Litchfield / Mt. ISA

Montag 17.10.2005

Bis wir aufgestanden sind, sind unsere Motorradfahrer schon fast fertig mit packen.
Noch ein bisschen schwätzen, eine Tasse Kaffee und schon starten die Beiden in Richtung Katherine.

Morgens haben wir unseren Notebook zum aufladen angeschlossen. Als wir zwischendrin mal ins Auto steigen blinkt die Power-LED in schneller Folge. Das Notebook lässt sich nicht mehr einschalten. Sch...!
Eigentlich wollten wir in den Kakadu-NP nach "Yellow Waters". Was nun? Vielleicht ist es ja nur ein Feuchtigkeitsproblem (Die Luftfeuchtigkeit ist extrem hoch hier) und er geht heute Abend wieder?

Nachdem wir uns von Lothar verabschiedet haben, der will zurück nach Darwin, sind wir erstmal in das Internet um zu sehen, wo überhaupt Notebooks repariert werden können. Eigentlich geht das, wenn überhaupt, nur in Darwin. Für den Fall, das eine Reparatur kurzfristig nicht möglich ist, brauchen wir Ersatz. Der ist zu vernünftigen Preisen auch nur in Darwin zu kriegen. Also fahren wir zurück nach Darwin.

Das erste Geschäft, in das wir gehen, überprüft das Netzteil und stellt fest, dass das Netzteil funktioniert, der Fehler liegt woanders. Man macht uns aber keine Hoffnung auf eine kurzfristige Reparatur, da sie keine Teile für diese Marke bekommen können.
Der Zweite annonciert in der Tageszeitung, dass er Alles repariert, deshalb fahren wir dort hin. Es handelt sich um einen Blumenladen, der die Reparaturaufträge entgegen nimmt. Die freundliche Dame sagt, er könne sich das Notebook erst am Nachmittag ansehen, aber er würde sich telefonisch mit dem Ergebnis melden.

Da wir wenig Hoffnung haben, dass eine kurzfristige Reparatur möglich ist, klappern wir schon mal die einschlägigen Läden (Harvey Norman, Dick Smith usw.) wegen eines neuen Laptops ab. Am Abend klingelt das Handy. Wie vermutet ist eine kurzfristige Reparatur nicht möglich. Wir können den Rechner wieder abholen, bis 20.00 Uhr ist der Blumenladen noch geöffnet.

Als wir den Notebook abholen sind 65 $ für Prüfung des Netzteils und Recherche im Internet fällig. Ein stolzer Betrag. Warum habe ich meinen Kunden so etwas eigentlich nie berechnet?

Zurück zum Caravanpark, diesmal der "Hidden Valley" und nachdenken, was wir jetzt tun.

Dienstag 18.10.2005

Wir sind über Nacht zu der Erkenntnis gelangt, dass ein neuer Rechner her muss. Den defekten Laptop werden wir in Deutschland reparieren lassen, es ist ja noch Garantie drauf.

Da wir wieder in Darwin sind wollen wir gleich mal bei der DIMIA vorbeigehen und versuchen unser Visum auf 1 Jahr zu verlängern. Auf dem Weg dahin klappern wir noch ein paar Computerläden ab. Wir werden unseren „NEUEN“
bei WOW - einem Electronic Superstore – kaufen.

Bei der DIMIA kommen wir relativ schnell dran, um der Dame am Schalter unser Anliegen vorzutragen. Nachdem sie im Computer die lange Latte unserer Besuche in Down Under sieht, rümpft sie die Nase und meint "They don’t want quasi Permanents!". Wir weisen sie daraufhin, das die Besuche bisher immer nur für 4 - 5 Wochen waren und wir auch diesmal mit dem Wohnmobil herumreisen.
Daraufhin gibt sie uns einen Antrag zum ausfüllen. Außerdem sollen wir den Flugschein vorlegen und einen Nachweis unserer finanziellen Mittel erbringen. Den von uns aus dem Internet ausgedruckten Kontoauszug will sie nicht akzeptieren, da kein Name draufsteht.
Wir haben den Antrag ausgefüllt, den Flugschein aus dem Auto geholt und uns in der Westpac-Filiale einen aktuellen Finanzstatus mit Namen und Stempel geholt und sind damit zurück zur DIMIA. Die gleiche Dame saß noch am Schalter. Jetzt ging alles recht schnell. Nach einer viertel Stunde und der Zahlung von 220 AUD pro Person haben wir die Visa. Einzige Einschränkung: Das Visum darf nicht zum Reisen (also Bali oder so) verwendet werden.

Auf dem Weg nach Katherine sind wir noch an dem WOW-Superstore vorbei, wo wir ein neues Notebook erstanden haben. Nicht ganz so klein und leicht wie das Alte, aber Stand der Technik von Toshiba.

Abends in Katherine haben wir dann noch die Grundeinrichtung gemacht.

