Hay / cape Otway NP

Montag 13.02.2006

Wir fahren los, ohne ein festes Ziel festzulegen. Von Hillston aus geht es durch riesige Farmen, zum Teil auf unsealed Roads. Die Landschaft ist eintönig, flach und unbewachsen. Der Weg führt uns über Hay.

Als wir in Hay ankommen gefällt uns der Ort so gut, dass wir uns entschließen hier zu bleiben. Hay - ein nettes kleines Provinznest am Murrimbidgee-River, mit netten Läden, die zum Shopping einladen.

Hier gibt es sogar einen Big4-Caravanplatz, auf dem wir natürlich übernachten.

In Hay wurde zu Testzwecken der erste Kreisverkehr in Australien eingerichtet.

Gegenüber unserem Caravanpark ist das South-Hay-Hotel, ein typisches Outback-Hotel, in dem wir heute unser Abendessen einnehmen. Das Hotel ist gut vom Personal der umliegenden Farmen besucht.

Dienstag 14.02.2006

Heute wollen wir bis Swan Hill, am Murray River fahren. Vorher checken wir in der Bücherei in Hay unsere e-Mails. Langsam wird die Landschaft wieder etwas grüner und die Fahrt abwechslungsreicher. In Swan Hill fahren wir erstmal zur Tourist-Info und suchen uns einen nahe an der Stadt gelegenen Caravanplatz. Nachdem wir eingecheckt haben laufen wir auch gleich in die Stadt. Auf der Suche nach einem Internetcafe, wo wir die Webseite updaten können legen wir ein ganz schönes Stück Weg zurück.

Das einzige Internetcafe, außer der Bibliothek die keinen Laptop-Access hat, liegt im nördlichen Stadtbereich hinter der Highschool, ungefähr eine halbe Stunde Fußweg. Wir gehen rein und fragen nach ob auch Laptop-Access möglich ist - es ist. Heute schauen wir uns nur die aktuellen e-Mails an.
Die Nachbarn auf dem Campingplatz sprechen uns abends an. Sie erzählen, dass sie eine Woche Probeurlaub mit einem geliehenen Wohnwagen machen um auszuprobieren, ob ihnen das gefällt. Er beabsichtigt bald zu retiren und dann wollen sie rund um Australien reisen. Wir sitzen noch bei einem Bier zusammen und tauschen Erfahrungen aus.

Mittwoch 15.02.2006

Nach dem Frühstück machen wir uns auf den langen Weg zum Internetcafe. Wir aktualisieren die Webseite und informieren uns im Internet über verschiedene Dinge.

Auf dem Weg zurück zum Caravanpark kommen wir an einem riesigen Baum vorbei. Es ist der größte Feigenbaum in der südlichen Hemisphäre und wurde vor 130 Jahren gepflanzt, um an den Besuch von Burke and Wills in Swan Hill 1860 zu erinnern. Der Baum ist 30 Meter hoch und hat einen Kronen-Durchmesser von 44 Metern. Der Stamm ist 4 m im Durchmesser.
Den restlichen Nachmittag und Abend relaxen wir ein wenig

Donnerstag 16.02.2006

Entlang der Grenze zu NSW fahren wir auf dem Murray-Valley-Highway nach Echuca. Wir haben gelesen, dass dort am Wochenende das "Murray Riverboats Jazz, Food & Wine-Festival" stattfindet. Das, was in den Infos dazu angekündigt ist hört sich sehr gut an. Wir beschließen bis Montag hier zu bleiben und uns ein paar GiG's anzusehen.

Auf dem Echuca Caravanpark sind wir ziemlich nahe am Geschehen dran, da er hinter dem alten Hafen von Echuca, direkt am Murray River liegt.
Nach der Fahrt haben wir nicht mehr die rechte Lust noch was anzufangen und verbringen den restlichen Tag mit lesen und in den Pool gehen.

Freitag 17.02.2006

Heute Abend startet das Festival. Auf dem Weg in die Stadt, entlang dem Murray-River, sind schon die Vorbereitungen im Gange. Wir halten uns recht lange in der Innenstadt auf und sind erst am späteren Nachmittag wieder auf dem Caravanpark.

