Tamworth Country Music Festival

Montag 16.01.2006

Den Vormittag verbringen wir damit, den neuen Bodenbelag in unserem Mobilheim zu verlegen. Bei der Gelegenheit werden gleich ein paar andere Kleinigkeiten mit erledigt.

Am Nachmittag gehen wir ins Internetcafe um die Webseite auf den neuesten Stand zu bringen. Inzwischen sind in Tamworth Strassen schon einige "Busker" zu sehen, die ihre Musik darbieten. Buskers sind Countrysänger, die auf der Strasse singen und hoffen, irgendwann einmal von den anwesenden Produzenten entdeckt zu werden. Für das Festival haben sich über 430 Buskers, aus ganz Australien, kostenlos registrieren lassen. Nur Registrierte dürfen auf den Strassen und Plätzen spielen.

Bei der ACMF (Australien Country Musik Foundation) findet am Abend ein Konzert mit Countrysängern aus ganz Australien statt. Da gehen wir natürlich hin. Gegen eine "Gold Coin Donation", also für einen Dollar, gibt es zur guten Musik auch noch Kaffe, Tee, Kuchen und Plätzchen. Die Qualität der Musiker war erstaunlich gut und es war ein netter Abend.

Dienstag 17.01.2006

Nach dem Frühstück packen wir zusammen und fahren nach Quirindi, einem Ort, der als Ausgangspunkt für einige Touren im Hinterland gilt. In Quirindi gibt es einen 360 Grad Lookout, von dem aus man einen hervorragenden Blick über das ganze Gebiet der Liverpool Plains und der Great Dividing Ranges hat. Wir genießen den tollen Ausblick, fahren zurück nach Quirindi und biegen dort zum Old Quipolly Dam ab. Hier am Dam ist ein Paradies für "Birdwatcher". Wir machen hier eine Pause und betrachten eine Weile das Treiben auf dem Stausee.
Von hier fahren wir weiter über Willow Tree nach Wallabadah. In Wallabadah besuchen wir den "First Fleet Memorial Garden". eine Gedenkstätte für die ersten Schiffsbesatzungen und Gefangenen, die in NSW australischen Boden betreten haben.

Von Wallabadah fahren wir direkt nach Tamworth. Wir wollen das angekündigte "Sausages Sizzling" mit Country Music Konzert am Pool nicht verpassen. Mit unseren Stühlen, einem Sixpack und einem Gold Coin (1$ oder 2$) bewaffnet sind wir zum Pool.
Hier sind schon einige Leute versammelt und die Würstchen auf dem BBQ sind fast fertig. Kurz vor 19.00 Uhr treffen die ersten Künstler ein und ca. 100 Leute warten, was da kommt. Die Sänger-/innen die auftreten gehören schon zu den besseren und die Zuhörer gehen auch ganz gut mit. Die Veranstaltung endet um 22.30 Uhr. Nach dem Konzert unterhalten wir uns noch mit 2 Sängern. Insbesondere interessiert uns ein Musikinstrument in Form einer Gitarre mit lauter Kronenkorken bestückt - der Sänger nennt es "Lagerphon" wegen der Kronenkorken von Lager Bierflaschen.

First Fleet Memorial Garden
First Fleet Memorial Garden

Mittwoch 18.01.2006

Heute schlafen wir etwas länger und es dauert einen Moment, bis wir in Gang kommen.
Wir wollen endlich mal auf den Oxley Outlook, den wir direkt vor unserer Nase haben. Von diesem Outlook aus hat man einen tollen Blick über Tamworth und die Liverpool Plaines.

Vor ein paar Tagen haben wir schon vor einem Tor gestanden, das zu einem Park führt. Da es kurz vor 18.00 Uhr war und das Tor um 18.00 Uhr geschlossen wird, sind wir nicht mehr in den Park gefahren. Das holen wir heute nach. Der Park ist ein kleiner Tierpark mit Emus, Ziegen, Kängurus und vielen Kakadus. Wir bleiben nur kurz dort, da wir für den Nachmittag mit Hövermanns zum BBQ verabredet sind und noch einige Kleinigkeiten zu erledigen haben.

Bevor wir zu Hövermanns gehen, wollen wir noch mal bei Judy und Bert vorbeischauen und ihren neuen Coaster Bus ansehen. Leider sind sie nicht auf dem Platz. Direkt neben Ihnen steht ein neues Canter 4WD Wohnmobil, sieht gut aus. Der Besitzer ist nicht zu Hause, nichts mit Besichtigung. Wir laufen den Platz ab, da wir noch andere interessante Wohnmobile gesichtet haben.