Mittwoch 19.10.2005

Heute ist die Einrichtung des neuen Computers die Haupttätigkeit. Da wir sehr ordentlich waren und immer schön gesichert haben, ist dass kein so großes Problem. Auch das Contentmanagementsystem für die Webseite ist wieder am laufen. Als ein kleines Problem stellt sich das englische Betriebssystem heraus, das die Standardverzeichnisse anders benennt. Außerdem gibt es auf der Tastatur keine Umlaute und deutsche Sonderzeichen. Gegen Mittag sind alle Programme wieder am laufen, jetzt müssen nur noch die online Updates gefahren und die Webseite vollständig übertragen werden (wegen der anders lautenden Verzeichnisse). Im Internetcafe benötigen wir 4 Stunden, aber dann ist alles wieder ok.:-))

Jetzt können wir in Ruhe einkaufen. In der Zwischenzeit hat sich draußen ein Wetter zusammengebraut. Als wir aus dem Einkaufszentrum kommen schüttet es wie aus Eimern. Wir warten ca. 20 Minuten bis der Regen so weit nachgelassen hat, dass wir ans Auto können und fahren dann zurück zum Caravanpark.

Mittags sind wir noch schnell am Bahnhof in Katherine vorbei gefahren. Hier trifft um 13.40 Uhr der Ghan aus Darwin kommend ein. Der Bahnhof in Katherine ist nur geöffnet, wenn der Ghan kommt. Dienstag wenn er Richtung Darwin fährt und Mittwoch wenn es Richtung Adelaide geht

Der Ghan in Katherine
Der Ghan in Katherine

Donnerstag 20.10.2005

Den heutigen Tag wollen wir nutzen um für die weitere Strecke Vorräte einzukaufen und die letzten notwendigen Updates aus dem Internet zu ziehen.

Die nächste Strecke, die wir ab morgen angehen wollen, ist über Mataranka – Roper Bar – Lorella Springs – Boroloola – Burketown nach Normanton in Queensland. Ab dort ist noch unklar wie wir fahren und ob die beginnende WET es noch zulässt, hoch bis Cape York zu fahren.

Freitag 21.10.2005

Heute fahren wir nur ein kurzes Stück, bis nach Mataranka. Dort angekommen fahren wir zuerst nach "Bitter Springs" im Elsey-NP. Die warmen Pools sind hier noch Naturbelassen, im Gegensatz zu dem ausgebauten Pool in Mataranka. Die Pools in "Bitter Springs" sind sehr schön und das Wasser ist glasklar, sie sind aber nur zum Schwimmen geeignet, da sie teilweise recht tief sind. Zum Baden sind sie weniger geeignet.
Also doch zum ausgebauten Pool und eine Stunde im 34 Grad warmen Wasser baden (sitzen). Anschließend auf den Caravanpark in Mataranka. Dort haben wir bereits 2000 übernachtet, als wir zum großen Rodeo in Mataranka waren

Samstag 22.10.2005

Ab heute ist wieder fahren auf "Dirt-Roads" angesagt. Wir wollen über den Roper Highway bis nach Roper Bar fahren. Die ersten Kilometer sind noch halb geteert (also nur 1 Fahrbahn in der Mitte) dann geht es über eine relativ gute unseald Road weiter. Der Ort Roper Bar liegt ca. 3 Km abseits der Strasse und besteht im Wesentlichen aus dem Roper Bar Store und 11 Bewohnern. Der Caravanpark liegt etwas abseits des Ortes.
Heute sind wir die einzigen, die hier übernachten wollen. Strom gibt es nicht und auch die sanitären Anlagen sind nicht beleuchtet. Also nur bei Tageslicht oder mit großer Taschenlampe zu benutzen.

Sonntag 23.10.2005

Heute sind wir schon um 8:30 Uhr auf der Piste. Wir wollen bis Lorella Springs, das sind ca. 290 Km über "Dirt Roads". Die Strasse erinnert uns, von ihrem Zustand, stark an die Gibb-River-Road, nur das hier alle paar Kilometer eine Flussbettdurchquerung, teilweise sogar mit fließendem Wasser, zu bewältigen ist.

Kurz vor der Abzweigung nach Lorella Springs füllen wir noch mal Diesel aus dem Zusatztank um. Lorella Springs liegt 30 Km abseits der Strasse und der Weg dorthin scheint seit Jahren keinen Grader mehr gesehen zu haben. Wir kämpfen uns aber tapfer durch.

Dieter fällt, als wir ankommen, fast aus dem Auto, die Erschöpfung ist ihm anzusehen. Aus irgendeinem Grund hat er Fieber. (Insektenstich, allergische Reaktion???). Dieter will sich unter der Dusche abkühlen, aber weit gefehlt. Hier gibt es nur heiße Quellen! Zu allem Unglück hat unser Kühlschrank auch noch seinen Geist aufgegeben. Statt zu kühlen ist es in unserem Kühlschrank fast so heiß wie draußen (über 40 Grad). Alle in Katherine gekauften Lebensmittel sind verdorben bzw. nur noch als Hundefutter zu gebrauchen.

Mit Eis, das wir uns bei den Caravanpark-Verwaltern (Wayne und Pat) holen, versuchen wir das Fieber zu bekämpfen. Wayne und Pat sind sehr besorgt und bringen noch ein fiebersenkendes Mittel vorbei. Nach der Einnahme legt sich Dieter ins Auto und schläft den Rest des Tages.