Nicht weit weg von uns liegt am Murray River ein nettes Lokal, das Oskar W's, das den Abend mit einer guten Swing-Formation eröffnet und eine sehr gute Menu-Karte hat. Wir machen uns ausgehfertig und genießen den Abend bei Musik und gutem Essen.

Samstag 18.02.2006

Laut Infounterlagen sind heute 3 Märkte in Echuca. Die wollen wir alle besuchen.
Al erstes laufen wir zum Farmers Markt, einem Markt mit Angeboten der umliegenden Farmen. Wir sind etwas überrascht, wie wenig die einzelnen Stände anzubieten haben, teilweise nur eine Sorte Obst oder nur Honig usw., im Normalfall wird auf Farmermärkten eine große Vielfalt angeboten. Der nächste Markt ist nicht an dem Ort zu finden wo er sein soll. Er wird wohl abgesagt worden sein. Auf dem Rückweg spielt vor einem Geschäft eine "Big Band" aus lauter Jugendlichen, offensichtlich von der örtlichen Highschool, die super Musik machen. In der Nähe des historischen Hafens ist in oder vor fast jedem größeren Geschäft Jazzmusik zu hören. Bei einigen Bands bleiben wir stehen und hören eine Weile zu.

In Echuca ist das "National Holden Museum" beheimatet. Das sehen wir uns zum Abschluss unseres Stadtrundgangs an. Hier wird man über die Entwicklung des Autobaus in Australien umfassend informiert. Holden gibt es erst seit 1946 als eigenen Automobilhersteller. Die ausgestellten 40 Fahrzeuge sind alle in 1A Zustand. Zu einzelnen Fahrzeugen gibt es ganz nette Geschichten zu und über die Vorbesitzer.
In der Zeitung haben wir gelesen, dass am Sonntag die "Queens Baton Relay" durch Echuca kommt. Das ist die Fackel für die Commonwealth Games, vergleichbar mit dem olympischen Feuer. Das wollen wir natürlich nicht verpassen.

Sonntag 19.02.2006

Nach einem gemütlichen Frühstück machen wir uns auf in den historischen Hafen, um die "Queens Baton Relay" zu sehen. Wir sind 15 Minuten, bevor sie kommen soll, bereits an Ort und Stelle. So langsam kommen auch ein paar andere Leute und ein Sicherungsfahrzeug, 2 Ordner und eine handvoll Pressefotografen. Man hat keine Eile - man nimmt das hier alles relativ relaxet.
Die Fackel kommt, getragen von einem älteren Herrn, auf der Postkutsche angefahren. Mit den Kutschen kann man sich in Echuca durch das Hafengebiet fahren lassen. Auf einmal ist es rund um uns herum recht voll. Die Kutsche bleibt für die Fotografen 2-3 Minuten stehen. Nach dem Blitzlichtgewitter läuft der Mann Richtung Innenstadt – zu Fuß!

Wir gehen in den Bookshop, dort gibt es Internet- und Laptop-Access, um unsere Webseite zu aktualisieren.
Nachdem wir unser Notebook wieder zum Auto zurückgebracht haben, sind wir in den Park, wo eine große Jazzveranstaltung stattfindet. Auf dem Veranstaltungsgelände sind eine Menge Ess- und Weinstände aufgestellt, sodass man den ganzen Tag Picknick machen und gleichzeitig der Musik zuhören kann.

Montag 20.02.2006

Bis Melbourne haben wir rund. 250 Km vor uns. Wir fahren auf Nebenstrassen durch eine sehr schöne gebirgige Gegend. Wir wollen über den Western Freeway nach Melbourne. Zum einen um die gebührenpflichtigen Strassen zu umgehen, zum anderen weil der von uns ausgesuchte Caravanpark westlich der Stadt liegt.

Der Caravanpark liegt ideal, 200 m vom Highway, nebenan ist ein Einkaufszentrum. Der Bus in die Stadt fährt direkt vor dem Caravanpark ab, in knapp 20/25 Minuten ist man mitten in der City. Die Ausstattung des Caravanparks ist sehr gut, es fehlt an nichts. Es gibt sogar einen Hotspot um über Wireless ins Internet zu gehen. Mit 6 AUD für 2 Stunden ist es zudem billiger als in den meisten Internetcafes.

Da einzige was stört ist die Tatsache, dass es ziemlich windig und nicht besonders warm ist - es stimmt schon, in Melbourne ist es kalt.

