Derby / Gibb-River-Road / Kunnunurra

Dienstag 13.09.2005

Heute geht’s nach Derby, 220 Km über den Highway. Kurz vor Derby kommen wir am Boab Prison Tree vorbei und halten an. Bei unserem letzten Besuch war noch kein Zaun um den Baum!

In der Touristeninfo holen wir uns noch die aktuellen Karten und Hinweise. Im einzigen Takeaway bestellen wir uns eine Pizza "italian". Die Nacht bleiben wir auf dem Campingplatz in Derby.

Mittwoch 14.09.2005

Bevor es auf die Gibb-River Road geht, fahren wir noch bei Woolworth vorbei um Getränkenachschub und Brot zu besorgen. In Derby ist der Sprit zwar schon recht teuer, wir tanken aber trotzdem nach. Der aktuelle Preis für Diesel 1,45 AUD, aber auf der Gibb wird’s wahrscheinlich erheblich teurer.
Erstes Ziel auf der Gibb ist die Windjana Gorge wo wir gegen Mittag ankommen. Der erste Abschnitt auf der Gibb kam uns nicht besonders schlecht vor, im Gegenteil. Einzig der Weg in die Windjana Gorge ist ziemlich ausgefahren.
Das Material leidet trotzdem unter diesen Strecken. An unserer Fliegengittertür sind die Köpfe der Niete kaputt gegangen und die Tür hängt schief in der Angel. Da wir alle notwendigen Sachen dabei haben, ist alles schnell repariert.
Gegen 15.30 Uhr starten wir dann zur Wanderung durch die Schlucht. Es ist wenig Wasser in der Gorge und die Krokodile sind alle dicht beisammen. Z.Zt sind angeblich 72 Krokodile in der Gorge. Auf unserem Weg begegnen uns auch 3 große Bullen. Wie die hier hergekommen sind??

Donnerstag 15.09.2005

Die letzte Nacht war ziemlich warm und wir sind schon um 5.30 Uhr wach. Es wird sehr schnell wieder heiß. Die Sonne brennt unerbittlich. Wir wollen zum Tunnel Creek. Die 24 Km dorthin sind sehr wellig, viele Löcher und starke Korrogations.
Der Eingang in den Tunnel Creek ist extrem steinig und erfordert schon einiges an Kletterkünsten. Da Elvira immer noch mit ihrem lädierten Fuß kämpft entschließen wir uns, nicht in den Tunnel zugehen sondern nur ein paar Fotos vom Eingangsbereich zu schießen.

Wir fahren wieder zurück zur Gibb und dann in Richtung Bell Gorge. Die Strecke zur Bell Gorge ist sehr steinig, aber gut fahrbar. Allerdings sind in manchen Kurven richtig heimtückische Wellen, die das Auto aus der Spur bringen.

An der Bell Gorge gibt es 2 Möglichkeiten zu campen. Zum einen bei "Silent Grove" dem Hauptcampingplatz der Duschen und WC hat oder 9 Km weiter in seitlich am Bell Creek gelegenen 12 Einzelplätzen. Wir entschließen uns heute Nacht in Silent Grove zu bleiben und am nächsten Tag in eine der Buchten am Bell Creek zu gehen.

Beim öffnen der Eingangstür an unserem Heim fällt diese uns fast entgegen. Jetzt ist das zweite Scharnier gebrochen. Gut, das wir beim letzten Mal gleich 3 Stück gekauft haben.

Da wir ja schon Übung haben, sollte der Schaden schnell behoben sein. Doch leider war inzwischen der Akku der Bohrmaschine leer. Also mit dem Auto auf die Generator-Seite des Campgrounds und den Generator anschmeißen um den Akku aufzuladen. Danach ist aber alles schnell erledigt.