Gegen 17.00 Uhr treffen wir bei Hövermann's ein. Bei gutem Essen und ein paar XXXX tauschen wir unsere Reiseerlebnisse aus. Leider fängt es an zu regnen und es kühlt ein wenig ab, was uns aber nicht weiter beeindruckt, da wir unter einer Markise im trockenen sitzen können. Um 22.30 Uhr machen wir uns auf den Weg zurück zum Caravanpark.

Oxley Outlook
Oxley Outlook

Donnerstag 19.01.2006

Bevor der große "Freizeitstress" losgeht, wollen wir noch etwas ins Internet stellen. Deshalb machen wir uns nach dem Frühstück ans schreiben.

Während Dieter am Computer sitzt und kommt ein junger Mann und erzählt, er sei von ABC-Radio und suche Leute, die wegen des Festivals hier sind. Als er hört, dass wir aus Deutschland sind fragt er ob ein kleines Interview machen dürfe. Natürlich geben wir ihm das Interview. Interessant findet er, dass wir eine eigene Reise-Webseite haben. Für die ABC-Radio-Webseite macht er noch ein Photo. Mal sehen, ob es auch auf der Webseite erscheint.

Mittags fahren wir zum Internetcafe. Inzwischen sind schon einige Strassen in der Stadtmitte gesperrt, sodass wir einen kleinen Umweg machen müssen.

Nachdem wir die Webseite auf den aktuellen Stand gebracht haben fahren wir zum Caravanpark um uns umzuziehen.

Wir wollen in den West Diggers-Club, da ist heute bereits ab 14.00 Uhr Programm. Die Clublounge ist schon sehr gut gefüllt und wir müssen einen Moment warten, bis wir einen Platz zum sitzen finden. "Travis List" ist die erste Band die spielt, eine von denen, die uns Bert und Judy empfohlen haben. Die Band macht einen guten Job, so eine Mischung aus Country und Softrock.
Im 3 Stundenrhythmus wechseln die Bands. Um 17.00 Uhr beginnt "Jonahs Road" eine Pop und Rock Band, die ab und zu mal einen Country-Song spielt. Die Band gehört schon mit zu den Besten.
Ab 20.15 Uhr steht die Tamworth-Ikone "Jonny Green and the Blues-Cowboys" auf dem Programm, eine Band bestehend aus 8 Musikern, die mit heftiger Lautstärke einen gepflegten Rock'n Roll und Boogie spielen. Nach der 2ten Runde, so gegen 22.30 Uhr, fahren wir wieder zum Caravanpark, die Lautstärke der Musik macht sich am Gehör bemerkbar, außerdem wollen wir für den Freitag ausgeschlafen sein.

Freitag 20.01.2006

Heute müssen wir unser Auto zurückgeben. Das ist nicht so schlimm, da ab heute sowieso die meisten Strassen in der Innenstadt von Tamworth gesperrt werden. Ab Samstag werden 4 zusätzliche Buslinien eingerichtet, mit denen man zu fast jeder Spielstätte fahren kann. Allerdings ist die Fahrt ziemlich teuer, 4 AUD für jede Fahrt. Viele der Spielstätten kann man aber auch zu Fuß erreichen, da sie in der Innenstadt liegen.

Ein Mitarbeiter von Avis fährt uns direkt zur Wests-Legends-Bar, wo wir uns „Finn MacCool“ ansehen wollen, auch einer von Berts Empfehlungen. Wir kommen kurz nach 10.00 Uhr an, der Saal ist bereits gut gefüllt und wir können gerade noch 2 Plätze am Rand ergattern. Wir haben zwar die extra angeschafften "Festival-Stools" dabei, aber für stundenlanges Sitzen sind diese 3-Beinstühle nur begrenzt geeignet.

Bis zum Beginn des Konzertes von „Finn MacCool“ spielt noch die "Sommers-Family", eine Familien-Band die klassische Countrybaladen singt.
Pünktlich um 11.00 Uhr beginnt „Finn MacCool“, 4 Musiker die eine hervorragende Show abliefern. Mit viel Humor und einem erstklassigen "Fiddler" begeistern sie die vielen Zuhörer.

Gegen 14.00 Uhr ist das Konzert beendet. Wir wollen mit dem Bus zurück in die Stadt, stehen aber auf der falschen Seite, als der Bus vorbeikommt. Pech. Nach etwas Überlegung entscheiden wir uns zu laufen. Um 15.30 Uhr steht bei uns "Steve Passfield Handpicked Band" auf der Agenda, die spielt im Service-Club. Kurz nach 15.00 Uhr treffen wir dort ein. Auch hier ist es gar nicht so leicht, einen Sitzplatz zu bekommen, aber wir haben Glück. „Handpicked“ spielt eine Mischung aus traditioneller Country-Musik und Country-Rock mit irischem Einfluss. Sie haben einen erstklassigen "Fiddler" und würzen ihre Auftritte mit viel Humor.