Man (Frau) macht sich so ihre Gedanken: Was wäre, wenn Dieter einen Arzt benötigen würde? Einzige Möglichkeit - ausfliegen nach Katherine oder Darwin

Montag 24.10.2005

Dieter fühlt sich wieder besser und wir entschließen uns weiterzufahren.
Wayne, der um die Probleme mit unserem Kühlschrank weiß, bietet uns an, unsere Fridge am Strom auszuprobieren, da gerade sein Generator läuft. Und siehe da, unsere Fridge läuft wieder, auch nachdem wir sie auf 12 Volt umgesteckt haben. Vermutlich hat der automatische Umschalter gestreikt??
Bis wir wegkommen ist es schon wieder Mittag und höllisch warm (42-45 Grad?). Die Strecke bis zum Roper-Highway ist genau so schlecht wie gestern, aber auf dem Highway soll der Weg besser werden – der Grader sei on the Road, warten wir es mal ab. Kurz vorm Highway beginnt es heftig zu regnen. Der Regen wird so stark, dass wir kaum noch was sehen und anhalten um das Schlimmste abzuwarten. Als wir weiterfahren steht das Wasser teilweise in großen Pfützen auf der Straße. Einige der Flussdurchfahrten sind bereits mit Wasser gefüllt. Jede Menge Frösche und Kröten hüpfen über die Strasse.

Der Regen hat die Temperatur kräftig nach unten gedrückt, was sich sehr positiv auf das Wohlbefinden auswirkt.

Nachmittags kommen wir in Boroloola an und buchen uns auf dem Caravanpark ein. Die Platzeignerin ist vor 40 Jahren eingewandert und hat lange Zeit in Kununurra gelebt. Sie fragt uns, was es mit der Werbung für Kimberly Diamonds auf sich hat. Da sie lange in Kununurra gelebt hat, kennt sie auch Frau Bolton-Boshammer – kleine Welt!

Dienstag 25.10.2005

Nach dem Frühstück führt uns der erste Weg in die Bibliothek. Dort gibt es den einzigen Internetanschluss im Ort. Anschließend sind wir in den Supermarkt um ein paar Vorräte aufzufüllen. Bei den dort verlangten Preisen haben wir den Einkauf aber auf das unbedingt erforderliche reduziert. Es ist uns schon mehrfach aufgefallen, das dort, wo überwiegend Aboriginies leben, die Preise jenseits von gut und böse sind. Hier wird offensichtlich die Situation kräftig ausgenutzt. Das hat uns später auch Gertrud, die Campingplatzeignerin, bestätigt.

Am Abend diskutieren wir, wie wir weiterfahren. Gemeinsam beschließen wir nach Süden auszuweichen und in etwas weniger heiße Gegenden zu fahren. Cape York werden wir auslassen, da dort bereits die ersten Regenfälle gemeldet wurden. Wenn es dort 3 Tage regnet kommen wir vor Mai nicht wieder runter, dieses Risiko wollen wir nicht eingehen.

Mittwoch 26.10.2005

Bevor wir uns auf den Weg zum Barkly-Highway und zur Barkly Homesteadt machen, gehen wir noch in die Aboriginie-Art-Galerie.

Auf dem Tableland-Highway, der fast ausschließlich aus einer Fahrbahn besteht, fahren wir die fast 500 Km zur Barkly Homesteadt. Die Bezeichnung Tableland-Highway passt wirklich, es ist absolut plattes Land und kaum ein Strauch ist dort zu sehen. In der Barkly Homesteadt buchen wir für eine Nacht eine Cabin mit "air-condition". Nach den Hitzeschlachten der letzten Tage wollen wir mal wieder bei normalen Temperaturen schlafen. An der Bar trinken wir vorher aber noch ein kaltes Bier.

Donnerstag 27.10.2005

Heute haben wir uns wieder eine lange Strecke vorgenommen, deshalb fahren wir schon um 8:30 Uhr los.
Über den Barkly Highway erreichen wir gegen Mittag Queensland. Hier gehen die Uhren wieder anders und wir müssen die Uhr eine halbe Stunde vorstellen. Die Strecke ist ziemlich öde und ohne große Abwechslung. Das interessanteste ist noch das Auftanken in Camooweal. Am späteren Nachmittag erreichen wir Mount Isa, wo wir zwei Nächte bleiben wollen.

Freitag 28.10.2005

Das Aufwachen heute Morgen ist eine wahre Wohltat. Endlich ist es in der Nacht etwas abgekühlt und man konnte unterbrechungsfrei schlafen. Da fühlt man sich ausgeruht.
Nach dem Frühstück machen wir eine Tour durch Mount Isa, unter anderem auch auf den Stadt-Outlook, von dem aus man einen schönen Überblick über diese Minenstadt hat. Bei unserer Rundfahrt stellen wir fest, dass hier die Spritpreise extrem günstig sind 1,25 AUD abzüglich 4 Cent für ein Woolworth oder Coles-Docket. So billig haben wir auf unserer Reise noch nicht getankt