Tamworth / Cobar-Hillston

Montag 30.01.2006

Wie die meisten anderen Camper um uns herum, packen auch wir zusammen. Nach 24 Tagen an einem Ort muss alles wieder an der richtigen Stelle verstaut werden, damit es beim Fahren nicht durch die Gegend fällt.
Beim Gang ums Auto stellen wir einen Platten am äußeren linken Hinterreifen fest. Da das Auto jetzt mehr als 20 Tage gestanden hat, kann das nur ein Problem mit dem Schlauch sein. Der innere Reifen ist in Ordnung und wir werden die 500 m zum Reifenservice mit dem platten Reifen fahren.

Wir verabschieden uns von Graham, einem der Mitarbeiter vom Caravanpark, bevor wir losfahren.
Wir lassen vom Reifenservice gleich einen neuen Schlauch montieren, da der alte ein Loch am Ventil hat und auch schon etwas mitgenommen aussieht. Nach einer halben Stunde ist der Reifen wieder auf der Hinterachse. Das Beste allerdings ist, das wir nur den Schlauch bezahlen müssen - vielen Dank an Beaurepairs in Tamworth.

Nach ein paar Einkäufen und einem kurzen E-Mailcheck im Internetcafe fahren wir weiter in Richtung Armidale. Unterwegs halten wir am Moombi-Outlook. Von diesem in den 30er Jahren auf einen Granithügel aufgesetzten Outlook hat man einen sehr schönen 360 Grad Rundblick.
In Uralla besuchen wir den historischen Friedhof, auf dem auch das Grab von Captain Thunderbolt - eine Art australischer Robin Hood - liegt.
Im Oxley River NP sehen wir uns die Dangars Gorge und die Wasserfälle an. Endlich geht es mal wieder über Nebenstrassen und unseald Roads, das macht mehr Spaß als über den Highway zu fahren. In Armidale suchen wir uns einen Campingplatz zum übernachten.

Dienstag 31.01.2006

Über den Waterfall Way wollen wir bis nach Dorrigo fahren. Dabei kommen wir an einigen, laut Karte und Reiseführer, interessanten Stellen vorbei.

Unter anderem auch in Hillgrove, einer historischen Goldgräberstadt. Als wir nach Hillgrove reinfahren, ist eigentlich nichts Historisches zu sehen. Ein paar Schilder, die vor den Grundstücken stehen weisen daraufhin, was hier früher mal für Gebäude standen, gut zu wissen, aber wenig aussagekräftig. Ins örtliche Museum müssen wir auch nicht, es ist nur Freitag bis Montag geöffnet. Also nichts wie weg hier.

Als nächstes kommen wir an der Wollomombi Gorge vorbei. Hier sind Australiens höchste Wasserfälle zu bestaunen, die 220 m hohen Wollomombi Falls. Leider ist nur noch sehr wenig Wasser im Zulauf, sodass die Fälle nicht so spektakulär, wie im Prospekt, aussehen.

Von hier geht es zu einer "Trout Hatchery". Für 3,30 AUD kann man die besichtigen. Auf ein paar Displays wird die Historie der Forellenzucht in NSW erklärt und wir sehen ein Video über die Aufzucht an. Die eigentliche Zuchtanlage kann man als Self Guided Tour besichtigen. Leider sind die meisten Behälter leer. Was einem hier geboten wird ist schon, freundlich ausgedrückt, enttäuschend.
Dann doch lieber Natur. Die gibt es bei unserem nächsten Stopp, an den Ebor Falls, reichlich und spektakulär. Die Ebor Falls haben noch sehr viel Wasser, das sich über 2 Stufen in eine Schlucht ergießt.

Von hier aus ist es nur noch eine kurze Fahrt bis Dorrigo, dort werden wir heute Nacht bleiben

Mittwoch 01.02.2006

Als wir aufwachen ist es noch sehr feucht und kühl. Die Wolken hängen sehr tief. Man merkt, dass wir hier auf 1200 m Höhe sind. Der erste Weg führt uns ins Internetcafe um unsere aktuellen Seiten einzustellen. Wer weiß, wann wir auf dem Weg nach Lightning Ridge wieder Gelegenheit dazu haben. Im Outback ist vor allem Broadband noch nicht so verbreitet.