Freitag 16.09.2005

Da es wieder sehr heiß ist sind wir schon früh aufgebrochen um in die Bell Gorge zu fahren. Das ist 11 Km vom Silent Grove Campground entfernt und über recht ordentliche Wege zu erreichen. Vom Carpark läuft man noch mal 2 Km über viel Steine und Felsen in die Schlucht. Man hat dann die Möglichkeit im oberen Bereich, dem Zufluss der kaskadierenden Fälle zu bleiben oder über steile Felsen bis auf den Boden der Gorge zu laufen. Wir haben auf den Weg nach unten verzichtet und haben uns oben etwas am und im Wasser vergnügt.

Nach ein paar Stunden sind wir dann wieder zurück. Am Carpark sehen wir einen jungen Mann der sehr intensiv unser Auto betrachtet. Beim genauen hinsehen erkennen wir, das neben uns ein Nissan Patrol mit deutschen Kennzeichen aus Heidelberg steht. Es ist ein Paar aus Deutschland, das 8 Monate durch Australien reist und sein eigenes Auto dabei hat.

Wir haben unsere Campingbucht am Bell Creek bezogen. Da diese Buchten nur begrenzt vorhanden sind muss man sich vorher ein sog. TAG sichern. Wir haben uns für Pandanut Creek entschieden - von Silent Grove aus die 2te Bucht.

Samstag 17.09.2005

Um 7.00 Uhr ist es bereits sehr sonnig und über 30 Grad warm. Nach nunmehr 6 Tagen ohne Starkstrom ist unser Kühlschrank heute Nacht abgetaut. Der Verbrauch bei der großen Hitze ist schon beträchtlich. Da reicht auch die Kapazität des Solarpanels nicht aus. Beim fahren stecken wir die Fridge auf die Autobatterie um und lassen ihn wieder laufen. Da können sich die anderen Batterien wieder etwas aufladen. Wir packen unsere Sachen zusammen und fahren vor zum Silent Grove Campground um zu duschen und das gute Quellwasser aufzufüllen

Anschließend machen wir uns auf den Weg zum Mornington Wilderness Camp. Am Iminji-Store machen wir einen kurzen Halt um Getränke zu kaufen. Das Diesel kostet hier 1,80 AUD. Gut, das wir gestern Diesel aus unserem Zusatztank umgefüllt haben.
An der Abzweigung zum Mornington-Wilderness Camp steht ein Funksprechgerät. Dort kann man sich erkundigen, ob noch Plätze verfügbar sind. Wenn man ohne Nachzufragen fährt und alles belegt ist, ist das ein Umweg von 200 Kilometern! Es sind noch genügend Plätze verfügbar, also fahren wir weiter. Die Strecke ist in einem guten Zustand, nur die letzen 20 Kilometer sind sehr steinig und rutschig. Wir buchen uns für 2 Nächte ein.

Mornington Wilderness Camp ist eine australische non Profit Gesellschaft, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Wildbestand Australiens zu schützen und wiederherzustellen, insbesondere aussterbende Tierarten zu erhalten.

Zum Tagesabschluss gehen wir an die Bar des Restaurants und trinken noch ein paar kalte Bier.

Sonntag 18.09.2005

Da wir heute in die Gorges fahren wollen, machen wir uns früh auf den Weg. An der Rezeption wird uns als Fahrzeit für die 25 Kilometer zur Dimend Gorge 1,5 – 2 Stunden gesagt, entsprechend schlecht ist auch die Strecke. Es gibt tiefe und enge, meistens sehr steinige, Flussdurchfahrten. Der Straßenbelag ist teilweise so steinig wie ein Flussbett, nur das die Steine nicht rundgescheuert sondern spitz und scharfkantig sind. Vor der Dimend Gorge geht noch ein Abzweig zum Cadjeput Waterhole, ein wunderschönes Plätzchen.

Weiter geht es bis zum Carpark an der Gorge. Von dort bis in die Gorge sind es nur 200 m. Am Wasser suchen wir uns ein schattiges Plätzchen und genießen den Ausblick.

