verarbeitet werden. Die australischen Kartoffeln sind für Kartoffelbrei hervorragend, für Kartoffelsalat weniger geeignet. Sie zerfallen sehr schnell. Ich probiere es trotzdem.

Gegen 15.30 Uhr klingeln Anja, Steve und Taj (19 Monate). Da Wünschis noch nicht da sind, empfangen wir die Familie. Anja war 2005 zweimal beim Stammtisch und ist dann ausgewandert. Seitdem haben wir sie nicht mehr gesehen. Ihre Männer kennen wir gar nicht. Nach einer kleinen Pause gibt es eine Führung durch Haus und Garten, da die Familie das neue Haus von Wünschis noch nicht kennt. Bis zur Rückkehr der Hauseigentümer sitzen wir zusammen und unterhalten uns.

Die Wünschis kommen erst nach 19.00 Uhr vom Umzug zurück und haben bereits gegessen. Dann bleibt nur noch der Rest, der sich zum Abendessen zusammen setzt. Aber, Andi kann dem deutschen Kartoffelsalat nicht widerstehen und greift zu.

Es ist schon fast Mitternacht als wir uns in den Camper zurück ziehen

Sonntag, 25.1.2009
Es gibt ein gemeinsames, ausgedehntes Frühstück. In der Zeit kann schon die Waschmaschine laufen. Natja hat eine Trommelwaschmaschine. Da gibt es die Aussicht, dass die Wäsche sauber wird und nicht nur frisch gewaschen riecht.

Für den Nachmittag ist ein Ausflug zum Lillydale Lake geplant mit anschließenden BBQ. Natja bereitet schon mal alles vor. Mit zwei Autos machen wir uns auf den Weg. Der Lillidale Lake liegt in einem großen Parkgelände. Es gibt einen Kinderspielplatz, Tische, Bänke und einige kostenlose BBQs.

Wir sind für die Reservierung eines Tisches sowie fürs BBQ zuständig. So gegen 17.00 Uhr machen wir uns auf den Weg zu Andis Auto um Speisen und Getränke zu holen. Ein überdachter Tisch ist schnell gefunden. Etwas schwieriger ist die Suche nach dem BBQ. An der einen Stelle sind zwei vorhanden, aber nur eines funktioniert.

Beim nächsten reinigt Dieter eine Platte um dann festzustellen, dass diese nicht funktioniert. Die Platte auf der anderen Seite wurde von den Benutzern nicht gereinigt und es dauert eine Weile, bis sie so weit sauber ist, dass bedenkenlos Fleisch gegrillt werden kann. Andi kommt schon mal vorbei um zu sehen, wie weit das Fleisch gar ist. Dauert noch einen Moment.

Das Picknick ist beendet. Alle Schüsseln sind leer, das Fleisch ist alle. Zeit um wieder nach Hause zu fahren. Unterwegs gibt es noch einen Stopp am Shopping-Center, Steve kauft fürs Frühstück ein.

Die Kinder sind im Bett, wir sitzen noch lange zusammen im Garten.

Montag, 26.1.2009
Steve macht Frühstück. Die Familie will nach dem Frühstück abfahren. Steve will die Familie nach Hause bringen und weiter nach Sandy Point fahren. Dort gibt es noch ein Wochenendhaus und Steve will noch surfen gehen.

Wir verabschieden uns nach dem Frühstück und Andi bringt uns mit dem Auto nach Ringwood an die Bahn. Wir wollen uns im Port Melbourne die Tall Ships Parade (Segelschiffe) ansehen. Familie Wünsch kommt später nach und wir treffen uns dann in der Stadt. Den genauen Treffpunkt machen wir telefonisch aus.

Bis zur Abfahrt sind es noch 25 Minuten. Die Zugfahrt bis zur Flinders Station dauert ca. 1 Stunde. Von hier müssen wir weiter bis Port Melbourne. Die Straßen rund um Flinders Station sind wegen eines Umzuges gesperrt, die Bahnen sind umgeleitet. Wir müssen zur nächstgelegenen Haltestelle laufen. Natürlich ist die Bahn gerade abgefahren, also wieder warten. Jetzt kann es knapp werden. An der Spencer Street müssen wir umsteigen, wieder heißt es auf die Bahn warten. Als wir endlich im Hafen ankommen, verlässt das letzte Segelschiff die Bucht, zu spät. Bummeln wir halt an der Promenade entlang.

Was nun? Fahren wir zu den Docklands und sehen, was dort los ist. Bummeln über die Docklands, essen eine Kleinigkeit, hören der Musik zu. Die Musik ist nicht so ganz unser Geschmack und wir laufen wieder ein Stück zurück, bis zum Eisstand. Ein Eis zum Nachtisch, lecker. Mit dem Eis setzen wir uns auf eine Bank und beobachten die vorbeilaufenden Leute. Sehr interessant. Wir sitzen schon eine Weile, wen sehen wir da. Familie Wünsch. Melbourne ist doch klein. Man muss sich nicht verabreden um sich zu treffen.