Nach dem Auftritt von „Handpicked“ machen wir uns gleich auf den Weg in den Bicentennial-Park, zur offiziellen Festivaleröffnung. Einen Teil der offiziellen Reden verpassen wir, aber zum Beginn des Eröffnungskonzertes mit vielen bekannten australischen Countrymusikern sind wir noch früh genug. Zusammen mit 25000 anderen haben wir bis 22.00 Uhr die Show angesehen, bevor wir, ziemlich erschöpft, zurück zum Caravanpark gelaufen sind.

Samstag 21.01.2006

Wir fangen den Tag langsam an und dehnen das Frühstück etwas aus. Zwei Veranstaltungen, die wir um eigentlich um 10.00 Uhr und um 12.00 Uhr besuchen wollten, lassen wir sausen (kostet ja nichts und die Künstler sind auch an anderen Tagen zu sehen). Gegen Mittag machen wir uns ausgehfertig, schnappen unsere "Festivalstools" und laufen in die Stadt.

Auf der Hauptstrasse steht alle 10 Meter ein Musiker oder eine Musikgruppe (sog. Buskers) und um sie herum eine mehr oder minder große Gruppe von Zuhörern. Es ist schon erstaunlich welche Qualität die Auftritte manchmal haben. Die Bandbreite geht von erstklassig bis grottenschlecht. Von der örtliche Zeitung "The Leader" ist ein Wettbewerb für den besten Busker ausgeschrieben. Die Zuschauer können ihre Stimmen abgeben, die Besen 10 treten am Ende gegeneinander an.

Während wir durch die Stadt laufen, gehen wir immer mal wieder in die Einkaufspassagen oder ins Shoppingcenter, wo man klimatisiert Künstlern zuhören kann. Das ist bei bei rd. 35 Grad im Schatten sehr angenehm.

Gegen 17 Uhr machen wir uns auf den Weg zum Serviceclub. Wir haben Karten für das Konzert der "Wolverines", eine der angesagtesten Gruppen in Australien. Vorher hören wir uns noch den Rest von "Handpicked" an und essen eine Kleinigkeit. Um 19.00 Uhr hat sich vor dem Eingang bereits eine längere Schlange von Leuten gebildet, die zum Wolverines-Konzert wollen. Wir haben Glück und bekommen einen Platz in der 3. Reihe, wo wir alles gut sehen können. Als das Konzert um 23.30 Uhr beendet ist, sind wir zwar etwas taub auf den Ohren, haben aber eine absolut erstklassige Rockband gehört. Die 22 AUD für die Eintrittskarte waren jeden Cent wert.
Auf dem Rückweg zum Caravanpark begegnen uns noch viele Leute. Die Musik in den Clubs geht teilweise bis zum frühen Morgen.

Sonntag 22.01.2006

Heute Morgen findet um 10.00 Uhr ein sog. "Pokerrun" (Motorradcorso) zum Geldsammeln für Kinder in Tamworth statt. Da wollen wir eigentlich hin, schaffen es aber nicht, früh genug aus dem Bett und in Gang zu kommen.

Wir machen uns gegen Mittag auf in die Stadt. Auf dem Weg hören wir uns ein paar Busker an. An einer Ecke steht die Gruppe Jabaru. Sie spielen eine Mischung aus Afrikanischer und Aboriginie Musik, vermischt mit Musik aus dem 17ten und 18ten Jahrhundert. Eine tolle Mischung. Die Gruppe haben wir schon auf den Nachtmärkten in Darwin gesehen.
Wir haben Karten für die "Territory Night" der „Toe Sucking Cowgirls“ im Family-Hotel. Wir fahren schon etwas früher dorthin. Ab 16.00 Uhr spielt "Tom Forsell & the Luau Cowboys". Das hört sich vom Namen gut an. Leider hält die Musik nicht, was der Name verspricht. Die Aussteuerung ist katastrophal und der Steel-Guitar Spieler nimmt es nicht so genau mit den Tönen. Na ja, man kann nicht immer nur vom feinsten bekommen.
Wir überbrücken die Zeit bis zum Beginn der "Toe Sucking Cowgirls" in dem wir etwas Essen. Vor dem Konzert müssen wir noch mal aus dem Saal, damit er vorbereitet werden kann.
Da der Saal schon um 19.30 Uhr voll ist, beginnt das Konzert etwas früher. Die Musik wird vom offiziellen Programm wie folgt beschrieben: "Toe Sucking Cowgirls, with their high energy show of Celtic flavoured country, spiced with a touch of Cajun and a swingin' Bluegrass twist". Das sagt alles. Auf jeden Fall liefern die 2 Frauen aus Darwin eine super Show. Zwischendrin treten eine Reihe von Sängern und Sängerinnen aus dem Northern Territory auf, die verschiedene Stilrichtungen der Countrymusic vertreten. Die bekannteste ist wohl Sarah Storer, die schon mehrere Golden Guitars gewonnen hat.
Gegen Mitternacht ist die Veranstaltung beendet und wir haben wieder eine tolle Show erlebt.