Gegen 14.30 Uhr machen wir uns wieder auf den Rückweg. Wir wollen noch die Sir John Gorge besichtigen Von hier aus sind das noch ca. 35 Kilometer. Der Weg in diese Gorge ist noch steiniger und enger. An einer besonders engen Stelle haben wir sogar einen Baum gefällt, der hat sich an der Seitenbegrenzung unseres Trucks verhakt. Der Höhepunkt ist die Durchfahrt am Roy Creek. Große spitze und scharfkantige Steine, tiefe Löcher, steile Ein- und Ausfahrt. Nur im low Range 4WD – 1 Gang zu befahren. An der Rezeption ist uns die Gorge als schöner Platz für den Sonnenuntergang angepriesen worden - aber diesen Track nach Sonnenuntergang - nein danke.

Der Weg in die Schlucht hat sich allerdings gelohnt, sie ist wunderschön und ein Besuch zum Sonnenuntergang ist sicher lohnenswert.
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Danach fahren wir wieder zurück zum Campground, nicht ohne einen Zwischenstopp an der Bar - Das haben wir uns nach der harten Fahrerei verdient. In der Bar treffen wir Paul, der Anfang der 60er Jahre ausgewandert ist und in Melbourne lebt. Die Gruppe, mit der er reist, besteht aus insgesamt 8 Leuten und sie sind mit einem 8-sitzigem Flugzeug unterwegs, das hier auf dem Airstrip parkt. Bevor es dunkel ist fahren wir weiter auf unseren Platz.

Nach dem Abendessen machen wir noch einen Spaziergang an die Bar. Hier ist heute Treffen der Deutschen, es ist noch ein Hamburger Ehepaar eingetroffen mit dem wir lange zusammen sitzen.

Montag 19.09.2005

Nach der anstrengenden Abendsitzung an der Bar - und bei den hohen Temperaturen in der Nacht - sind wir schon um 4.30 Uhr wach und stehen auf. Als erstes kochen wir einen Kaffee und genießen den Sonnenaufgang. Beim Rundgang um unser Auto sehen wir die Bescherung, der vordere rechte Reifen ist platt! Die Woche fängt ja gut an!
Jetzt ist erst einmal Reifen wechseln angesagt.

Der Versuch die Schrauben zu lösen bringt keinen Erfolg, sie bewegen sich keinen Millimeter. Der Typ, der den Reifen in Perth geflickt hat, sah wohl keinen Anlass mit normalem Drehmoment die Schrauben anzuziehen.
Nachdem auch mit einer Schraubenschlüssel-Verlängerung nichts zu machen war (Das Rohr mit dem Hinweisschild fürs BBQ musste herhalten) geht Elvira an die Rezeption und bestellt den Tyre-Repair-Service. Der Mechaniker kommt nach ca. 20 Minuten und hat als Werkzeug ein Radmutterkreuz und ein kurzes Rohr als Verlängerung dabei. Er bevorzugt dann doch mein Werkzeug. Mit ziemlich heftigen Sprüngen und anderen sportlichen Übungen gelingt es uns in gemeinsamer Anstrengung dann doch noch die Schrauben zu lösen. Der Mechaniker nimmt den Reifen zur Reparatur mit. Nach ca. 1 Stunde bekommen wir den Reifen wieder. Mit unserem Kompressor haben wir noch Luft nachgetankt, da der Reifen nur 50 PSI statt der notwendigen 72 PSI hat. Anschließend haben wir zusammengepackt und sind in Richtung Beverley Springs Homestedt gestartet.

Nach rd. 1 Std. Fahrt zischt es ziemlich laut. Sofort ist klar: das ist ein Reifen. Wir halten an und sehen nach. Es ist der äußere rechte Reifen an der Hinterachse - Die Reifendecke ist aufgerissen. Da wir ungünstig stehen fahren wir noch ein paar hundert Meter weiter - ist ja kein Problem bei Doppelbereifung. Glücklicherweise haben die Monteure der Hinterreifen mitgedacht. Die Muttern laßen sich problemlos lösen und so kann der Reifenwechsel schnell erfolgen.