Dienstag 21.02.2006

Die frischen Nachttemperaturen sorgen dafür, dass wir etwas länger schlafen. Der Blick nach draußen zeigt einen stark bewölkten Himmel, es sieht nicht so aus als ob heute noch die Sonne scheint.
Nach dem Frühstück setzen wir uns in den Bus und fahren nach Melbourne rein. Das ist eine sehr preiswerte Angelegenheit. Für 6,10 AUD gibt es eine Tageskarte die auf allen Strecken von Bus und Bahn Gültigkeit hat (im Tarifgebiet 1-ganz Melbourne). Der Einzelfahrpreis liegt schon bei 3,20 AUD, man ist also mit dem Daly-Pass viel besser daran. Wir fahren zu den Queen Victoria Markets. An den ca. 900 Ständen wird fast alles angeboten. In der Halle für Fleisch und Wurstwaren gibt es fast alle Spezialitäten der Welt, einschl. deutscher Brezeln, Leberwurst, Presskopf.

Gegen Mittag hat sich die Wolkendecke aufgelöst und die Sonne scheint. Die Temperatur ist angenehm, etwas über 20 Grad.

Nach unserem Rundgang über die Märkte fahren wir weiter zur Queensstreet und steigen dort in die kostenlose City-Circle Tram. Die Straßenbahn fährt an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Melbournes vorbei, die einem über ein mitlaufendes Ansage-Band auch erklärt werden.

Als wir wieder auf dem Caravanpark sind, probieren wir gleich den Hotspot aus - es funktioniert wirklich sehr gut

Mittwoch 22.02.2006

Heute Morgen sieht es genauso trübe wie gestern aus. Wir hoffen, dass es im Laufe des Tages wieder aufklart.
Wir fahren mit dem Bus in die Stadt und schauen uns einige markante Gebäude an. In der Bourkestreet bummeln wir natürlich durch einige Geschäfte. Wir hatten mit Corinna, die gerade eine Woche Urlaub in der Nähe von Melbourne gemacht hat, vereinbart, dass wir uns vor ihrem Rückflug nach Townsville noch kurz treffen. Als Corinna sich telefonisch meldet, sind wir nur einen Häuserblock voneinander entfernt. Corinna hat gut eine Stunde Zeit, bis sie zum Flughafenshuttle muss. Wir gehen einen Kaffee trinken und plaudern ein wenig, bevor wir sie zum Bus begleiten.

Der Himmel ist inzwischen wieder aufgeklart und das Wetter ist sehr angenehm. Da die Sonne so schön scheint entschließen wir uns die Bahn nach St. Kilda zu nehmen und dort ein wenig an den Strand zu gehen.

Wir wollen noch auf den Nachtmarkt der auf dem Gelände des Queen Viktoria Marktes stattfindet. Er beginnt ab 17.30. Von St. Kilda fahren wir direkt dorthin und sind so gegen 18.00 dort. Die aufgebauten Stände haben meistens Schmuck und alternative Mittelchen gegen jedwede Beschwerden und es sind auffallend viele Essensstände mit Angeboten aus der ganzen Welt. Unter anderem ist auch ein Stand mit deutschen Spezialitäten wie Bratwurst, Weißwurst Krakauer, Sauerkraut usw. da. Wir essen eine richtige „deutsche“ Bratwurst, die auch wirklich wie eine Bratwurst schmeckt.
Da sonst nicht allzu viel Interessantes angeboten wurde, haben wir uns wieder auf den Weg zum Caravanpark gemacht.

Donnerstag 23.02.2006

Heute werden wir von strahlend blauem Himmel und herrlichem Sonnenschein geweckt. Die Temperatur ist äußerst angenehm. Da macht es Spaß aufzustehen. Heute wollen wir uns die Docklands, Melbournes neu erschlossenes Gebiet am Yarra-River ansehen. Hier ist mit viel Aufwand begonnen worden attraktives "Wohnen am Fluss" verbunden mit gastronomischen und kulturellen Einrichtungen zu schaffen. Das Projekt läuft noch bis 2015, aber man kann schon sehr gut erahnen, wie es einmal aussehen wird. Das, was jetzt schon fertig ist, ist für Melbourne sicher eine Bereicherung.

