Beverley / Geralton

Dienstag, 31.3.2009
Inge und Micha sind immer früh auf. Als wir in der Küche auftauchen sind die Beiden schon längst fertig mit frühstücken. Einen Kaffee trinken sie aber noch mit.

Wir sitzen eine ganze Weile zusammen und erzählen. Dabei läuft die Waschmaschine.

Irgendwie geht der Tag vorbei ohne dass wir großartig was gemacht haben

Mittwoch, 1.4.2009
Wir haben in Beverley etwas zu erledigen und machen uns nach dem Frühstück auf den Weg. Von der Farm bis nach Beverley sind es 18 Kilometer.

Wir sind schnell fertig, nehmen die Tageszeitung mit und gehen am Supermarkt vorbei. Ich soll für Inge noch etwas mitbringen. Kaum betrete ich den Laden, wen sehe ich da: Inge und Micha ist auch nicht weit. Die Beiden sind auch nach Beverley gefahren, damit ist mein Auftrag hinfällig.

Auf dem Weg Richtung Farm legen wir noch einen Stopp beim Schlosser ein. Dort haben wir ja 2005 die Außenkästen an unserem Auto sowie die Halterung für das Reserverad machen lassen. An den Außenkästen sind die Löcher für die Vorhängeschlösser fast durchgescheuert, da muss etwas gemacht werden. Wir wollen einen Termin vereinbaren. Die Frau vom Schlosser ist da, er leider nicht. Mit der Frau unterhalten wir uns lange. Sie führt uns in die Shed und zeigt uns das neuste Projekt ihres Mannes. Er baut einen älteren Fifth-Weeler-Wohnwagen um. Das gibt Wohnwagen, Werkstatt und Transportmöglichkeit für 3 kleine Rennautos, alles in einem Gefährt. Die nächste Zeit werden sie viel zu verschiedenen Rennen unterwegs sein. Deshalb können wir jetzt nichts Genaues ausmachen. Rolley wird sich wegen der Terminvereinbarung melden.

Inge und Micha sind bereits vor uns auf der Farm eingetroffen. Zeit um Kaffee zu trinken.

Im Posteingang ist die Mitteilung, dass die bestellten Ersatzteile eingetroffen sind. Prima, da werden wir morgen nach Perth fahren und sie abholen. Dieter überprüft, was alles zur Reparatur und für die „Verschönerungsarbeiten“ benötigt wird. Das können wir ja gleich mitbringen.

Donnerstag, 2.4.2009
Kurz nach halb neun sind wir bereits auf dem Weg nach Perth. Zuerst holen wir das bestellte Ersatzteil ab, hat alles prima funktioniert.

Und jetzt? Erst zu Bunnings oder erst die anderen Sachen einkaufen? Wir entscheiden uns für die zweite Möglichkeit und fahren zum Carousel-Shopping-Center.

Dieter braucht eine neue Brille. Seine aktuelle Brille ist so zerkratzt, dass er seine noch ältere Ersatzbrille benutzt. In diesem Shopping-Center gibt es 6 Optiker. In allen Geschäften sucht Dieter sich ein Gestell aus. Mit diesem Gestell lässt er sich einen Kostenvoranschlag erstellen. Fast jedes Geschäft hat eine Sonderaktion. Bei einem gibt es 25 % Rabatt auf alles, beim nächsten gibt es eine weite Brille kostenlos dazu. Ist natürlich an bestimmte Bedingungen geknüpft. Wen man keine zweite Brille braucht, gibt es 20 % Rabatt auf die erste Brille. Etwas kompliziert. Das nimmt ganz schön viel Zeit in Anspruch. Zwischendurch essen wir im Food-Court eine Kleinigkeit zu Mittag. Dann gehen wir zum ersten Geschäft zurück. Am Anfang hat Dieter nur nach einem Gestell gesucht und keine Preise abgefragt, das wollen wir hier nachholen. Das Gestell ist schnell ausgesucht, der Preis stimmt auch. Wir haben die Werte von Dieters aktueller Brille dabei, die ist allerdings schon 4 Jahre alt. Vor einem ¾ Jahr wurden die Augen überprüft, die Werte hatten sich nur geringfügig verändert. Aber wenn jetzt eine neue Brille, dann auch mit den neuen Werten. Um 16.40 Uhr ist noch ein Termin zur Augenuntersuchung frei, der wird gleich genommen.