Montag 23.01.2006

Nachdem das Wochenende mit Musik voll gepackt war, müssen wir heute Morgen wieder was für die Webseite tun. Das Schreiben dauert den ganzen Vormittag. Gegen Mittag laufen wir in die Stadt um die Seiten im Internetcafe einzustellen.

Wir müssen uns beeilen, da wir um 16.30 Uhr mit Hövermanns verabredet sind. Um diese Zeit müssen wir wieder auf dem Caravanpark sein. In unserem Caravanpark ist heute Abend wieder BBQ und Countrymusic. Wir schaffen es, kurz bevor Hövermanns kommen, auf dem Platz zu sein. Gegen 18.00 Uhr begeben wir uns an den Pool, wo die Musik spielt. Diesmal sind nicht ganz soviel unterschiedliche Künstler anwesend. Trotzdem ist es wieder eine gelungene Veranstaltung.

Für Heiterkeit sorgt ein stolzer Opa mit seinem dreijährigen Enkel. Der Kleine hat eine elektrische Mini-Gitarre umgehängt bekommen, auf der ein paar Töne spielen kann. Er versucht sich an Walzing Mathilda. Es stellt sich der Verdacht ein, dass der Opa durch den Enkel etwas nachholen will. Gegen 22.30 Uhr ist das Konzert zu Ende und Hövermanns machen sich wieder auf den Weg zu ihrem Domizil (Campground) am Peel River.

Wir setzen uns noch etwas zu der Gruppe am BBQ die Becky, einer Amerikanerin, die in den 70igern auch eigene Alben herausgebracht hat, zuhört. Sie spielt Gitarre und singt dazu. Kurz vor Mitternacht, löst sich dann die Gruppe auf.

Dienstag 24.01.2006

Wir haben uns für heute ein paar Künstler rausgesucht, die wir ansehen wollen. In "The PUB" sind um 12.00 Uhr „Bill Chambers“ und „Trev Warner“, zwei Künstler der ersten Garnitur in Australiens Country-Musik-Szene. Die wollen wir natürlich sehen. Sie spielen zusammen mit der Band von Bill Chambers vorwiegend Klassik-Country und Country Rock. Als wir auf der Suche nach Plätzen sind, entdeckt uns Judy. Judy erkundigt sich, ob wir auch zur Pickers Night bleiben, das sei einer der Highlights des Festivals. Wir hatten uns eigentlich zwei andere Veranstaltungen ausgesucht, lassen uns aber überzeugen und bleiben für den Rest des Tages im "The Pub".

Ab 16.00 Uhr findet der "Bundaberg Talent Quest" statt, ein Wettbewerb für Talente bis 20 und über 20 Jahre. Uns fällt auf, dass die auftretenden Künstler, obwohl sich jeder anmelden konnte, sehr gute Vorträge ablieferten.
Im Anschluss spielt „Aaron Bolton“, eine Rockband. Der Bassist ist uns schon von "Handpicked" bekannt, bei denen hat er offensichtlich ausgeholfen. Man sieht ihm an, dass er schon ein anstrengendes Festival in den Knochen hat.

Nach der Umbaupause beginnt gegen 22.15 Uhr die Pickers Night. Gastgeber der Pickers Night ist „Stuie French“ mit den „Feral Swing Katz“. Im Laufe des Abends kommen immer neue Künstler dazu, die singen und/oder mit der Band spielen. Für Insider: Es waren u.A. „Troy Cassar-Daley“, „Adam Harvey“, „Felicity Urquardt“ und, und, und ...
Was dort geboten wird, ist absolute Spitzenmusik und das auch noch kostenlos. Der letzte Bus fährt um 00.29 Uhr, den müssen wir nehmen - schade, wie wir später gehört haben ging die Veranstaltung noch bis 2.00 Uhr morgens.