Den Sommer über kann man in Melbourne mit dem Yarra-River-Shuttle-Service alle wichtigen Einrichtungen am Yarra River erreichen, z.B. das Aquarium, Southgate/Southbanks, das Crown-Entertainmentcenter, Central Pier und die Docklands. Auf kleinen Schiffen, wird man über den Yarra-River befördert und kann im hopp on/hopp off - Verfahren immer wieder unterbrechen.

Gegen Abend fahren wir zurück zum Caravanpark und gehen noch ein wenig ins Internet - ist ja wirklich bequem mit dem Hotspot.

Freitag 24.02.2006

Mit dem Bus fahren wir noch mal zu den Queen Victoria Markets. Beim letzten Mal haben wir in der Fleisch- und Wursthalle einen Stand gesehen, der Hausmacher Wurst nach deutschem Rezept angeboten hat. Wenn wir schon mal die Gelegenheit haben deutsche Wurst zu bekommen, dann wollen wir auch welche mitnehmen. Wir nehmen uns von der Speckleberwurst und der Braunschweiger Mettwurst mit.
Bevor wir wieder zum Caravanplatz nach Braybrook fahren, laufen wir auch noch mal an den Ständen mit Art & Craft und Bekleidung vorbei.
Den Nachmittag verbringen wir mit Homepageupdate und einigen Recherchen im Internet, wer weiß, wann wir wieder einen schnellen Anschluss haben.
Auf dem Platz neben uns steht jetzt ein Kea Camper. Mit dem ist ein deutsches Ehepaar mit 2 Kindern unterwegs. Als er uns sieht kommt er gleich rüber und fragt ob wir auch Deutsche wären. Er interessiert sich für den Truck und unsere Reiserouten. Wir schwätzen noch etwas, bevor wir uns dann wegen der kühlen Abend-Temperaturen ins Innere verziehen.

Samstag 25.02.2006

Als wir aufwachen ist es draußen nass, es hat geregnet und die Temperaturen sind auch nicht gerade hochsommerlich. Nach dem Frühstück kommt unser Nachbar, der mit dem Kea-Camper, und fragt nach ein paar Ausflugtipps für Melbourne. Die Unterhaltung dauert etwas länger, sodass wir erst gegen halb elf vom Platz kommen. Da es auf dem Weg liegt, fahren wir noch bei dem Einkaufszentrum mit dem Aldi-Markt vorbei und ergänzen unsere Vorräte.
Über Geelong fahren wir nach Torquay, dem Beginn der Great Ocean Road. Wie schon bei unserer letzten Tour über die Great Ocean Road fängt es an zu regnen, wir haben aber Hoffnung, dass es wieder aufklart.
Die Great Ocean Road ist sehr kurvig und teilweise sind die Strassen ziemlich schmal. Mit unserem breiten Auto müssen wir schon ziemlich aufpassen, zumal viel Verkehr herrscht. An einigen Stellen, meist in oder hinter Kurven, stehen am Rand Autos und Menschentrauben. Hier sitzen in den Bäumen am Straßenrand offensichtlich Koalas. Die Leute sind sehr leichtsinnig und bringen die Autofahrer ziemlich in die Bredoullie.

Als wir durch Lorne fahren, einem kleinen Örtchen an der Great Ocean Road, ist dort eine Menge Betrieb. Ein Transparent gibt Auskunft warum. Dieses Wochenende finden die Worldchampionchips der Livesaver statt. Da es regnet halten wir nicht weiter an und fahren weiter zum Otway National Park. Im Nationalpark gibt es den sog. Bimbi Park, in dem man übernachten kann. Der Park wirbt mit dem Slogan "Camping unter Koalas" und tatsächlich sind auch mehrere Koalas auf den Bäumen rundherum zu sehen.

Etwas später als wir fahren zwei Wohnmobile auf den Platz. Die Fahrer parken die Fahrzeuge ein, dann sind sie auch schon bei uns. Es sind Leute aus Neuseeland. Sie interessieren sich für unseren Truck, besonders weil er 4WD-Antrieb hat.
Das eine Wohnmobil ist ebenfalls ein Mitsubishi Canter, das andere ein Toyota Dyna. Wir tauschen ein wenig die Erfahrungen aus. Die beiden Ehepaare sehen sich die Umgebung von Melbourne an und wollen dann zu den Commonwelth-Games zurück nach Melbourne.