Bis dahin ist noch Zeit und wir fahren ein Stück weiter, um Einkäufe aus unserer Liste zu machen.

Pünktlich sind wir wieder zurück. Nach der Untersuchung liegen die neuen Werte vor, jetzt kann die Brille beauftragt werden. Bis zur Fertigstellung dauert es ca. 2 Wochen.

Es ist schon ganz schön spät. Gut, dass Bunnings so lange auf hat. Bei Bunnings erledigen wir die letzten Einkäufe, leider haben wir nicht alles bekommen, was auf unserer Liste steht. Müssen wir nächste Woche noch mal los.

Eigentlich wollten wir heute Abend grillen. Bis wir in Beverley sind, ist es dafür schon ein wenig spät. Ich rufe bei Inge an und sage Bescheid, dass wir auf dem Weg sind.

Es ist schon dunkel als wir losfahren. Bis zur Farm sind es ca. 120 Kilometer. Eigentlich fahren wir nicht gerne im Dunkeln, aber das lässt sich nicht ändern.

Wir sind auf dem Brookton Highway, auf dem am Anfang noch eine Menge Verkehr ist. Da taucht plötzlich ein großer Hund auf und läuft mitten auf unserer Fahrspur auf unser Auto zu. Keine Möglichkeit zu bremsen oder auszuweichen. Dicht hinter uns fährt einer und auf der Gegenfahrbahn kommt einer entgegen. Der arme Hund hat keine Chance. Ein kurzes jaulen, ein lauter Schlag, dann ist es vorbei. Scheiße.

Hoffentlich passiert nicht noch mehr. Der Verkehr nimmt ab, nur noch ab und zu kommt ein Auto entgegen oder überholt. Da kein Streulicht vorhanden ist, ist es sehr dunkel. Manchmal leuchten im Dunkeln Augen auf, ein Tier am Straßenrand. Einige Kilometer weiter sitzt ein Känguru am Straßenrand, es hüpft nicht über die Straße, sehr beruhigend.

Kurz nach 20.00 Uhr kommen wir ohne weiteren Zwischenfall auf der Farm an. Jetzt erstmal was essen und ein Bier

Freitag, 3.4.2009
Gemütlich beginnen wir den Tag. Lange schlafen, gemütlich frühstücken, mit Inge und Micha unterhalten. Bei den Farmrechnern gibt es Probleme mit dem Internetzgang. Dieter sieht sich die Sache mal an, findet aber keine Lösung des Problems. Das Ganze wird erstmal vertagt.

Die Zeit vergeht schnell, es ist schon wieder Zeit für eine Unterbrechung – Mittagessen.

Nach dem Mittagessen ist der Camper dran. Dieter außen, ich innen. Aufräumen, sortieren, sauber machen, das dauert. Am Ende des Tages ist nicht viel von der Arbeit des Tages zu sehen.

Samstag, 4.4.2009
Dieter fängt direkt nach dem Frühstück mit der Arbeit am Truck an. Die Motorhaube wird vorgeklappt, damit die Rückwand besser sauber gemacht und neu gestrichen werden kann.

Micha arbeitet in der Shed, Inge im Garten, wir am Camper. So arbeitet jeder vor sich hin, bis es dunkel ist.

Vor dem Küchenfenster ist ein großes Spinnennetz. Inge ist bei der Gartenarbeit dem Netz zu nahe gekommen und hat einen Teil zerstört. Jetzt ist die Spinne dabei, das Netz zu reparieren. Das kann man von der Küche aus sehr gut beobachten.

Sonntag, 5.4.2009
Es ist Sonntag, da schlafen wir etwas länger. Kurz vor 9.00 Uhr gehen wir frühstücken.

Inges Tochter ruft an. Die Waschmaschine ist kaputt. Kann ich mit meiner Wäsche kommen? Kurze Zeit später steht sie mit dem Wäschekorb unterm Arm vor der Tür. In der Waschmaschine ist ein Kabel durchgeschmort und die ganze Wäsche riecht nach verschmortem Gummi. Während die Wäsche in der Maschine ist, ist Zeit für ein Schwätzchen.

Dieter versucht immer noch eine Lösung des Internetproblems zu finden. Es könnte ein Hardwareproblem sein. Heute ist bei der Firma keiner zu erreichen, deshalb wird nicht mehr weiter nach dem Fehler gesucht.