Mittwoch 25.01.2006

Heute brauchen wir zum Aufstehen die Hilfe des Weckers. Mit Hövermanns haben wir uns für 10.00 Uhr verabredet, um in den Showgrounds die nationalen Meisterschaften im "Cutting" anzusehen.
Wir sind um 10.30 Uhr vor Ort, es ist noch gar nichts los. Es laufen zwar einige Leute rum, die Kabel verlegen, die Zeitschranke montieren oder auch Reiter, die ihre Pferde warm machen, aber so richtig sieht das nicht nach Beginn aus.
Laut den verteilten Handzetteln soll die Show um 11.00 Uhr beginnen. Gegen 12.00 Uhr werden einige Pferde warm geritten und Kälber in die Arena getrieben. Langsam kommen auch ein paar Zuschauer. Wir sind uns inzwischen ziemlich sicher, dass die Anfangszeit auf den Zetteln falsch war. Es sollte wohl 13.00 Uhr heißen.
Um 14.00 Uhr fängt das „Classic Country“-Konzert in der Townhall an. Für diese Veranstaltung haben wir Karten. Wir bitten Dieter Hövermann uns in die Stadt zu fahren, so kann er zum Beginn des Wettbewerbs wieder an den Showgrounds sein.

Da wir noch etwas Zeit bis zum Beginn der Veranstaltung haben, wollen wir noch ein wenig auf der Peelstreet bummeln und einigen Buskern zuhören. Es fängt an zu regnen, wir gehen wieder zurück zur Townhall und stellen uns da unter. Das Konzert beginnt pünktlich um 14.00 Uhr. Die Künstler werden von Frank Ifield, einer australischen Country-Legende präsentiert.

Aufgetreten sind:
„Carter & Carter“, „Travis Sinclair“, „Jonah’s Road“, „Lyn McKenzie“, „Misty“ und „John Stephan“, der den Grossteil der Show bestreitet.

Inzwischen ist aus dem Regen ein Gewittersturm geworden, den man sogar während der Veranstaltung im Saal hören kann. Wir sind ein wenig besorgt, da wir die Fenster in unserem Ausstelldach nur angelehnt, aber nicht geschlossen haben. Was soll's, ist jetzt eh' zu spät.

Da es auch nach Ende des Konzertes noch kräftig regnet, bleiben wir in der Townhall. Elvira nimmt die Gelegenheit war, sich von den auftretenden Künstlern noch Autogramme auf ihrem neu erstandenen Hut geben zu lassen. Als sie alle Autogramme zusammen hat, lässt der Regen nach und wir machen uns auf zum Caravanpark. Es ist inzwischen ziemlich kühl geworden und wir sind gespannt, was uns zu Hause erwartet.
Zu unser Überraschung haben Regen und Sturm keinerlei Schäden oder Spuren hinterlassen, es hat weder reingeregnet, noch hat sich die Plane gelockert. Von einem Mitarbeiter des Caravanparks erfahren wir, dass 4 Markisen (Awnings) unter der Wasserlast zusammengebrochen sind. Da haben wir wirklich Glück gehabt.

Donnerstag 26.01.2006

Es ist Australia Day. Wir lassen es langsam angehen. Der erste Termin ist um 16.00 Uhr das Australia-Day Konzert im Bicentennial Park.

Um mit unserer Webseite nicht ganz in Hintertreffen zu kommen, gehen wir mittags ins Internetcafe um wenigstens den "Reise aktuell" Blog zu aktualisieren.
Als wir im Cafe sitzen, kommen Hövermanns herein. Sie haben uns von draußen gesehen. Wir unterhalten uns eine Weile und verabschieden uns, um zurück zum Caravanpark zu laufen. Bewaffnet mit Stools und Getränken im Rucksack machen wir uns auf, um das Australia-Day Konzert anzuhören. Im Park suchen wir nach einem schattigen Platz. Die Sonne brütet, wir haben fast 40 Grad im Schatten. Tatsächlich finden wir auch noch einen schattigen Platz.
Nachdem das Konzert angefangen hat ziehen graue Wolken auf und es grummelt leise. Es zieht ein Gewitter auf. Nach einer Stunde fängt es an zu regnen. Die Bühne wird aus Sicherheitsgründen stromlos gemacht und das Konzert wird unterbrochen.

Da nicht absehbar ist wann es weiter geht und wir auch keine Schirme dabei haben, beschließen wir, den Rest des Tages in den Clubs zu verbringen.
Wir bringen unsere Stühle und den Rucksack zurück zum Caravanplatz und fahren mit dem Bus zu Joe Macquires Pub. Hier spielen ab 20.30 Uhr die Red Hot Poker Dots, eine der angesagten Bands. So richtig gefällt uns die Atmosphäre in Joe Macquires Pub nicht. Essen und Musik sind zwar gut, wir ziehen es dann aber vor, mit dem Bus weiter zu "The Pub" zu fahren.