Vom Internetcafe fahren wir an die Dangar Falls, die Dorrigo auch den Beinamen "Stadt der Wasserfälle" gegeben haben. Die Fälle liegen nur knapp einen Kilometer vom Ortszentrum entfernt. Die Dangar Falls führen noch sehr viel Wasser mit sich und bieten ein tolles Schauspiel.

Auf der Weiterfahrt stoppen wir am Rainforst Center. Dort gibt es einen Bordwalk zwischen den Baumwipfeln und man hat einen tollen Blick auf den (trockenen) Regenwald.
Gegen Mittag machen wir uns auf den Weg nach Inverell. Wir fahren über Gyra, auf einer Nebenstrasse. Das macht mehr Spaß als auf dem Highway. In Inverell bleiben wir zwei Nächte, da wir noch einige Arbeiten erledigen müssen. Es müssen mal wieder alle Daten gesichert werden, wie sinnvoll das ist haben wir ja gemerkt, als unser alter Rechner seinen Geist aufgegeben hat.

Donnerstag 02.02.2006

Die Sonne brennt schon früh am Morgen vom Himmel. Es wird heute wieder heiß.

Unsere Stühle stellen wir abends immer zusammen-geklappt unters Auto. Als Dieter heute Morgen die Stühle herausholt, läuft plötzlich eine große Spinne an seinem Arm hoch. Es gelingt ihm aber die Spinne vom Arm abzustreifen und hinunter zu werfen. Das war ein ganz schöner Schreck. Die Spinne bleibt am Boden sitzen, sie kann sich wohl kaum bewegen. Natürlich haben wir ein Foto gemacht. Ob die Spinne harmlos oder gefährlich ist haben wir nicht feststellen können.

Nach dem Frühstück fahren wir ins „Pioneer Village“, eine Ansammlung historischer Gebäude aus der Umgegend von Inverell. Teilweise werden die Gebäude von den ortsansässigen Vereinen genutzt (RSM, Historic Cars usw.).
Die Gebäude sind voll gestopft mit Sammlungen aller Art z. B. alte Flaschen, Küchenutensilien, alte Waschmaschinen, Pferdekutschen, Landmaschinen usw. Die Art der Präsentation führt leider dazu, das viele wertvolle Stücke vor sich hingammeln, weil kein Geld für die Erhaltung da ist.

Inverell nennt sich selbst die Stadt der Saphire. Es gibt hier auch einige Fossicking-Möglichkeiten. Wir fahren zum Devon Saphire-Informations-Center um dort unser Glück zu versuchen. Wir kaufen uns 2 Buckets. Nachdem wir alles gesiebt und gewaschen haben, sind wir um 2 kleine blaue Saphire reicher.

Inzwischen ist es richtig heiß geworden, so 38-40 Grad im Schatten. Das animiert nur dazu in den kühlenden Pool zu steigen, was wir auch tun.

Freitag 03.02.2006

Heute müssen wir uns mal wieder beeilen damit wir bis 10.00 Uhr vom Platz kommen. Bis Moree, wo wir heute hinwollen, ist es nicht so weit. Am frühen Nachmittag sind wir da.

Wir wollen die Webseite aktualisieren, da wir nicht wissen, ob wir in Lightning Ridge bzw. im Outback um den Ort einen Anschluss finden. Wir fragen in der Tourist-Info nach.
Dort verweist man uns auf die Bücherei. Die haben natürlich keinen Laptopanschluss und obendrein offensichtlich eine analoge Leitung, die sich 3 Rechner teilen müssen. Da funktioniert noch nicht mal das e-Mail abholen richtig.
Beim Gang durch die Stadt achten wir auf Hinweise "Internet". In einem Reisebüro werden wir fündig. Aber, es gibt keinen Laptopanschluss und die Internetbenutzung auf dem Desktop ist an den Kauf einer Prepaidkarte gebunden. Das wollen wir aber nicht. Die nette Dame im Reisebüro empfiehlt uns an den Flughafen zu fahren. Dort im Terminal müsste "Wireless LAN" verfügbar sein. Das ist uns heute aber zu spät, wir werden das morgen mal probieren.
Wir checken erstmal auf dem Campingplatz ein. Der Campingplatz hat ein "SPA" (Sitzbecken) mit Thermalwasser aus den hiesigen Quellen. Das soll Muskeln und Knochen sehr gut tun. Da wir über 40 Grad Lufttemperatur haben verzichten wir auf ein Bad in dem 41 Grad heißen Thermalbad und gehen lieber in den erfrischenden "Normal"-Pool.