Zusammen laufen wir zurück zum Platz, wo die Musik spielt. Wünschis haben sich mit weiteren Bekannten verabredet, die hier her kommen. Die Ersten die kommen sind die Wessis, die Besuch aus Deutschland haben und den ebenfalls mitbringen.

Als Nächstes kommt die Familie, denen Natja und Andi beim Umzug geholfen haben. Die haben noch die Schwiegermutter mit. Jetzt sind wir aber eine große deutsche Gruppe.

Die ganze Gruppe macht sich auf Richtung Southern Star, dem neuen Riesenrad. Rund um das Riesenrad gibt es ein buntes Unterhaltungsprogramm. Eine Weile hören alle dort zu, dann geht’s wieder dahin zurück, wo wir hergekommen sind.

Hören der Musik zu, die den meisten nicht gefällt. Deshalb kommt der Vorschlag doch schon mal zum Federation Square zu fahren. Die ganze Truppe macht sich auf den Weg. An der Flinders Station verabschiedet sich Dirk. Er muss bereits um 3 Uhr anfangen zu arbeiten und will ins Bett. Die Anderen ziehen weiter.

In der Zeitung stand, dass vom Federation Square und am Yarra River vom Birrarung Marr aus das Feuerwerk am besten zu sehen ist. Am Yarra finden wir einen schönen Platz und warten auf die Dinge die kommen. Kurz vor 21.30 Uhr fängt das Feuerwerk an und wir haben einen wirklich guten Platz.

Nach Ende des Feuerwerkes gibt’s die große Verabschiedung, Jeder von Jedem. Natja, Andi, Nick und wir müssen jetzt noch eine Stunde mit der Bahn bis Ringwood fahren. An der Flinders Station angekommen setzt sich das fort, was wir an diesem Tag schon mehrmals hatten, auf die nächste Bahn warten. Bis wir wieder zu Hause sind ist es fast Mitternacht.

Dienstag, 27.1.2009
Die letzten Tage waren wir im Freizeitstress. Deshalb hat es auch gedauert, bis es wieder was Neues zu lesen gibt.

Wir sind früh wach und bereits um 7.00 Uhr bei Wünschis in der Küche. Alles still, noch keiner auf. Wir kochen schon mal eine Runde Kaffee. Als erstes steckt Andi den Kopf zur Tür herein. Kein Wunder, der muss schließlich arbeiten gehen. Natja ist die Nächste, Nick lässt noch auf sich warten. Den hat der gestrige Tag ganz schön geschlaucht. Während das Frühstück vorbereitet wird, taucht Nick auf. Gemeinsam wird gefrühstückt.

Danach fangen wir an und packen unsere Sachen zusammen. Wir wollen die Wünschis wieder alleine lassen. Es ist bereits 11.00 Uhr als wir loskommen. Unsere Stühle gehen so langsam kaputt. Mal sehen, ob wir welche finden. Nach einem Stopp an einem großen Outdoorladen, der niht die von uns gesuchten Stühle hat, fahren wir weiter ins Eastland Shopping Center. Wir brauchen noch einige frische Lebensmittel. Bis alles eingekauft ist, ist es fast 17.00 Uhr. Gut, dass wir nur das kurze Stück bis nach Wangirna fahren wollen. Werden dort zwei Nächte bleiben. Unser Camper muss wieder richtig eingeräumt und alles an seinem Platz verstaut werden.

Der Wetterbericht bestätigt sich, es sind 40 Grad vorhergesagt. Viel Schatten haben wir nicht auf dem uns zugewiesenen Platz. Wo lässt es sich bei der Hitze am besten aushalten, natürlich im Pool. Das Wasser ist im Verhältnis zur Luft sehr kühl. So abgekühlt, können wir Abendessen.

Nach dem Abendessen machen wir noch einen Spaziergang über den Platz. Nicht weit von uns entfernt sitzen vier Leute vor ihrem Wohnwagen. Schon werden wir angesprochen und haben die Einladung uns dazu zu setzen. Wir versprechen auf dem Rückweg vorbei zu kommen.

Wir kürzen unseren Rundgang ab, gehen zurück zum Camper. Mit Getränken und Stühlen gehen wir zu den Nachbarn. Es ist eine internationale Runde: Engländer, Iren, Deutsche und ein Australier.