Als wir im "The Pub" ankommen treffen wir wieder auf Judy und Bert. Die Beiden sind schon den ganzen Tag hier. Sie wollen sich, wie wir, „Peter Busher und Band“ ansehen. Die Band kommt aus Westaustralien und spielt einen wirklich "heissen" Country Rock.
Nach Ende der Veranstaltung, gegen 2.30 Uhr fahren uns Judy und Bert noch zum Caravanpark

Freitag 27.01.2006

Wir sind fertig mit frühstücken, da klingelt das Handy und Dieter Hövermann und fragt an, ob er heute Morgen mit seinem Notebook vorbei kommen könne. Wir haben nichts vor, also geht das klar. Kurze Zeit später hören wir ein kräftiges "Guten Morgen". Die Stimme kennen wir, es ist Lothar. Er ist auf dem Weg nach Süden.

Da er weiß, dass wir in Tamworth sind, hat er mal eben reingeschaut. Natürlich gibt es viel zu erzählen. In der Zwischenzeit ist auch Dieter Hövermann mit seinem Laptop dazu gestoßen. Während wir uns unterhalten, bringen wir das Notebook auf Vordermann. Am frühen Nachmittag machen sich beide wieder auf den Weg.

Ab 19.00 Uhr spielt laut Programm „Col Finley“ im Serviceclub. Den wollen wir uns mal anhören. Der Club ist gut besetzt. Als die Show von „Col Finley“ beginnen soll, steht „Kerry Kennedy“ am Mikrofon. Den haben wir schon gesehen.

Beim durchsehen des Programmheftes entdecken wir, dass „Kasey Chambers“ im Bicentennial Park ein großes Konzert gibt. Wir laufen zum Park, wo schon ca. 20.000 Leute versammelt sind. Ganz weit hinten finden wir noch ein bisschen Platz. Was auf der Bühne passiert kann man von dort nicht erkennen, aber im Park ist eine riesige Leinwand aufgebaut, auf die das Bühnenbild projiziert wird.

Samstag 28.01.2006

Der Wecker hat mal wieder Arbeit! Der Terminplan sieht für heute jede Menge Veranstaltungen vor.

Die erste ist der Linedance-Weltrekordversuch. Man will versuchen, sich diesen von den Japanern zurückzuholen. Die ganze letzte Woche sind Teilnehmertickets (Telstra Aufkleber) verkauft worden. Jeder kann mitmachen, auch ohne tänzerisches Können. Aus ganz Australien sind Linedance-Gruppen angereist um an dem Rekordversuch teilzunehmen. Kurz vor dem Start werden die Nichttänzer noch kurz eingewiesen, welche Schrittfolgen sie möglichst tanzen sollen. Start ist um 9.30 Uhr- leider ist der Rekordversuch gescheitert, da keine 5000 Teilnehmer erreicht wurden - aber wenigstens haben die 2 AUD Teilnehmergebühr einer wohltätigen Organisation geholfen.


Sofort nach dem Linedance - Rekordversuch wird die Cavalcade auf den Weg geschickt. Eine Cavalkade ist eigentlich ein Reiterumzug. Es sind auch ein paar Reiter dabei, aber bei den meisten Nummern werden die Pferde durch Big Trucks ersetzt. Es sind fast alle LKW-Marken zu sehen. Man kann den Umzug auch mit unseren Faschingumzügen vergleichen. Mit dem Umzug präsentieren sich die Künstler, die Sponsoren, die Musikindustrie- insbesondere die Country-Musik-Organisationen und die Stadt Tamworth. Was in Australien auch nie fehlen darf sind Feuerwehr und Armee.

Unser nächster Termin ist das Enten-Rennen. Im Laufe der Woche haben wir beim Lions-Club für 5 AUD eine Ente "gekauft", die für uns ins Rennen geht. Bevor wir zum Start des Rennens gehen, haben wir im Park einen Schattenplatz mit unserer Decke belegt, da nach dem Entenrennen das Finale der besten Busker stattfindet.

Pünktlich (was selten genug ist) geht das Entenrennen los. In zwei Rennen werden jeweils 50 große Enten, die von den einheimischen Geschäften für 100 AUD Spende "gekauft" wurden, ins Wasser gelassen. Danach starten 1500 Enten, die von Leuten wie wir, für 5 AUD erworben wurden. Leider können wir nicht sehen auf welchem Platz unsere Ente mit der Nr. 545 eingelaufen ist, wir gehen aber davon aus, dass sie unter den ersten 10 war. Da es aber nur 3 Preise gibt sind wir leer ausgegangen.