Mit nur noch einem Ersatzreifen überlegten wir, ob wir unsere Pläne ändern sollen. Haben uns dann aber entschlossen wie geplant zur Beverley Springs Station zu fahren.

Gegen 15:30 Uhr kommen wir auf der Charnley River Station, wie Beverley Springs jetzt heißt, an.

Wir sind die einzigen Gäste auf dem Campground, der sehr schön in die Umgebung des Farmhauses integriert ist. Am Lagerfeuer lassen wir den Abend ausklingen.

Dienstag 20.09.2005

Am frühen Morgen ist schon viel Betrieb auf dem Campingplatz. Als erstes kommen die Pfauen (ca. 20) über den Platz, gleich anschließend die "Poddies" die Bullenkälber. Man merkt, dass man sich auf einer Farm befindet.

Heute früh wollen wir zum "Junction Hole". Das ist ein Wasserloch in einer Schlucht, in der 2 "Flüsse" zusammenfließen. Die Farmer haben gebeten, bevor man startet, Bescheid zu sagen wohin man unterwegs ist. Damit man im Notfall weiß, wo gesucht werden muss. Das haben wir natürlich getan bevor wir die 24 Kilometer in Angriff genommen haben. Der Weg dahin ist relativ einfach zu fahren. Bis auf ein paar Flussdurchfahrten ohne Wasser, die man langsam durchfahren muss, gibt es keine Probleme. Vom Carpark aus muss man noch ca. 30 Minuten laufen um an das Wasserloch zu kommen. Das Wasser ist sehr angenehm.

Auf dem Rückweg biegen wir noch zur Old Beverley Station Gorge ab. Dabei müssen wir durch eine ziemlich schwierige Flussdurchfahrt, mit sehr großen und spitzen Steinen. Man denkt unweigerlich an die Reifen.

Am Montag haben wir bereits Abendessen bestellt. Das nehmen die Gäste zusammen mit der Familie und den Arbeitskräften ein. Als Essenszeit ist ca. 18:30 Uhr vorgesehen, wir sollen aber etwas vorher da sein. Wir sind gegen 18:15 Uhr am Farmhaus.
Auf der Veranda treffen sich alle, bevor es zum Essen in den Speisesaal geht. Alle stellen sich uns vor. Zu unserer Überraschung ist auch Klaus, ein junger Mann aus München dabei. Er arbeitet hier mit einem Working Holiday Visa. Er erzählt, dass z.Zt. Zäune für einen neuen Paddock gebaut werden müssen.

Die Köchin gibt das Signal, dass das Essen fertig ist und alle gehen in den Speisesaal.

Wir, als die Gäste, dürfen uns als erstes bedienen. Nach uns bedient sich das Personal und erst dann die Hausherren! That´s a bit different zu Deutschland.

Mittwoch 21.09.2005

Gegen 9.00 Uhr sind wir abreisefertig und fahren ans Farmhaus. Dort wollen wir unsere Fleischvorräte und Kühlblöcke abholen, die wir dort eingelagert haben, weil die Batterien der Fridge ziemlich leer sind. Wir sind pünktlich zur Smoko (Frühstückspause) am Farmhaus, wo wir gemeinsam mit Personal und dem Hausherrn Kaffee getrinken. Dann fahren wir weiter in Richtung Drysdale River Station wo wir wieder Strom und Reifenservice vorfinden werden.

Am Philips Range Lookout machen wir Halt um einige Fotos zu schießen. Nach dem die Fotos im Kasten sind stellen wir fest, dass der rechte Vorderreifen Luft verliert und platt zu werden scheint. Der Luftdruckprüfer zeigt nur noch 55 PSI. Es ist der gleiche Reifen, der auf Mornington repariert wurde. Da es bis zum Mount Barnett Roadhouse, wo es einen Tyre-Repair-Service gibt, nur noch 14 Kilometer sind, pumpen wir den Reifen nur auf.

