West Mc Donnell Ranges / Laverton

Montag 01.05.2006

Als erstes gehen wir zum Office, um den Campingplatz zu bezahlen und - wenn möglich - die angebotene Tour zu buchen. Der Manager des Campingplatzes, Ken, ist gleichzeitig auch der Tourguide. Er fragt, wann wir die Tour machen wollen. Uns ist es egal, da wir heute noch hier bleiben wollen. Er meint daraufhin, dass er gerne noch 3 Stunden warten würde, falls noch jemand kommt, der auch die Tour machen will. Er würde uns dann "einsammeln".

Wir schauen uns noch im Store um und bewundern einige der Bilder von Aboriginies aus der Community. Dann gehen wir frühstücken.

Gegen Mittag kommt Ken mit seinem Auto und lädt uns ein. Wir fahren bis zum Bohrloch, über das die Kommune versorgt wird. Die Pumpen holen das Wasser aus 220 m Tiefe, 3 Liter/ sek. Es ist erstklassiges Trinkwasser, was bei Brunnen nicht immer selbstverständlich ist. Von hier aus wandern wir in eine Schlucht, die zu den James Ranges gehört. Unterwegs erklärt uns Ken diverse Pflanzen die für medizinische Zwecke oder als Lebensmittel Verwendung finden. An einer Felswand zeigt er uns Handprints und erklärt uns wie sie entstehen. Kurz vor Wallace Rockhole, einem permanenten Wasserloch, zeigt er uns jahrtausende alte Gravierungen.

Am Waterhole machen wir Rast und unterhalten uns mit Ken über verschiedenes. Er ist Manager der Community und ist mit einer Aboriginie verheiratet. Es ist eine sehr kurzweilige Tour die wir hier für kleines Geld (10 AUD / Person) geboten bekommen.

Wir machen später noch einen Spaziergang durch die Wallace Rockhole Community. Der Ort ist sehr sauber und aufgeräumt. Im Wettbewerb "Tidy Town" hat der Ort fast jedes Jahr eine Auszeichnung erhalten.

Gegen Abend kommt noch ein australisches Ehepaar auf den Campingplatz gefahren, es ist wirklich "busy" heute.

Dienstag 02.05.2006

Um zu den Gorges zu gelangen, die wir uns heute ansehen wollen, müssen wir ca. 40 Km zurück in Richtung Alice Springs fahren und dann auf den Namatjira Drive abbiegen.
Zuerst fahren wir die Serpentine Gorge an. Die Gorge wird eingerahmt von steilen, bizarren Felswänden. Der Weg hinein endet an einem großen Wasserloch, in dem man auch Schwimmen kann.
Von hier aus fahren wir weiter zu den Ochre Pits, eine Stelle, wo die Ureinwohner Ochre-Gestein abgebaut haben. Ochre spielt bei den Ureinwohnern eine große Rolle als Farbstoff und als Medizin. Das Ochre-Gestein kommt hier in Weiß, Gelb und Rot vor.

Die Ormiston Gorge, die wir als nächstes anfahren, ist ähnlich spektakulär wie die Serpentine Gorge. Auch hier endet der Weg an einem größeren Wasserloch, in dem auch einige Leute baden - trotz des eiskalten Wassers. Im Informationszentrum kann man etwas über die Bedeutung der Gorge für die Ureinwohner, die westlichen Aranda, erfahren. Wer will kann hier auf dem Campground übernachten.

Wir machen uns aber weiter, auf den Weg nach Glen Helen, unserem heutigen Ziel. Das sind nur noch ein paar Kilometer. Wir buchen uns dort für eine Nacht ein. Glen Helen ist eine ehemalige Homestedt, die zu einem Ressort erweitert wurde und direkt am Finke River und der Glen Helen Gorge liegt. Nachdem wir unseren Platz eingerichtet haben gehen wir noch auf ein Bier in die Bar und trinken ein Gläschen auf Elviras Geburtstag.

Mittwoch 03.05.2006

Auf unserem Weg in Richtung Hermannsburg wollen wir den Gosse Bluff anfahren. Deshalb brauchen wir schon heute den Merinee-Loop Pass (Permit). Da er 3 Tage gültig ist reicht es, wenn wir ihn bereits hier ausstellen lassen. Er kostet 2,20 AUD und beinhaltet ein nettes Booklet, das noch genauso aussieht wie 1998. Bei unserer damaligen Reise haben wir dasselbe bekommen.
Bevor wir losfahren wandern wir noch in die Glen Helen Gorge. Das Wasserloch ist noch richtig gut gefüllt, so dass man nicht so weit in die Gorge hineinlaufen kann.