Samstag 04.02.2006

Beim auschecken im Caravanparkoffice nach Internet Access gefragt. Hier erzählt man uns, das Mc Donalds einen Hotspot hat. Sie hoffen das sie dieses Jahr einen für den Caravanpark bekommen. Zunächst fahren wir zum Flughafen, wie uns die Reisebürodame empfohlen hatte. Wir sind erstaunt, das Moree überhaupt einen Flughafen hat, aber tatsächlich, es gibt sogar ein Passagierterminal. Allerdings ist in diesem Terminal niemand anwesend. Die Maschine nach Sydney ist vor 30 Minuten abgeflogen und der nächste Flieger geht erst in ein paar Stunden.

Wir finden in der Abfertigungshalle einen extra Platz mit Stromanschlüssen und haben uns schon gefreut. Aber leider konnte unser Wireless keinen Hotspot ausmachen. Also zu Mc Donalds. Dort steht schon am Eingang der Hinweis auf einen Telstra Hotspot. Das Personal kann aber mit unserer Frage nach Internet-Access überhaupt nichts anfangen. Man zeigt uns lediglich einen Tisch, wo ein Stromanschluss vorhanden ist. Nachdem wir unser Notebook angeschlossen haben ist sofort eine Verbindung da. Die Nutzung der Hotspots ist kostenpflichtig und kann über Kreditkarte oder Prepaidkarte erfolgen. Dieter schließt unseren Computer an und bekommt das verfügbare Netzwerk angezeigt. Die Frage nach einer Prepaidkarte überfordert die Mitarbeiter von Mc Donald gänzlich. Keiner der Mitarbeiter weiß etwas. Wir bezahlen mit Kreditkarte und buchen 2 Stunden Nutzung ein, das kostet 26 AUD, nicht gerade preiswert, aber wir können wenigstens alles was wir wollen, erledigen.

Schnell noch ein paar Sachen einkaufen und tanken, dann geht’s auf nach Lightning Ridge. Die Strasse dahin ist ziemlich holprig (trotz Asphalt), deswegen fahren wir das letzte Stück (ca. 90 Km) lieber über die unsealed-Strecke, das ist wesentlich bequemer und schneller. Unterwegs haben wir schon gemerkt, dass es sehr heiß sein muss. In Lightning Ridge haben wir erfahren, das es nur knapp unter 50 Grad im Schatten ist.

Der Caravanpark gehört zum Lightning Ridge Hotel/Motel, so können wir uns am Abend wenigstens bei einem kühlen Bier erfrischen.

Sonntag 05.02.2006

Die Hitze bleibt uns auch über Nacht erhalten. Es kühlt zwar ab, aber die Temperaturen bleiben über 30 Grad. Unsere Ventilatoren laufen auf Hochtouren

Beim Duschen kommt Verwirrung auf. Welcher Hahn ist denn nun der Warm-, und welcher der Kaltwasserhahn?? Es stellt sich heraus, dass man nur die Wahl zwischen heiß und kochend hat. Das kalte Wasser ist hier heißes Wasser, das wohl von den artesischen Quellen stammt.

Bei dieser Hitze verzichten wir auf größere Aktivitäten. Wir buchen für Montag eine Tour und gehen in den Pool, dessen Wasser allerdings nur bedingt erfrischt, da es auch über 30 Grad ist.

Unsere Nachbarn sind ein Ehepaar aus Österreich. Die Beiden sind hier zum Opale suchen. Sie kommen schon einige Jahre nach Australien und suchen an verschiedenen Orten nach Edelsteinen.

Um wenigstens etwas Abkühlung zu haben gehen wir abends in die Hotelbar. Dort ist es kühl und man kann ein paar Worte mit den Einheimischen wechseln. Wie die meisten Hotels ist auch dieses Hotel gleichzeitig Wettbüro für Pferde und Hunderennen. Einer der Gäste, ein Miner, hat Glück beim Pferderennen und gibt uns eine Runde aus.