Am Camper gibt es noch genug zu tun. Bis es dunkel wird, können wir noch einiges erledigen.

Montag, 6.4.2009
Inge und Micha fahren nach Beverley um Müll wegzubringen und einzukaufen.
Dieter versucht, das Internetproblem der Farmrechner zu lösen. Am Ende des Tages hat er das Problem erfolgreich gelöst, es funktioniert wieder!

Im Camper ist das Meiste wieder gesäubert und an seinem Platz verstaut. Als ich
Richtung Haus laufe, sehe ich, wie ein Auto wegfährt. Besuch? Inge und Micha sind doch noch in Beverley. Als ich in die Küche komme, sind die Beiden doch schon da. Wo ist das Auto? Das Auto ist kaputt und steht in Beverley, eine Nachbarin hat sie jetzt nach Hause gebracht.

Zum Kaffee gibt es was typisch Australisches – Pavlowa. Wir werden hier richtig verwöhnt.

Heute wird es mal nicht so spät, bis wir ins Bett gehen. Inge und Micha fahren morgen ganz früh (um 6.00 Uhr) nach Perth, das zweite Auto muss dort in die Werkstatt. Wir wollen ebenfalls zum einkaufen nach Perth, wir werden allerdings später losfahren.

Dienstag, 7.4.2009
Inge und Micha sind bereits nach Perth unterwegs. Bevor wir in Richtung Perth losfahren frühstücken wir und stellen eine Einkaufsliste zusammen. Es wird eine recht lange Liste mit vielen Kleinigkeiten, die noch fehlen. Von Farbe, Gummipflege, Pinsel, Dichtung für die Tür zum Wohnraum, Fußbodenbelag bis zum Geburtstagskuchen, alles ist aufgeschrieben. Mal sehen, ob wir alles bekommen.

Den Einkauf starten wir in einem Autozubehörladen. Danach kann schon ein beträchtlicher Teil der auf der Liste aufgeführten Gegenstände durchgestrichen werden – fündig geworden. In einem Geschäft/Werkstatt für Caravanersatzteile und Reparaturen gibt es die benötigte Dichtung. Zwei Stahlhaken für die Dachbefestigung gibt es gratis dazu.

Jetzt gehen wir auf die Suche nach einem neuen Bodenbelag für den Wohnraum. Benötigt wird ein Stück in der Größe 1,50 m x 1,70 m. Im zweiten Geschäft wird eine Adresse genannt, dort soll es auch Reststücke geben. Good luck, bekommen wir mit auf den Weg. Dort angekommen werden wir ins Lager geführt. Es sind nicht viele Reststücke vorhanden. Ein Belag gefällt mir besonders gut, leider ist das vorhandene Stück zu klein. Es findet sich aber noch was Passendes, das Stück reicht um den Camper zweimal auszulegen. Für 20 $ ein guter Kauf.

Nächster Halt ist am Westfield Einkaufszentrum. Inzwischen ist es bereits 16.00 Uhr, die Zeit vergeht. Erstmal einen Kaffee und eine Kleinigkeit essen. Einkaufen macht hungrig und durstig.

Als letztes kommen die Lebensmittel dran. Die Sachen werden im Kühlschrank verstaut, wir können wieder nach Beverley fahren.

Gegen 19.00 Uhr kommen wir an, Inge und Micha sind auch erst eingetroffen. Gemütlich lassen wir den Tag ausklingen.

Mittwoch, 8.4.2009
Um 8.30 Uhr haben wir einen Termin in der Werkstatt in Beverley. Viele Leute haben gefragt, worum unser Auto nicht als Wohnmobil angemeldet ist. Das sei doch billiger. Heute wollen wir den Versuch wagen und die entsprechende Untersuchung des Autos durchführen lassen.

Bereits von Südaustralien aus hatte ich die Zulassungsstelle in Perth angeschrieben und auch prompt Antwort erhalten. Allerdings konnte mir keiner Sachen, welche genauen Voraussetzungen das Auto erfüllen muss. Das Auto müsse zur Überprüfung vorgefahren werden und anhand einer Liste würde überprüft, ob die Einstufung als Wohnmobil erfolgen kann.

bussy, viele Leute kommen zum tanken. Ist schließlich die einzige Tankstelle am Ort. Zwischendrin füllt Richard schon mal das vorgeschriebene Formular aus, setzt die entsprechenden Daten ein. So gegen 10.00 Uhr wird das Ganze nach Perth gefaxt, mal sehen, wie die Antwort lautet.