Über den Tylers Pass fahren wir bis zur Einfahrt zum Gosse Bluff. Über einen ziemlich ausgefahrenen 4WD Track gelangen wir in den Krater, der von einem Meteor gebildet wurde. Der Krater hat einen Durchmesser von ca. 5 Km. Der Krater ist eine "Sacred Site" und darf deshalb nur teilweise betreten werden.

Kurz nach Gosse Bluff kommt die Abzweigung auf den Larapinta Drive in Richtung Hermannsburg. Kurz vor Hermannsburg ist die Abzweigung ins Palm Valley. Da es noch früh am Tag ist, beschließen wir heute noch ins Valley zu fahren. Am Anfang des Wegs steht ein Schild mit einer Beschreibung der Strecke und dem Hinweis, das für die 21 Km und zurück mindestens 3 Stunden eingeplant werden müssen.

Die ersten Kilometer entlang und durch den ausgetrockneten Finke River sind relativ einfach zu fahren. Es ist abwechselnd sandig oder Schotterpiste. Auf den letzten 5 Kilometern wird es allerdings etwas "rough". Hier braucht man unbedingt einen "High Clearance" 4WD. Der Weg führt fast nur noch über Felsen. Fahrer und Fahrzeug werden hier ganz schön beansprucht. In der Cycade Gorge, ca. 1,6 Km vor dem Palm Valley, halten wir kurz an. Wir treffen dort ein australisches Ehepaar, das uns wegen des Namens "Wolff" anspricht. Die Großmutter des Mannes hat auch Wolff geheißen. Sie sei aus Holstein gewesen. Nach einem kleinen Schwätzchen fahren wir dann die letzten Kilometer ins Palm Valley.
Wir laufen ein Stück in das Tal hinein. Die große Runde schaffen wir nicht mehr, wenn wir noch bei Tageslicht wieder raus sein wollen. Aber auch der kurze Spaziergang vermittelt einen guten Eindruck von diesem wunderschönen Tal.
In Herrmannsburg fahren wir am Supermarkt vorbei. Hier kann man für den Ntaria Campground einchecken. Der Supermarkt ist eigentlich schon geschlossen, aber der steht noch vor der Tür und unterhält sich. sodass wir noch bedient werden. Die Nacht kostet nur 11$ mit Power! Der Platz sowie die sanitären Anlagen sind in einem exzellenten Zustand und sehr sauber.

Als wir die Tür zu unserem Wohnraum öffnen schauen wir in ein ziemliches Chaos. Alles was nicht irgendwie befestigt war, liegt auf dem Boden. Aus dem Seitenkasten, wo die Wasserbehälter stehen, tropft es, ein Wasserkanister mit "Springwater" ist kaputtgegangen. Es war halt eine sehr harte Strecke

Donnerstag 04.05.2006

Morgens geht wieder mal alles recht langsam. Es ist schon 11.00 Uhr, bis wir unser Zeug gepackt haben. Im Supermarkt wollen wir noch ein paar Sachen einkaufen und sehen, ob wir hier ins Internet kommen, oder vielleicht sogar unseren Laptop anschließen können.

Im Supermarkt steht ein sog. PieLink fürs Internet. Da kann man höchstens seine e-Mails abholen. Bei genauerem Hinsehen stellen wir fest, dass die Telefonleitung, mit der das Gerät verbunden ist, abgezogen werden kann. Wir fragen den Manager ob wir die Leitung benutzen können, um unseren Rechner anzuschließen. Er ist einverstanden und wir holen unseren Rechner aus dem Auto, wer weiß, wann wir wieder Gelegenheit haben etwas hoch zu laden. Da es eine analoge Leitung ist, dauert alles etwas länger. Nach etwas mehr als 2 Stunden sind wir fertig. Anschließend kaufen wir noch ein.

Da es inzwischen schon fast 14.30 Uhr ist, beschließen wir diese Nacht noch in Hermannsburg zu bleiben und uns die ehemalige Mission genauer anzusehen. Hier hat sich nicht viel geändert. Allerdings gibt es jetzt im ehemaligen Pfarrhaus eine Ausstellung mit Landschaftsmalereien von Albert Namatjira und seinen Kindern und Schülern. Im Cafe, in Strehlow's Haus, essen wir natürlich Apfelstrudel (ein Muss). Von dort fahren wir wieder zurück zum Campingplatz.