Montag 06.02.2006

Für heute haben wir eine Tour durch Lightning Ridge gebucht. Wir haben die Tour um 8.30 Uhr genommen, damit es nicht ganz so heiß ist wenn wir unterwegs sind. Unser Tour Scout, eine nette Dame so um die 40, holt uns direkt am Caravanpark ab. Wir sind die einzigen Tourteilnehmer. Wir bekommen alles zusehen, was in Lightning Ridge irgendwie von Bedeutung ist.

Unter anderem gehen wir auch in die "Walk-In-Mine", die einen Überblick über Opalsuche in Lightning Ridge gibt. Auch der unvermeidliche Besuch in den Opalschleifereien fehlt nicht. Wir bleiben aber standhaft und kaufen nichts. Gegen Mittag sind wir wieder am Caravanpark. Die Hitze hat sich wieder durchgesetzt, 44 Grad im wenig vorhandenen Schatten.

Erstaunlicher weise gibt es in Lightning Ridge ein so genanntes Technikcenter, in dem auch ein Internetcafe mit Broadbandanschluss ist. Wir schnappen unser Notebook und gehen dorthin um im "airconditioned" Raum e-Mails abzuholen und die Webseite zu aktualisieren.

Glücklicherweise ist der Caravanpark direkt am Hotel, sodass man sich abends noch ein kühles Bier genehmigen kann. Das macht die Hitze erträglicher.

Dienstag 07.02.2006

Bevor wir Lightning Ridge verlassen, versorgen wir uns noch mit dem nötigsten und besuchen "The Opal Cave", einen Opal- und Andenkenladen. Hier treffen wir auf Hermann, den Besitzer. Er ist Deutscher, aus der Aschaffenburger Gegend und - nach einem Ausflug ins Teleshopping in den USA - hier in Lightning Ridge gelandet.
Er erklärt uns anhand einiger Stücke die Unterschiede der Opale, natürlich auch mit dem Hintergedanken etwas an uns zu verkaufen. Aber wir bleiben standhaft, wir wollen ja raus in die Opalfelder um selbst unser Glück zu versuchen.

In der John Murray Art Gallery erstehen wir dann noch sechs signierte Drucke von John Murray. Seine Grafiken und Bilder sind in Australien sehr bekannt. Wir haben ein paar davon in dem Hotel am Caravanpark gesehen.



Mittags fahren wir raus zu den Opalfeldern. Der erste Ort ist "The Grawin". Hier gibt es den „Club of the Scrub“ ein sehr rustikales Gebäude mit dem Status eines Clubs, ähnlich wie ein RSL-Club, nur für Opalsucher und Golfspieler. Zu dem Club gehört ein 9-Loch Golfplatz mit Sand-Greens.

Zu den Opalfeldern gehören noch zwei weitere Orte, Glenngarry und Sheepyard. Die beiden Orte werden bestimmt von den jeweiligen Pubs, dem Glenngarry-Hilton und dem Sheepyard Inn. Die Leute, die wir in den Kneipen antreffen sind schon von einer besonderen, aber liebenswerten und sehr freundlichen Art.

Auf unserer Fahrt durch die Felder treffen wir auf Ingrid und Fritz, unsere Platz-Nachbarn von Lightning Ridge.
Die Beiden suchen im Abraum der Minen nach Opalen. Sie beenden die Suche für heute. Im Sheepyard Inn gehen wir gemeinsam noch ein Bier trinken. Gemeinsam fahren wir zum "Club in the Scrub" in Grawin, hinter dem man auf einem kleinen Platz campen kann.
morgen wollen Ingrid und Fritz uns zeigen, wonach wir eigentlich suchen müssen.

Mittwoch 08.02.2006

Gegen 10.00 Uhr fahren wir gemeinsam mit Ingrid und Fritz zu einer Abraumhalde in der Nähe von Sheepyard. Mit Hammer, Sammelbehälter, etwas Wasser und einer Schaufel bewaffnet stürzen wir uns in die Suche nach den Steinen. Wir finden auch jede Menge, aber alles wertloses Zeug, da die Steine einfarbig sind. Wir trösten uns damit, dass wir wenigstens 2 Steine gefunden haben, die etwas Opalglanz haben. Fritz und Ingrid waren auch nicht erfolgreicher. Wir haben aber die Erkenntnis gewonnen, dass durchaus noch einiges im Abfall der Minen zu finden ist.