Kurze Zeit später ist die Antwort da, das Auto erfüllt nicht die Vorraussetzungen um als Wohnmobil eingestuft zu werden. Begründung: Der Wagen hat 3 Sitze, also müssen 3 Betten vorhanden sein – 3 Betten vorhanden, diese Vorraussetzung stimmt.

Jetzt kommt das große aber: Als Gewicht für die imaginären 3 Personen wird 344 kg angenommen. Bei der Zulassung 2005 wurde der Truck gewogen und in den Papieren wurden drei verschiedene Gewichte eingetragen. Leergewicht 4.240 kg, zulässiges Gesamtgewicht 5.500 kg und eine dritte Gewichtsangabe von 4.495 kg. Die Differenz zwischen dieser dritten Gewichtsangabe und dem Leergewicht sind 244 kg und damit haben wir 100 kg zu wenig Zuladung für die 3 imaginären Personen.

Richard meint, wir sollen in Beverley mit dem Auto, wie es jetzt ist, über die Waage fahren und sehen, was der Wagen momentan wiegt. Dann sollen wir versuchen das Leergewicht des Trucks um 100 Kilo zu senken. Das heißt, alles ausladen, innen wie außen, Reserverad abbauen, Tank so weit wie möglich leer fahren. Eine Menge Arbeit. Ob sich der ganze Aufwand lohnt? Wir blasen die ganze Sache ab. Da es kein Ergebnis gibt, müssen wir für die Autountersuchung auch nichts bezahlen. Das ist doch sehr nett.

Wir fahren zurück auf die Farm. Jetzt ist die richtige Zeit gekommen um auf Dieters „runden“ Geburtstag anzustoßen.

Micha hat sich gestern aus Perth einen neuen Router mitgebracht. Den richtet Dieter ein und hängt die vorhandene Sicherheitskamera mit ins Netz. Micha kann jetzt übers Internet sehen, was sich auf seiner Farm tut.

Mit Kaffee und Kuchen, sowie später einem guten Abendessen klingt der Tag aus.

Donnerstag, 9.4.2009
Die Kamera funktioniert prima. Wenn jetzt noch eine Meldung kommt, dass die Kamera etwas aufgezeichnet hat, dann ist es perfekt. Dieter sitzt einige Zeit am Computer um die entsprechenden Einstellungen vorzunehmen. Die Benachrichtigung per Email funktioniert, allerdings wird auch eine Meldung verschickt, wenn der Wind die Kamera bewegt hat. Da muss noch die richtige Empfindlichkeit ermittelt und eingestellt werden.

Bis der Flieger Richtung Deutschland startet, sind es noch 6 Wochen. Die Zeit wollen wir nutzten und für ca. 3 Wochen Richtung Kalbarri fahren.

Bevor wir starten, soll der neue Bodenbelag verlegt werden. Dazu muss allerdings erst der Kleiderschrank ausgeräumt und ausgebaut werden. Der alte Boden ist schnell entfernt, der neue kann verlegt werden. Der Schrank wird wieder aufgestellt und gut befestigt. Bei solchen Gelegenheiten fallen mir immer noch einige Sachen ein, die auch gleich mit erledigt werden können. So zieht sich die Angelegenheit hin und es wird schon dunkel, bis die letzten Sachen wieder an ihrem Platz verstaut sind.

Karfreitag, 10.4.2009
Heute gibt es im Hause Giebeler einen fliegenden Wechsel. Wir starten auf unseren Kurztrip und über die Osterfeiertage kommen die Enkelkinder mit ihren Eltern. Da die Eltern nach den Feiertagen wieder arbeiten müssen, bleiben die Enkel während der Ferien auf der Farm.

Gegen 11.00 Uhr verlassen wir die Farm. Auf dem Weg zum Highway kommt uns bereits das Auto von Nina und Mike entgegen. Wirklich ein fliegender Wechsel.

So oft wir schon in Perth waren, auf dem Mount Dale waren wir noch nicht. Am Hinweisschild biegen wir ab und fahren über eine schlechte dirt Road bis zum Aussichtspunkt. Von der Aussicht sind wir enttäuscht, außer vielen Bäumen ist nichts zu sehen.