Freitag 05.05.2006

Bevor wir losfahren müssen wir noch tanken. Überraschenderweise ist der Diesel hier in Hermannsburg billiger als in Glen Helen. Über die Mereenie Loop, die auch schon bessere Tage erlebt hat, fahren wir in Richtung Kings Canyon. Ca 20 Km vor dem Kings Canyon Ressort beginnt die asphaltierte Strecke. Man ist dabei, die Mereenie Loop in den nächsten Jahren ganz zu asphaltieren. So richtig wissen wir nicht, ob wir das gut finden sollen. Es ist aber wohl endgültig beschlossen. Wer sie noch mal im jetzigen Zustand befahren will, muss sich beeilen.

Kings Canyon fahren wir diesmal nicht an. Bei Kathleen Springs halten wir an und machen einen kleinen Spaziergang bis zur Quelle, einem wunderschönen und kühlen Platz. Hier treffen wir ein Pärchen aus Berlin, das zum ersten Mal in Australien Urlaub macht und ganz begeistert ist.

Weiter geht's nach Kings Creek Station, einer ehemaligen Farm, die zu einem tollen Ressort ausgebaut worden ist. Hier wollen wir die Nacht bleiben. Neben dem Platz, den wir zugewiesen bekommen haben, steht ein Kea Bushi. Zu dem gehört ein Berliner Ehepaar (heute schon das Zweite!), das auch schon ein paar Mal in Australien war und jetzt auf dem Weg nach Alice Springs ist. Von dort wollen sie über die Tanami Road nach Westaustralien fahren.

Den Abend sitzen wir gemeinsam am Feuer und tauschen unsere Erfahrungen und Eindrücke aus.

Samstag 06.05.2006

Bevor wir losfahren, füllen wir noch mal Diesel nach und starten Richtung Ayers Rock (Yulara). Unterwegs gibt es nicht viel zu sehen. An Curtin Springs fahren wir vorbei. In Yulara angekommen, fahren wir erstmal zum Touristinformationszentrum. Danach steuern wir den Campground an, und buchen uns für 2 Nächte ein.

Das Permit für den Westaustralischen Teil der Great Central Road ist nur 3 Tage gültig. Es ist bereits jetzt abzusehen, dass wir zu dem eingetragenen Datum noch nicht auf der GCR sein, bzw. sie beendet haben werden. In Kings Creek haben wir die Verlängerung des Permit per Internet beantragt und die Faxnummer vom Campground in Yulara angegeben. Wir erkundigen uns am Schalter ob schon ein Fax da ist. Leider nicht!
In Yulara gibt es einen kostenlosen Shuttlebus, mit dem man durch das ganze Ressort fahren kann. Wir nutzen ihn gleich, um ins Informationszentrum und ins Shoppingcenter zu fahren. Nachdem wir uns einen Überblick verschafft haben, fahren wir zurück zum Campground.

Sonntag 07.05.2006

Wir wollen uns den Sonnenaufgang am Ayers Rock ansehen. Sonnenaufgang ist um 7.10 Uhr. Der Wecker klingelt bereits um 5.30 Uhr, damit wir rechtzeitig vor Ort sind. Frühstück sparen wir uns fürs erste. Als wir wegfahren reihen wir uns in die "Karawane" von Autos ein die Richtung Ayers Rock fahren. Da wir noch keinen Parkpass haben, müssen wir am Eingang zum NP erstmal 25 $ pro Person für den 3 Tage gültigen NP-Pass bezahlen.

Als wir an der Sunrise Viewingarea ankommen, ist dort schon viel Betrieb. Wir bekommen aber noch einen Parkplatz. Mit vielen anderen zusammen warten wir darauf, dass endlich die Sonne aufgeht und den Felsen ins rechte Licht rückt. Wir haben den Eindruck, dass der Sonnenaufgang heute nicht so spektakulär ist, wie wir ihn 1998 erlebt haben. Nachdem das Schauspiel zu Ende ist, fahren wir zurück zum Campground und frühstücken.