Mittwoch, 28.1.2009
Ich habe heute Nacht fast nicht geschlafen, es war unerträglich heiß. Es ist 7.00 Uhr und im Camper sind es bereits oder noch 36 Grad. Nur keine großen Aktivitäten, schon ohne etwas zu tun ist man nass geschwitzt. Im Schatten wird gefrühstückt und dann ziehen wir immer dem Schatten hinterher. Laut Wetterbericht soll es 44 Grad werden. Da lässt es sich nur im Pool aushalten.

Donnerstag, 29.1.2009
Heute Nacht ist es bis auf 25 Grad abgekühlt, da konnte man wenigstens schlafen. Laut Wetterbericht soll es die nächsten Tage wieder über 40 Grad werden, wir fliehen vor der Hitze und fahren weiter nach Süden. Anja und Steve haben uns nach Sandy Point eingeladen. Da werden wir auf dem Weg zum Wilsons NP vorbei fahren und übers Wochenende bleiben.

Wir fahren bis Wonthaggi und kaufen im Aldi ein. Anja hatte uns erzählt, dass dies die letzte Möglichkeit vorm Wilson NP zum günstigen Einkauf ist.

Von dort fahren wir weiter bis Inverloch und checken auf dem Big4 Caravan Park ein. Wir haben Glück und bekommen einen schattigen Platz. Viel Wert bei der Hitze, wieder über 40 Grad.

Freitag, 30.1.2009
Heute Morgen ist es noch erträglich, soll aber wieder über 40 Grad werden. Die Hitze soll auch noch nächste Woche anhalten.

Pünktlich um 10.00 Uhr verlassen wir den Campingplatz. Nach einem Stopp in der Stadt machen wir uns auf Richtung Sandy Point.

Unterwegs sehen wir viel Rauch und es riecht verbrannt. Ein Feuer ist nicht zu sehen. Bei dem vielen Rauch, das muss ein großes Feuer sein.

Gegen Mittag kommen wir in Sandy Point an. Anja ist mit Taj bereits gestern angekommen. Sie ist vor der Hitze ebenfalls an die normalerweise kühlere Küste geflüchtet. Hier bei Anja hören wir dann von den großen Buschbränden. Viele der Straßen sind inzwischen gesperrt. Ob Steve heute Abend nach Sandy Point kommen kann, ist noch ungewiss. Viele Straßen sind inzwischen gesperrt.

Anja macht sich Sorgen um Freunde, die in den betroffenen Gebieten wohnen.
Steve meldet sich telefonisch. Er wird über Nacht bei einem Freund bleiben. Dessen Anwesen ist nur 5 Kilometer vom Feuer entfernt. Hoffentlich passiert dort nichts.

Abends machen wir noch einen Spaziergang zum Strand.

Laut der Nachrichten im Fernsehen sind die letzten Tage die heißesten seit der Wetteraufzeichnung. In Melbourne sind es mittags 45 Grad.

Samstag, 31. Januar 2009
Für Melbourne ist wieder ein heißer Tag angesagt und im Fernsehen wird über die immer noch anhaltenden Brände berichtet. Es wird der Verdacht geäußert, das Brandstifter am Werk waren. Im Radio gibt es ständig Updates, welche Straßen gesperrt und welche noch frei sind. Anja verfolgt diese Nachrichten sehr aufmerksam, da Freunde und Bekannte in dem betroffenen Gebiet wohnen. Steve ist die Nacht bei einem Freund geblieben. So wie es aussieht, ist dessen Haus nicht betroffen. Steve wird aber, um nach Sandy Point zu kommen, einen großen Umweg fahren müssen

Gegen 15.00 Uhr kommt Steve mit guten Nachrichten an. Der Wind hat sich gedreht und das Haus seines Freundes ist sicher. Nicht so gut sieht es bei Bekannten aus. Das Haus hat nichts abbekommen, aber alles was auf dem Land Drumherum war, ist abgebrannt.

Um 16.00 Uhr kommt eine Nachbarin, Ingrid, mit selbstgebackenem Kuchen vorbei. Ingrid ist Anfang der Achtziger Jahre nach Australien gekommen.

Der Tag wird mit einem Spaziergang zum Strand abgeschlossen. Besonders Taj genießt das Spielen im Sand und das Plantschen im Wasser.

Sonntag, 1.2.2009
Hier in Sandy Point hat sich das Wetter komplett verändert. Es ist stark bewölkt, die Wolken hängen sehr tief und es weht ein starker Wind. Keiner hat Lust bei dem Wetter vor die Tür zu gehen.

Heute ist das Endspiel im Herrentennis. Alle sitzen vor dem Fernseher. Plötzlich, im dritten Satz – Stromausfall. Kurz darauf Strom wieder da, wieder weg. Wir sitzen bei Kerzenschein und warten. Die Unterbrechung scheint länger zu dauern, wir gehen ins Bett.