Zum Abschluss haben wir dann in der Club-Bar auf unseren (nicht?)Fund angestoßen.

Donnerstag 09.02.2006

Ingrid und Fritz bleiben noch bis zum Wochenende in den Opalfeldern. Wir machen uns auf den Weg. Wir wollen heute über Brewarrina bis nach Bourke. Die unsealed Road führt uns an den Narran Lakes vorbei. Die Landschaft sieht hier extrem ausgetrocknet und versandet aus, ähnlich wie die Wüste. Trotzdem laufen auf den Flächen unzählige Rinder herum. Knochen-gerüste am Rand der "Weiden" lassen vermuten, das hier sehr viel Vieh verendet. Der Wind bläst auf diesem Teilstück sehr heftig und es entstehen immer wieder sog. "Willies", kleine Wirbelstürme. Mitten auf der Strecke geraten wir in einen leichten Sandsturm, der uns die Sicht nimmt. Bei Brewarrina kommen wir wieder auf Asphalt.
In Bourke fahren wir gleich zur Tourist-Info. Steve begrüßt uns sehr freundlich und versorgt uns mit allen wichtigen Infos über Bourke und Umgebung. Als Caravanpark empfiehlt er uns Kidman's Rest, der wäre zwar 3 Km weiter und 2 AUD teurer, aber sehr schön gelegen und mit erstklassiger Ausstattung und direktem Zugang zum Darling River.

Wir fragen nach einem Internetcafe in Bourke. Damit kann er leider nicht dienen aber die Bücherei hätte einen Anschluss. Als wir nach Laptop-Access fragen bietet er uns an, wir könnten gerne seinen Anschluss hier in der Tourist-Info benutzen. Wir machen mit ihm aus, dass wir morgen früh mit unserem Laptop kommen.

Wir folgen der Empfehlung von Steve und fahren zum Kidman's Rest Caravanpark. Er hat wirklich nicht übertrieben. Der Park ist wirklich toll angelegt und komplett im Country-Stil gebaut. Als Rasenmäher laufen 2 Pferde und 3 Poddies (Bullenkälber) über den Platz

Freitag 10.02.2006

Heute trödeln wir so ein wenig in den Tag hinein. Als erstes verlängern wir hier unseren Aufenthalt, der Platz gefällt uns ausgesprochen gut. Danach machen wir uns auf in die Tourist-Info, wo wir unseren Laptop anschließen und die Webseite aktualisieren wollen. Das dauert etwas länger, da nur ein analoger Anschluss zur Verfügung steht, aber immerhin kostet uns das kein Geld.

Auf der MudMap von Bourke ist ein Vorschlag für einen Ausflug vorbei an den Baumwollfeldern zur Fort Bourke Stockade, dem einzigen von den Entdeckern errichteten Fort. Da wollen wir mal hinfahren.

Nach 17 Kilometern über unsealed Roads, Bewässerungsdämme und durch Farm-Gates stehen wir vor der Replik, ein paar Holzbalken die zu einem quadratischen Etwas zusammengebaut sind. Es ist schon manchmal seltsam, was die Australier als Touristenattraktion bezeichnen. Wenigstens ist die Landschaft rundum, der ausgetrocknete Darling River und die gesamte Flussebene, interessant und sehenswert.

Samstag 11.02.2006

Wir lassen es mal wieder ganz gemütlich angehen. Wir wollen über den Kidman's Way bis nach Cobar, das sind nur 160 Km.
Gegen halb 11 Uhr haben wir endlich unser Zeug zusammengepackt. Bevor wir losfahren fahren wir an den Darling River um uns den Nachbau der berühmten Jandra anzusehen, die hier bei Kidman's Camp liegt. Die Jandra ist ein Schaufelradboot eine sog. Paddle-Vessel.