Nach dem Frühstück laufen wir zum Internetkiosk, der am Eingang des Campgrounds ist. Die Anschlüsse sind zwar schnell, aber die Benutzung ist mit 20 AUD / Std. recht teuer. Wir wollen nachsehen, ob unser Permit vielleicht als e-Mail eingegangen ist, beim Antrag haben wir das als bevorzugte Zustellung angegeben. Leider ist der Internetkiosk außer Betrieb. Ein Fax ist auch nicht gekommen. Wir fahren mit dem Bus zum Shoppingcenter und nutzen dort den Internetanschluss. Leider ist kein Permit im Posteingang.
Da werden wir am Montag in Westaustralien anrufen müssen. Wir verlängern den Aufenthalt in Yulara um einen Tag, da das Permit nicht vor Montagmittag eintreffen kann. Westaustralien liegt mit der Zeit um 1 1/2 Stunden zurück und vor 9.00 Uhr WA-Zeit (also 10.30 Uhr Central Time) kann man nicht anrufen.

Auf dem Campground gibt es den Naninga Lookout. Von hier aus kann man den Uluru (Ayers Rock) sehen. Von hier beobachten wir den Sonnenuntergang. Eigentlich wollten wir zum Sonnenuntergang zum Felsen fahren, da aber viele Wolken am Himmel sind, und wir morgen auch noch hier sind, schauen wir uns den Sonnenuntergang von hier aus an.
Durch die Wolken ist der Sonnenuntergang ziemlich unspektakulär.

In der Outback-Lodge ist jeden Abend Livemusik. Mit dem Shuttlebus fahren wir dorthin und hören uns bei ein paar Bier den Sänger an. Er macht ganz gute Musik und wir haben einen angenehmen Abend.

Montag 08.05.2006

Pünktlich um 9.00 Uhr WA-Time rufen wir in Perth wegen des Permits an. Leider hängen wir in der Zentrale fest und alles durchstellen hilft nichts, wir fliegen aus der Leitung. Nach dem vierten Versuch erwischen wir endlich die zuständige Bearbeiterin, die sich gleich darum kümmern will. Wir geben ihr die Faxnummer vom Campground und für alle Fälle auch unsere Mobil-Telefonnummer.

Nach einiger Zeit fragen wir an der Rezeption nach und bekommen auch tatsächlich 2 Seiten Fax ausgehändigt, einmal die Bitte noch mal zurückzurufen und im Anhang ein Permit. Als wir es uns genauer ansehen, erkennen wir, dass das Permit für jemand anderen bestimmt ist. Wir bringen es natürlich gleich wieder an die Rezeption zurück. Die Versuche, die Bearbeiterin zu erreichen schlagen regelmäßig fehl. Wir sprechen auf die Sprachbox und bitten um Rückruf. Die Bearbeiterin versucht auch prompt uns zurückzurufen, aber jedes Mal wenn wir abnehmen hört man nichts. Nachdem wir mehrmals in beide Richtungen versucht haben Kontakt miteinander aufzunehmen, kramen wir unser Siemens Mobiltelefon aus und probieren es damit. Erstaunlicher Weise klappt es sofort und die Dame ist am Telefon. Sie wollte nur Dieters Vornamen bestätigt haben, um das Permit auszustellen.

Zwischendrin besucht uns Ian, ein Bekannter von Sigi aus Alice. Er ist hier der Astronom und u. A. macht er Führungen am nächtlichen Sternenhimmel. Er benutzt seine Mittagspause um mal einen Kaffee mit uns zu trinken und ein kleines Schwätzchen zu halten.

Morgen wollen wir weiter, durch das Desert, in Richtung Westaustralien. Deswegen müssen wir noch ein paar Sachen besorgen. Als wir vom Einkaufen zurückkommen ist immer noch kein Permit da. Da müssen wir halt später noch mal nachfragen.

Der Himmel ist wieder wolkenlos. Deshalb fahren wir gegen 16.00 Uhr los, um uns den Sonnenuntergang am Uluru anzusehen. Bevor wir uns in die "Sunset Viewing Area" stellen, fahren wir um den Felsen herum. Es gibt immer noch ein paar Leute, die unbedingt auf den Felsen klettern müssen. Wir beobachten, dass einige ihre liebe Mühe haben den steilen Weg herunter zu schaffen. Sie rutschen auf dem Hosenboden oder hangeln sich rückwärts herunter.