Dort angekommen erhalten wir die Nachricht, dass zurzeit niemand da ist, der den Reifen reparieren kann. Frühestens in 1 1/2 Tagen sei wieder jemand da.
Da wir ja noch einen Reservereifen haben, entschließen wir uns, den Reifen zu tauschen. Das ist dann auch recht schnell erledigt. Bei der Montage fällt mir auf, dass das Ersatzrad zwar die gleiche Reifenbezeichnung hat, aber bei den Belastungswerten nur geringere Lasten bei 60 PSI angegeben sind. Das stimmt nachdenklich, aber was soll es, wir haben keinen anderen Reifen. Zu allem Ärger stellt bei der Überprüfung des Luftdruckes das Ventil seinen Dienst ein. Da wir kein Werkzeug für das Reifenventil haben und auch keine Ventilkappe mit der man das Ventil rausschrauben kann, scheint der Reifenwechsel zu misslingen. Zum Glück hat der Mensch im Roadhouse eine entsprechende Ventilkappe und auch ein Ventil verfügbar. Also mit viel Mühe das Ventil wechseln und wieder aufpumpen.

Nachdem wir alles wieder eingepackt haben, geht’s wieder auf die Gibb. Der Straßenzustand wird ab jetzt zunehmend schlechter. Die Corrogations werden immer tiefer und die Schläge auf die Reifen nehmen zu.

Ca. 30 Km hinter dem Mt. Barnett Roadhouse stehen auf der linken Seite 3 Autos. Wir bremsen ab um zu fragen ob wir helfen können. In dem Moment tut es einen kurzen Knall und unser frisch montiertes Ersatzrad hat sich in seine Bestandteile aufgelöst. Jetzt stehen dort 4 Autos - und wir haben kein Ersatzrad mehr.

Die jungen Leute sind gerade mit dem Radwechsel fertig. Wir tauschen uns kurz aus und sie erzählen uns, dass sie uns bereits in Broome gesehen haben. Da sie nicht für uns tun können, fahren sie weiter.

Jetzt haben wir die Situation in die wir eigentlich nicht kommen wollten. Wir haben 2 zerfetzte Reifen und einen Reifen, der Luft verliert. Frühestens auf der Drysdale River Station gibt es die Möglichkeit zur Reifenreparatur; das sind aber noch 150 Kilometer.

Einzige Alternative: den Reifen der Luft verliert montieren, immer wieder aufpumpen und hoffen, das er noch die 150 Km durchhält. Mit einem unguten Gefühl fahren wir weiter. Zu allem Unglück wird die Straße immer schlechter. Nach ein paar Kilometern stehen 2 Motorradfahrer an der Seite, die Reifen reparieren. Sie weisen uns auf eine besonders tiefe Rinne in der Straße hin und empfehlen uns, ganz rechts zu fahren. Nach einigen hundert Metern sehen wir das Malheur. In der Mitte der Strasse sind sehr tiefe Rillen (ca. 50 cm tief). Wenn wir da Reingefahren wären, wäre die Fahrt wohl zu Ende gewesen. Wir fahren ganz vorsichtig vorbei.

Kurz danach halten wir wieder an und pumpen den Reifen erneut auf. Inzwischen hört man schon, wie die Luft aus dem Reifen entweicht. Dieses Spiel wiederholt sich alle 30 Km.

Als endlich die Abzweigung Richtung Kalumburu / Mitchel Plateau kommt, ist es bereits 17:00 Uhr und es wird schon langsam dunkel. Der Zustand der Kalumburu Road ist eher noch schlechter als das, was wir bis hierhin erlebt haben und es liegen noch 60 Km vor uns - also mindestens noch 1-mal pumpen.