Wie fahren wir von hier aus weiter? Es gibt noch Straßen, die wir noch nicht gefahren sind. Auf dem Weg nach Norden nehmen wir deshalb die Straße nach Toodyay. Hier beginnt bereits der „Weizengürtel“ Westaustraliens. Der Weg führt vorbei an großen, bereits abgeernteten, Weizenfeldern und riesigen Getreidespeichern. Auf abgeernteten Feldern weiden Schafe und die ersten Lämmer laufen hinter ihren Müttern her.

Unser Tag endet in Goomalling. Auf dem Caravanpark ist viel Betrieb, Treffen eines Clubs.
Eine besondere Überraschung gibt es beim bezahlen. Als CMCA-Mitglied zahlen wir nur 50 % vom Normalpreis = 10 $.

Samstag, 11.4.2009
Und weiter geht die Fahrt über Straßen, die wir noch nicht gefahren sind. Von Goomalling über Dowerin und Wyakatchem. Da an Ostern nicht alle Tankstellen geöffnet haben nutzen wir die Gelegenheit in Wyakatchem und füllen den Tank auf. Die Fahrt geht vorbei an endlosen Feldern, weidenden Schafen und manchmal ein paar Kühen und führt über Trayning, Bencubbin bis Beacon. Dort machen wir Pause.

Seit Wyakatchem sind wir keinem Auto begegnet. Eine Strecke, auf der nicht viel Verkehr ist, obwohl alle Straßen geteert sind.

Gestärkt geht’s weiter. In Beacon biegen wir Richtung Kalannie und Dalwallinu ab. Wie bisher gibt es endlose Felder, ausgetrocknete Salzseen, Schafe und manchmal ein paar Kühe.

Plötzlich ein lauter Knall, etwas schlägt an die Unterseite des Autos. Dieter bringt den Truck an der Seite zum stehen. Was hatten wir schon lange nicht mehr? Eine Reifenpanne! Auf der Fahrerseite ist der innere Reifen auf der Hinterachse völlig zerfetzt. Die Lauffläche hat sich fast vollständig abgelöst.

Der zu Anfang der Reise gekaufte Radmutternschlüssel wird zum ersten Mal eingesetzt. Die Schrauben des äußeren Reifens lassen sich mit Hilfe der langen Stange und der entsprechenden Hebelwirkung recht gut lösen. Probleme gibt es bei zwei Schrauben des inneren Reifens. Die bewegen sich keinen Millimeter. Dieter liegt unterm Auto und zieht, ich trete gegen die Stange, nichts tut sich. Alle Hebel (wortwörtlich) werden in Bewegung gesetzt, nichts.

In der Ferne sehen wir, dass ein Auto kommt. Mit Handzeichen machen wir darauf aufmerksam, dass wir Hilfe benötigen. Der Wagen hält an, die Situation ist schnell erklärt, der Fahrer steigt aus. Steve ist mit seiner Familie unterwegs nach Northampton um ein Reitpferd für die Töchter abzuholen. Das Ganze wollen sie mit ein paar Urlaubstagen in Horrocks verbinden.

Schon sitzen und liegen die beiden Männer gemeinsam unterm Auto. Gemeinsam schaffen sie es, die zwei Schrauben zu lösen. Halt ein Farmer – meint die Frau. Während die Männer den Reifen abmontieren, unterhalte ich mich mit der Frau und den Mädchen. Den Mädchen gefallen der ungeplante Aufenthalt und besonders der in der besten Hose unterm Auto liegende Papa.

Die Farmerfamilie kommt aus Westonia und will heute noch bis Geraldton. Sie haben eine falsche Abzweigung genommen, nur deshalb seien sie auf dieser Straße. Glück für uns.

Die Schrauben sind entfernt, der Reifen kann von der Achse. Den Rest können wir alleine machen. Nicht mit Steve. Er hilft so lange, bis wieder zwei Reifen auf der Hinterachse sind. Dann verabschiedet sich die Familie und fährt weiter zur Familienfeier.

Das Werkzeug wird wieder eingepackt, auch wir fahren weiter. Unsere Fahrt beenden wir in Dalwallinu

Oster-Sonntag, 12.4.2009
Es ist angenehm warm, gefrühstückt wird draußen.