Wir fahren zur Sunset Viewing Area und warten, dass das Schauspiel losgeht. Wir haben einen sehr guten Ausblick auf den Felsen und genießen das Farbenspiel.

Bei unserer Rückkehr fragen wir an der Rezeption des Campingplatzes noch mal nach, ob inzwischen das Fax mit dem Permit gekommen ist. Immer noch nichts da! Wir werden morgen früh nochmals in Perth nachfragen oder einfach ohne Permit losfahren.

Dienstag 09.05.2006

Der erste Weg führt uns an die Rezeption. Das Fax ist immer noch nicht da. Sollte es vielleicht doch per e-Mail geschickt worden sein? Schnell die e-Mails checken, aber im Postfach ist kein Permit. Erneut rufen wir in Westaustralien an. Die Bearbeiterin ist sofort am Telefon und beteuert, sie habe das Permit gestern noch an die angegebene Faxnummer geschickt. Wir bitten sie, das noch einmal zu tun.

Wir fahren wieder zurück zur Rezeption. Unser Fax mit dem Permit ist endlich da. Bei genauerem hinsehen bemerken wir, dass das Permit, das wir bereits haben, nur um einen weiteren Tag verlängert wurde. Die neuen Daten, die wir beantragt haben, sind nicht berücksichtigt. Das ist uns jetzt aber egal, wenn wir länger brauchen, dann überziehen wir eben.

Auf unserem Weg nach Westaustralien machen wir in Kata Tjuta (Olgas) halt und laufen in die Walpa Gorge. Dann geht es weiter nach Docker River, unserem heutigen Ziel. Auf dem Gebiet des Northern Territory ist Camping ist nur auf dem Kaltukatjara Campground bei Docker River erlaubt. Deshalb müssen wir den Campground auf jeden Fall erreichen. Die Strasse ist in einem relativ guten Zustand. Es gibt nur wenige Stellen die stark corrogiert sind.

Am Docker River Store füllen wir unseren Tank auf und fahren zum Campground, ca. 1,5 Kilometer weiter. Der Campground liegt sehr schön, direkt neben der Great Central Road.

Im Anmeldehäuschen, wo wir unsere 10 AUD Gebühren im Umschlag einwerfen, steht ein Hinweis, dass eine Sunset-Viewing-Plattform vorhanden ist, von der aus man auf die Petermann Ranges schauen kann.

So gegen 17.00 Uhr treffen auch die Besitzer von 2 Zelten ein. Die standen bereits, als wir ankamen. Im Gespräch mit ihnen erfahren wir, das die 3 Männer aus Queensland und Victoria sind, die hier ein paar Tage Bush-Urlaub machen.
Von der Viewing-Plattform hat man einen wunderschönen Blick. Im Abendlicht, erstrahlen die Berge in tollem Rot. Auch der Himmel färbt sich in fast unwirklichen Farben.

Für den Abend machen wir ein Feuer an und sitzen noch eine Weile draußen.

Mittwoch 10.05.2006

In der wärmenden Morgensonne frühstücken wir und packen alles wieder zusammen. Unser heutiges Etappenziel ist Warburton. Das Roadhouse ist ca. 320 Kilometer von hier entfernt. 10 Kilometer hinter Docker River beginnt bereits Western Australia.
Die Strecke ist ziemlich eintönig. Es ist erstaunlich, wie viele Kamele hier rumlaufen. Wir haben mehrere Herden gesehen, mindestens 100 Tiere.
Am Warakurna Roadhouse legen wir eine Pause ein und trinken einen Tee bzw. Kaffee. Obwohl wir schon in Westaustralien sind, gilt hier noch Central Time.

Warburton erreichen wir gegen 15.30 Uhr Central Time also 14.00 Uhr WA Time. Es erstaunt uns, wie grün und freundlich der Caravanpark ist. Es gibt sogar Strom.
Wir sitzen gemütlich vor unserem Auto, da hält plötzlich ein Toyota Hilux. Aus dem Auto steigen 2 Männer. Es sind Barry und Brett, die hier in Warburton an der Primary School, die neu gebaut wird, als Plumber arbeiten. Sie interessieren sich für unser Auto und woher wir kommen. Brett erzählt uns, das es einen Song von Midnight Oil über Warburton gibt. Den Text hat er in seiner Unterkunft, und er würde uns den noch vorbeibringen. Wir unterhalten uns noch ein wenig, dann machen die beiden sich wieder auf zur Arbeit.