Gegen 18.15 Uhr erreichen wir die Drysdale River Station. Der Reifen hat durchgehalten. Die Fahrerei ist zwar extrem anstrengend gewesen, aber an der Einfahrt zur Drysdale fällt die ganze Belastung von uns ab. Wir sind froh, es geschafft zu haben.

Für die Nacht stellen wir den Truck auf den Wagenheber, damit uns die Reifendecke nicht beschädigt wird.

Zu Abschluss des Tages wollen wir noch ein kühles Bier trinken, doch die Bar hat leider schon geschlossen – so ein Pech

Donnerstag 22.09.2005

Um 8.00 Uhr öffnet der Reifenreparatur-Service und das ist auch der erste Weg an diesem Morgen.

Reifen: in der von uns benötigten Größe sind nur noch 2 gebrauchte da. Der eine ist fast neu, hat aber an der Seite einen Einriss, der andere ist ziemlich hin und hat ebenfalls einen Einriss. Der Monteur schlägt vor, den Einriss mit einem Pad von innen zu kleben. Wir einigen uns auf den neuwertigen Reifen der vom gleichen Fabrikat wie unsere anderen Reifen ist. Wir hoffen dass dieses Provisorium hält, aber eine Alternative gibt es ja nicht. Das Loch im Schlauch unseres Vorderreifens wird wieder geflickt obwohl wir darauf hinweisen, dass der Reifen bereits mehrfach platt war. Im Reifen und an der Felge selbst lässt sich aber nichts feststellen. Mittags haben wir beide Reifen wieder und wir denken, dass wir damit wenigstens bis ans Ende der Gibb-River kommen

Die Absicht die Kalumburu Road hoch bis King Edward River zu fahren geben wir angesichts des b.... Straßenzustandes auf.

Abends besetzen wir die Bar. Heute ist richtig was los und wir treffen interessante Leute. Auch John, der Farmbesitzer, Reifenservice, Shopmanager, Tankwart, und, und, und.gesellt sich dazu. Wir erfahren, die Farm ist rund 1 Million Acre groß, er hat ca. 8000 Rinder und ca. 240 Km Fluss auf seinem Gelände.

Freitag 23.09.2005

Heute ist nur ausruhen angesagt. Noch ein paar kleine Arbeiten, die am Auto erledigt werden müssen (Scheiben reinigen usw.) aber sonst nur in der Bullenhitze schwitzen. Es ist so um die 36 Grad im Schatten, der nur bedingt vorhanden ist.
Für Abends melden wir uns zum Essen an. Es gibt Fisch oder Lamm. Wir entscheiden uns für Fisch. Das Essen ist sehr gut. Die Bar ist gut besucht und wir haben wieder interessante Gespräche. In der Werkstatt wird noch lange gearbeitet. Heute sind wohl viele Reifenschäden zu beseitigen.

Samstag 24.09.2005

Nach dem wir das Auto betankt haben, zum neuen Dieselhöchstpreis von 1,90 AUD, fahren wir wieder Richtung Gibb River Road. Die ersten 20 Kilometer sind plötzlich in einem hervorragenden Zustand. Der Grund: der Grader ist noch auf der Strecke. Danach wieder der gleiche schlechte Zustand wie bei der Hinfahrt.

Ohne Zwischenfälle kommen wir gegen 14.00 Uhr auf der Home Valley Homestedt an. Dort werden wir gleich mit lautem Hallo begrüßt. Die jungen Leute mit dem Reifenschaden, die wir bereits auf der Gibb getroffen haben, sind auch hier. Sie sind bereits seit 3 Tagen da. Es sind Engländer und Holländer, die bis Mai 2006 durch Australien reisen.
Neben unserm Platz ist die BBQ-Area. Eine Reisegruppe, die nebenan campiert, veranstaltet ein BBQ. Die Reiseleiterin weist uns darauf hin, dass der rechte äußere Hinterreifen fast platt ist. Man soll halt nie den Tag vor dem Abend loben ;-).
Da auch hier Reifenservice angeboten wird, verlängern wir um einen Tag und buchen für Sonntag, während unser Reifen repariert wird, eine Fishing-Tour