Der Weg nach Cobar ist nicht besonders abwechslungsreich. Uns fällt auf, dass besonders viele GRID's die Strasse queren, obwohl kein Vieh zu sehen ist.
In Cobar fahren wir zum Heritage-Center, dem Infocenter. Das liegt in einem historischen Gebäude der Minengesellschaft. Cobar ist eine Minenstadt. Hier werden Gold, Silber, Kupfer und Eisenerz gewonnen.
Es gibt nur einen Caravanplatz, am Barrier-Highway. Wir bekommen einen sehr schönen schattigen Platz und brauchen unser Sonnendach nicht aufzustellen.
Da es in Cobar 2 Clubs gibt, machen wir uns am Abend auf, um noch ein Bier zu trinken. Im ersten Club, dem Bowling und Golfclub, ist es ziemlich chaotisch und unaufgeräumt. Eine Gruppe junger Australier ist gerade dabei, mit Eiswürfeln den Boden zu bedecken - ja, ja der Suff. Wir trinken ein Bier und machen uns fort in Richtung "Memorial Services Club". Hier sieht es viel besser aus. Es ist zwar kaum was los, aber die Tische sind ordentlich sauber. 2 Tische von uns entfernt unterhalten sich 4 Männer. Der Akzent, zumindest von 2 der Leute, kommt uns bekannt vor - das müssten Deutsche sein. Im Vorbeigehen sprechen wir die Leute an, und tatsächlich es sind Mitarbeiter einer deutschen Pipelinefirma, die den Bau der Pipeline, von den Gasfeldern bei Cooper Pedy zur Ostküste, überprüfen.

Sonntag 12.02.2006

Wir lassen uns vom Wecker wecken, weil wir in die Wetterstation in Cobar wollen. Dort kann man an einer Führung teilnehmen, in deren Anschluss der Wetterballon gestartet wird. Aus den Unterlagen gehen die genauen Anfangszeiten nicht hervor. Einmal heißt es 8.45 Uhr, einmal 9.45 Uhr. Wir fahren vorsichtshalber bereits um 8.30 dorthin. Wir sind zu früh, denn 9.45 Uhr ist die richtige Zeit. Wir bleiben auf dem Parkplatz stehen.

Kurz nach halb Neun begrüßt uns fröhlich der Diensthabende Meteorologe und bietet uns an, auf seinem Routinerundgang zu den Messinstrumenten mitzugehen, dann müssen wir nicht so lange warten. Das haben wir natürlich dankend angenommen. Er hat uns die einzelnen Messgeräte gezeigt und erklärt. Anschließend sind wir mit in sein Büro, wo die Rechner mit den automatischen Messstellen verbunden sind, und er seine abgelesenen Werte eingibt. Er erklärt uns, wie das Netzwerk der australischen Messstellen aussieht und wieso die Führung bei Daylightsaving 1 Stunde später stattfindet. Das hängt damit zusammen, dass bei allen Wettermessstellen in der ganzen Welt, die Wetterballons um die selbe Zeit in die Luft gelassen werden- also in Hamburg und Offenbach zur gleichen Zeit wie in Cobar.

Den Start des Messballons schauen wir uns nicht an, da wir mehr als eine Stunde warten müssen. Wir wollen noch beim Fort Bourke Lookout vorbeifahren, von wo aus man in die Open Cut Mine hineinschauen kann. Als wir dort ankommen ist das Tor zu dem Lookout verschlossen. Wir bekommen also nichts zu sehen. Dann wollen wir wenigstens noch die Peak Mine - die neueste Mine in Cobar - anschauen. Im Infoblatt ist der Goldway eingezeichnet auf dem man zu einer Plattform gelangt, von der aus man in nur 100 m Entfernung in eine arbeitende Goldmine sehen kann. Das stimmt zwar, aber das einzige was man sieht, ist der Turm über dem Einfahrschacht und 2 herumlaufende Minenangestellte - sonst tut sich nix.

Wir fahren gleich weiter. In Mount Hope, einem Nest mit 10 Bewohnern, halten wir am "besten und einzigen" Pub und machen Mittagspause. Nach einem kleinen, preiswerten Imbiss machen wir uns auf nach Hillston, wo wir übernachten wollen.
Am Orteingang fahren wir auf eine Umleitung zu. Mehrere Kräne sind dabei etwas hochzuheben, was können wir nicht erkennen. Wir fahren zum Caravanpark und buchen uns für die Nacht ein. Leider gibt es im Moment keinen Strom, da neue Leitungen verlegt werden, erzählt man uns. Jetzt wissen wir auch warum die Umleitung war. Nach ungefähr 2 Stunden ist der Strom wieder da und unsere Fridge kann ordentlich kühlen.