Donnerstag 11.05.2006

Heute wachen wir nach Western Standard Time auf. Es ist erst 6.00 Uhr, aber die Sonne ist schon aufgegangen. Die 1 1/2 Stunden Zeitunterschied machen sich schon bemerkbar. Kurz nach dem Aufstehen kommt Brett vorbeigefahren um uns den Text des Midnight Oil Songs vorbeizubringen. Er macht den Eindruck, als hätte er einen ziemlichen "Overhang".

Wir packen zusammen und machen uns auf den Weg. 21 Km hinter Warburton steht ein Ford Falcon am Straßen-rand. Wir halten an und fragen, ob wir helfen können. Es ist eine junge Aboriginalfamilie mit 2 kleinen Kindern, die hier seit gestern Abend ohne Benzin und Wasser steht. Da wir nur Diesel an Bord haben, können wir nicht mit Sprit aushelfen. Wir geben den Leuten eine Flasche mit Wasser und bieten an, einen von ihnen zum Roadhouse zu fahren, um dort Sprit zu holen. Die junge Frau und ihr 1-jähriges Kind steigen zu uns ins Führerhaus und wir fahren zurück nach Warburton. Am Roadhouse trifft sie jemand aus ihrem Clan, der ihr weiterhelfen wird. Wir drehen und fahren den gleichen Weg wieder zurück. Als wir an dem liegen gebliebenen Auto ankommen, ist die Hilfe direkt hinter uns.

An der Abzweigung nach Tjirrkarli, dem Heather Highway, halten wir an und entscheiden, welche Strecke wir fahren, entweder über den Gunbarrel Highway oder weiter die Great Central Road (Warburton Road). Nach Abwägung verschiedener Vor- und Nachteile entschließen wir uns, weiter über die GCRoad nach Laverton zu fahren.

Die Landschaft wechselt hier nur wenig. Es fällt auf, dass das Spinifex Gras sehr gelb ist. Es muss also in letzter Zeit geregnet haben. Alle paar hundert Meter fährt man an einem Autowrack vorbei. Wenn man den passenden Typ Auto (Ford Falcon oder Holden Barina) hat, kann man jede Menge Ersatzteile finden.

150 Km hinter Warburton steht das nächste Fahrzeug am Fahrbahnrand. Diesmal sind es 2 ältere Aboriginie Frauen mit einem kleinen Jungen, die hier seit gestern sitzen und warten, weil sie keinen Sprit mehr haben. Ihr Wasservorrat ist aufgebraucht und sie haben seit gestern nichts mehr gegessen. Wir lassen ihnen 5 Liter Wasser und ein paar Anzac Kekse da, damit sie sich, wenigstens bis Hilfe kommt, über Wasser halten können. Während wir losfahren, kommt aus Richtung Laverton ein Toyota von der Kanpa-Communitie und hält bei den Gestrandeten.

Wir wollen noch bis zum Tjukayirla Roadhouse fahren. Das Tjukayirla Roadhouse ist noch relativ neu. Es existiert erst seit 1994 und wird von einer Aboriginieeigenen Firma aus Alice Springs betrieben. Zum Roadhouse gehört ein Campground und es gibt sogar Strom.

Als wir Holz für ein Feuer zusammensuchen, kommt Fred(erick) vorbei gefahren, stellt sich vor, und erzählt uns, dass er etwas weiter hinten einen Stapel Feuerholz liegen hat, den wir nutzen können. Er fragt, ob wir schon die Felsformationen auf der anderen Straßenseite gesehen hätten. Als wir das verneinen bietet er an uns hin zu fahren. Einer vorne im Führerhaus und einer mit den Hunden auf der Ladefläche seines Toyota, fährt er uns dorthin. Es ist gerade die Zeit des Sonnenuntergangs und die Felsen sehen besonders imposant aus. Die Formation nennt sich "The Zoo" da die Felsen die Form von Tieren (z.B. ein Elefant) haben.

Diese Stelle hätten wir alleine sicher nicht gefunden. Auf dem Rückweg laden wir noch Holz auf und fahren zurück zu unserem Platz. Wir verabreden uns mit Fred noch auf ein Bier an unserem Feuer.