Nach dem Frühstück macht Dieter sich an die Arbeit. Auf der Achse sind nach der Aktion von gestern Reifen von zwei verschiedenen Herstellern. Um wieder Einheitlichkeit herzustellen, wird ein Reifen abmontiert und der zweite Reservereifen montiert. Jetzt stimmt es wieder. Ein Rücklicht funktioniert nicht, das kann er gleich mit überprüfen.

Während Dieter draußen arbeitet, räume ich innen auf. Einige Sachen, die nicht so oft benötigt werden, kann ich ja wieder in den hinteren Fächern verstauen. Um die Sache einfacher zu machen, wird die Matratze vom Bett entfernt, dann kommt man gut an die Fächer. Ist halt ein ziemlich großer Aufwand.

Das Chaos ist beseitigt, alles ist verstaut. Das Bett wieder zurück gebaut. Bin mal gespannt, wann die berühmte Frage kommt: Wir haben doch…….

Da höre ich Dieter rufen: Wir haben doch noch eine Rückleuchte. Weißt du, wo die ist? Natürlich, unter der Matratze, hinten links, im unteren Container. Wo auch sonst.
Dass die Frage so schnell kommt, damit habe ich nicht gerechnet. Klar kommt man an alles dran, ist allerdings etwas umständlich. Dazu muss man die Matratze hochheben, den Deckel des Faches anheben und zur Seite schieben. Dann den entsprechenden Behälter öffnen, das Gewünschte rausholen und alles wieder verschließen.

Irgendwann sind alle Arbeiten fertig, es ist Zeit zum Kaffee trinken. Wir sitzen gemütlich vorm Auto, da wird es plötzlich voll auf dem Campingplatz. Der 2-CV-Club aus Perth macht hier einen Zwischenstopp, bevor die Ausflugsfahrt morgen in Perth endet.

Montag, 13.4.2009
Der Himmel ist bedeckt, aber es ist angenehm warm. Prima, da können wir wieder draußen frühstücken. Bis wir mit Frühstück anfangen, ist der Platz fast leer. Dabei ist es erst kurz nach acht. Bis die üblichen Arbeiten, spülen, wegräumen, Camper fahrfertig machen erledigt sind und wir uns auf den Weg machen, ist es 10.00 Uhr.

Da Feiertag ist, sind die Geschäfte und meisten Tankstellen geschlossenen. Die Tankstelle in Dalwallinu ist geöffnet und wir füllen den Tank auf.

Auf fast leeren Straßen, es sind kaum Autos unterwegs, fahren wir über Wubin, Perenjori, Morawa, Mingenew bis Geraldton. Dort fahren wir den Belair Caravanpark an und buchen für 2 Nächte. Auf dem Platz sind große Umbauarbeiten und Neugestaltungen im Gange. Wir bekommen einen Platz im bereits modernisierten Tei

Dienstag, 14.4.2009
Heute sind die Geschäfte wieder geöffnet. Der Kühlschrank ist fast leer, wir brauchen Nachschub. Als Erstes machen wir uns auf die Suche nach einem Reifenhändler. Wir wollen versuchen, zwei neue Reifen des Typs zu bekommen, die auf dem Truck montiert sind.

Wir fahren in die Stadt. Der erste Händler hat keine so großen Reifen, schickt uns aber weiter zum Nächsten. Bei Tyrepower waren wir bereits 2005, damals auf der Suche nach Ersatzfelge und Ersatzreifen. Dieser Händler führt die Marke, hat aber keinen in der passenden Größe da. Er will seinen Großhändler anrufen, das dauert aber einen Moment, da er erst seine im Laden stehenden Kunden bedienen muss. Dieter, der mit ihm verhandelt, kommt zurück und meint, er solle sich 10 Minuten mit der jungen Lady (mir!!!!) unterhalten bis die Schlange abgearbeitet ist. Das dauert länger als 10 Minuten, macht aber nichts, wir haben ja Zeit. Dieter geht wieder zurück in den Laden, noch hat der Händler keinen passenden Reifen gefunden. Er verspricht uns anzurufen, und das Ergebnis der Suche mitzuteilen. Dann können wir jetzt unsere anderen Einkäufe erledigen.

Einkaufen ist ganz schön anstrengend und zeitintensiv. Bis wir alles erledigt haben und wieder auf unserem Platz sind, ist es fast Zeit zum Abendessen.