Für die Busker-Entscheidung im Park, haben wir morgens in der Zeitung 3 verschiedene Anfangstermine gelesen. Im Terminplan stand 14.00 Uhr, in der Anzeige des Northern Daly Leader, dem Veranstalter, stand 14.30 Uhr, auf der gleichen Seite in einer anderen Anzeige 15.00 Uhr. Wir sind davon ausgegangen, dass der täglich aktualisierte Terminplan die richtige Zeit wiedergibt, aber weit gefehlt. Gegen 15.00 Uhr geht es endlich los.
Die auftretenden Künstler haben wir alle auf der Peel Street gesehen, aber hier, mit einer professionellen Aussteuerung und einer erstklassigen Technik, kann man die wirklich guten Sänger/innen erkennen. Unser Favorit, die Gruppe Jabaru, tritt als letztes auf. Da wir um 17.00 Uhr mit Hövermanns zum Rodeo verabredet sind, können wir diese leider nicht mehr hören und bekommen auch nicht mit, wer die Ausscheidung gewonnen hat.

Mit Hövermanns sind wir an der Mobiltankstelle, in der Nähe des Parks und ihrem Campground, verabredet. Gegen 17.30 Uhr sind wir an den Showgrounds und haben gleich unsere Plätze eingenommen. Die Tribünen sind gut gefüllt. Punkt 18.00 Uhr beginnt das Rodeo. Ohne große Unterbrechungen, ausgenommen 10 Minuten Pause, wird eine Entscheidung nach der anderen durchgezogen. Hövermanns, die zum ersten Mal ein Rodeo live mitbekommen, sind, genau wie wir, begeistert von der Atmosphäre und dem Gebotenen. Um 21.30 Uhr sind alle Entscheidungen gefallen.
Hövermanns fahren uns zum Caravanpark. Dort verabschieden wir uns bis zum nächsten zufälligen Treffen.

Sonntag 29.01.2006

Als wir heute Morgen aufstehen, sind neben unserem Platz schon einige Lücken. Die ersten Camper sind schon wieder auf dem Heimweg. Um uns herum wird auch schon eifrig gepackt.

Wir bleiben bis morgen und werden heute zum letzten Mal in den "Wests"-Club um uns „Fin MacCool“ einmal in voller Besetzung anzusehen.

Wir wollen den Bus um 10.19 Uhr nehmen, gehen aber schon gegen 10.00 Uhr Zur Bushaltestelle am Informationscenter. Während wir dort warten kommt Judy aus dem Infocenter. Sie hat Karten für "The Flood" gekauft. Die Gruppe ist gestern Abend mit einer "Golden Guitar" für die beste Band ausgezeichnet worden und spielt um 14.00 Uhr in "The Pub".
Wir haben uns schon von Judy verabschiedet, als sie kurz danach wieder vor uns steht und sagt, das sie uns mitnehmen würden. Sie hätten es sich überlegt und würden auch noch mal zu „Fin MacCool“ fahren, da Bert sie dieses Jahr noch nicht gesehen hat.

Die Band „Fin MacCool“ ist heute besonders gut drauf, vielleicht auch, weil es die letzte Veranstaltung für sie ist. Schon der Anfang ist kurios, es steht ein Mann am Mikrofon, der „Fin MacCool“ in Deutsch ansagt. Die Zuschauer begeistert. Auf Rückfrage der Band, ob sie alles verstanden haben, ertönt ein einhelliges "Yes"!
Wir sind vom Konzert genauso begeistert wie beim letzten Mal, die Band ist wirklich "erste Sahne".

Wir wollen über die Peelstreet laufen und sehen, ob wir noch einen Hut für Elvira finden - ihrer ist ja voller Autogramme. Wir stellen uns an Die Bushaltestelle und warten und warten. Kein Bus, obwohl hier 3 verschiedene Buslinien abfahren, kommt. So langsam werden wir nachdenklich. Ein Sanitätsfahrzeug hält an und der Fahrer erzählt uns, das heute keine Busse fahren. Die eingesetzten Busse fahren nur bis Samstag. Als wir den Fahrplan genau studieren merken wir es auch. Gut das Judy und Bert uns heute Morgen mitgenommen haben. Wir rufen uns ein Taxi und lassen uns in die Stadt fahren. Die Verkaufsstände haben die Waren bereits verpackt und die Stände abgebaut. Nichts mit neuem Hut. Da in der Stadt auch nichts mehr los ist, laufen wir zum Caravanpark.