Eine Stunde später kommt Fred vorbei. Er hat ein paar kuriose Steine, die er gefunden hat, dabei. Unter anderem einen, der wie ein Affenschädel aussieht. Wir unterhalten uns über das Desert und Australien im Allgemeinen. Er bietet uns an, morgen früh mit uns einen Ausflug zu seinem Lieblingsplatz zu machen, wo er immer malt. Wir verabreden uns für 8.30 Uhr.

Freitag 12.05.2006

Wir haben den Wecker gestellt, da wir noch nicht ganz auf die WA-Zeit eingestellt sind. Wir packen soweit alles zusammen, damit wir nach dem Ausflug mit Fred weiter fahren können. Pünktlich 8.15 Uhr sind wir fertig. Wir warten, dass Fred uns abholt.
Gegen 9.20 Uhr kommt er endlich angefahren. Er hat verschlafen Gestern Abend .ist ein Bekannter gekommen und es war wohl eine feuchtfröhliche Nacht. May be.

Quer durch die Landschaft sind wir dann ca. 16 Km zu einer Felsengruppe gefahren, von der aus man einen wunderschönen Blick über das Desert hat. Die Flächen sind hier überwiegend mit Sandelholz und Spinifex bewachsen. Neben dem typischen roten Gestein gibt es hier sehr viel Quartz.

Nachdem wir erst gegen Mittag von unserer Tour zurück sind entscheiden wir, noch eine Nacht zu bleiben. Fred bietet uns daraufhin an uns noch ein paar weitere schöne Stellen, ganz in der Nähe, zu zeigen. Das Angebot nehmen wir gerne wahr.
Nachdem wir einen Kaffee getrunken und den Aufenthalt verlängert haben sind wir noch an einige Stellen gefahren, die ganz unterschiedliche Eindrücke vermitteln. An einer Stelle kommen wir an einem geräumigen Spinnennetz vorbei, an dem eine große Tigerspinne arbeitete.

Auf den Touren hatten wir erfahren, dass Fred Landschaften malt. Er malt mit Wasserfarben und seine Bilder wurden schon ausgestellt. Wir wollen uns ein paar seiner Bilder ansehen. Deshalb fahren wir auf dem Rückweg von der Tour an seiner Wohnung vorbei. Hier treffen wir auch seine Lebensgefährtin. Bei einigen Bieren unterhalten wir uns und sehen uns einige Bilder an.

Am Abend verabschieden wir uns von den Beiden. Morgen wollen wir uns die letzte Etappe der GCRoad nach Laverton vornehmen

Samstag 13.05.2006

Gestern sind noch ein Ehepaar aus Melbourne und ein Engländer mit dem Motorrad auf dem Campground eingetroffen. Kurz nach dem Aufstehen ist der Engländer schon dabei, seine Sachen zusammen zu räumen. Wir kommen ins Gespräch. Er ist auf dem Weg nach Yulara und will weiter in die Flinders Ranges. Wir laden ihn auf eine Tasse Kaffee ein und unterhalten uns ein wenig.

Genau wie wir hat er unterwegs festgestellt, dass an den Roadhäusern keiner über das nächste Roadhouse, oder über den Zustand der Strasse dorthin, Bescheid weiß. Für Leute, die mit unleaded fahren, ist das aber wichtig, da bis Yulara keine Station mehr unleaded hat. Es gibt nur Opal Gas oder AV Gas, was als Ersatz dienen soll. Ob das aber tatsächlich funktioniert weiß keiner. Gegen 9.00 Uhr macht er sich dann auf den Weg.

Wir frühstücken noch im Roadhouse. Als wir zum Auto zurück laufen kommt Fred angefahren. Er hat uns zum Abschied noch zwei seiner Bilder mitgebracht. Wir verabschieden uns erneut und machen uns auf in Richtung Laverton. Der Weg nach Laverton ist noch eintöniger als die anderen Teile der GCRoad. Hier gibts nicht einmal ein Kamel zu sehen. Nur Spinifex und ab und zu mal Sandelholzbüsche - eben Desert.

Gegen 15.30 Uhr treffen wir in Laverton ein. Im örtlichen Supermarkt decken wir uns mit den Dingen ein, die uns auf dem Weg durch die Wüste ausgegangen sind. Auf dem Campingplatz buchen wir uns für 2 Nächte ein. Es müssen mal wieder einige Arbeiten (Wäschewaschen usw.) erledigt werden.

Abends gehen wir noch auf ein Bier in den Pub vom Desert Inn Hotel.