Sonntag 25.09.2005

Noch vor dem Frühstück haben wir den Reifen abmontiert und in den Workshop gebracht. Während des Frühstücks kam „Diesel“ der Aboriginie-Guide für die Fishing-Tour vorbei um uns zu sagen, dass er uns um 9.15 Uhr abholt. Zusammen mit 4 noch sehr jungen Aboriginie-Workern, die auf der Farm arbeiten, sind wir zum Fluss gefahren. Als wir am Fluss angekommen sind, bereitet „Diesel“ unsere Angelleinen vor. Er versieht sie mit großen Angelhaken, die zum Barramundi fischen verwendet werden. 2 Aboriginies gehen mit einem Netz zum Fluss um Köder zu holen. Dazu haben sie jede Menge Schlammspringer mit dem Netz gefangen.

Wir sind 80 Kilometer von der Küste entfernt, aber die Flut kommt bis hierher! Im Fluss erkennt man, dass so langsam die Flut einsetzt, das Wasser steigt. Mit der Flut kommen die Fische in den Fluss hinein.

Als die Leinen ausgeworfen sind dauert es nicht lange, bis der erste Fisch anbeißt. Es ist ein Barramundi, der sich leider wieder vom Haken lösen kann. Der Köder ist allerdings weg. Also ein neuer Versuch. Ziemlich flott beißt wieder ein Fisch an, diesmal ein Sting Ray, der zwar essbar ist aber nicht besonders schmeckt. Wir werfen ihn zurück ins Wasser. Sofort nachdem die Leine wieder ausgeworfen wird, beißt ein Fisch, diesmal ein Catfisch. Nachdem er aus dem Wasser gezogen ist stellen wir fest, das er ca. 6-7 Kilo schwer ist und sich sehr gut als Abendessen eignet.

Kurze Zeit später macht uns „Diesel“ auf ein rd. 6 m langes Krokodil aufmerksam, das sie Cedric nennen. Es wird mit der Flut in den Fluss hineingetragen. Diesel meint, jetzt können wir das angeln abbrechen, es wird kein Fisch mehr anbeißen Gegen 12.00 Uhr holen wir die Leinen wieder ein und fahren zurück.
In der Zwischenzeit ist unser Reifen geflickt. Wir werden ihn als Reservereifen verwenden.

Den Rest des Tages verbringen wir am Swimming Pool und in der Bar. Zum Abendessen gibt es natürlich ein Stück von unserem selbst gefangenen Fisch. Er ist ganz hervorragend und wir werden noch öfters davon essen können.

Montag 26.09.2005

Heute gehen die Leiden der GRR zu Ende. Noch rd. 60 Km und es gibt mal wieder Asphalt. Als wir an der Emma-Gorge vorbeikommen, ist diese tatsächlich geschlossen. Ein anderer Reisender hatte uns erzählt, dass die Emma-Gorge im März durch einen Zyklon zerstört worden ist.
Als wir dann Asphalt erreichen machen wir den Allrad-Antrieb raus und genießen die 49 Km nach Kununurra ohne Gerüttel und Geschüttel.

Gegen Mittag treffen wir dort ein. Bevor wir einen Campingplatz anfahren gehen wir noch schnell bei Coles einkaufen. Dabei stellen wir fest, dass alle kleineren Läden im Einkaufszentrum geschlossen sind – heute ist Queen´s Birthday. Zwar nicht wirklich, aber er wird halt auf diesen Tag gelegt und gefeiert. Wir nehmen diesmal den "Ivanhoe Village Caravanpark", er ist zwar nicht ganz so nah an der Stadt wie der Town Caravanpark, auf dem wir bei unseren vorigen Besuchen gewohnt haben, aber 700 m sind auch noch nicht so weit weg.