Die 24 Tage Tamworth, inklusive Festival, sind vorbei und wir wieder "on the Road".
Hier zum Abschluss noch ein paar Anmerkungen und Daten zum Festival:


Wenn man Zeit hat sollte man das Festival auf jeden Fall mal mitmachen.
An den 10 Festivaltagen kommen rd. 500.000 Besucher nach Tamworth, in eine relativ kleine Stadt.
Für die Besucher stehen 4 Caravanparks zur Verfügung. Zusätzlich gibt es z. B. am Peel-River, ganz nahe an der Stadtmitte riesige Flächen, die zum campen ausgewiesen sind. Dort kann man für 60 AUD bis 80 AUD über die gesamte Festivalzeit campen. Es sind Toiletten in ausreichender Zahl aufgestellt und Duschen gibt es in den angrenzenden Gebäuden (z.B. beim Cricketclub) Duschen kostet dann 2 AUD. Strom gibt es allerdings nicht. Hier findet man auch während des Festivals noch Plätze.

Während des Festivals sind 3 zusätzliche Busrouten eingerichtet, über die man jede Spielstätte erreichen kann. Die Busse fahren bis 0.30 Uhr und an den 3 Hauptveranstaltungstagen sogar bis 3.30 Uhr. Allerdings ist der Fahrpreis mit 4 AUD für jede Fahrt sehr hoch.

Bei rd. 2500 terminierten Veranstaltungen (ohne spontane Veranstaltungen wie sie z.B. auf unserem Campingplatz stattfanden) sind 733 Sänger und/oder Bands aufgetreten. Die Veranstaltungen fanden in 57 verschiedenen Spielstätten mit teilweise 2 bis 3 Veranstaltungsräumen/Zelten.

Die Veranstaltungen beginnen ab morgens um 7.30 Uhr und enden nachts um 3.00 Uhr.
Die meisten Veranstaltungen sind kostenlos, z.B. waren im Wests-Club 38 Veranstaltungen kostenpflichtig und 111 Veranstaltungen frei. Die Finanzierung läuft über Essen und Getränke oder Sponsoren.

Die Bandbreite der Musik reicht von der (bei uns als Country-Musik bekannten) klassischen Country Musik über Country-Rock, Rock'n Roll, Irish Folk bis zu Pop-Musik. Zusammengefasst ist für den Australier Country Musik jede Musik, die im Country gehört wird :-))

Alle Hotels/Restaurants und besonders die Clubs sind als Veranstalter beteiligt.

In den Clubs kann man während des Festivals eine temporäre Mitgliedschaft beantragen, sie kostet zwischen 5 und 6 Dollar für die gesamte Zeit. Dafür genießt man alle Vorteile der Club-Mitgliedschaft, z.B. 10 % Rabatt auf Getränke und Essen.
Wer das nicht will muss jedes Mal beim Betreten der Räume eine Gast-Mitgliedschaft erwerben (kostenlos), die dann für den jeweiligen Tag gilt.

Die Mitgliedschaft ist notwendig, da die Clubs Alkohol nur am Mitglieder ausschenken dürfen. Ebenso dürfen nur Mitglieder die einarmigen Banditen benutzen oder Keno spielen. Auch auf Pferde und Hunde darf nur von Mitgliedern gewettet werden.
Die Clubs sind die Spielhölle des kleinen Mannes. Ab 10 Cent Einsatz kann man am "Einarmigen Banditen" spielen.

In den Club's sind in der .Regel mehrere Restaurants, die für wenig Geld hervorragendes Essen bieten. So kostet z.B. das Sonntagsroast (Schweine-, Lamm-, Rinderbraten oder Hähnchen mit frischen Gemüse und Kartoffeln) 6 - 8 AUD. Dafür kann man nicht selber kochen.

Die Clubs sind in fast jedem größeren Ort in Australien zu finden. Meistens sind es RSL-Clubs oder Sport-Clubs.

Der gesamte Innenstadtbereich von Tamworth ist während des Festivals für Fahrzeuge gesperrt und als alkoholfreie Zone ausgewiesen - also Alkohol auf der Strasse ist strengstens untersagt. Die Polizei schreitet auch sofort ein. Das Alkoholverbot gilt auch bei den Open-Air-Veranstaltungen z.B. im Bicentennial Park.

In der Innenstadt spielten sogenannte Buskers (Strassenmusikanten). Ca. 600 haben sich offiziell, kostenlos, registrieren lassen. Die Hauptstrassen sind voll davon und teilweise konnte man gleichzeitig 3 Leuten zuhören.

Es hat sich wirklich gelohnt für die gesamte Dauer des Festivals in Tamworth zu bleiben.